Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lehmann, Johann Gottlob: Versuch einer Geschichte von Flötz-Gebürgen. Berlin, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite
Dritter Abschnitt.
Von denen Bergen.

Berge sind Erhöhungen des Erdbo-
dens, von verschiedener Grösse, wel-
che theils aus harten, festen, steinigten,
theils aus blos erdigen Theilen bestehen,
und ihre Entstehung, theils der Entste-
hung des Erdbodens selbst, theils gewis-
sen Zufällen und Begebenheiten von Zeit
zu Zeit zu dancken haben.
Jch habe in
dem ersten Abschnitte dieser Schrifft bereits
gezeiget, daß schon bey Entstehung des Erd-
bodens, verschiedene Berge, zu gleicher Zeit mit
entstanden sind: ich habe daselbst gantz kürtz-
lich angeführet, daß solche der Welt, gleich
nach ihrer Entstehung, bereits eben so nöthig
und unentbehrlich gewesen, als sie es jetzo
sind. Jch habe aber eben daselbst auch be-
hauptet, daß diese Berge anders beschaffen
gewesen, als wir sie jetzo sehen. Sie waren,
wie schon daselbst erwehnet, mit der frucht-
barsten Erde, so wohl als die Ebenen, be-
decket. Sie waren bereits mit Metallen
und Mineralien erfüllet, kurtz, ihr inner-
stes sahe schon so aus, wie wir es jetzo
sehen, nehmlich in denen Hauptstücken, denn
einzele Veränderungen, die sich nach der Zeit
begeben haben, und noch täglich darinne
vorgehen, gehören nicht eigentlich hierher,

son-
Dritter Abſchnitt.
Von denen Bergen.

Berge ſind Erhoͤhungen des Erdbo-
dens, von verſchiedener Groͤſſe, wel-
che theils aus harten, feſten, ſteinigten,
theils aus blos erdigen Theilen beſtehen,
und ihre Entſtehung, theils der Entſte-
hung des Erdbodens ſelbſt, theils gewiſ-
ſen Zufaͤllen und Begebenheiten von Zeit
zu Zeit zu dancken haben.
Jch habe in
dem erſten Abſchnitte dieſer Schrifft bereits
gezeiget, daß ſchon bey Entſtehung des Erd-
bodens, verſchiedene Berge, zu gleicher Zeit mit
entſtanden ſind: ich habe daſelbſt gantz kuͤrtz-
lich angefuͤhret, daß ſolche der Welt, gleich
nach ihrer Entſtehung, bereits eben ſo noͤthig
und unentbehrlich geweſen, als ſie es jetzo
ſind. Jch habe aber eben daſelbſt auch be-
hauptet, daß dieſe Berge anders beſchaffen
geweſen, als wir ſie jetzo ſehen. Sie waren,
wie ſchon daſelbſt erwehnet, mit der frucht-
barſten Erde, ſo wohl als die Ebenen, be-
decket. Sie waren bereits mit Metallen
und Mineralien erfuͤllet, kurtz, ihr inner-
ſtes ſahe ſchon ſo aus, wie wir es jetzo
ſehen, nehmlich in denen Hauptſtuͤcken, denn
einzele Veraͤnderungen, die ſich nach der Zeit
begeben haben, und noch taͤglich darinne
vorgehen, gehoͤren nicht eigentlich hierher,

ſon-
<TEI xml:id="dtabf">
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0175" n="95"/>
      <div n="1">
        <head>Dritter Ab&#x017F;chnitt.<lb/>
Von denen Bergen.</head><lb/>
        <p><hi rendition="#in">B</hi><hi rendition="#fr">erge &#x017F;ind Erho&#x0364;hungen des Erdbo-<lb/>
dens, von ver&#x017F;chiedener Gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;e, wel-<lb/>
che theils aus harten, fe&#x017F;ten, &#x017F;teinigten,<lb/>
theils aus blos erdigen Theilen be&#x017F;tehen,<lb/>
und ihre Ent&#x017F;tehung, theils der Ent&#x017F;te-<lb/>
hung des Erdbodens &#x017F;elb&#x017F;t, theils gewi&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en Zufa&#x0364;llen und Begebenheiten von Zeit<lb/>
zu Zeit zu dancken haben.</hi> Jch habe in<lb/>
dem er&#x017F;ten Ab&#x017F;chnitte die&#x017F;er Schrifft bereits<lb/>
gezeiget, daß &#x017F;chon bey Ent&#x017F;tehung des Erd-<lb/>
bodens, ver&#x017F;chiedene Berge, zu gleicher Zeit mit<lb/>
ent&#x017F;tanden &#x017F;ind: ich habe da&#x017F;elb&#x017F;t gantz ku&#x0364;rtz-<lb/>
lich angefu&#x0364;hret, daß &#x017F;olche der Welt, gleich<lb/>
nach ihrer Ent&#x017F;tehung, bereits eben &#x017F;o no&#x0364;thig<lb/>
und unentbehrlich gewe&#x017F;en, als &#x017F;ie es jetzo<lb/>
&#x017F;ind. Jch habe aber eben da&#x017F;elb&#x017F;t auch be-<lb/>
hauptet, daß die&#x017F;e Berge anders be&#x017F;chaffen<lb/>
gewe&#x017F;en, als wir &#x017F;ie jetzo &#x017F;ehen. Sie waren,<lb/>
wie &#x017F;chon da&#x017F;elb&#x017F;t erwehnet, mit der frucht-<lb/>
bar&#x017F;ten Erde, &#x017F;o wohl als die Ebenen, be-<lb/>
decket. Sie waren bereits mit Metallen<lb/>
und Mineralien erfu&#x0364;llet, kurtz, ihr inner-<lb/>
&#x017F;tes &#x017F;ahe &#x017F;chon &#x017F;o aus, wie wir es jetzo<lb/>
&#x017F;ehen, nehmlich in denen Haupt&#x017F;tu&#x0364;cken, denn<lb/>
einzele Vera&#x0364;nderungen, die &#x017F;ich nach der Zeit<lb/>
begeben haben, und noch ta&#x0364;glich darinne<lb/>
vorgehen, geho&#x0364;ren nicht eigentlich hierher,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">&#x017F;on-</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[95/0175] Dritter Abſchnitt. Von denen Bergen. Berge ſind Erhoͤhungen des Erdbo- dens, von verſchiedener Groͤſſe, wel- che theils aus harten, feſten, ſteinigten, theils aus blos erdigen Theilen beſtehen, und ihre Entſtehung, theils der Entſte- hung des Erdbodens ſelbſt, theils gewiſ- ſen Zufaͤllen und Begebenheiten von Zeit zu Zeit zu dancken haben. Jch habe in dem erſten Abſchnitte dieſer Schrifft bereits gezeiget, daß ſchon bey Entſtehung des Erd- bodens, verſchiedene Berge, zu gleicher Zeit mit entſtanden ſind: ich habe daſelbſt gantz kuͤrtz- lich angefuͤhret, daß ſolche der Welt, gleich nach ihrer Entſtehung, bereits eben ſo noͤthig und unentbehrlich geweſen, als ſie es jetzo ſind. Jch habe aber eben daſelbſt auch be- hauptet, daß dieſe Berge anders beſchaffen geweſen, als wir ſie jetzo ſehen. Sie waren, wie ſchon daſelbſt erwehnet, mit der frucht- barſten Erde, ſo wohl als die Ebenen, be- decket. Sie waren bereits mit Metallen und Mineralien erfuͤllet, kurtz, ihr inner- ſtes ſahe ſchon ſo aus, wie wir es jetzo ſehen, nehmlich in denen Hauptſtuͤcken, denn einzele Veraͤnderungen, die ſich nach der Zeit begeben haben, und noch taͤglich darinne vorgehen, gehoͤren nicht eigentlich hierher, ſon-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/lehmann_versuch_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/lehmann_versuch_1756/175
Zitationshilfe: Lehmann, Johann Gottlob: Versuch einer Geschichte von Flötz-Gebürgen. Berlin, 1756, S. 95. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lehmann_versuch_1756/175>, abgerufen am 23.05.2019.