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Lenau, Nikolaus: Gedichte. Stuttgart, 1832.

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Der Schifferknecht.

Am Boden auf dem Rohrgeflecht,
Vom harten Glück verstossen,
Da ruht der arme Schifferknecht
Mit seinen müden Rossen.
Er haust bei Tag und Nacht am Strand,
Der Herd- und Hüttenlose,
Und ihm gedeiht im Ufersand
Wohl keine Freudenrose.
Die Nacht ist kühl, es braust der Wind,
Still blickt der Mond hernieder;
Die Donau murmelt ihrem Kind
Gewohnte Schlummerlieder.
Sein Schlaf ist süß, er schlürft ihn ein
In starken, tiefen Zügen,
Berauschet ihn, ihr Fantasei'n,
Aus euren Zauberkrügen.
Der Schifferknecht.

Am Boden auf dem Rohrgeflecht,
Vom harten Gluͤck verſtoſſen,
Da ruht der arme Schifferknecht
Mit ſeinen muͤden Roſſen.
Er haust bei Tag und Nacht am Strand,
Der Herd- und Huͤttenloſe,
Und ihm gedeiht im Uferſand
Wohl keine Freudenroſe.
Die Nacht iſt kuͤhl, es braust der Wind,
Still blickt der Mond hernieder;
Die Donau murmelt ihrem Kind
Gewohnte Schlummerlieder.
Sein Schlaf iſt ſuͤß, er ſchluͤrft ihn ein
In ſtarken, tiefen Zuͤgen,
Berauſchet ihn, ihr Fantaſei'n,
Aus euren Zauberkruͤgen.
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[27/0041] Der Schifferknecht. Am Boden auf dem Rohrgeflecht, Vom harten Gluͤck verſtoſſen, Da ruht der arme Schifferknecht Mit ſeinen muͤden Roſſen. Er haust bei Tag und Nacht am Strand, Der Herd- und Huͤttenloſe, Und ihm gedeiht im Uferſand Wohl keine Freudenroſe. Die Nacht iſt kuͤhl, es braust der Wind, Still blickt der Mond hernieder; Die Donau murmelt ihrem Kind Gewohnte Schlummerlieder. Sein Schlaf iſt ſuͤß, er ſchluͤrft ihn ein In ſtarken, tiefen Zuͤgen, Berauſchet ihn, ihr Fantaſei'n, Aus euren Zauberkruͤgen.

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Zitationshilfe: Lenau, Nikolaus: Gedichte. Stuttgart, 1832. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lenau_gedichte_1832/41>, S. 27, abgerufen am 17.08.2017.