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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Erster Theil. Halle, 1747.

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von 1213 bis 1214.
Das Fleisch deiner Heiligen gaben sie den Thieren im Lande zu fres-1213
sen: Sie haben Blut vergossen um Jerusalem her, wie Wasser;
Ps. 79,
v. 2. 3.

und war niemand, der begrub. Die Oeseler führten auch einige Li-
ven
mit sich nach Oesel, die nach ihrer Zurückkunft uns alles vorerwehnte berich-
tet haben.

c) Laula! Laula! Pappi! Das sind Esthnische Worte, als wenn man Spottweise
sagte: Singe! singe! Pfaffe! Laulma bedeutet, singen. Ma laulan, ich singe.
Laula: Singe du.
§. 9.

Meinhard aber von Kukenois mit seinen Kameraden brachte wieder eine
starke Armee auf wider den König Wissewald von Gercike. Wissewald
hörte dis, und schickte Boten an die Litthauer, die auch kamen, und jenseit der
Düne auf sie warteten. Die, welche bey Meinharden waren, wusten nichts von
ihnen, sondern kamen und eroberten Gercike, machten viel Beute, und raubten
eine grosse Menge Vieh und Pferde. Die Litthauer liessen sich auch auf dem
andern Ufer der Düne sehen, und baten, man möchte ihnen Schiffe zuführen
und sie herüber holen, den Frieden zu erneuern. Diese Einfältigen glaubten ihren
betrieglichen Worten alzu geschwind, und schickten ihnen Schiffe hinüber. Sogleich
stiegen die Litthauer hinein, eine Partey setzte die andere über, und es kamen
immer mehrere und mehrere herzu. Zuletzt warf sich der ganze Schwarm in die
Düne, und fing an zu ihnen hinüber zu schwimmen. Die Ritter wurden ihre
Menge ansichtig und waren bange, das Gefechte mit ihnen abzuwarten, daher fuh-
ren einige von ihnen die Düne herunter, und kamen wohl behalten in Kukenois
an; andere zogen mit den Letten die Heerstrasse, und wurden von den Lit-
thauern
im Rücken angefallen. Die Letten, welche die wenige Anzahl ihrer
Leute in Betrachtung zogen, gaben auch Reißaus und sahen sich nach der Flucht
um. Es fochten zwar die Ritter Meinhard, Johannes und Jordan, sie
konten aber einer so zahlreichen Armee nicht widerstehen, und wurden daher von ih-
nen umgebracht. Der Bischof und die Rigischen, so dis hörten, bedauerten sie1 Sam.
1. p. 25.

und sagten: Wie sind die Helden gefallen im Streit, und die Streitba-
ren umkommen?

Not. Aus den Briefsamlungen des Pabsts Jnnocentius des III gehöret in dieses Jahr
desselben Bulle libr. 16. ep. 120. p. 807. an den Erzbischof Andreas von Lunden,
darinne er ihm Volmacht ertheilet, einen Bischof über Saccala und Hugenhus
(Ungannien)
zu setzen. Aus libr. 16. ep. 119. p. 806. ein Befehl an den Abt, Priorund Cu-
stos zu St. Nicolai in Riga, den Bischof zur Haltung des Vergleichs mit den Brüdern
der Ritterschaft zu nöthigen, weil er und der Probst dem Volke der Ritter nicht verstat-
ten wollen auf Holme eine Kirche zu bauen, noch einen Pfarrer dazu vorzuschlagen, auch
besagter Bischof ihnen die Kirchen in der Stadt, den Zehnden, die Advocatur, die
Münze, die Fischerey, und den dritten Theil der Stadt nicht wolte nutzen lassen, wel-
ches doch dem Vertrag entgegen lief. Aus libr. 16. ep. 121. p. 807 ein Warnungs-
schreiben, daß der hochwürdige Bruder Bischof von Riga einige noch rohe Neube-
kehrte in Riga nicht ferner enterben, und sie ungebührender Weise mishandeln solte,
welches den Brüdern der Ritterschaft Christi nachtheilig fiele. Aus libr. 16. ep. 123.
p.
808 eine Bestätigung für die Brüder der Ritterschaft wegen ihrer Güter in Esthland.
Aus libr. 16. ep. 122. p. 807 einen Befehl an den Abt von Gothland, von North-
land
und Sutherland unter dem Erzbischof von Lunden gehörig, daß sie auf An-
suchen der Brüder die Verbrecher aus dem Bremischen in Bann thun und den Ri-
gischen
Bischof selbst, wenn er den Brüdern aus Bosheit Verdruß mache, zu den
Unkosten verdammen können. Aus libr. 16. ep. 182. p. 834 ein Privilegium, daß die
Rigische Kirche unter keinem Erzbischof stehen solle. Dieses ist von Rom bey dem
heiligen Peter den 20 Febr. dahingegen die andern von Segny datirt seyn. Noch
ein anderer Befehl, davon das Jahr ungewiß ist, der auch entweder unter die ver-
lornen oder noch nicht herausgekommenen Breve des Pabsts zu rechnen; den aber

Herr
E e 2

von 1213 bis 1214.
Das Fleiſch deiner Heiligen gaben ſie den Thieren im Lande zu freſ-1213
ſen: Sie haben Blut vergoſſen um Jeruſalem her, wie Waſſer;
Pſ. 79,
v. 2. 3.

und war niemand, der begrub. Die Oeſeler fuͤhrten auch einige Li-
ven
mit ſich nach Oeſel, die nach ihrer Zuruͤckkunft uns alles vorerwehnte berich-
tet haben.

c) Laula! Laula! Pappi! Das ſind Eſthniſche Worte, als wenn man Spottweiſe
ſagte: Singe! ſinge! Pfaffe! Laulma bedeutet, ſingen. Ma laulan, ich ſinge.
Laula: Singe du.
§. 9.

Meinhard aber von Kukenois mit ſeinen Kameraden brachte wieder eine
ſtarke Armee auf wider den Koͤnig Wiſſewald von Gercike. Wiſſewald
hoͤrte dis, und ſchickte Boten an die Litthauer, die auch kamen, und jenſeit der
Duͤne auf ſie warteten. Die, welche bey Meinharden waren, wuſten nichts von
ihnen, ſondern kamen und eroberten Gercike, machten viel Beute, und raubten
eine groſſe Menge Vieh und Pferde. Die Litthauer lieſſen ſich auch auf dem
andern Ufer der Duͤne ſehen, und baten, man moͤchte ihnen Schiffe zufuͤhren
und ſie heruͤber holen, den Frieden zu erneuern. Dieſe Einfaͤltigen glaubten ihren
betrieglichen Worten alzu geſchwind, und ſchickten ihnen Schiffe hinuͤber. Sogleich
ſtiegen die Litthauer hinein, eine Partey ſetzte die andere uͤber, und es kamen
immer mehrere und mehrere herzu. Zuletzt warf ſich der ganze Schwarm in die
Duͤne, und fing an zu ihnen hinuͤber zu ſchwimmen. Die Ritter wurden ihre
Menge anſichtig und waren bange, das Gefechte mit ihnen abzuwarten, daher fuh-
ren einige von ihnen die Duͤne herunter, und kamen wohl behalten in Kukenois
an; andere zogen mit den Letten die Heerſtraſſe, und wurden von den Lit-
thauern
im Ruͤcken angefallen. Die Letten, welche die wenige Anzahl ihrer
Leute in Betrachtung zogen, gaben auch Reißaus und ſahen ſich nach der Flucht
um. Es fochten zwar die Ritter Meinhard, Johannes und Jordan, ſie
konten aber einer ſo zahlreichen Armee nicht widerſtehen, und wurden daher von ih-
nen umgebracht. Der Biſchof und die Rigiſchen, ſo dis hoͤrten, bedauerten ſie1 Sam.
1. p. 25.

und ſagten: Wie ſind die Helden gefallen im Streit, und die Streitba-
ren umkommen?

Not. Aus den Briefſamlungen des Pabſts Jnnocentius des III gehoͤret in dieſes Jahr
deſſelben Bulle libr. 16. ep. 120. p. 807. an den Erzbiſchof Andreas von Lunden,
darinne er ihm Volmacht ertheilet, einen Biſchof uͤber Saccala und Hugenhus
(Ungannien)
zu ſetzen. Aus libr. 16. ep. 119. p. 806. ein Befehl an den Abt, Priorund Cu-
ſtos zu St. Nicolai in Riga, den Biſchof zur Haltung des Vergleichs mit den Bruͤdern
der Ritterſchaft zu noͤthigen, weil er und der Probſt dem Volke der Ritter nicht verſtat-
ten wollen auf Holme eine Kirche zu bauen, noch einen Pfarrer dazu vorzuſchlagen, auch
beſagter Biſchof ihnen die Kirchen in der Stadt, den Zehnden, die Advocatur, die
Muͤnze, die Fiſcherey, und den dritten Theil der Stadt nicht wolte nutzen laſſen, wel-
ches doch dem Vertrag entgegen lief. Aus libr. 16. ep. 121. p. 807 ein Warnungs-
ſchreiben, daß der hochwuͤrdige Bruder Biſchof von Riga einige noch rohe Neube-
kehrte in Riga nicht ferner enterben, und ſie ungebuͤhrender Weiſe mishandeln ſolte,
welches den Bruͤdern der Ritterſchaft Chriſti nachtheilig fiele. Aus libr. 16. ep. 123.
p.
808 eine Beſtaͤtigung fuͤr die Bruͤder der Ritterſchaft wegen ihrer Guͤter in Eſthland.
Aus libr. 16. ep. 122. p. 807 einen Befehl an den Abt von Gothland, von North-
land
und Sutherland unter dem Erzbiſchof von Lunden gehoͤrig, daß ſie auf An-
ſuchen der Bruͤder die Verbrecher aus dem Bremiſchen in Bann thun und den Ri-
giſchen
Biſchof ſelbſt, wenn er den Bruͤdern aus Bosheit Verdruß mache, zu den
Unkoſten verdammen koͤnnen. Aus libr. 16. ep. 182. p. 834 ein Privilegium, daß die
Rigiſche Kirche unter keinem Erzbiſchof ſtehen ſolle. Dieſes iſt von Rom bey dem
heiligen Peter den 20 Febr. dahingegen die andern von Segny datirt ſeyn. Noch
ein anderer Befehl, davon das Jahr ungewiß iſt, der auch entweder unter die ver-
lornen oder noch nicht herausgekommenen Breve des Pabſts zu rechnen; den aber

Herr
E e 2
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[111/0143] von 1213 bis 1214. Das Fleiſch deiner Heiligen gaben ſie den Thieren im Lande zu freſ- ſen: Sie haben Blut vergoſſen um Jeruſalem her, wie Waſſer; und war niemand, der begrub. Die Oeſeler fuͤhrten auch einige Li- ven mit ſich nach Oeſel, die nach ihrer Zuruͤckkunft uns alles vorerwehnte berich- tet haben. Pſ. 79, v. 2. 3. c⁾ Laula! Laula! Pappi! Das ſind Eſthniſche Worte, als wenn man Spottweiſe ſagte: Singe! ſinge! Pfaffe! Laulma bedeutet, ſingen. Ma laulan, ich ſinge. Laula: Singe du. §. 9. Meinhard aber von Kukenois mit ſeinen Kameraden brachte wieder eine ſtarke Armee auf wider den Koͤnig Wiſſewald von Gercike. Wiſſewald hoͤrte dis, und ſchickte Boten an die Litthauer, die auch kamen, und jenſeit der Duͤne auf ſie warteten. Die, welche bey Meinharden waren, wuſten nichts von ihnen, ſondern kamen und eroberten Gercike, machten viel Beute, und raubten eine groſſe Menge Vieh und Pferde. Die Litthauer lieſſen ſich auch auf dem andern Ufer der Duͤne ſehen, und baten, man moͤchte ihnen Schiffe zufuͤhren und ſie heruͤber holen, den Frieden zu erneuern. Dieſe Einfaͤltigen glaubten ihren betrieglichen Worten alzu geſchwind, und ſchickten ihnen Schiffe hinuͤber. Sogleich ſtiegen die Litthauer hinein, eine Partey ſetzte die andere uͤber, und es kamen immer mehrere und mehrere herzu. Zuletzt warf ſich der ganze Schwarm in die Duͤne, und fing an zu ihnen hinuͤber zu ſchwimmen. Die Ritter wurden ihre Menge anſichtig und waren bange, das Gefechte mit ihnen abzuwarten, daher fuh- ren einige von ihnen die Duͤne herunter, und kamen wohl behalten in Kukenois an; andere zogen mit den Letten die Heerſtraſſe, und wurden von den Lit- thauern im Ruͤcken angefallen. Die Letten, welche die wenige Anzahl ihrer Leute in Betrachtung zogen, gaben auch Reißaus und ſahen ſich nach der Flucht um. Es fochten zwar die Ritter Meinhard, Johannes und Jordan, ſie konten aber einer ſo zahlreichen Armee nicht widerſtehen, und wurden daher von ih- nen umgebracht. Der Biſchof und die Rigiſchen, ſo dis hoͤrten, bedauerten ſie und ſagten: Wie ſind die Helden gefallen im Streit, und die Streitba- ren umkommen? 1 Sam. 1. p. 25. Not. Aus den Briefſamlungen des Pabſts Jnnocentius des III gehoͤret in dieſes Jahr deſſelben Bulle libr. 16. ep. 120. p. 807. an den Erzbiſchof Andreas von Lunden, darinne er ihm Volmacht ertheilet, einen Biſchof uͤber Saccala und Hugenhus (Ungannien) zu ſetzen. Aus libr. 16. ep. 119. p. 806. ein Befehl an den Abt, Priorund Cu- ſtos zu St. Nicolai in Riga, den Biſchof zur Haltung des Vergleichs mit den Bruͤdern der Ritterſchaft zu noͤthigen, weil er und der Probſt dem Volke der Ritter nicht verſtat- ten wollen auf Holme eine Kirche zu bauen, noch einen Pfarrer dazu vorzuſchlagen, auch beſagter Biſchof ihnen die Kirchen in der Stadt, den Zehnden, die Advocatur, die Muͤnze, die Fiſcherey, und den dritten Theil der Stadt nicht wolte nutzen laſſen, wel- ches doch dem Vertrag entgegen lief. Aus libr. 16. ep. 121. p. 807 ein Warnungs- ſchreiben, daß der hochwuͤrdige Bruder Biſchof von Riga einige noch rohe Neube- kehrte in Riga nicht ferner enterben, und ſie ungebuͤhrender Weiſe mishandeln ſolte, welches den Bruͤdern der Ritterſchaft Chriſti nachtheilig fiele. Aus libr. 16. ep. 123. p. 808 eine Beſtaͤtigung fuͤr die Bruͤder der Ritterſchaft wegen ihrer Guͤter in Eſthland. Aus libr. 16. ep. 122. p. 807 einen Befehl an den Abt von Gothland, von North- land und Sutherland unter dem Erzbiſchof von Lunden gehoͤrig, daß ſie auf An- ſuchen der Bruͤder die Verbrecher aus dem Bremiſchen in Bann thun und den Ri- giſchen Biſchof ſelbſt, wenn er den Bruͤdern aus Bosheit Verdruß mache, zu den Unkoſten verdammen koͤnnen. Aus libr. 16. ep. 182. p. 834 ein Privilegium, daß die Rigiſche Kirche unter keinem Erzbiſchof ſtehen ſolle. Dieſes iſt von Rom bey dem heiligen Peter den 20 Febr. dahingegen die andern von Segny datirt ſeyn. Noch ein anderer Befehl, davon das Jahr ungewiß iſt, der auch entweder unter die ver- lornen oder noch nicht herausgekommenen Breve des Pabſts zu rechnen; den aber Herr E e 2

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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Erster Theil. Halle, 1747, S. 111. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik01_1747/143>, abgerufen am 13.08.2020.