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Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 2. Riga, 1771.

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XVIII. Hauptstück.
6°. Mit dem Ganzen werden die Theile ge-
setzt, und mit den Theilen das Ganze ge-
hoben.
Man sehe hierber §. 220. 215.

7°. Mit dem Anfange (Principium, Azkhe)
wird auch das gesetzt und gehoben, was
einen Anfang hat.
(Man sehe §. 488. seqq.)
Mit der Ursache die Wirkung. (Man sehe
§. 287. 427.).
Man wird in Ansehung der Begriffe Gattung, Art,
Indiuiduum; Subject, Prädicat; Prämissen,
Schlußsatz; Definition,
Definitum; Absicht,
Mittel; Thun, Leiden
etc. leicht ähnliche Sätze
finden, und selbst die Sprache giebt uns in den Mit-
telwörtern der thätigen und leidenden Gattung gleich-
sam auf eine bloß characteristische Art Anlaß zu spe-
cialern Sätzen von dieser Art; z. E. das Geliebte
setzet das Liebende, das Gelesene den Lesenden etc.
voraus. Die angeführten Sätze lassen sich durch sol-
che Mittelwörter ebenfalls ausdrücken, und der Un-
terschied besteht nur darinn, daß sie allgemeinere zu-
sammengehörende Stücke angeben.

§. 567.

Dieses sind nun aber die Sätze nicht, die wir ei-
gentlich zu suchen haben. Sie sind zwar gewisser-
maßen ein Anlaß zu schließen, daß, wo man das
eine von den zusammengehörenden Stücken findet
oder vermißt, auch das andere da sey oder vermißt
werde. Hingegen muß man die Sache aus diesem
Gesichtspuncte ansehen, und man muß wissen, daß
sie sich aus demselben ansehen lasse, z. E. sie sey eine
Ursache, eine Wirkung, ein Theil von einem
Ganzen,
welches bereits unter einem Namen be-

kannt

XVIII. Hauptſtuͤck.
6°. Mit dem Ganzen werden die Theile ge-
ſetzt, und mit den Theilen das Ganze ge-
hoben.
Man ſehe hierber §. 220. 215.

7°. Mit dem Anfange (Principium, Aζχη)
wird auch das geſetzt und gehoben, was
einen Anfang hat.
(Man ſehe §. 488. ſeqq.)
Mit der Urſache die Wirkung. (Man ſehe
§. 287. 427.).
Man wird in Anſehung der Begriffe Gattung, Art,
Indiuiduum; Subject, Praͤdicat; Praͤmiſſen,
Schlußſatz; Definition,
Definitum; Abſicht,
Mittel; Thun, Leiden
ꝛc. leicht aͤhnliche Saͤtze
finden, und ſelbſt die Sprache giebt uns in den Mit-
telwoͤrtern der thaͤtigen und leidenden Gattung gleich-
ſam auf eine bloß characteriſtiſche Art Anlaß zu ſpe-
cialern Saͤtzen von dieſer Art; z. E. das Geliebte
ſetzet das Liebende, das Geleſene den Leſenden ꝛc.
voraus. Die angefuͤhrten Saͤtze laſſen ſich durch ſol-
che Mittelwoͤrter ebenfalls ausdruͤcken, und der Un-
terſchied beſteht nur darinn, daß ſie allgemeinere zu-
ſammengehoͤrende Stuͤcke angeben.

§. 567.

Dieſes ſind nun aber die Saͤtze nicht, die wir ei-
gentlich zu ſuchen haben. Sie ſind zwar gewiſſer-
maßen ein Anlaß zu ſchließen, daß, wo man das
eine von den zuſammengehoͤrenden Stuͤcken findet
oder vermißt, auch das andere da ſey oder vermißt
werde. Hingegen muß man die Sache aus dieſem
Geſichtspuncte anſehen, und man muß wiſſen, daß
ſie ſich aus demſelben anſehen laſſe, z. E. ſie ſey eine
Urſache, eine Wirkung, ein Theil von einem
Ganzen,
welches bereits unter einem Namen be-

kannt
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[188/0196] XVIII. Hauptſtuͤck. 6°. Mit dem Ganzen werden die Theile ge- ſetzt, und mit den Theilen das Ganze ge- hoben. Man ſehe hierber §. 220. 215. 7°. Mit dem Anfange (Principium, Aζχη) wird auch das geſetzt und gehoben, was einen Anfang hat. (Man ſehe §. 488. ſeqq.) Mit der Urſache die Wirkung. (Man ſehe §. 287. 427.). Man wird in Anſehung der Begriffe Gattung, Art, Indiuiduum; Subject, Praͤdicat; Praͤmiſſen, Schlußſatz; Definition, Definitum; Abſicht, Mittel; Thun, Leiden ꝛc. leicht aͤhnliche Saͤtze finden, und ſelbſt die Sprache giebt uns in den Mit- telwoͤrtern der thaͤtigen und leidenden Gattung gleich- ſam auf eine bloß characteriſtiſche Art Anlaß zu ſpe- cialern Saͤtzen von dieſer Art; z. E. das Geliebte ſetzet das Liebende, das Geleſene den Leſenden ꝛc. voraus. Die angefuͤhrten Saͤtze laſſen ſich durch ſol- che Mittelwoͤrter ebenfalls ausdruͤcken, und der Un- terſchied beſteht nur darinn, daß ſie allgemeinere zu- ſammengehoͤrende Stuͤcke angeben. §. 567. Dieſes ſind nun aber die Saͤtze nicht, die wir ei- gentlich zu ſuchen haben. Sie ſind zwar gewiſſer- maßen ein Anlaß zu ſchließen, daß, wo man das eine von den zuſammengehoͤrenden Stuͤcken findet oder vermißt, auch das andere da ſey oder vermißt werde. Hingegen muß man die Sache aus dieſem Geſichtspuncte anſehen, und man muß wiſſen, daß ſie ſich aus demſelben anſehen laſſe, z. E. ſie ſey eine Urſache, eine Wirkung, ein Theil von einem Ganzen, welches bereits unter einem Namen be- kannt

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Zitationshilfe: Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 2. Riga, 1771, S. 188. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lambert_architectonic02_1771/196>, abgerufen am 12.11.2019.