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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753.

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so zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepräget worden.
Mod.pel oft einige Buchstaben über den Rand gebracht, und daher WIKYE gerathen wor-Annus
den; so man hat sie für eine hapsalsche oder oeselsche angesehen. Die Münzen des
Stifts Wisbu haben stat des Balkens eine zierliche Lilie.

Diejenige Blechmünze, welche sonst dem ersten Bischof Albert zugeeignet wird, ist
in der Chronik gleich vorne beschrieben. Von einigen andern Bracteaten aus feinem Sil-
ber, die einen Menschenkopf unter einem Stadtthor zeigen, und keine Umschrift haben,
ist ungewis, ob man sie den liefländischen beilegen kan, ohnerachtet sie in Liefland ehe-
mals gefunden worden. Da auch die alten dänischen wegen des dannebrogischen
Kreuzes und den 3 Löwen leicht für revelsche Münzen aufbehalten werden, so haben Lieb-
haber derselben Verwechselung wohl zu verhüten. Ueberhaupt fält es schwer, aus der fast
unzehlbaren Menge ähnlicher Münzen alle die Kenzeichen anzugeben, um Ungeübten den
Jrthum zu benehmen, wozu eine vergriffene oder verblaste Umschrift verleiten kan.

Neuere Münzen.

Es wird einigen Liebhabern nicht unangenehm fallen, wenn wir die Folge der neuern Mün-
zen in diesen Ländern vorstellen, welche sich füglich in 4 Abhandlungen anbringen lassen,
die aber alle viere eben darum, daß sie neu, wenig gesamlet werden, dennoch rar nnd
schwer aufzutreiben sind, sehr mangelhaft erscheinen. Jnsbesondre lassen sich die kleinsten
auch von mehrern Jahren noch hier und da von ohngefehr finden, wenn sie sorgfältiger auf-
gesuchet würden.

I. Münzen der Stadt Riga unter ihren Königen,

wobey man die schöne Samlung des Rathsherrn zu Riga, Herrn George Chri-
stoph Andreä
zum Grunde geleget, selbige aber aus des Herrn Rentmeisters Olderog-
ge
Vorrath ansehnlich vermehret hat. Ausser denen zu Ende der 8ten Classe angeführten
merken wir noch:

A

Ein Goldftück von 10 Dukaten. Das halbe Bild des Königs, in der Rechten das Scepter,
und mit der Linken das Degengefäs haltend. Stephanus. D. G. Rex. Polo. niae.1586.
Mag. nus D. ux. Li.thuaniae. Rev. Das ganze Stadtwapen, mit den Löwen zu Schild-
haltern, und darunter 1586. Monet. noua. aurea. ciuitat. Rigens.

c

Ein Dreygroschenstück. Des Königs Bildnis Steph. D. G. Rex. Pol. Rev. Das ganze1586.
Stadtwapen klein. Gros. Arg. Trip. Civi. Rige.

A

Ein Goldstück von 10 Dukaten. Der König in ganzer Positur geharnischt, in der Rechten1592.
das Scepter haltend, mit der Linken den Degen anfassend. Sigismundus III. D. G. Rex
Pol. M. D. Lit.
Rev. Das ganze Stadtwapen, darunter 1592. Moneta noua aurea
Ciuitat. Rigensis.

e

Um diese Zeit fangen die sigismundischen Dreygroschenstücke der Stadt an. Alle haben1588.
das Kopfstück des Königs in der Krone, und die Umschrift: Sig. III. D. G. Rex Po. D.ux
Li.thuaniae
oder M.agnus D. L. Auf dem Revers ist eine III, unter selbiger das ganze
Stadtwapen im kleinen, und neben solcher das Jahr. Die Unterschrift lautet: Gros.sus.
Arg. Trip.lex ciui. tatis Rige.
und bey diesem Worte die Garbe als das Wapen der Kö-
nige aus dem Hause Vasa. Sie sind je älter, je besser. Man findet sie von 1588,
1589, 90, 91, 92, 94, 96, 97, 98, 1600, bis 1621, davon die beiden letzten Jahre merklich
schlecht fallen. Wir nennen sie hier gemeiniglich Marke. Sie sind also von den Mar-
ken
der Ordenszeit sehr unterschieden; denn sie halten nur 2 Ferdinge. Ein Ferding aber
in diesen neuern Münzen ist kaum der 5te Theil eines alten Ferdings der vorigen Ta-
bellen.

Th

Eine grosse silberne Medaille aus die schwedische Eroberung der Stadt Riga. Der Kö-1621.
nig Gustav Adolph zu Pferde mit dem Commandostab; um sich her das schwedische
Lager vor der sehr fein gestochenen Stadt Riga. Ueber einigen Wolken 2 Engel, so ei-
ne Krone über seinem Haupte halten. Unten mit dem Namen des Medailleurs S. D.
Die Umschrift heist Gustauus Adolphus Magnus Dei Gratia Suecor. Gothor. et Vanda-
lor. Rex Augustus.
Rev. Die ganze Stadt Riga nach der Seite der Düne sehr sauber
entworfen, mit dem Flus und dem schwedischen Lager. Ueber den Wolken das grös-
sere Stadtwapen mit den Löwen zu Schildhaltern, welches von 2 Engeln mit einem schwe-
benden Siegeskranz gekrönet wird. Unten der Name des Münzdirectors. H.ermann
W.inckelmann.
Die Umschrift enthält die Zahrzahl:

rIga DeVICta VICtorIa VenIt ab aXe
LaVrV VbI gVstaVI CInXIt raD Iante CapIL Los.

Der Stempel dieser Medaille ist ungemein sauber. Sie wieget 4 Loth und hat die
Grösse eines Doppelthalers. Man hat sie auch in Gold.

A

Ein Dukate. Des Königs Brustbild Gustav. Adol. D. G. Rex. Sve. Got. V. Rev.1621.
Das ganze Stadtwapen. Mone. no. aur. ciui. Rigensis. 1621.

Ein
O o o o 2

ſo zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepraͤget worden.
Mod.pel oft einige Buchſtaben uͤber den Rand gebracht, und daher WIKYE gerathen wor-Annus
den; ſo man hat ſie fuͤr eine hapſalſche oder oeſelſche angeſehen. Die Muͤnzen des
Stifts Wisbu haben ſtat des Balkens eine zierliche Lilie.

Diejenige Blechmuͤnze, welche ſonſt dem erſten Biſchof Albert zugeeignet wird, iſt
in der Chronik gleich vorne beſchrieben. Von einigen andern Bracteaten aus feinem Sil-
ber, die einen Menſchenkopf unter einem Stadtthor zeigen, und keine Umſchrift haben,
iſt ungewis, ob man ſie den lieflaͤndiſchen beilegen kan, ohnerachtet ſie in Liefland ehe-
mals gefunden worden. Da auch die alten daͤniſchen wegen des dannebrogiſchen
Kreuzes und den 3 Loͤwen leicht fuͤr revelſche Muͤnzen aufbehalten werden, ſo haben Lieb-
haber derſelben Verwechſelung wohl zu verhuͤten. Ueberhaupt faͤlt es ſchwer, aus der faſt
unzehlbaren Menge aͤhnlicher Muͤnzen alle die Kenzeichen anzugeben, um Ungeuͤbten den
Jrthum zu benehmen, wozu eine vergriffene oder verblaſte Umſchrift verleiten kan.

Neuere Muͤnzen.

Es wird einigen Liebhabern nicht unangenehm fallen, wenn wir die Folge der neuern Muͤn-
zen in dieſen Laͤndern vorſtellen, welche ſich fuͤglich in 4 Abhandlungen anbringen laſſen,
die aber alle viere eben darum, daß ſie neu, wenig geſamlet werden, dennoch rar nnd
ſchwer aufzutreiben ſind, ſehr mangelhaft erſcheinen. Jnsbeſondre laſſen ſich die kleinſten
auch von mehrern Jahren noch hier und da von ohngefehr finden, wenn ſie ſorgfaͤltiger auf-
geſuchet wuͤrden.

I. Muͤnzen der Stadt Riga unter ihren Koͤnigen,

wobey man die ſchoͤne Samlung des Rathsherrn zu Riga, Herrn George Chri-
ſtoph Andreaͤ
zum Grunde geleget, ſelbige aber aus des Herrn Rentmeiſters Olderog-
ge
Vorrath anſehnlich vermehret hat. Auſſer denen zu Ende der 8ten Claſſe angefuͤhrten
merken wir noch:

A

Ein Goldftuͤck von 10 Dukaten. Das halbe Bild des Koͤnigs, in der Rechten das Scepter,
und mit der Linken das Degengefaͤs haltend. Stephanus. D. G. Rex. Polo. niæ.1586.
Mag. nus D. ux. Li.thuaniæ. Rev. Das ganze Stadtwapen, mit den Loͤwen zu Schild-
haltern, und darunter 1586. Monet. noua. aurea. ciuitat. Rigens.

c

Ein Dreygroſchenſtuͤck. Des Koͤnigs Bildnis Steph. D. G. Rex. Pol. Rev. Das ganze1586.
Stadtwapen klein. Gros. Arg. Trip. Civi. Rige.

A

Ein Goldſtuͤck von 10 Dukaten. Der Koͤnig in ganzer Poſitur geharniſcht, in der Rechten1592.
das Scepter haltend, mit der Linken den Degen anfaſſend. Sigismundus III. D. G. Rex
Pol. M. D. Lit.
Rev. Das ganze Stadtwapen, darunter 1592. Moneta noua aurea
Ciuitat. Rigenſis.

e

Um dieſe Zeit fangen die ſigismundiſchen Dreygroſchenſtuͤcke der Stadt an. Alle haben1588.
das Kopfſtuͤck des Koͤnigs in der Krone, und die Umſchrift: Sig. III. D. G. Rex Po. D.ux
Li.thuaniæ
oder M.agnus D. L. Auf dem Revers iſt eine III, unter ſelbiger das ganze
Stadtwapen im kleinen, und neben ſolcher das Jahr. Die Unterſchrift lautet: Gros.ſus.
Arg. Trip.lex ciui. tatis Rige.
und bey dieſem Worte die Garbe als das Wapen der Koͤ-
nige aus dem Hauſe Vaſa. Sie ſind je aͤlter, je beſſer. Man findet ſie von 1588,
1589, 90, 91, 92, 94, 96, 97, 98, 1600, bis 1621, davon die beiden letzten Jahre merklich
ſchlecht fallen. Wir nennen ſie hier gemeiniglich Marke. Sie ſind alſo von den Mar-
ken
der Ordenszeit ſehr unterſchieden; denn ſie halten nur 2 Ferdinge. Ein Ferding aber
in dieſen neuern Muͤnzen iſt kaum der 5te Theil eines alten Ferdings der vorigen Ta-
bellen.

Th

Eine groſſe ſilberne Medaille auſ die ſchwediſche Eroberung der Stadt Riga. Der Koͤ-1621.
nig Guſtav Adolph zu Pferde mit dem Commandoſtab; um ſich her das ſchwediſche
Lager vor der ſehr fein geſtochenen Stadt Riga. Ueber einigen Wolken 2 Engel, ſo ei-
ne Krone uͤber ſeinem Haupte halten. Unten mit dem Namen des Medailleurs S. D.
Die Umſchrift heiſt Guſtauus Adolphus Magnus Dei Gratia Suecor. Gothor. et Vanda-
lor. Rex Auguſtus.
Rev. Die ganze Stadt Riga nach der Seite der Duͤne ſehr ſauber
entworfen, mit dem Flus und dem ſchwediſchen Lager. Ueber den Wolken das groͤſ-
ſere Stadtwapen mit den Loͤwen zu Schildhaltern, welches von 2 Engeln mit einem ſchwe-
benden Siegeskranz gekroͤnet wird. Unten der Name des Muͤnzdirectors. H.ermann
W.inckelmann.
Die Umſchrift enthaͤlt die Zahrzahl:

rIga DeVICta VICtorIa VenIt ab aXe
LaVrV VbI gVſtaVI CInXIt raD Iante CapIL Los.

Der Stempel dieſer Medaille iſt ungemein ſauber. Sie wieget 4 Loth und hat die
Groͤſſe eines Doppelthalers. Man hat ſie auch in Gold.

A

Ein Dukate. Des Koͤnigs Bruſtbild Guſtav. Adol. D. G. Rex. Sve. Got. V. Rev.1621.
Das ganze Stadtwapen. Mone. no. aur. ciui. Rigenſis. 1621.

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O o o o 2
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[329/0347] ſo zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepraͤget worden. pel oft einige Buchſtaben uͤber den Rand gebracht, und daher WIKYE gerathen wor- den; ſo man hat ſie fuͤr eine hapſalſche oder oeſelſche angeſehen. Die Muͤnzen des Stifts Wisbu haben ſtat des Balkens eine zierliche Lilie. Mod. Annus Diejenige Blechmuͤnze, welche ſonſt dem erſten Biſchof Albert zugeeignet wird, iſt in der Chronik gleich vorne beſchrieben. Von einigen andern Bracteaten aus feinem Sil- ber, die einen Menſchenkopf unter einem Stadtthor zeigen, und keine Umſchrift haben, iſt ungewis, ob man ſie den lieflaͤndiſchen beilegen kan, ohnerachtet ſie in Liefland ehe- mals gefunden worden. Da auch die alten daͤniſchen wegen des dannebrogiſchen Kreuzes und den 3 Loͤwen leicht fuͤr revelſche Muͤnzen aufbehalten werden, ſo haben Lieb- haber derſelben Verwechſelung wohl zu verhuͤten. Ueberhaupt faͤlt es ſchwer, aus der faſt unzehlbaren Menge aͤhnlicher Muͤnzen alle die Kenzeichen anzugeben, um Ungeuͤbten den Jrthum zu benehmen, wozu eine vergriffene oder verblaſte Umſchrift verleiten kan. Neuere Muͤnzen. Es wird einigen Liebhabern nicht unangenehm fallen, wenn wir die Folge der neuern Muͤn- zen in dieſen Laͤndern vorſtellen, welche ſich fuͤglich in 4 Abhandlungen anbringen laſſen, die aber alle viere eben darum, daß ſie neu, wenig geſamlet werden, dennoch rar nnd ſchwer aufzutreiben ſind, ſehr mangelhaft erſcheinen. Jnsbeſondre laſſen ſich die kleinſten auch von mehrern Jahren noch hier und da von ohngefehr finden, wenn ſie ſorgfaͤltiger auf- geſuchet wuͤrden. I. Muͤnzen der Stadt Riga unter ihren Koͤnigen, wobey man die ſchoͤne Samlung des Rathsherrn zu Riga, Herrn George Chri- ſtoph Andreaͤ zum Grunde geleget, ſelbige aber aus des Herrn Rentmeiſters Olderog- ge Vorrath anſehnlich vermehret hat. Auſſer denen zu Ende der 8ten Claſſe angefuͤhrten merken wir noch: Ein Goldftuͤck von 10 Dukaten. Das halbe Bild des Koͤnigs, in der Rechten das Scepter, und mit der Linken das Degengefaͤs haltend. Stephanus. D. G. Rex. Polo. niæ. Mag. nus D. ux. Li.thuaniæ. Rev. Das ganze Stadtwapen, mit den Loͤwen zu Schild- haltern, und darunter 1586. Monet. noua. aurea. ciuitat. Rigens. 1586. Ein Dreygroſchenſtuͤck. Des Koͤnigs Bildnis Steph. D. G. Rex. Pol. Rev. Das ganze Stadtwapen klein. Gros. Arg. Trip. Civi. Rige. 1586. Ein Goldſtuͤck von 10 Dukaten. Der Koͤnig in ganzer Poſitur geharniſcht, in der Rechten das Scepter haltend, mit der Linken den Degen anfaſſend. Sigismundus III. D. G. Rex Pol. M. D. Lit. Rev. Das ganze Stadtwapen, darunter 1592. Moneta noua aurea Ciuitat. Rigenſis. 1592. Um dieſe Zeit fangen die ſigismundiſchen Dreygroſchenſtuͤcke der Stadt an. Alle haben das Kopfſtuͤck des Koͤnigs in der Krone, und die Umſchrift: Sig. III. D. G. Rex Po. D.ux Li.thuaniæ oder M.agnus D. L. Auf dem Revers iſt eine III, unter ſelbiger das ganze Stadtwapen im kleinen, und neben ſolcher das Jahr. Die Unterſchrift lautet: Gros.ſus. Arg. Trip.lex ciui. tatis Rige. und bey dieſem Worte die Garbe als das Wapen der Koͤ- nige aus dem Hauſe Vaſa. Sie ſind je aͤlter, je beſſer. Man findet ſie von 1588, 1589, 90, 91, 92, 94, 96, 97, 98, 1600, bis 1621, davon die beiden letzten Jahre merklich ſchlecht fallen. Wir nennen ſie hier gemeiniglich Marke. Sie ſind alſo von den Mar- ken der Ordenszeit ſehr unterſchieden; denn ſie halten nur 2 Ferdinge. Ein Ferding aber in dieſen neuern Muͤnzen iſt kaum der 5te Theil eines alten Ferdings der vorigen Ta- bellen. 1588. Eine groſſe ſilberne Medaille auſ die ſchwediſche Eroberung der Stadt Riga. Der Koͤ- nig Guſtav Adolph zu Pferde mit dem Commandoſtab; um ſich her das ſchwediſche Lager vor der ſehr fein geſtochenen Stadt Riga. Ueber einigen Wolken 2 Engel, ſo ei- ne Krone uͤber ſeinem Haupte halten. Unten mit dem Namen des Medailleurs S. D. Die Umſchrift heiſt Guſtauus Adolphus Magnus Dei Gratia Suecor. Gothor. et Vanda- lor. Rex Auguſtus. Rev. Die ganze Stadt Riga nach der Seite der Duͤne ſehr ſauber entworfen, mit dem Flus und dem ſchwediſchen Lager. Ueber den Wolken das groͤſ- ſere Stadtwapen mit den Loͤwen zu Schildhaltern, welches von 2 Engeln mit einem ſchwe- benden Siegeskranz gekroͤnet wird. Unten der Name des Muͤnzdirectors. H.ermann W.inckelmann. Die Umſchrift enthaͤlt die Zahrzahl: 1621. rIga DeVICta VICtorIa VenIt ab aXe LaVrV VbI gVſtaVI CInXIt raD Iante CapIL Los. Der Stempel dieſer Medaille iſt ungemein ſauber. Sie wieget 4 Loth und hat die Groͤſſe eines Doppelthalers. Man hat ſie auch in Gold. Ein Dukate. Des Koͤnigs Bruſtbild Guſtav. Adol. D. G. Rex. Sve. Got. V. Rev. Das ganze Stadtwapen. Mone. no. aur. ciui. Rigenſis. 1621. 1621. Ein O o o o 2

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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753, S. 329. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753/347>, abgerufen am 21.05.2019.