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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753.

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Erzb. Albert. zur Zeit der Regierung des Anno v. Sangerhausen.

Am 7. August vermehrte also Myndow die vorige Schenkung, damit der1529
Orden ihn und seine rechtmäßigen Erben beym Reiche schützen möchte. Er ver-
machte über dis ganz Denow, so auch einige Jecwesin*) nennen, an densel-
ben, doch behielt der König Sentane, Dernen, Crosinen, den Hof Gri-
bunthin,
und drey andre Dörfer in Weltzow für sich: weiter verschenkte er
ganz Schalowen, ganz Samoythen, ausser was im letztern Lande dem Bi-
schof von Litthauen gehöret, bestätigte auch dem Orden den künftigen Besitz aller
beweglichen und unbeweglichen Güter, die seine Erben einmal ganz, oder zum Theil,
den Brüdern vermachen würden.

Jn Betrachtung der von dem Orden auf sein Reich gewandten Unkosten,1260
vermachte Myndow, im Fall er ohne Erben abgehen solte, sein ganzes König-
reich Litthauen nebst allen herumliegenden Ländern, mit Genehmhaltung seiner
Erben und edlen Männer, an den Orden in Liefland, doch ohne Nachtheil der
bischöflichen Länder und Rechte. Gegeben auf dem königlichen Schlosse Lit-
thauen
mitten im Junius. Als Zeugen sind angeführet der Bischof von Culm,
Meister Andreas und seine Brüder, Langutin, des Königs Schwestermann,
Lygeike, Schabbe, Bie, Bune, dessen Barone und Blutsverwandte,
Parbuse von Nerä, Gerdine von Nailsä, Vege, Vesegele und Parbu-
se
der jüngere. Von den Predigermönchen, Bruder Snideram, von den
Minoriten, Bruder Adolph, seine Gehülfen und andere Redliche mehr.

Jm dritten Jahre seiner Meisterschaft ward er nach Preussen an die Stelle
des alten Pappo von Osterna zum Hochmeister berufen, wobey er noch grossen
Ruhm erworben. b)

Der neunte Ordensmeister in Liefland deutschen
Ordens,
Burchard von Hornhausen
a).

Diesen Herrn mahlet uns Pet. v. Duisburg als einen sehr leutseligen1261
und bey jederman beliebten Man ab, dem es aber andre als eine
Verwegenheit auslegen, daß er sich 3 wilde Nationen, die
Semgallier, Litthauer und Samogiten auf einmal auf

den
Juta nach Preussen kommen lassen, die sich aber von der Beschuldigung einer unkeu-
schen That mit Tragung eines glüenden Dreifusses befreien müssen, worauf sie die
Kranken gewartet, und weil ihr Christus etliche mal erschienen, als eine Heilige geehret
worden sey. Siehe Hartknoch über den Duisburger S. 212. Andreas von
Stuckland schreibt sich auch in lateinischen und deutschen Documenten Frater Anno
Magister,
zum Beweis, daß Anno ein eigener Vorname gewesen.
*) Jecwesin ist eine littauische Landschaft, deren Völker Jaczwingi heissen. Dlugoß verlegt sie
in Preussen. Cromer de origine et rebus gestis Pelonorum lib. 9 wil, daß sie Boleslaus
Pudicus
b) Strubicz wil, daß er auf seinem Rückzuge aus Samogitien erschlagen worden, da
er doch noch lange in Preussen regieret. Jn Absicht des Jahrs, in welchem er aus
Liefland gezogen, sind die Nachrichten sehr widersprechend. Russov und
Kelch melden es beym Jahr 1261, obgleich Schurtzfleisch aus Uebereilung Kelchen
die Jahrzahl 1258 zuschreibet. Henneberger nimt 1263 an, und daher führt Hart-
knoch
S. 289 im alt und neuen Preussen ihn im Jahr 1263 nach Preussen, und
giebt seinem Amtsfolger mit dem Duisburger, eine Seite vorher, schon 1258 Abschied,
welches gegen die Urkunden streitet.
a) Thytr. nent ihn Barchard v. Lorhusen, die Handschr. von den Herrmeist. v. Orhusen,
Michov
l. 3, c. 55, Heinr. v. Hornsnuzzen, Guagnini v. Hornshusen, Kojalowicz
Burgard
P
Erzb. Albert. zur Zeit der Regierung des Anno v. Sangerhauſen.

Am 7. Auguſt vermehrte alſo Myndow die vorige Schenkung, damit der1529
Orden ihn und ſeine rechtmaͤßigen Erben beym Reiche ſchuͤtzen moͤchte. Er ver-
machte uͤber dis ganz Denow, ſo auch einige Jecweſin*) nennen, an denſel-
ben, doch behielt der Koͤnig Sentane, Dernen, Croſinen, den Hof Gri-
bunthin,
und drey andre Doͤrfer in Weltzow fuͤr ſich: weiter verſchenkte er
ganz Schalowen, ganz Samoythen, auſſer was im letztern Lande dem Bi-
ſchof von Litthauen gehoͤret, beſtaͤtigte auch dem Orden den kuͤnftigen Beſitz aller
beweglichen und unbeweglichen Guͤter, die ſeine Erben einmal ganz, oder zum Theil,
den Bruͤdern vermachen wuͤrden.

Jn Betrachtung der von dem Orden auf ſein Reich gewandten Unkoſten,1260
vermachte Myndow, im Fall er ohne Erben abgehen ſolte, ſein ganzes Koͤnig-
reich Litthauen nebſt allen herumliegenden Laͤndern, mit Genehmhaltung ſeiner
Erben und edlen Maͤnner, an den Orden in Liefland, doch ohne Nachtheil der
biſchoͤflichen Laͤnder und Rechte. Gegeben auf dem koͤniglichen Schloſſe Lit-
thauen
mitten im Junius. Als Zeugen ſind angefuͤhret der Biſchof von Culm,
Meiſter Andreas und ſeine Bruͤder, Langutin, des Koͤnigs Schweſtermann,
Lygeike, Schabbe, Bie, Bune, deſſen Barone und Blutsverwandte,
Parbuſe von Neraͤ, Gerdine von Nailſaͤ, Vege, Veſegele und Parbu-
ſe
der juͤngere. Von den Predigermoͤnchen, Bruder Snideram, von den
Minoriten, Bruder Adolph, ſeine Gehuͤlfen und andere Redliche mehr.

Jm dritten Jahre ſeiner Meiſterſchaft ward er nach Preuſſen an die Stelle
des alten Pappo von Oſterna zum Hochmeiſter berufen, wobey er noch groſſen
Ruhm erworben. b)

Der neunte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen
Ordens,
Burchard von Hornhauſen
a).

Dieſen Herrn mahlet uns Pet. v. Duisburg als einen ſehr leutſeligen1261
und bey jederman beliebten Man ab, dem es aber andre als eine
Verwegenheit auslegen, daß er ſich 3 wilde Nationen, die
Semgallier, Litthauer und Samogiten auf einmal auf

den
Juta nach Preuſſen kommen laſſen, die ſich aber von der Beſchuldigung einer unkeu-
ſchen That mit Tragung eines gluͤenden Dreifuſſes befreien muͤſſen, worauf ſie die
Kranken gewartet, und weil ihr Chriſtus etliche mal erſchienen, als eine Heilige geehret
worden ſey. Siehe Hartknoch uͤber den Duisburger S. 212. Andreas von
Stuckland ſchreibt ſich auch in lateiniſchen und deutſchen Documenten Frater Anno
Magiſter,
zum Beweis, daß Anno ein eigener Vorname geweſen.
*) Jecweſin iſt eine littauiſche Landſchaft, deren Voͤlker Jaczwingi heiſſen. Dlugoß verlegt ſie
in Preuſſen. Cromer de origine et rebus geſtis Pelonorum lib. 9 wil, daß ſie Boleslaus
Pudicus
b) Strubicz wil, daß er auf ſeinem Ruͤckzuge aus Samogitien erſchlagen worden, da
er doch noch lange in Preuſſen regieret. Jn Abſicht des Jahrs, in welchem er aus
Liefland gezogen, ſind die Nachrichten ſehr widerſprechend. Ruſſov und
Kelch melden es beym Jahr 1261, obgleich Schurtzfleiſch aus Uebereilung Kelchen
die Jahrzahl 1258 zuſchreibet. Henneberger nimt 1263 an, und daher fuͤhrt Hart-
knoch
S. 289 im alt und neuen Preuſſen ihn im Jahr 1263 nach Preuſſen, und
giebt ſeinem Amtsfolger mit dem Duisburger, eine Seite vorher, ſchon 1258 Abſchied,
welches gegen die Urkunden ſtreitet.
a) Thytr. nent ihn Barchard v. Lorhuſen, die Handſchr. von den Herrmeiſt. v. Orhuſen,
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l. 3, c. 55, Heinr. v. Hornſnuzzen, Guagnini v. Hornshuſen, Kojalowicz
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[57/0075] Erzb. Albert. zur Zeit der Regierung des Anno v. Sangerhauſen. Am 7. Auguſt vermehrte alſo Myndow die vorige Schenkung, damit der Orden ihn und ſeine rechtmaͤßigen Erben beym Reiche ſchuͤtzen moͤchte. Er ver- machte uͤber dis ganz Denow, ſo auch einige Jecweſin *) nennen, an denſel- ben, doch behielt der Koͤnig Sentane, Dernen, Croſinen, den Hof Gri- bunthin, und drey andre Doͤrfer in Weltzow fuͤr ſich: weiter verſchenkte er ganz Schalowen, ganz Samoythen, auſſer was im letztern Lande dem Bi- ſchof von Litthauen gehoͤret, beſtaͤtigte auch dem Orden den kuͤnftigen Beſitz aller beweglichen und unbeweglichen Guͤter, die ſeine Erben einmal ganz, oder zum Theil, den Bruͤdern vermachen wuͤrden. 1529 Jn Betrachtung der von dem Orden auf ſein Reich gewandten Unkoſten, vermachte Myndow, im Fall er ohne Erben abgehen ſolte, ſein ganzes Koͤnig- reich Litthauen nebſt allen herumliegenden Laͤndern, mit Genehmhaltung ſeiner Erben und edlen Maͤnner, an den Orden in Liefland, doch ohne Nachtheil der biſchoͤflichen Laͤnder und Rechte. Gegeben auf dem koͤniglichen Schloſſe Lit- thauen mitten im Junius. Als Zeugen ſind angefuͤhret der Biſchof von Culm, Meiſter Andreas und ſeine Bruͤder, Langutin, des Koͤnigs Schweſtermann, Lygeike, Schabbe, Bie, Bune, deſſen Barone und Blutsverwandte, Parbuſe von Neraͤ, Gerdine von Nailſaͤ, Vege, Veſegele und Parbu- ſe der juͤngere. Von den Predigermoͤnchen, Bruder Snideram, von den Minoriten, Bruder Adolph, ſeine Gehuͤlfen und andere Redliche mehr. 1260 Jm dritten Jahre ſeiner Meiſterſchaft ward er nach Preuſſen an die Stelle des alten Pappo von Oſterna zum Hochmeiſter berufen, wobey er noch groſſen Ruhm erworben. b) Der neunte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Burchard von Hornhauſen a). Dieſen Herrn mahlet uns Pet. v. Duisburg als einen ſehr leutſeligen und bey jederman beliebten Man ab, dem es aber andre als eine Verwegenheit auslegen, daß er ſich 3 wilde Nationen, die Semgallier, Litthauer und Samogiten auf einmal auf den a) 1261 *) Jecweſin iſt eine littauiſche Landſchaft, deren Voͤlker Jaczwingi heiſſen. Dlugoß verlegt ſie in Preuſſen. Cromer de origine et rebus geſtis Pelonorum lib. 9 wil, daß ſie Boleslaus Pudicus b) Strubicz wil, daß er auf ſeinem Ruͤckzuge aus Samogitien erſchlagen worden, da er doch noch lange in Preuſſen regieret. Jn Abſicht des Jahrs, in welchem er aus Liefland gezogen, ſind die Nachrichten ſehr widerſprechend. Ruſſov und Kelch melden es beym Jahr 1261, obgleich Schurtzfleiſch aus Uebereilung Kelchen die Jahrzahl 1258 zuſchreibet. Henneberger nimt 1263 an, und daher fuͤhrt Hart- knoch S. 289 im alt und neuen Preuſſen ihn im Jahr 1263 nach Preuſſen, und giebt ſeinem Amtsfolger mit dem Duisburger, eine Seite vorher, ſchon 1258 Abſchied, welches gegen die Urkunden ſtreitet. a) Thytr. nent ihn Barchard v. Lorhuſen, die Handſchr. von den Herrmeiſt. v. Orhuſen, Michov l. 3, c. 55, Heinr. v. Hornſnuzzen, Guagnini v. Hornshuſen, Kojalowicz Burgard a) Juta nach Preuſſen kommen laſſen, die ſich aber von der Beſchuldigung einer unkeu- ſchen That mit Tragung eines gluͤenden Dreifuſſes befreien muͤſſen, worauf ſie die Kranken gewartet, und weil ihr Chriſtus etliche mal erſchienen, als eine Heilige geehret worden ſey. Siehe Hartknoch uͤber den Duisburger S. 212. Andreas von Stuckland ſchreibt ſich auch in lateiniſchen und deutſchen Documenten Frater Anno Magiſter, zum Beweis, daß Anno ein eigener Vorname geweſen. P

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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753, S. 57. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753/75>, abgerufen am 27.05.2019.