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Leupold, Jacob: Theatrum Machinarvm Generale. Schau-Platz Des Grundes Mechanischer Wissenschafften. Leipzig, 1724.

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Cap. XVIII. von Wind-Waagen. Tab. XLIIX.
aber, wenn das Gefäß oben weit ist, nicht sehen kan, aber durch eine sogenannte AEolopila
oder Wind-Kugel gar offenbahrlich erscheinet, dergleichen Kugel auf einen Kohl-Feuer zeiget
Fig. IIX. Tab. XLVII. da A eine starcke küpfferne Kugel, B ein dergleichen Rohr, so
bey C ein sehr enges Löchlein hat, D ein Rädlein, so der Wind, so aus dieser Kugel, wenn sie
auf dem Feuer E lieget, gehet, umtreibet. Und wird zum Gebrauch solche Kugel erstlich et-
was heiß gemachet, und mit dem Rohr ins Wasser gestecket, so füllet sich solche, so bald sie kalt
wird, sie muß aber nur etwa 2/3 voll seyn.

Der Nutzen dieser Kugel ist vielfältig, absonderlich kan damit das Feuer, als wie mit ei-
nem Blase-Balg, angeblasen werden.

§. 347.
Von Wind-Waagen oder Machinen die Stärcke
des Windes zu messen.

Ob schon wegen Ungleichheit und Unbeständigkeit des Windes solcher nicht wohl zu
messen, oder nach solchen Maaß zu appliciren ist, so ist doch nützlich zu wissen: Wie starck
dieser oder jener Wind gewesen? Auch ob eine Machine bey diesem Grad des
Windes thut, was die andere eben bey diesem Grad gethan?

§. 348.
Leupolds Wind-Machine.

Tabula XLIIX. habe die Machine also geordnet:

A B ist eine runde eiserne Stange in A und B mit zween Absätzen, darauff die
Machine ruhet, und sich beweget. C D ein Rahmen von vier Stäben, davon E F
die untersten und C D die obersten seitwärts, die zwey andern dahinter sind nicht zu se-
hen, aber Fig. II. sind alle beyde von oben oder im Grund-Riß, als C D und C D.
Fig. V. a
stehen solche von hinten in ihrer Ordnung, als C C die beyden obern, E E
die beyden untern. Zwischen diesen vier Leisten oder Stäben in G ist ein Bret H mit
acht accuraten runden metallenen Rädlein a a an kleinen glatten Achsen eingesetzet, so,
daß es sich sehr willig hin und her bewegen lässet. Auf diesem Bret J stehet eine Tafel, so
sechs Zoll hoch und zwölff Zoll breit, oder wie man solches anlegen will, perpendicular
aufgerichtet, wie alles Fig. III. perspectivisch zu sehen. Die vier Leisten mit der Tafel
H und J sind auf einem flachen viereckigten Gehäuse K L M N feste, und drehen
sich mit selbem, vermittelst des Bretes P allezeit gegen den Wind, und da stösset der Wind
allwege die Tafel J von Q nach R, und ie weiter, ie stärcker er ist. Und dieser Unter-
scheid wird erhalten durch eine Schnecken-Waltze S, um welche aus dem Centro b eine
Schnur gehet, und ie weiter diese sich auffwindet, ie weiter kömmt solche vom Centro, und
also wird das Gewichte T immer schwehrer zu heben durch die Schnur c d die um die
runde und an der Schnecken S fest gemachte Welle, gewunden ist, und von dar über die
Scheibe e nach dem Wind-Bret oder Tafel J H gehet, und in C feste ist. Das Ge-
häuse K L M N muß so groß gemachet werden, daß die Scheiben f S Gewichte T
und Stange A B darinnen Raum haben. Das Bret P muß nach der Grösse der Ma-
chine
eingerichtet seyn. An die Achse b wird ausser dem Gehäuse auf beyden Seiten eine
Tafel mit Abtheilung und Zeigern gemacht.

§. 349.
Pars Generalis. N n

Cap. XVIII. von Wind-Waagen. Tab. XLIIX.
aber, wenn das Gefaͤß oben weit iſt, nicht ſehen kan, aber durch eine ſogenannte Æolopila
oder Wind-Kugel gar offenbahrlich erſcheinet, dergleichen Kugel auf einen Kohl-Feuer zeiget
Fig. IIX. Tab. XLVII. da A eine ſtarcke kuͤpfferne Kugel, B ein dergleichen Rohr, ſo
bey C ein ſehr enges Loͤchlein hat, D ein Raͤdlein, ſo der Wind, ſo aus dieſer Kugel, wenn ſie
auf dem Feuer E lieget, gehet, umtreibet. Und wird zum Gebrauch ſolche Kugel erſtlich et-
was heiß gemachet, und mit dem Rohr ins Waſſer geſtecket, ſo fuͤllet ſich ſolche, ſo bald ſie kalt
wird, ſie muß aber nur etwa ⅔ voll ſeyn.

Der Nutzen dieſer Kugel iſt vielfaͤltig, abſonderlich kan damit das Feuer, als wie mit ei-
nem Blaſe-Balg, angeblaſen werden.

§. 347.
Von Wind-Waagen oder Machinen die Staͤrcke
des Windes zu meſſen.

Ob ſchon wegen Ungleichheit und Unbeſtaͤndigkeit des Windes ſolcher nicht wohl zu
meſſen, oder nach ſolchen Maaß zu appliciren iſt, ſo iſt doch nuͤtzlich zu wiſſen: Wie ſtarck
dieſer oder jener Wind geweſen? Auch ob eine Machine bey dieſem Grad des
Windes thut, was die andere eben bey dieſem Grad gethan?

§. 348.
Leupolds Wind-Machine.

Tabula XLIIX. habe die Machine alſo geordnet:

A B iſt eine runde eiſerne Stange in A und B mit zween Abſaͤtzen, darauff die
Machine ruhet, und ſich beweget. C D ein Rahmen von vier Staͤben, davon E F
die unterſten und C D die oberſten ſeitwaͤrts, die zwey andern dahinter ſind nicht zu ſe-
hen, aber Fig. II. ſind alle beyde von oben oder im Grund-Riß, als C D und C D.
Fig. V. a
ſtehen ſolche von hinten in ihrer Ordnung, als C C die beyden obern, E E
die beyden untern. Zwiſchen dieſen vier Leiſten oder Staͤben in G iſt ein Bret H mit
acht accuraten runden metallenen Raͤdlein a a an kleinen glatten Achſen eingeſetzet, ſo,
daß es ſich ſehr willig hin und her bewegen laͤſſet. Auf dieſem Bret J ſtehet eine Tafel, ſo
ſechs Zoll hoch und zwoͤlff Zoll breit, oder wie man ſolches anlegen will, perpendicular
aufgerichtet, wie alles Fig. III. perſpectiviſch zu ſehen. Die vier Leiſten mit der Tafel
H und J ſind auf einem flachen viereckigten Gehaͤuſe K L M N feſte, und drehen
ſich mit ſelbem, vermittelſt des Bretes P allezeit gegen den Wind, und da ſtoͤſſet der Wind
allwege die Tafel J von Q nach R, und ie weiter, ie ſtaͤrcker er iſt. Und dieſer Unter-
ſcheid wird erhalten durch eine Schnecken-Waltze S, um welche aus dem Centro b eine
Schnur gehet, und ie weiter dieſe ſich auffwindet, ie weiter koͤmmt ſolche vom Centro, und
alſo wird das Gewichte T immer ſchwehrer zu heben durch die Schnur c d die um die
runde und an der Schnecken S feſt gemachte Welle, gewunden iſt, und von dar uͤber die
Scheibe e nach dem Wind-Bret oder Tafel J H gehet, und in C feſte iſt. Das Ge-
haͤuſe K L M N muß ſo groß gemachet werden, daß die Scheiben f S Gewichte T
und Stange A B darinnen Raum haben. Das Bret P muß nach der Groͤſſe der Ma-
chine
eingerichtet ſeyn. An die Achſe b wird auſſer dem Gehaͤuſe auf beyden Seiten eine
Tafel mit Abtheilung und Zeigern gemacht.

§. 349.
Pars Generalis. N n
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[141/0161] Cap. XVIII. von Wind-Waagen. Tab. XLIIX. aber, wenn das Gefaͤß oben weit iſt, nicht ſehen kan, aber durch eine ſogenannte Æolopila oder Wind-Kugel gar offenbahrlich erſcheinet, dergleichen Kugel auf einen Kohl-Feuer zeiget Fig. IIX. Tab. XLVII. da A eine ſtarcke kuͤpfferne Kugel, B ein dergleichen Rohr, ſo bey C ein ſehr enges Loͤchlein hat, D ein Raͤdlein, ſo der Wind, ſo aus dieſer Kugel, wenn ſie auf dem Feuer E lieget, gehet, umtreibet. Und wird zum Gebrauch ſolche Kugel erſtlich et- was heiß gemachet, und mit dem Rohr ins Waſſer geſtecket, ſo fuͤllet ſich ſolche, ſo bald ſie kalt wird, ſie muß aber nur etwa ⅔ voll ſeyn. Der Nutzen dieſer Kugel iſt vielfaͤltig, abſonderlich kan damit das Feuer, als wie mit ei- nem Blaſe-Balg, angeblaſen werden. §. 347. Von Wind-Waagen oder Machinen die Staͤrcke des Windes zu meſſen. Ob ſchon wegen Ungleichheit und Unbeſtaͤndigkeit des Windes ſolcher nicht wohl zu meſſen, oder nach ſolchen Maaß zu appliciren iſt, ſo iſt doch nuͤtzlich zu wiſſen: Wie ſtarck dieſer oder jener Wind geweſen? Auch ob eine Machine bey dieſem Grad des Windes thut, was die andere eben bey dieſem Grad gethan? §. 348. Leupolds Wind-Machine. Tabula XLIIX. habe die Machine alſo geordnet: A B iſt eine runde eiſerne Stange in A und B mit zween Abſaͤtzen, darauff die Machine ruhet, und ſich beweget. C D ein Rahmen von vier Staͤben, davon E F die unterſten und C D die oberſten ſeitwaͤrts, die zwey andern dahinter ſind nicht zu ſe- hen, aber Fig. II. ſind alle beyde von oben oder im Grund-Riß, als C D und C D. Fig. V. a ſtehen ſolche von hinten in ihrer Ordnung, als C C die beyden obern, E E die beyden untern. Zwiſchen dieſen vier Leiſten oder Staͤben in G iſt ein Bret H mit acht accuraten runden metallenen Raͤdlein a a an kleinen glatten Achſen eingeſetzet, ſo, daß es ſich ſehr willig hin und her bewegen laͤſſet. Auf dieſem Bret J ſtehet eine Tafel, ſo ſechs Zoll hoch und zwoͤlff Zoll breit, oder wie man ſolches anlegen will, perpendicular aufgerichtet, wie alles Fig. III. perſpectiviſch zu ſehen. Die vier Leiſten mit der Tafel H und J ſind auf einem flachen viereckigten Gehaͤuſe K L M N feſte, und drehen ſich mit ſelbem, vermittelſt des Bretes P allezeit gegen den Wind, und da ſtoͤſſet der Wind allwege die Tafel J von Q nach R, und ie weiter, ie ſtaͤrcker er iſt. Und dieſer Unter- ſcheid wird erhalten durch eine Schnecken-Waltze S, um welche aus dem Centro b eine Schnur gehet, und ie weiter dieſe ſich auffwindet, ie weiter koͤmmt ſolche vom Centro, und alſo wird das Gewichte T immer ſchwehrer zu heben durch die Schnur c d die um die runde und an der Schnecken S feſt gemachte Welle, gewunden iſt, und von dar uͤber die Scheibe e nach dem Wind-Bret oder Tafel J H gehet, und in C feſte iſt. Das Ge- haͤuſe K L M N muß ſo groß gemachet werden, daß die Scheiben f S Gewichte T und Stange A B darinnen Raum haben. Das Bret P muß nach der Groͤſſe der Ma- chine eingerichtet ſeyn. An die Achſe b wird auſſer dem Gehaͤuſe auf beyden Seiten eine Tafel mit Abtheilung und Zeigern gemacht. §. 349. Pars Generalis. N n

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Zitationshilfe: Leupold, Jacob: Theatrum Machinarvm Generale. Schau-Platz Des Grundes Mechanischer Wissenschafften. Leipzig, 1724, S. 141. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/leupold_theatrum_1724/161>, abgerufen am 20.07.2019.