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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Erster Theil. Halle, 1747.

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Geschichte des dritten Bischof Alberts, drey und zwanzigstes Jahr,
[Spaltenumbruch]

1220hatten, deren Sohn die Rache vergolt,
dem sey Lob in Ewigkeit.

§. 5.
Nogardien wird von den Rigi-
schen gezüchtiget.

Die Bürger von Riga zogen hierauf
mit ihren Kaufleuten nach Kötel, und
da kamen die Dänen, und nahmen sie
in Verhaft, mit dem Vorgeben, das Land
gehöre dem Könige von Dännemark,
bunden sie auch, und führten sie mit sich
nach Revel. Der Bischof von Riga
aber und der Ordensmeister fertigten ei-
nige ab, zu bitten und zu begehren, daß
man sie zurück schickte; jene hingegen wol-
ten nicht. Nachher erhielten die Dänen
Nachricht, die Rigischen kämen mit ei-
ner Armee, und da gaben sie sie gleich
los. Die Rigischen aber rückten nicht
in Esthland ein, sondern marschirten
mit den Liven und Letten nach Un-
gannien.
Sie boten auch die von Sac-
cala
und Ungannien auf und zogen
mit ihnen in Rußland, zu ihren Fein-
den, die Liefland geplündert hatten,
liessen Plescekowe im Rücken, und drun-
gen in das Reich Nogardien, verheer-
ten das Land rund umher, steckten Häu-
ser und Dörfer in Brand, nahmen viel
Leute gefangen und erschlugen die andern.
Die Letten kamen auch an eine Kirche,
die nicht weit in der Stadt Nogardien
war, nahmen die Bilder, Glocken, Räu-
chergefässe und dergleichen weg, und kehr-
ten mit fetter Beute wieder zu ihrer Ar-
mee. Nach genommener Rache an ihren
Feinden begab sich die ganze Macht mit
Freuden ohne eines Menschen Beschädi-
gung jeder nach seinem Hause, und die
Drangsal der Russen gegen die Kirche
von Liefland hatte ein Ende. Auch die
Letten, und die von Saccala und Un-
gannien
brachen hintereinander in
Rußland ein, machten da viele nieder,
nahmen viele beyderley Geschlechts ge-
fangen mit weg, und erbeuteten ein An-
sehnliches. Ebenfals fielen auch die Let-
ten
von Kukenois und die Deutschen
in das Land der Russen und machten
allezeit brave Beute, und viele Gefan-
gene. Damals versahen die Brüder der
Ritterschaft aus Wenden mit ihren

[Spaltenumbruch]

vindictam retribuit, cui sit laus
per secula.

§. 5.
Nogardia a Rigensibus vexata.

Mercatores quoque Rigenses ibant
cum mercatoribus. suis
*) in Rotaliam,
et venerunt Dani et ceperunt eos, di-
centes, terram Regis esse Danorum,
et ligauerunt eos, et deduxerunt eos
secum in Reuelis. Et misit Episcopus
Rigensis et Magister Militiae rogantes
et postulantes, ut remitterent eos;
et noluerunt. Post hoc nunciatum
est Danis, quod Rigenses venirent
cum exercitu, et statim remiserunt
eos, et non iuerunt Rigenses in Esto-
niam,
sed cum Liuonibus et Letthis
iuerunt in Unganniam, et conuocan-
tes ad se Saccalanenses et Ungannenses
abierunt in Russiam ad inimicos suos,
qui Liuoniam spoliauerant, et relin-
quentes post tergum Plescekowe, re-
gnum Nogardensium intrauerunt, et
totam terram in circuitu despoliaue-
runt, incendentes domos et villas et
populum multum captiuum duxerunt,
et alios interfecerunt. Et peruene-
runt Letthi ad Ecclesiam, quae fuerat
non longe in ciuitate Nogardia, tollen-
tes iconias, campanas, thuribula et
similia, et cum spoliis multis redie-
runt ad exercitum. Et facta vindicta
de inimicis, reuersus est uniuersus exer-
citus gaudens sine laesione alicujus
unusquisque in domum suam, et ces-
sauit opprobrium Ruthenorum aduer-
sus Liuoniensem Ecclesiam. Letthi
quoque et Saccalanenses et Ungannen-
ses
continuo Russiam intrantes, mul-
tos ibidem interfecerunt, et multos
promiscui sexus captiuos duxerunt et
spolia multa tulerunt. Similiter et
Letthi de Kukenois ac Teutonici Rus-
siam
intrantes omni tempore praedam
multam et captiuos multos deduxe-
runt. Erant eodem tempere Fratres
Militiae de Wenden cum seruis suis in

Knech-
*) [Das Latein ist hier sehr unverständlich; dem am besten abgeholfen wird, wenn für suis, gelesen wird
aliis; es zogen die Rigischen Kaufleute mit andern nach Rötel.]
Geſchichte des dritten Biſchof Alberts, drey und zwanzigſtes Jahr,
[Spaltenumbruch]

1220hatten, deren Sohn die Rache vergolt,
dem ſey Lob in Ewigkeit.

§. 5.
Nogardien wird von den Rigi-
ſchen gezuͤchtiget.

Die Buͤrger von Riga zogen hierauf
mit ihren Kaufleuten nach Koͤtel, und
da kamen die Daͤnen, und nahmen ſie
in Verhaft, mit dem Vorgeben, das Land
gehoͤre dem Koͤnige von Daͤnnemark,
bunden ſie auch, und fuͤhrten ſie mit ſich
nach Revel. Der Biſchof von Riga
aber und der Ordensmeiſter fertigten ei-
nige ab, zu bitten und zu begehren, daß
man ſie zuruͤck ſchickte; jene hingegen wol-
ten nicht. Nachher erhielten die Daͤnen
Nachricht, die Rigiſchen kaͤmen mit ei-
ner Armee, und da gaben ſie ſie gleich
los. Die Rigiſchen aber ruͤckten nicht
in Eſthland ein, ſondern marſchirten
mit den Liven und Letten nach Un-
gannien.
Sie boten auch die von Sac-
cala
und Ungannien auf und zogen
mit ihnen in Rußland, zu ihren Fein-
den, die Liefland gepluͤndert hatten,
lieſſen Pleſcekowe im Ruͤcken, und drun-
gen in das Reich Nogardien, verheer-
ten das Land rund umher, ſteckten Haͤu-
ſer und Doͤrfer in Brand, nahmen viel
Leute gefangen und erſchlugen die andern.
Die Letten kamen auch an eine Kirche,
die nicht weit in der Stadt Nogardien
war, nahmen die Bilder, Glocken, Raͤu-
chergefaͤſſe und dergleichen weg, und kehr-
ten mit fetter Beute wieder zu ihrer Ar-
mee. Nach genommener Rache an ihren
Feinden begab ſich die ganze Macht mit
Freuden ohne eines Menſchen Beſchaͤdi-
gung jeder nach ſeinem Hauſe, und die
Drangſal der Ruſſen gegen die Kirche
von Liefland hatte ein Ende. Auch die
Letten, und die von Saccala und Un-
gannien
brachen hintereinander in
Rußland ein, machten da viele nieder,
nahmen viele beyderley Geſchlechts ge-
fangen mit weg, und erbeuteten ein An-
ſehnliches. Ebenfals fielen auch die Let-
ten
von Kukenois und die Deutſchen
in das Land der Ruſſen und machten
allezeit brave Beute, und viele Gefan-
gene. Damals verſahen die Bruͤder der
Ritterſchaft aus Wenden mit ihren

[Spaltenumbruch]

vindictam retribuit, cui ſit laus
per ſecula.

§. 5.
Nogardia a Rigenſibus vexata.

Mercatores quoque Rigenſes ibant
cum mercatoribus. ſuis
*) in Rotaliam,
et venerunt Dani et ceperunt eos, di-
centes, terram Regis eſſe Danorum,
et ligauerunt eos, et deduxerunt eos
ſecum in Reuelis. Et miſit Epiſcopus
Rigenſis et Magiſter Militiæ rogantes
et poſtulantes, ut remitterent eos;
et noluerunt. Poſt hoc nunciatum
eſt Danis, quod Rigenſes venirent
cum exercitu, et ſtatim remiſerunt
eos, et non iuerunt Rigenſes in Eſto-
niam,
ſed cum Liuonibus et Letthis
iuerunt in Unganniam, et conuocan-
tes ad ſe Saccalanenſes et Ungannenſes
abierunt in Ruſſiam ad inimicos ſuos,
qui Liuoniam ſpoliauerant, et relin-
quentes poſt tergum Pleſcekowe, re-
gnum Nogardenſium intrauerunt, et
totam terram in circuitu deſpoliaue-
runt, incendentes domos et villas et
populum multum captiuum duxerunt,
et alios interfecerunt. Et peruene-
runt Letthi ad Eccleſiam, quæ fuerat
non longe in ciuitate Nogardia, tollen-
tes iconias, campanas, thuribula et
ſimilia, et cum ſpoliis multis redie-
runt ad exercitum. Et facta vindicta
de inimicis, reuerſus eſt uniuerſus exer-
citus gaudens ſine læſione alicujus
unusquisque in domum ſuam, et ces-
ſauit opprobrium Ruthenorum aduer-
ſus Liuonienſem Eccleſiam. Letthi
quoque et Saccalanenſes et Ungannen-
ſes
continuo Ruſſiam intrantes, mul-
tos ibidem interfecerunt, et multos
promiſcui ſexus captiuos duxerunt et
ſpolia multa tulerunt. Similiter et
Letthi de Kukenois ac Teutonici Ruſ-
ſiam
intrantes omni tempore prædam
multam et captiuos multos deduxe-
runt. Erant eodem tempere Fratres
Militiæ de Wenden cum ſeruis ſuis in

Knech-
*) [Das Latein iſt hier ſehr unverſtaͤndlich; dem am beſten abgeholfen wird, wenn fuͤr ſuis, geleſen wird
aliis; es zogen die Rigiſchen Kaufleute mit andern nach Roͤtel.]
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[176/0208] Geſchichte des dritten Biſchof Alberts, drey und zwanzigſtes Jahr, hatten, deren Sohn die Rache vergolt, dem ſey Lob in Ewigkeit. 1220 §. 5. Nogardien wird von den Rigi- ſchen gezuͤchtiget. Die Buͤrger von Riga zogen hierauf mit ihren Kaufleuten nach Koͤtel, und da kamen die Daͤnen, und nahmen ſie in Verhaft, mit dem Vorgeben, das Land gehoͤre dem Koͤnige von Daͤnnemark, bunden ſie auch, und fuͤhrten ſie mit ſich nach Revel. Der Biſchof von Riga aber und der Ordensmeiſter fertigten ei- nige ab, zu bitten und zu begehren, daß man ſie zuruͤck ſchickte; jene hingegen wol- ten nicht. Nachher erhielten die Daͤnen Nachricht, die Rigiſchen kaͤmen mit ei- ner Armee, und da gaben ſie ſie gleich los. Die Rigiſchen aber ruͤckten nicht in Eſthland ein, ſondern marſchirten mit den Liven und Letten nach Un- gannien. Sie boten auch die von Sac- cala und Ungannien auf und zogen mit ihnen in Rußland, zu ihren Fein- den, die Liefland gepluͤndert hatten, lieſſen Pleſcekowe im Ruͤcken, und drun- gen in das Reich Nogardien, verheer- ten das Land rund umher, ſteckten Haͤu- ſer und Doͤrfer in Brand, nahmen viel Leute gefangen und erſchlugen die andern. Die Letten kamen auch an eine Kirche, die nicht weit in der Stadt Nogardien war, nahmen die Bilder, Glocken, Raͤu- chergefaͤſſe und dergleichen weg, und kehr- ten mit fetter Beute wieder zu ihrer Ar- mee. Nach genommener Rache an ihren Feinden begab ſich die ganze Macht mit Freuden ohne eines Menſchen Beſchaͤdi- gung jeder nach ſeinem Hauſe, und die Drangſal der Ruſſen gegen die Kirche von Liefland hatte ein Ende. Auch die Letten, und die von Saccala und Un- gannien brachen hintereinander in Rußland ein, machten da viele nieder, nahmen viele beyderley Geſchlechts ge- fangen mit weg, und erbeuteten ein An- ſehnliches. Ebenfals fielen auch die Let- ten von Kukenois und die Deutſchen in das Land der Ruſſen und machten allezeit brave Beute, und viele Gefan- gene. Damals verſahen die Bruͤder der Ritterſchaft aus Wenden mit ihren vindictam retribuit, cui ſit laus per ſecula. §. 5. Nogardia a Rigenſibus vexata. Mercatores quoque Rigenſes ibant cum mercatoribus. ſuis *) in Rotaliam, et venerunt Dani et ceperunt eos, di- centes, terram Regis eſſe Danorum, et ligauerunt eos, et deduxerunt eos ſecum in Reuelis. Et miſit Epiſcopus Rigenſis et Magiſter Militiæ rogantes et poſtulantes, ut remitterent eos; et noluerunt. Poſt hoc nunciatum eſt Danis, quod Rigenſes venirent cum exercitu, et ſtatim remiſerunt eos, et non iuerunt Rigenſes in Eſto- niam, ſed cum Liuonibus et Letthis iuerunt in Unganniam, et conuocan- tes ad ſe Saccalanenſes et Ungannenſes abierunt in Ruſſiam ad inimicos ſuos, qui Liuoniam ſpoliauerant, et relin- quentes poſt tergum Pleſcekowe, re- gnum Nogardenſium intrauerunt, et totam terram in circuitu deſpoliaue- runt, incendentes domos et villas et populum multum captiuum duxerunt, et alios interfecerunt. Et peruene- runt Letthi ad Eccleſiam, quæ fuerat non longe in ciuitate Nogardia, tollen- tes iconias, campanas, thuribula et ſimilia, et cum ſpoliis multis redie- runt ad exercitum. Et facta vindicta de inimicis, reuerſus eſt uniuerſus exer- citus gaudens ſine læſione alicujus unusquisque in domum ſuam, et ces- ſauit opprobrium Ruthenorum aduer- ſus Liuonienſem Eccleſiam. Letthi quoque et Saccalanenſes et Ungannen- ſes continuo Ruſſiam intrantes, mul- tos ibidem interfecerunt, et multos promiſcui ſexus captiuos duxerunt et ſpolia multa tulerunt. Similiter et Letthi de Kukenois ac Teutonici Ruſ- ſiam intrantes omni tempore prædam multam et captiuos multos deduxe- runt. Erant eodem tempere Fratres Militiæ de Wenden cum ſeruis ſuis in Knech- *) [Das Latein iſt hier ſehr unverſtaͤndlich; dem am beſten abgeholfen wird, wenn fuͤr ſuis, geleſen wird aliis; es zogen die Rigiſchen Kaufleute mit andern nach Roͤtel.]

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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Erster Theil. Halle, 1747, S. 176. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik01_1747/208>, abgerufen am 23.09.2020.