Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lambert, Johann Heinrich: Neues Organon. Bd. 1. Leipzig, 1764.

Bild:
<< vorherige Seite
und den nächsten Umwegen im Schließen.

Denn dieser Schluß ist nicht nothwendig zusammen-
gesetzt, weil ein einiges Prädicat schon zureichend ist,
den Schlußsatz zu ziehen.

§. 284.

Diese sieben Schlußarten sind die nächsten Um-
wege,
die man nehmen kann, einen Satz zu beweisen,
wenn derselbe durch ganz einfache Schlußreden nicht
so leicht kann bewiesen oder gefunden werden. Ver-
gleicht man dieselben mit einander, so wird man fin-
den, daß das Mittelglied unter drey Klassen kann
gebracht werden, weil sich aus den fünf Arten (§. 280.)
die drey an sich bejahenden in eine zusammen ziehen
lassen (§. 281.) Wir können diese drey Klassen nach
der Natur der Begriffe die collectiue, disiunctiue
und remotiue nennen. Erstere ist ganz bejahend,
die zweyte unbestimmt bejahend, und die dritte
durchaus verneinend. Nennt man daher die
copulatiue C, und das ganz bejahende a,1 fer-
ner die disiunctiue D, und das unbestimmt beja-
hende i, endlich die remotiue R, und das durchaus ver-
neinende e, überdies noch das Subject S, das Prädi-
cat P, so haben diese sieben Arten Schlüsse die Na-
men Caspida, Serpide, Saccapa, Dispaca, Dipre-
pe, Perdipe, Diprese.
Und in diesen ist nun alles
bedeutend. Nämlich:

1. Jeder hat drey Sylben, und die zwo ersten Syl-
ben drey Buchstaben.
2. Die erste Sylbe stellt den Obersatz, die zweyte
den Untersatz der Schlußrede, der letzte Vo-
cal den Schlußsatz vor.
3. Die Buchstaben C. D, R zeigen in jedem Satz
die Art des Mittelgliedes an, ob es collectiv,
disjunctiv oder remotiv sey?
4. Die Buchstaben S, P geben ihm seine Stelle, ob
es das Subject oder Prädicat des Satzes sey.
5. Die
M 3
und den naͤchſten Umwegen im Schließen.

Denn dieſer Schluß iſt nicht nothwendig zuſammen-
geſetzt, weil ein einiges Praͤdicat ſchon zureichend iſt,
den Schlußſatz zu ziehen.

§. 284.

Dieſe ſieben Schlußarten ſind die naͤchſten Um-
wege,
die man nehmen kann, einen Satz zu beweiſen,
wenn derſelbe durch ganz einfache Schlußreden nicht
ſo leicht kann bewieſen oder gefunden werden. Ver-
gleicht man dieſelben mit einander, ſo wird man fin-
den, daß das Mittelglied unter drey Klaſſen kann
gebracht werden, weil ſich aus den fuͤnf Arten (§. 280.)
die drey an ſich bejahenden in eine zuſammen ziehen
laſſen (§. 281.) Wir koͤnnen dieſe drey Klaſſen nach
der Natur der Begriffe die collectiue, disiunctiue
und remotiue nennen. Erſtere iſt ganz bejahend,
die zweyte unbeſtimmt bejahend, und die dritte
durchaus verneinend. Nennt man daher die
copulatiue C, und das ganz bejahende a,1 fer-
ner die disiunctiue D, und das unbeſtimmt beja-
hende i, endlich die remotiue R, und das durchaus ver-
neinende e, uͤberdies noch das Subject S, das Praͤdi-
cat P, ſo haben dieſe ſieben Arten Schluͤſſe die Na-
men Caſpida, Serpide, Saccapa, Diſpaca, Dipre-
pe, Perdipe, Dipreſe.
Und in dieſen iſt nun alles
bedeutend. Naͤmlich:

1. Jeder hat drey Sylben, und die zwo erſten Syl-
ben drey Buchſtaben.
2. Die erſte Sylbe ſtellt den Oberſatz, die zweyte
den Unterſatz der Schlußrede, der letzte Vo-
cal den Schlußſatz vor.
3. Die Buchſtaben C. D, R zeigen in jedem Satz
die Art des Mittelgliedes an, ob es collectiv,
disjunctiv oder remotiv ſey?
4. Die Buchſtaben S, P geben ihm ſeine Stelle, ob
es das Subject oder Praͤdicat des Satzes ſey.
5. Die
M 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0203" n="181"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">und den na&#x0364;ch&#x017F;ten Umwegen im Schließen.</hi> </fw><lb/>
            <p>Denn die&#x017F;er Schluß i&#x017F;t nicht nothwendig zu&#x017F;ammen-<lb/>
ge&#x017F;etzt, weil ein einiges Pra&#x0364;dicat &#x017F;chon zureichend i&#x017F;t,<lb/>
den Schluß&#x017F;atz zu ziehen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 284.</head><lb/>
            <p>Die&#x017F;e &#x017F;ieben Schlußarten &#x017F;ind die na&#x0364;ch&#x017F;ten <hi rendition="#fr">Um-<lb/>
wege,</hi> die man nehmen kann, einen Satz zu bewei&#x017F;en,<lb/>
wenn der&#x017F;elbe durch ganz einfache Schlußreden nicht<lb/>
&#x017F;o leicht kann bewie&#x017F;en oder gefunden werden. Ver-<lb/>
gleicht man die&#x017F;elben mit einander, &#x017F;o wird man fin-<lb/>
den, daß das Mittelglied unter drey Kla&#x017F;&#x017F;en kann<lb/>
gebracht werden, weil &#x017F;ich aus den fu&#x0364;nf Arten (§. 280.)<lb/>
die drey an &#x017F;ich bejahenden in eine zu&#x017F;ammen ziehen<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en (§. 281.) Wir ko&#x0364;nnen die&#x017F;e drey Kla&#x017F;&#x017F;en nach<lb/>
der Natur der Begriffe die <hi rendition="#aq">collectiue, disiunctiue</hi><lb/>
und <hi rendition="#aq">remotiue</hi> nennen. Er&#x017F;tere i&#x017F;t ganz bejahend,<lb/>
die zweyte unbe&#x017F;timmt bejahend, und die dritte<lb/>
durchaus verneinend. Nennt man daher die<lb/><hi rendition="#aq">copulatiue C,</hi> und das ganz bejahende <hi rendition="#aq">a,</hi><hi rendition="#sup">1</hi> fer-<lb/>
ner die <hi rendition="#aq">disiunctiue D,</hi> und das unbe&#x017F;timmt beja-<lb/>
hende <hi rendition="#aq">i,</hi> endlich die <hi rendition="#aq">remotiue R,</hi> und das durchaus ver-<lb/>
neinende <hi rendition="#aq">e,</hi> u&#x0364;berdies noch das Subject <hi rendition="#aq">S,</hi> das Pra&#x0364;di-<lb/>
cat <hi rendition="#aq">P,</hi> &#x017F;o haben die&#x017F;e &#x017F;ieben Arten Schlu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e die Na-<lb/>
men <hi rendition="#aq">Ca&#x017F;pida, Serpide, Saccapa, Di&#x017F;paca, Dipre-<lb/>
pe, Perdipe, Dipre&#x017F;e.</hi> Und in die&#x017F;en i&#x017F;t nun alles<lb/>
bedeutend. Na&#x0364;mlich:</p><lb/>
            <list>
              <item>1. Jeder hat drey Sylben, und die zwo er&#x017F;ten Syl-<lb/>
ben drey Buch&#x017F;taben.</item><lb/>
              <item>2. Die er&#x017F;te Sylbe &#x017F;tellt den Ober&#x017F;atz, die zweyte<lb/>
den Unter&#x017F;atz der Schlußrede, der letzte Vo-<lb/>
cal den Schluß&#x017F;atz vor.</item><lb/>
              <item>3. Die Buch&#x017F;taben <hi rendition="#aq">C. D, R</hi> zeigen in jedem Satz<lb/>
die Art des Mittelgliedes an, ob es collectiv,<lb/>
disjunctiv oder remotiv &#x017F;ey?</item><lb/>
              <item>4. Die Buch&#x017F;taben <hi rendition="#aq">S, P</hi> geben ihm &#x017F;eine Stelle, ob<lb/>
es das Subject oder Pra&#x0364;dicat des Satzes &#x017F;ey.</item>
            </list><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig">M 3</fw>
            <fw place="bottom" type="catch">5. Die</fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[181/0203] und den naͤchſten Umwegen im Schließen. Denn dieſer Schluß iſt nicht nothwendig zuſammen- geſetzt, weil ein einiges Praͤdicat ſchon zureichend iſt, den Schlußſatz zu ziehen. §. 284. Dieſe ſieben Schlußarten ſind die naͤchſten Um- wege, die man nehmen kann, einen Satz zu beweiſen, wenn derſelbe durch ganz einfache Schlußreden nicht ſo leicht kann bewieſen oder gefunden werden. Ver- gleicht man dieſelben mit einander, ſo wird man fin- den, daß das Mittelglied unter drey Klaſſen kann gebracht werden, weil ſich aus den fuͤnf Arten (§. 280.) die drey an ſich bejahenden in eine zuſammen ziehen laſſen (§. 281.) Wir koͤnnen dieſe drey Klaſſen nach der Natur der Begriffe die collectiue, disiunctiue und remotiue nennen. Erſtere iſt ganz bejahend, die zweyte unbeſtimmt bejahend, und die dritte durchaus verneinend. Nennt man daher die copulatiue C, und das ganz bejahende a,1 fer- ner die disiunctiue D, und das unbeſtimmt beja- hende i, endlich die remotiue R, und das durchaus ver- neinende e, uͤberdies noch das Subject S, das Praͤdi- cat P, ſo haben dieſe ſieben Arten Schluͤſſe die Na- men Caſpida, Serpide, Saccapa, Diſpaca, Dipre- pe, Perdipe, Dipreſe. Und in dieſen iſt nun alles bedeutend. Naͤmlich: 1. Jeder hat drey Sylben, und die zwo erſten Syl- ben drey Buchſtaben. 2. Die erſte Sylbe ſtellt den Oberſatz, die zweyte den Unterſatz der Schlußrede, der letzte Vo- cal den Schlußſatz vor. 3. Die Buchſtaben C. D, R zeigen in jedem Satz die Art des Mittelgliedes an, ob es collectiv, disjunctiv oder remotiv ſey? 4. Die Buchſtaben S, P geben ihm ſeine Stelle, ob es das Subject oder Praͤdicat des Satzes ſey. 5. Die M 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/lambert_organon01_1764
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/lambert_organon01_1764/203
Zitationshilfe: Lambert, Johann Heinrich: Neues Organon. Bd. 1. Leipzig, 1764, S. 181. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lambert_organon01_1764/203>, abgerufen am 14.10.2019.