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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753.

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Die III. Tabelle von den Münzen,
Die III. Tabelle
von den Münzen, so in Liefland zur Zeit des Or-
dens und nachher gepräget worden.
Vorerinnerungen.
§. 1.

Zu diesem Versuch einer Beschreibung der liefländischen Ordensmünzen haben wir
das wohlversehene liefländische Münzcabinet des Herrn Cammerjunkers Clodt von
Jürgensburg zum Grunde gelegt, welchem die bequeme Eintheilung dieser Münzen
nach ihren Landsmanschaften beliebig gewesen, da sie hingegen in andern vermischt und blos
nach der Folge der Jahre erscheinen. Die Vermehrung ist aus den Samlungen des Herrn
Manrichters von Torck in Curland, und des Herrn Obervogts von Schievelbein in Ri-
ga
genommen, zu deren Volständigkeit man sich etlicher Privatsamlungen bedienen
müssen.

§. 2.

Ausser andern sind sonderlich das törnhielm- und gyllengriepische Cabinet
in Stockholm, bey uns aber die zahlreichen Samlungen des Herrn Vicepräsidenten von
Brevern, und des Herrn Vicepräsidenten von Schultz in diesem Seculo berühmt gewe-
sen. Sie sind in Erbschaften zerstreuet, und warten vielleicht auf ihren Erretter.

§. 3.

Wenn diese Münzen durch unsre Beschreibung bekanter werden, so kan man
sich Hofnung machen, noch viel mehr zu entdecken. Wie viel liegen nicht noch bey Ausländern,
die Flüchtige mitgenommen haben? Mancher Bauer wird seines Glücks froher werden,
wenn ihm eine und die andere unter dem Pflug aufstöst; da er sie bisher nicht anbringen
können, sondern in eigennützige Hände für altes Silber verwenden müssen.

§. 4.

Vor dem 16ten Jahrhundert läst sich keine Jahrzahl auf diesen Münzen sehen.
Sehr viele Jahre sind mit Auslassung der grössern Zahl nur mit den beiden letzten ausge-
druckt, die entweder im Rande, oder über dem Wapen stehen, oder auch so angebracht
sind, daß sie beide die Figur zwischen sich haben. Die Mönchsschrift auf der Vorder- und
Rückseite geht über das dritte Decennium hinweg. Die Kreuze sind theils schlecht, theils
am Ende der Stäbe mit Lilien, Kerben und Stufe verzieret. Auch ist das kleine revel-
sche
Stadtkreuz mit diesen Zierraten versehen, gleichwie das kleine rigische Stadtkreuz
oft nagelspitz ist.

§. 5.

Die Fortsetzung dieser liefländischen Münzen unter den königlich pohlnischen
und königlich schwedischen Regierungen ist sehr ansehnlich. Doch haben die Herren
Samler in Liefland mehr die einheimischen, gleichwie die in Curland ihre herzoglichen
volständig zu machen gesucht. Alle Cabinete aber haben die Volkommenheit nicht, daß sie
eine ununterbrochene Folge aufweisen könten.

§. 6.

Alle liefländische Münzen, die Kreuzschlillinge ausgenommen, sind rar, auch
selbst in Liefland. Die seltensten haben wir unter den seltenen ausdrücklich bezeichnet.
Doch ist ihre Seltenheit nur beziehungsweise, und für den so sie suchet, zu bestimmen.
Die ältesten und kleinsten, so unsichtbar sie auch sind, trift man manchmal bey halben Du-
tzenden in den Händen solcher Leute an, die sich nicht darauf verstehen, und sie daher zum
Schmelztiegel des Goldschmids mit andern grössern aufheben; dergleichen Feuerprobe schon
viele, und vielleicht die besten und schönsten, haben ausstehen müssen.

§. 7.

Jhre Grösse nach dem Durchmesser zu bestimmen, war etwas ungewis und
schwer. Wir haben deswegen ihre Vergleichung gegen andre gangbare Münzen eingerich-
tet, und weil die sächsischen unter den Deutschen am bekantesten sind, so dienet folgen-
der Schlüssel zur Anzeige des Moduli der Grossen.

A Goldstücke.
Th Thaler.
T Halbe Thaler, dabey die so genanten Marke besonders angeführet werden.
Model der kleinen.
a Wie kleine sächsische Pfennige, und heissen Artiger, oder Pfennige.
b Sind Schillinge. Die alten fallen wie Sechser, die neuern kupfrigen noch nicht
so gros wie Dreier.
c Sind doppelschillinge, die selten vorkommen, in der Grösse eines Groschens.
d Wie Zweygroschenstücke oder lüneburger 6 Mariengroschen, oder Viergro-
schenstücke von feinem Silber. Wir heissen sie mit ihrem alten Namen Ferdinge.
e Dieselbigen, nur theils dicker, theils mit breiterm Rande, und sind auch Fer-
dinge.
f Wie
Die III. Tabelle von den Muͤnzen,
Die III. Tabelle
von den Muͤnzen, ſo in Liefland zur Zeit des Or-
dens und nachher gepraͤget worden.
Vorerinnerungen.
§. 1.

Zu dieſem Verſuch einer Beſchreibung der lieflaͤndiſchen Ordensmuͤnzen haben wir
das wohlverſehene lieflaͤndiſche Muͤnzcabinet des Herrn Cammerjunkers Clodt von
Juͤrgensburg zum Grunde gelegt, welchem die bequeme Eintheilung dieſer Muͤnzen
nach ihren Landsmanſchaften beliebig geweſen, da ſie hingegen in andern vermiſcht und blos
nach der Folge der Jahre erſcheinen. Die Vermehrung iſt aus den Samlungen des Herrn
Manrichters von Torck in Curland, und des Herrn Obervogts von Schievelbein in Ri-
ga
genommen, zu deren Volſtaͤndigkeit man ſich etlicher Privatſamlungen bedienen
muͤſſen.

§. 2.

Auſſer andern ſind ſonderlich das toͤrnhielm- und gyllengriepiſche Cabinet
in Stockholm, bey uns aber die zahlreichen Samlungen des Herrn Vicepraͤſidenten von
Brevern, und des Herrn Vicepraͤſidenten von Schultz in dieſem Seculo beruͤhmt gewe-
ſen. Sie ſind in Erbſchaften zerſtreuet, und warten vielleicht auf ihren Erretter.

§. 3.

Wenn dieſe Muͤnzen durch unſre Beſchreibung bekanter werden, ſo kan man
ſich Hofnung machen, noch viel mehr zu entdecken. Wie viel liegen nicht noch bey Auslaͤndern,
die Fluͤchtige mitgenommen haben? Mancher Bauer wird ſeines Gluͤcks froher werden,
wenn ihm eine und die andere unter dem Pflug aufſtoͤſt; da er ſie bisher nicht anbringen
koͤnnen, ſondern in eigennuͤtzige Haͤnde fuͤr altes Silber verwenden muͤſſen.

§. 4.

Vor dem 16ten Jahrhundert laͤſt ſich keine Jahrzahl auf dieſen Muͤnzen ſehen.
Sehr viele Jahre ſind mit Auslaſſung der groͤſſern Zahl nur mit den beiden letzten ausge-
druckt, die entweder im Rande, oder uͤber dem Wapen ſtehen, oder auch ſo angebracht
ſind, daß ſie beide die Figur zwiſchen ſich haben. Die Moͤnchsſchrift auf der Vorder- und
Ruͤckſeite geht uͤber das dritte Decennium hinweg. Die Kreuze ſind theils ſchlecht, theils
am Ende der Staͤbe mit Lilien, Kerben und Stufe verzieret. Auch iſt das kleine revel-
ſche
Stadtkreuz mit dieſen Zierraten verſehen, gleichwie das kleine rigiſche Stadtkreuz
oft nagelſpitz iſt.

§. 5.

Die Fortſetzung dieſer lieflaͤndiſchen Muͤnzen unter den koͤniglich pohlniſchen
und koͤniglich ſchwediſchen Regierungen iſt ſehr anſehnlich. Doch haben die Herren
Samler in Liefland mehr die einheimiſchen, gleichwie die in Curland ihre herzoglichen
volſtaͤndig zu machen geſucht. Alle Cabinete aber haben die Volkommenheit nicht, daß ſie
eine ununterbrochene Folge aufweiſen koͤnten.

§. 6.

Alle lieflaͤndiſche Muͤnzen, die Kreuzſchlillinge ausgenommen, ſind rar, auch
ſelbſt in Liefland. Die ſeltenſten haben wir unter den ſeltenen ausdruͤcklich bezeichnet.
Doch iſt ihre Seltenheit nur beziehungsweiſe, und fuͤr den ſo ſie ſuchet, zu beſtimmen.
Die aͤlteſten und kleinſten, ſo unſichtbar ſie auch ſind, trift man manchmal bey halben Du-
tzenden in den Haͤnden ſolcher Leute an, die ſich nicht darauf verſtehen, und ſie daher zum
Schmelztiegel des Goldſchmids mit andern groͤſſern aufheben; dergleichen Feuerprobe ſchon
viele, und vielleicht die beſten und ſchoͤnſten, haben ausſtehen muͤſſen.

§. 7.

Jhre Groͤſſe nach dem Durchmeſſer zu beſtimmen, war etwas ungewis und
ſchwer. Wir haben deswegen ihre Vergleichung gegen andre gangbare Muͤnzen eingerich-
tet, und weil die ſaͤchſiſchen unter den Deutſchen am bekanteſten ſind, ſo dienet folgen-
der Schluͤſſel zur Anzeige des Moduli der Groſſen.

A Goldſtuͤcke.
Th Thaler.
T Halbe Thaler, dabey die ſo genanten Marke beſonders angefuͤhret werden.
Model der kleinen.
a Wie kleine ſaͤchſiſche Pfennige, und heiſſen Artiger, oder Pfennige.
b Sind Schillinge. Die alten fallen wie Sechſer, die neuern kupfrigen noch nicht
ſo gros wie Dreier.
c Sind doppelſchillinge, die ſelten vorkommen, in der Groͤſſe eines Groſchens.
d Wie Zweygroſchenſtuͤcke oder luͤneburger 6 Mariengroſchen, oder Viergro-
ſchenſtuͤcke von feinem Silber. Wir heiſſen ſie mit ihrem alten Namen Ferdinge.
e Dieſelbigen, nur theils dicker, theils mit breiterm Rande, und ſind auch Fer-
dinge.
f Wie
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[314/0332] Die III. Tabelle von den Muͤnzen, Die III. Tabelle von den Muͤnzen, ſo in Liefland zur Zeit des Or- dens und nachher gepraͤget worden. Vorerinnerungen. §. 1. Zu dieſem Verſuch einer Beſchreibung der lieflaͤndiſchen Ordensmuͤnzen haben wir das wohlverſehene lieflaͤndiſche Muͤnzcabinet des Herrn Cammerjunkers Clodt von Juͤrgensburg zum Grunde gelegt, welchem die bequeme Eintheilung dieſer Muͤnzen nach ihren Landsmanſchaften beliebig geweſen, da ſie hingegen in andern vermiſcht und blos nach der Folge der Jahre erſcheinen. Die Vermehrung iſt aus den Samlungen des Herrn Manrichters von Torck in Curland, und des Herrn Obervogts von Schievelbein in Ri- ga genommen, zu deren Volſtaͤndigkeit man ſich etlicher Privatſamlungen bedienen muͤſſen. §. 2. Auſſer andern ſind ſonderlich das toͤrnhielm- und gyllengriepiſche Cabinet in Stockholm, bey uns aber die zahlreichen Samlungen des Herrn Vicepraͤſidenten von Brevern, und des Herrn Vicepraͤſidenten von Schultz in dieſem Seculo beruͤhmt gewe- ſen. Sie ſind in Erbſchaften zerſtreuet, und warten vielleicht auf ihren Erretter. §. 3. Wenn dieſe Muͤnzen durch unſre Beſchreibung bekanter werden, ſo kan man ſich Hofnung machen, noch viel mehr zu entdecken. Wie viel liegen nicht noch bey Auslaͤndern, die Fluͤchtige mitgenommen haben? Mancher Bauer wird ſeines Gluͤcks froher werden, wenn ihm eine und die andere unter dem Pflug aufſtoͤſt; da er ſie bisher nicht anbringen koͤnnen, ſondern in eigennuͤtzige Haͤnde fuͤr altes Silber verwenden muͤſſen. §. 4. Vor dem 16ten Jahrhundert laͤſt ſich keine Jahrzahl auf dieſen Muͤnzen ſehen. Sehr viele Jahre ſind mit Auslaſſung der groͤſſern Zahl nur mit den beiden letzten ausge- druckt, die entweder im Rande, oder uͤber dem Wapen ſtehen, oder auch ſo angebracht ſind, daß ſie beide die Figur zwiſchen ſich haben. Die Moͤnchsſchrift auf der Vorder- und Ruͤckſeite geht uͤber das dritte Decennium hinweg. Die Kreuze ſind theils ſchlecht, theils am Ende der Staͤbe mit Lilien, Kerben und Stufe verzieret. Auch iſt das kleine revel- ſche Stadtkreuz mit dieſen Zierraten verſehen, gleichwie das kleine rigiſche Stadtkreuz oft nagelſpitz iſt. §. 5. Die Fortſetzung dieſer lieflaͤndiſchen Muͤnzen unter den koͤniglich pohlniſchen und koͤniglich ſchwediſchen Regierungen iſt ſehr anſehnlich. Doch haben die Herren Samler in Liefland mehr die einheimiſchen, gleichwie die in Curland ihre herzoglichen volſtaͤndig zu machen geſucht. Alle Cabinete aber haben die Volkommenheit nicht, daß ſie eine ununterbrochene Folge aufweiſen koͤnten. §. 6. Alle lieflaͤndiſche Muͤnzen, die Kreuzſchlillinge ausgenommen, ſind rar, auch ſelbſt in Liefland. Die ſeltenſten haben wir unter den ſeltenen ausdruͤcklich bezeichnet. Doch iſt ihre Seltenheit nur beziehungsweiſe, und fuͤr den ſo ſie ſuchet, zu beſtimmen. Die aͤlteſten und kleinſten, ſo unſichtbar ſie auch ſind, trift man manchmal bey halben Du- tzenden in den Haͤnden ſolcher Leute an, die ſich nicht darauf verſtehen, und ſie daher zum Schmelztiegel des Goldſchmids mit andern groͤſſern aufheben; dergleichen Feuerprobe ſchon viele, und vielleicht die beſten und ſchoͤnſten, haben ausſtehen muͤſſen. §. 7. Jhre Groͤſſe nach dem Durchmeſſer zu beſtimmen, war etwas ungewis und ſchwer. Wir haben deswegen ihre Vergleichung gegen andre gangbare Muͤnzen eingerich- tet, und weil die ſaͤchſiſchen unter den Deutſchen am bekanteſten ſind, ſo dienet folgen- der Schluͤſſel zur Anzeige des Moduli der Groſſen. A Goldſtuͤcke. Th Thaler. T Halbe Thaler, dabey die ſo genanten Marke beſonders angefuͤhret werden. Model der kleinen. a Wie kleine ſaͤchſiſche Pfennige, und heiſſen Artiger, oder Pfennige. b Sind Schillinge. Die alten fallen wie Sechſer, die neuern kupfrigen noch nicht ſo gros wie Dreier. c Sind doppelſchillinge, die ſelten vorkommen, in der Groͤſſe eines Groſchens. d Wie Zweygroſchenſtuͤcke oder luͤneburger 6 Mariengroſchen, oder Viergro- ſchenſtuͤcke von feinem Silber. Wir heiſſen ſie mit ihrem alten Namen Ferdinge. e Dieſelbigen, nur theils dicker, theils mit breiterm Rande, und ſind auch Fer- dinge. f Wie

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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753, S. 314. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753/332>, abgerufen am 23.05.2019.