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Lessing, Gotthold Ephraim: Fabeln. Berlin, 1759.

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XX.
Der Mann und der Hund.

Ein Mann ward von einem Hunde gebissen, ge-
rieth darüber in Zorn, und erschlug den Hund.
Die Wunde schien gefährlich, und der Arzt mußte
zu Rathe gezogen werden.

Hier weis ich kein besseres Mittel, sagte der
Empiricus, als daß man ein Stücke Brodt in die
Wunde tauche, und es dem Hunde zu fressen gebe.
Hilft diese sympathetische Cur nicht, so -- Hier
zuckte der Arzt die Achsel.

Unglücklicher Jachzorn! rief der Mann; sie
kann nicht helfen, denn ich habe den Hund er-
schlagen.



XXI. Die
XX.
Der Mann und der Hund.

Ein Mann ward von einem Hunde gebiſſen, ge-
rieth darüber in Zorn, und erſchlug den Hund.
Die Wunde ſchien gefährlich, und der Arzt mußte
zu Rathe gezogen werden.

Hier weis ich kein beſſeres Mittel, ſagte der
Empiricus, als daß man ein Stücke Brodt in die
Wunde tauche, und es dem Hunde zu freſſen gebe.
Hilft dieſe ſympathetiſche Cur nicht, ſo — Hier
zuckte der Arzt die Achſel.

Unglücklicher Jachzorn! rief der Mann; ſie
kann nicht helfen, denn ich habe den Hund er-
ſchlagen.



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[60/0080] XX. Der Mann und der Hund. Ein Mann ward von einem Hunde gebiſſen, ge- rieth darüber in Zorn, und erſchlug den Hund. Die Wunde ſchien gefährlich, und der Arzt mußte zu Rathe gezogen werden. Hier weis ich kein beſſeres Mittel, ſagte der Empiricus, als daß man ein Stücke Brodt in die Wunde tauche, und es dem Hunde zu freſſen gebe. Hilft dieſe ſympathetiſche Cur nicht, ſo — Hier zuckte der Arzt die Achſel. Unglücklicher Jachzorn! rief der Mann; ſie kann nicht helfen, denn ich habe den Hund er- ſchlagen. XXI. Die

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Zitationshilfe: Lessing, Gotthold Ephraim: Fabeln. Berlin, 1759, S. 60. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lessing_fabeln_1759/80>, abgerufen am 23.07.2019.