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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753.

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Erzb. Engelb. v. Dahlen. zur Zeit der Reg. Goßwins v. Herike.
giengen auf Segewolde zu, schliefen 2 Nächte zu Walck, und schlepten über1345
1200 Menschen mit Vieh und Gütern in die Gefangenschaft b).

Die estnische Ritterschaft in Harrien und Wierland machte am 5ten1346
Tage nach Quasimodogeniti mit den revelschen den Vergleich, daß wer auf
seine Einkünfte 10 Mark Silber schuldig sey, einen Haken Landes nebst den dazu
gehörigen Pferden und Ochsen zum Pfande verschreiben müsse. Der Ritter und
Statthalter Stigot Anderson, die Ritter Heinrich Lode, Heinr. Lechtes,
Diedr. Tolck, Christian Scharenbeke, Gottfr.
von Fahrensbeke, die
königl. Räthe Joh. Mekes, Joh. Wakke, Diedr. Wirks, Heinr. Ha-
vesforde, Assverus
von Neuem Hofe, Tidemann Kele, Herm. Ris-
byter, Joh. Wolderso, Hartekin Kirkotoy, Odward Sorsevere,
Nicl. Minnekrop,
und Didrich Wrangel, der Vogt, die Bürgermeister
und Rathsherren der Stadt Revel, Herm. Moremann, Reineking Ko-
wel
und Wennemar Hollogher haben sich unterschrieben. Der König Wol-
demar
bestätigte nachher diesen Vertrag. Nach des Herrn von Lode Zeugnis
liegt diese Urkunde mit dem königl. Jnsiegel in dem revelschen Stadtarchiv. Jn
diesem Jahr gieng der Ordensmeister mit Tode ab, und folgte ihm

Der sieben und zwanzigste Ordensmeister in Liefland,
deutschen Ordens,
Goßwin von Herike
a).

Seine erste Unternehmung war, daß er dem preußischen Orden Hülfs-1347
völker zuführte und in Litthauen einbrach. Der litthauische
Grosfürst Olgerd, Gedimins Sohn rückte unter Beistand der
Russen von Smolensko, Polocz und Witepski auch ins
Feld, wo es am 2ten Febr. zum Treffen kam, in welchem der Orden siegte, und
nach Aussage der preußischen Geschichtschreiber 22000 Feinde erlegte, welche
Zahl Michov auf 18000, Guagnini aber auf 10000 herunter setzet. Den
c)

Sa-
b) Eines Ungenanten handschriftliche lettische Chronik meldet hier, daß die Litthauer
jenseit der Düne eine Mühle plündern wollen, allein sie hätten, der umliegenden Mauer
wegen, beim Gerenne einkriechen müssen. Die Beckerknechte hätten mit grossen Mühl-
äxten einen nach den andern in der Stille bewilkommet, bis sie ihrer an die 70 derge-
stalt hingerichtet, da endlich das mit Blut gefärbte Wasser den andern schnelle Füsse
gemacht, wofür diese Gesellen im Dom eine schöne Freiheit erlanget, die aber mit der
Zeit wieder eingegangen. Es war inzwischen ein Eigensin von dem preußischen
Hochmeister Ludolph König, daß er in Litthauen einfiel, um den Liefländern
Luft zu machen, da er doch den Feinden gerade über die Düne hätte folgen sollen.
Ueber diesen unzeitigen Einfal trenten sich die Könige Ludwig von Ungern, Jo-
han
von Böhmen und mehrere deutsche Fürsten mit ihren Hülfsvölkern von den
Ordensvölkern. König erkante sein Versehen auf der Engelsburg in Rom, wo er
einen höflichen Arrest hatte, zu spät, und verfiel in eine starke Tiefsinnigkeit. Siehe
Hartknochs Altes und Neues Preussen S. 302. Doch der Hochmeister Hinrich
Dusemer
bezahlte diesen Streich den Litthauern in ihrem Lande so nachdrücklich,
daß sie auf eine gute Zeit damit zufrieden seyn konten.
a)
c) Chyträus nennet ihn von Erk; Horner, Dasquin von Erke, die eine Hand-
schrift von den Herrmeistern, Goswien von Eveke; die andere, Goswien von
Ecke; Kelch, von Eich; andre, von Erch. Der Herr Landrath von Ceumern verwech-
selt ihn aus Versehen mit einem ganz andern Ordensmeister Robin von Eltzen, welcher
später regierte. Etliche Abschriften haben Flerike, welches aber den Urschriften zu-
wider ist, wo ein deutliches h stehet.
B b 2

Erzb. Engelb. v. Dahlen. zur Zeit der Reg. Goßwins v. Herike.
giengen auf Segewolde zu, ſchliefen 2 Naͤchte zu Walck, und ſchlepten uͤber1345
1200 Menſchen mit Vieh und Guͤtern in die Gefangenſchaft b).

Die eſtniſche Ritterſchaft in Harrien und Wierland machte am 5ten1346
Tage nach Quaſimodogeniti mit den revelſchen den Vergleich, daß wer auf
ſeine Einkuͤnfte 10 Mark Silber ſchuldig ſey, einen Haken Landes nebſt den dazu
gehoͤrigen Pferden und Ochſen zum Pfande verſchreiben muͤſſe. Der Ritter und
Statthalter Stigot Anderſon, die Ritter Heinrich Lode, Heinr. Lechtes,
Diedr. Tolck, Chriſtian Scharenbeke, Gottfr.
von Fahrensbeke, die
koͤnigl. Raͤthe Joh. Mekes, Joh. Wakke, Diedr. Wirks, Heinr. Ha-
veſforde, Aſſverus
von Neuem Hofe, Tidemann Kele, Herm. Ris-
byter, Joh. Wolderſo, Hartekin Kirkotoy, Odward Sorſevere,
Nicl. Minnekrop,
und Didrich Wrangel, der Vogt, die Buͤrgermeiſter
und Rathsherren der Stadt Revel, Herm. Moremann, Reineking Ko-
wel
und Wennemar Hollogher haben ſich unterſchrieben. Der Koͤnig Wol-
demar
beſtaͤtigte nachher dieſen Vertrag. Nach des Herrn von Lode Zeugnis
liegt dieſe Urkunde mit dem koͤnigl. Jnſiegel in dem revelſchen Stadtarchiv. Jn
dieſem Jahr gieng der Ordensmeiſter mit Tode ab, und folgte ihm

Der ſieben und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland,
deutſchen Ordens,
Goßwin von Herike
a).

Seine erſte Unternehmung war, daß er dem preußiſchen Orden Huͤlfs-1347
voͤlker zufuͤhrte und in Litthauen einbrach. Der litthauiſche
Grosfuͤrſt Olgerd, Gedimins Sohn ruͤckte unter Beiſtand der
Ruſſen von Smolensko, Polocz und Witepski auch ins
Feld, wo es am 2ten Febr. zum Treffen kam, in welchem der Orden ſiegte, und
nach Auſſage der preußiſchen Geſchichtſchreiber 22000 Feinde erlegte, welche
Zahl Michov auf 18000, Guagnini aber auf 10000 herunter ſetzet. Den
c)

Sa-
b) Eines Ungenanten handſchriftliche lettiſche Chronik meldet hier, daß die Litthauer
jenſeit der Duͤne eine Muͤhle pluͤndern wollen, allein ſie haͤtten, der umliegenden Mauer
wegen, beim Gerenne einkriechen muͤſſen. Die Beckerknechte haͤtten mit groſſen Muͤhl-
aͤxten einen nach den andern in der Stille bewilkommet, bis ſie ihrer an die 70 derge-
ſtalt hingerichtet, da endlich das mit Blut gefaͤrbte Waſſer den andern ſchnelle Fuͤſſe
gemacht, wofuͤr dieſe Geſellen im Dom eine ſchoͤne Freiheit erlanget, die aber mit der
Zeit wieder eingegangen. Es war inzwiſchen ein Eigenſin von dem preußiſchen
Hochmeiſter Ludolph Koͤnig, daß er in Litthauen einfiel, um den Lieflaͤndern
Luft zu machen, da er doch den Feinden gerade uͤber die Duͤne haͤtte folgen ſollen.
Ueber dieſen unzeitigen Einfal trenten ſich die Koͤnige Ludwig von Ungern, Jo-
han
von Boͤhmen und mehrere deutſche Fuͤrſten mit ihren Huͤlfsvoͤlkern von den
Ordensvoͤlkern. Koͤnig erkante ſein Verſehen auf der Engelsburg in Rom, wo er
einen hoͤflichen Arreſt hatte, zu ſpaͤt, und verfiel in eine ſtarke Tiefſinnigkeit. Siehe
Hartknochs Altes und Neues Preuſſen S. 302. Doch der Hochmeiſter Hinrich
Duſemer
bezahlte dieſen Streich den Litthauern in ihrem Lande ſo nachdruͤcklich,
daß ſie auf eine gute Zeit damit zufrieden ſeyn konten.
a)
c) Chytraͤus nennet ihn von Erk; Horner, Dasquin von Erke, die eine Hand-
ſchrift von den Herrmeiſtern, Goswien von Eveke; die andere, Goswien von
Ecke; Kelch, von Eich; andre, von Erch. Der Herr Landrath von Ceumern verwech-
ſelt ihn aus Verſehen mit einem ganz andern Ordensmeiſter Robin von Eltzen, welcher
ſpaͤter regierte. Etliche Abſchriften haben Flerike, welches aber den Urſchriften zu-
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[99/0117] Erzb. Engelb. v. Dahlen. zur Zeit der Reg. Goßwins v. Herike. giengen auf Segewolde zu, ſchliefen 2 Naͤchte zu Walck, und ſchlepten uͤber 1200 Menſchen mit Vieh und Guͤtern in die Gefangenſchaft b). 1345 Die eſtniſche Ritterſchaft in Harrien und Wierland machte am 5ten Tage nach Quaſimodogeniti mit den revelſchen den Vergleich, daß wer auf ſeine Einkuͤnfte 10 Mark Silber ſchuldig ſey, einen Haken Landes nebſt den dazu gehoͤrigen Pferden und Ochſen zum Pfande verſchreiben muͤſſe. Der Ritter und Statthalter Stigot Anderſon, die Ritter Heinrich Lode, Heinr. Lechtes, Diedr. Tolck, Chriſtian Scharenbeke, Gottfr. von Fahrensbeke, die koͤnigl. Raͤthe Joh. Mekes, Joh. Wakke, Diedr. Wirks, Heinr. Ha- veſforde, Aſſverus von Neuem Hofe, Tidemann Kele, Herm. Ris- byter, Joh. Wolderſo, Hartekin Kirkotoy, Odward Sorſevere, Nicl. Minnekrop, und Didrich Wrangel, der Vogt, die Buͤrgermeiſter und Rathsherren der Stadt Revel, Herm. Moremann, Reineking Ko- wel und Wennemar Hollogher haben ſich unterſchrieben. Der Koͤnig Wol- demar beſtaͤtigte nachher dieſen Vertrag. Nach des Herrn von Lode Zeugnis liegt dieſe Urkunde mit dem koͤnigl. Jnſiegel in dem revelſchen Stadtarchiv. Jn dieſem Jahr gieng der Ordensmeiſter mit Tode ab, und folgte ihm 1346 Der ſieben und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Goßwin von Herike a). Seine erſte Unternehmung war, daß er dem preußiſchen Orden Huͤlfs- voͤlker zufuͤhrte und in Litthauen einbrach. Der litthauiſche Grosfuͤrſt Olgerd, Gedimins Sohn ruͤckte unter Beiſtand der Ruſſen von Smolensko, Polocz und Witepski auch ins Feld, wo es am 2ten Febr. zum Treffen kam, in welchem der Orden ſiegte, und nach Auſſage der preußiſchen Geſchichtſchreiber 22000 Feinde erlegte, welche Zahl Michov auf 18000, Guagnini aber auf 10000 herunter ſetzet. Den Sa- c) 1347 b) Eines Ungenanten handſchriftliche lettiſche Chronik meldet hier, daß die Litthauer jenſeit der Duͤne eine Muͤhle pluͤndern wollen, allein ſie haͤtten, der umliegenden Mauer wegen, beim Gerenne einkriechen muͤſſen. Die Beckerknechte haͤtten mit groſſen Muͤhl- aͤxten einen nach den andern in der Stille bewilkommet, bis ſie ihrer an die 70 derge- ſtalt hingerichtet, da endlich das mit Blut gefaͤrbte Waſſer den andern ſchnelle Fuͤſſe gemacht, wofuͤr dieſe Geſellen im Dom eine ſchoͤne Freiheit erlanget, die aber mit der Zeit wieder eingegangen. Es war inzwiſchen ein Eigenſin von dem preußiſchen Hochmeiſter Ludolph Koͤnig, daß er in Litthauen einfiel, um den Lieflaͤndern Luft zu machen, da er doch den Feinden gerade uͤber die Duͤne haͤtte folgen ſollen. Ueber dieſen unzeitigen Einfal trenten ſich die Koͤnige Ludwig von Ungern, Jo- han von Boͤhmen und mehrere deutſche Fuͤrſten mit ihren Huͤlfsvoͤlkern von den Ordensvoͤlkern. Koͤnig erkante ſein Verſehen auf der Engelsburg in Rom, wo er einen hoͤflichen Arreſt hatte, zu ſpaͤt, und verfiel in eine ſtarke Tiefſinnigkeit. Siehe Hartknochs Altes und Neues Preuſſen S. 302. Doch der Hochmeiſter Hinrich Duſemer bezahlte dieſen Streich den Litthauern in ihrem Lande ſo nachdruͤcklich, daß ſie auf eine gute Zeit damit zufrieden ſeyn konten. a) c) Chytraͤus nennet ihn von Erk; Horner, Dasquin von Erke, die eine Hand- ſchrift von den Herrmeiſtern, Goswien von Eveke; die andere, Goswien von Ecke; Kelch, von Eich; andre, von Erch. Der Herr Landrath von Ceumern verwech- ſelt ihn aus Verſehen mit einem ganz andern Ordensmeiſter Robin von Eltzen, welcher ſpaͤter regierte. Etliche Abſchriften haben Flerike, welches aber den Urſchriften zu- wider iſt, wo ein deutliches h ſtehet. B b 2

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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753, S. 99. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753/117>, abgerufen am 25.05.2019.