Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 2. Riga, 1771.

Bild:
<< vorherige Seite

XXVIII. Hauptstück.
aber Mühe, die Bestimmungsstücke alle zu finden,
die diesen Unterschied verursachen. Die Helligkeit
des Lichtes, welches die gefärbte Fläche beleuchtet,
trägt unstreitig viel dazu bey. Man muß aber den
fürnehmsten Grund in der Fläche selbst aufsuchen,
und da kömmt es viel darauf an, ob an dieser die
kleinsten Theilchen glätter sind, und die gefärbten
Stralen mit einigem Glanze zurücke werfen, ob die
gefärbten Stralen von gleicher Art, oder mit Stra-
len von anderer Farbe vermenget sind, und ob in der
Fläche nicht auch viele schattichte Vertiefungen sind,
die unter die hellern Stralen etwas dunkeles und tod-
tes mit einmengen. Alle diese Umstände sind nur von
der Art, daß dabey einzelne Producte vorkommen,
welche addirt werden müssen, und daher die Summe
auf sehr vielerley Arten ändern können. Alle diese
Bestimmungsstücke werden hiebey nur in so ferne zu-
sammen genommen, als sie zur Berechnung der Hel-
ligkeit und Lebhaftigkeit der Farbe des Körpers in
Betrachtung gezogen werden. Man nimmt auch nur
alsdann noch mehrere mit hinzu, wo man die Structur
des Körpers, theils, so ferne sie in die Helligkeit sei-
ner Farbe einen Einfluß hat, theils auch, so ferne
man beydes noch mit andern Bestimmungen in Ver-
gleichung bringen will, umständlicher untersucht.

§. 828.

Zu solchen Vertheilungen der Bestimmungen, die
in einer und eben derselben Sache beysammen sind,
ist nun die Sprache schon ziemlich eingerichtet, und
sie wird es vollkommen seyn, wenn alles, was sich
dabey auf besondere Einheiten bezieht, in Absicht auf
dieselben, besonders benennet wird. So z. E. wenn
von der Größe eines Körpers die Rede ist, so ver-

stehet

XXVIII. Hauptſtuͤck.
aber Muͤhe, die Beſtimmungsſtuͤcke alle zu finden,
die dieſen Unterſchied verurſachen. Die Helligkeit
des Lichtes, welches die gefaͤrbte Flaͤche beleuchtet,
traͤgt unſtreitig viel dazu bey. Man muß aber den
fuͤrnehmſten Grund in der Flaͤche ſelbſt aufſuchen,
und da koͤmmt es viel darauf an, ob an dieſer die
kleinſten Theilchen glaͤtter ſind, und die gefaͤrbten
Stralen mit einigem Glanze zuruͤcke werfen, ob die
gefaͤrbten Stralen von gleicher Art, oder mit Stra-
len von anderer Farbe vermenget ſind, und ob in der
Flaͤche nicht auch viele ſchattichte Vertiefungen ſind,
die unter die hellern Stralen etwas dunkeles und tod-
tes mit einmengen. Alle dieſe Umſtaͤnde ſind nur von
der Art, daß dabey einzelne Producte vorkommen,
welche addirt werden muͤſſen, und daher die Summe
auf ſehr vielerley Arten aͤndern koͤnnen. Alle dieſe
Beſtimmungsſtuͤcke werden hiebey nur in ſo ferne zu-
ſammen genommen, als ſie zur Berechnung der Hel-
ligkeit und Lebhaftigkeit der Farbe des Koͤrpers in
Betrachtung gezogen werden. Man nimmt auch nur
alsdann noch mehrere mit hinzu, wo man die Structur
des Koͤrpers, theils, ſo ferne ſie in die Helligkeit ſei-
ner Farbe einen Einfluß hat, theils auch, ſo ferne
man beydes noch mit andern Beſtimmungen in Ver-
gleichung bringen will, umſtaͤndlicher unterſucht.

§. 828.

Zu ſolchen Vertheilungen der Beſtimmungen, die
in einer und eben derſelben Sache beyſammen ſind,
iſt nun die Sprache ſchon ziemlich eingerichtet, und
ſie wird es vollkommen ſeyn, wenn alles, was ſich
dabey auf beſondere Einheiten bezieht, in Abſicht auf
dieſelben, beſonders benennet wird. So z. E. wenn
von der Groͤße eines Koͤrpers die Rede iſt, ſo ver-

ſtehet
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0462" n="454"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">XXVIII.</hi> Haupt&#x017F;tu&#x0364;ck.</hi></fw><lb/>
aber Mu&#x0364;he, die Be&#x017F;timmungs&#x017F;tu&#x0364;cke alle zu finden,<lb/>
die die&#x017F;en Unter&#x017F;chied verur&#x017F;achen. Die Helligkeit<lb/>
des Lichtes, welches die gefa&#x0364;rbte Fla&#x0364;che beleuchtet,<lb/>
tra&#x0364;gt un&#x017F;treitig viel dazu bey. Man muß aber den<lb/>
fu&#x0364;rnehm&#x017F;ten Grund in der Fla&#x0364;che &#x017F;elb&#x017F;t auf&#x017F;uchen,<lb/>
und da ko&#x0364;mmt es viel darauf an, ob an die&#x017F;er die<lb/>
klein&#x017F;ten Theilchen gla&#x0364;tter &#x017F;ind, und die gefa&#x0364;rbten<lb/>
Stralen mit einigem Glanze zuru&#x0364;cke werfen, ob die<lb/>
gefa&#x0364;rbten Stralen von gleicher Art, oder mit Stra-<lb/>
len von anderer Farbe vermenget &#x017F;ind, und ob in der<lb/>
Fla&#x0364;che nicht auch viele &#x017F;chattichte Vertiefungen &#x017F;ind,<lb/>
die unter die hellern Stralen etwas dunkeles und tod-<lb/>
tes mit einmengen. Alle die&#x017F;e Um&#x017F;ta&#x0364;nde &#x017F;ind nur von<lb/>
der Art, daß dabey einzelne Producte vorkommen,<lb/>
welche addirt werden mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en, und daher die Summe<lb/>
auf &#x017F;ehr vielerley Arten a&#x0364;ndern ko&#x0364;nnen. Alle die&#x017F;e<lb/>
Be&#x017F;timmungs&#x017F;tu&#x0364;cke werden hiebey nur in &#x017F;o ferne zu-<lb/>
&#x017F;ammen genommen, als &#x017F;ie zur Berechnung der Hel-<lb/>
ligkeit und Lebhaftigkeit der Farbe des Ko&#x0364;rpers in<lb/>
Betrachtung gezogen werden. Man nimmt auch nur<lb/>
alsdann noch mehrere mit hinzu, wo man die Structur<lb/>
des Ko&#x0364;rpers, theils, &#x017F;o ferne &#x017F;ie in die Helligkeit &#x017F;ei-<lb/>
ner Farbe einen Einfluß hat, theils auch, &#x017F;o ferne<lb/>
man beydes noch mit andern Be&#x017F;timmungen in Ver-<lb/>
gleichung bringen will, um&#x017F;ta&#x0364;ndlicher unter&#x017F;ucht.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 828.</head><lb/>
            <p>Zu &#x017F;olchen Vertheilungen der Be&#x017F;timmungen, die<lb/>
in einer und eben der&#x017F;elben Sache bey&#x017F;ammen &#x017F;ind,<lb/>
i&#x017F;t nun die Sprache &#x017F;chon ziemlich eingerichtet, und<lb/>
&#x017F;ie wird es vollkommen &#x017F;eyn, wenn alles, was &#x017F;ich<lb/>
dabey auf be&#x017F;ondere Einheiten bezieht, in Ab&#x017F;icht auf<lb/>
die&#x017F;elben, be&#x017F;onders benennet wird. So z. E. wenn<lb/>
von der Gro&#x0364;ße eines Ko&#x0364;rpers die Rede i&#x017F;t, &#x017F;o ver-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">&#x017F;tehet</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[454/0462] XXVIII. Hauptſtuͤck. aber Muͤhe, die Beſtimmungsſtuͤcke alle zu finden, die dieſen Unterſchied verurſachen. Die Helligkeit des Lichtes, welches die gefaͤrbte Flaͤche beleuchtet, traͤgt unſtreitig viel dazu bey. Man muß aber den fuͤrnehmſten Grund in der Flaͤche ſelbſt aufſuchen, und da koͤmmt es viel darauf an, ob an dieſer die kleinſten Theilchen glaͤtter ſind, und die gefaͤrbten Stralen mit einigem Glanze zuruͤcke werfen, ob die gefaͤrbten Stralen von gleicher Art, oder mit Stra- len von anderer Farbe vermenget ſind, und ob in der Flaͤche nicht auch viele ſchattichte Vertiefungen ſind, die unter die hellern Stralen etwas dunkeles und tod- tes mit einmengen. Alle dieſe Umſtaͤnde ſind nur von der Art, daß dabey einzelne Producte vorkommen, welche addirt werden muͤſſen, und daher die Summe auf ſehr vielerley Arten aͤndern koͤnnen. Alle dieſe Beſtimmungsſtuͤcke werden hiebey nur in ſo ferne zu- ſammen genommen, als ſie zur Berechnung der Hel- ligkeit und Lebhaftigkeit der Farbe des Koͤrpers in Betrachtung gezogen werden. Man nimmt auch nur alsdann noch mehrere mit hinzu, wo man die Structur des Koͤrpers, theils, ſo ferne ſie in die Helligkeit ſei- ner Farbe einen Einfluß hat, theils auch, ſo ferne man beydes noch mit andern Beſtimmungen in Ver- gleichung bringen will, umſtaͤndlicher unterſucht. §. 828. Zu ſolchen Vertheilungen der Beſtimmungen, die in einer und eben derſelben Sache beyſammen ſind, iſt nun die Sprache ſchon ziemlich eingerichtet, und ſie wird es vollkommen ſeyn, wenn alles, was ſich dabey auf beſondere Einheiten bezieht, in Abſicht auf dieſelben, beſonders benennet wird. So z. E. wenn von der Groͤße eines Koͤrpers die Rede iſt, ſo ver- ſtehet

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/lambert_architectonic02_1771
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/lambert_architectonic02_1771/462
Zitationshilfe: Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 2. Riga, 1771, S. 454. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lambert_architectonic02_1771/462>, abgerufen am 19.10.2019.