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Leupold, Jacob: Theatrum Machinarvm Generale. Schau-Platz Des Grundes Mechanischer Wissenschafften. Leipzig, 1724.

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Cap. XVIII. von der Camera AEolia. Tab. XLII.
§. 337.

Die Structur des Fasses, und seine Zubereitung ist diese:

A B C D Fig. III. Tab. XLVII. ist das Faß im Profil, E F G eine runde oder
viereckigte Röhre, so biß über die Mitte des Fasses gehet, H ein Kasten, der in J K einen har-
ten Stein hat, auf den das Wasser aus der Röhre E F G fället, L ein Loch unten im Bo-
den, durch welches das Wasser wieder abfliesset, dieses muß mit einem Schieber gemachet wer-
den, daß man solches weiter und enger machen kan, oder es wird dieses nicht so gar groß gema-
chet, und darbey, als in M noch ein Hahn mit einem weiten Loche, den man auf- und zuschlies-
sen kan. Denn der Ablauff des Wassers muß gar genau mit der Krafft und Höhe des einflies-
senden Wassers proportioniret seyn, denn ist die Oeffnung zu weit, so lauffet das Wasser
zu schnell heraus, und mit ihm zugleich auch die gemachte Lufft; ist der Abfall M zu enge, so
häuffet sich das Wasser, und läuffet in das Rohr N, dadurch nur Lufft kommen soll. Wei-
ter sind zwey oder drey Zapffen oder Hähne, als P O nöthig, damit man erfahren kan wie
hoch das Wasser stehet, denn wenn O heraus gezogen wird, muß Wasser folgen, weil das
Wasser allezeit darüber stehen soll, und wenn P gezogen wird, muß Lufft heraus kommen,
weil das Wasser niemahlen so hoch steigen soll. N ist die Röhre, in welcher die aus dem Was-
ser gemachte Lufft abgeführet wird. Q die Röhre, daran das Wasser continuirlich zu-
fliesset, bey E muß es offen seyn, damit man allezeit sehen kan, ob die Röhre durchaus voll ist,
R zeiget den Schieber im Boden an.

§. 338.

Zum Beschluß folgen noch vier Arten von Wind-Kammern des Pater
Schotts,
so er in obangezogem Orte zu Orgelwercken gezeichnet hat.

Als Figura IV. fället das Wasser erstlich durch einen starcken Schuß aus der Rinne
B in eine Schahle A, wodurch aber schon viel Lufft verlohren gehet, untenher fället das
Wasser in ein Gefäß voller Wasser C, welches zwar nicht unrecht, aber es muß solches nicht
tieff seyn, zu unterst in b ist ein Röhrlein zum Abfall, alleine weil man solches nicht enger
noch weiter machen kan, dienet es auch nicht, überdies ist auch die Zeichnung nicht recht, denn
das Wasser muß ein gut Theil über diese Oeffnung stehen.

§. 339.

Fig. V. stellet ein ander metallenes Gefäß vor, da das Wasser zur Seite bey A ein-
fället, und in B wieder ablauffet, bey C aber die Lufft sich abführet. D und E sind
zwey Böden mit subtilen Löchern, welche verhindern sollen, daß nicht so viel Wasser mit der
Lufft hinauf zum Rohr C steigen kan. Denn dieses Werck den Wind zu einer Orgel
verschaffen soll.

§. 340.

Fig. VI. differiret vom vom vorigen darinnen, daß die Röhre, dadurch das Wasser
herab fällt, A C als eine Schnecke gewunden, weil aber solches mit denen Principiis nicht
überein kommet, so halte hiervon auch nichts.

§. 341.

Sonsten sind solche Machinen in Italien sehr gebräuchlich, und schreibet P. Schotte,
daß sich derer die Schmiede und dergleichen Leute zu ihren Feuren bedienten. Hier zu Lande
hat man solche vor einiger Zeit im Ertzgebürge, Wetter dadurch in die Gruben zu bringen, ap-
plici
ret; weil aber vernommen, daß die Leute viel Mühe damit gehabt, indem sie solches nur
empirice angefangen, als habe derowegen einen hohen Berg-Officier einige Nachricht,
meist wie sie hier befindlich, aufgesetzet, und unterthänigst communiciret.

§. 342.
Cap. XVIII. von der Camera Æolia. Tab. XLII.
§. 337.

Die Structur des Faſſes, und ſeine Zubereitung iſt dieſe:

A B C D Fig. III. Tab. XLVII. iſt das Faß im Profil, E F G eine runde oder
viereckigte Roͤhre, ſo biß uͤber die Mitte des Faſſes gehet, H ein Kaſten, der in J K einen har-
ten Stein hat, auf den das Waſſer aus der Roͤhre E F G faͤllet, L ein Loch unten im Bo-
den, durch welches das Waſſer wieder abflieſſet, dieſes muß mit einem Schieber gemachet wer-
den, daß man ſolches weiter und enger machen kan, oder es wird dieſes nicht ſo gar groß gema-
chet, und darbey, als in M noch ein Hahn mit einem weiten Loche, den man auf- und zuſchlieſ-
ſen kan. Denn der Ablauff des Waſſers muß gar genau mit der Krafft und Hoͤhe des einflieſ-
ſenden Waſſers proportioniret ſeyn, denn iſt die Oeffnung zu weit, ſo lauffet das Waſſer
zu ſchnell heraus, und mit ihm zugleich auch die gemachte Lufft; iſt der Abfall M zu enge, ſo
haͤuffet ſich das Waſſer, und laͤuffet in das Rohr N, dadurch nur Lufft kommen ſoll. Wei-
ter ſind zwey oder drey Zapffen oder Haͤhne, als P O noͤthig, damit man erfahren kan wie
hoch das Waſſer ſtehet, denn wenn O heraus gezogen wird, muß Waſſer folgen, weil das
Waſſer allezeit daruͤber ſtehen ſoll, und wenn P gezogen wird, muß Lufft heraus kommen,
weil das Waſſer niemahlen ſo hoch ſteigen ſoll. N iſt die Roͤhre, in welcher die aus dem Waſ-
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flieſſet, bey E muß es offen ſeyn, damit man allezeit ſehen kan, ob die Roͤhre durchaus voll iſt,
R zeiget den Schieber im Boden an.

§. 338.

Zum Beſchluß folgen noch vier Arten von Wind-Kammern des Pater
Schotts,
ſo er in obangezogem Orte zu Orgelwercken gezeichnet hat.

Als Figura IV. faͤllet das Waſſer erſtlich durch einen ſtarcken Schuß aus der Rinne
B in eine Schahle A, wodurch aber ſchon viel Lufft verlohren gehet, untenher faͤllet das
Waſſer in ein Gefaͤß voller Waſſer C, welches zwar nicht unrecht, aber es muß ſolches nicht
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noch weiter machen kan, dienet es auch nicht, uͤberdies iſt auch die Zeichnung nicht recht, denn
das Waſſer muß ein gut Theil uͤber dieſe Oeffnung ſtehen.

§. 339.

Fig. V. ſtellet ein ander metallenes Gefaͤß vor, da das Waſſer zur Seite bey A ein-
faͤllet, und in B wieder ablauffet, bey C aber die Lufft ſich abfuͤhret. D und E ſind
zwey Boͤden mit ſubtilen Loͤchern, welche verhindern ſollen, daß nicht ſo viel Waſſer mit der
Lufft hinauf zum Rohr C ſteigen kan. Denn dieſes Werck den Wind zu einer Orgel
verſchaffen ſoll.

§. 340.

Fig. VI. differiret vom vom vorigen darinnen, daß die Roͤhre, dadurch das Waſſer
herab faͤllt, A C als eine Schnecke gewunden, weil aber ſolches mit denen Principiis nicht
uͤberein kommet, ſo halte hiervon auch nichts.

§. 341.

Sonſten ſind ſolche Machinen in Italien ſehr gebraͤuchlich, und ſchreibet P. Schotte,
daß ſich derer die Schmiede und dergleichen Leute zu ihren Feuren bedienten. Hier zu Lande
hat man ſolche vor einiger Zeit im Ertzgebuͤrge, Wetter dadurch in die Gruben zu bringen, ap-
plici
ret; weil aber vernommen, daß die Leute viel Muͤhe damit gehabt, indem ſie ſolches nur
empirice angefangen, als habe derowegen einen hohen Berg-Officier einige Nachricht,
meiſt wie ſie hier befindlich, aufgeſetzet, und unterthaͤnigſt communiciret.

§. 342.
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[139/0159] Cap. XVIII. von der Camera Æolia. Tab. XLII. §. 337. Die Structur des Faſſes, und ſeine Zubereitung iſt dieſe: A B C D Fig. III. Tab. XLVII. iſt das Faß im Profil, E F G eine runde oder viereckigte Roͤhre, ſo biß uͤber die Mitte des Faſſes gehet, H ein Kaſten, der in J K einen har- ten Stein hat, auf den das Waſſer aus der Roͤhre E F G faͤllet, L ein Loch unten im Bo- den, durch welches das Waſſer wieder abflieſſet, dieſes muß mit einem Schieber gemachet wer- den, daß man ſolches weiter und enger machen kan, oder es wird dieſes nicht ſo gar groß gema- chet, und darbey, als in M noch ein Hahn mit einem weiten Loche, den man auf- und zuſchlieſ- ſen kan. Denn der Ablauff des Waſſers muß gar genau mit der Krafft und Hoͤhe des einflieſ- ſenden Waſſers proportioniret ſeyn, denn iſt die Oeffnung zu weit, ſo lauffet das Waſſer zu ſchnell heraus, und mit ihm zugleich auch die gemachte Lufft; iſt der Abfall M zu enge, ſo haͤuffet ſich das Waſſer, und laͤuffet in das Rohr N, dadurch nur Lufft kommen ſoll. Wei- ter ſind zwey oder drey Zapffen oder Haͤhne, als P O noͤthig, damit man erfahren kan wie hoch das Waſſer ſtehet, denn wenn O heraus gezogen wird, muß Waſſer folgen, weil das Waſſer allezeit daruͤber ſtehen ſoll, und wenn P gezogen wird, muß Lufft heraus kommen, weil das Waſſer niemahlen ſo hoch ſteigen ſoll. N iſt die Roͤhre, in welcher die aus dem Waſ- ſer gemachte Lufft abgefuͤhret wird. Q die Roͤhre, daran das Waſſer continuirlich zu- flieſſet, bey E muß es offen ſeyn, damit man allezeit ſehen kan, ob die Roͤhre durchaus voll iſt, R zeiget den Schieber im Boden an. §. 338. Zum Beſchluß folgen noch vier Arten von Wind-Kammern des Pater Schotts, ſo er in obangezogem Orte zu Orgelwercken gezeichnet hat. Als Figura IV. faͤllet das Waſſer erſtlich durch einen ſtarcken Schuß aus der Rinne B in eine Schahle A, wodurch aber ſchon viel Lufft verlohren gehet, untenher faͤllet das Waſſer in ein Gefaͤß voller Waſſer C, welches zwar nicht unrecht, aber es muß ſolches nicht tieff ſeyn, zu unterſt in b iſt ein Roͤhrlein zum Abfall, alleine weil man ſolches nicht enger noch weiter machen kan, dienet es auch nicht, uͤberdies iſt auch die Zeichnung nicht recht, denn das Waſſer muß ein gut Theil uͤber dieſe Oeffnung ſtehen. §. 339. Fig. V. ſtellet ein ander metallenes Gefaͤß vor, da das Waſſer zur Seite bey A ein- faͤllet, und in B wieder ablauffet, bey C aber die Lufft ſich abfuͤhret. D und E ſind zwey Boͤden mit ſubtilen Loͤchern, welche verhindern ſollen, daß nicht ſo viel Waſſer mit der Lufft hinauf zum Rohr C ſteigen kan. Denn dieſes Werck den Wind zu einer Orgel verſchaffen ſoll. §. 340. Fig. VI. differiret vom vom vorigen darinnen, daß die Roͤhre, dadurch das Waſſer herab faͤllt, A C als eine Schnecke gewunden, weil aber ſolches mit denen Principiis nicht uͤberein kommet, ſo halte hiervon auch nichts. §. 341. Sonſten ſind ſolche Machinen in Italien ſehr gebraͤuchlich, und ſchreibet P. Schotte, daß ſich derer die Schmiede und dergleichen Leute zu ihren Feuren bedienten. Hier zu Lande hat man ſolche vor einiger Zeit im Ertzgebuͤrge, Wetter dadurch in die Gruben zu bringen, ap- pliciret; weil aber vernommen, daß die Leute viel Muͤhe damit gehabt, indem ſie ſolches nur empirice angefangen, als habe derowegen einen hohen Berg-Officier einige Nachricht, meiſt wie ſie hier befindlich, aufgeſetzet, und unterthaͤnigſt communiciret. §. 342.

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Zitationshilfe: Leupold, Jacob: Theatrum Machinarvm Generale. Schau-Platz Des Grundes Mechanischer Wissenschafften. Leipzig, 1724, S. 139. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/leupold_theatrum_1724/159>, abgerufen am 20.07.2019.