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Leupold, Jacob: Theatrum Machinarvm Generale. Schau-Platz Des Grundes Mechanischer Wissenschafften. Leipzig, 1724.

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Cap. XIX. von der Krafft des Feuers. Tab. L.
man die Art sehen kan, wie es tractiret wird, und von des Amontons unterschieden ist. Die
Figur stehet in Profil Tab. L. Figura XI. da a ein Umschweiff von Meßing oder Kupffer
in die 8 bis 9 Zoll tieff und 12 Zoll breit ist, daß dieser Umschweiff und Kasten just in 12 Theile
oder besondere Kästen abgetheilet, und ieder wohl verwahret, daß keine Lufft, ohne durch eine
besondere Röhre, die ieder Kasten hat, heraus, und in einen andern daran befestigten Kasten
weichen kan, wie bey A die Röhre b c ist, und mit dem Theil c in dem andern Kasten ste-
het; dieser Kästen sind gleichfalls 12, und auch verwahret, daß weder Wasser noch Lufft wei-
chen kan, ohne durch die Röhre die von dar durchs Centrum des Rades in einem andern ge-
genüber stehenden Kasten gehet, und ist hier die Röhre aus dem Kasten c d e, die äusserli-
chen Kästen A f g h i l &c. haben nur blose Lufft in sich, von den inwendigen zwölffen
aber sind derer sechs mit Wasser gefüllet. Die zwey Umschweiffe oder 24 Kästen nebst de-
nen 12 Röhren sind wohl und genau miteinander verbunden, und in ein Gehäuse und Welle
gefasset, wie ein ordinair Wasser-Rad. An statt des Wassers aber ist bey C ein Ofen al-
so angerichtet, daß das Feuer die drey Kästen von K bis n mit seiner Flamme bestreichet,
und dadurch die Lufft in denen gemeldten Kästen erwärmet, verdünnet und ausbreitet, daß sol-
che durch die kleinen krummen Röhren in die Wasser-Kästen tritt, und das Wasser in die ge-
genüber stehenden Kästen treibet; als das Wasser aus o gehet durch die Röhre p q im Ka-
sten m, aus c durch d e im Kasten r, und so fort an. Und auf solche Art wird das
Rad bey dem Feuer allezeit leichter, und gegen über schwehrer; also, wenn das Rad gnugsa-
me Grösse hat, und das Feuer vollkommene Stärcke, sehr grosse Gewalt damit kan effectui-
ret werden, ja wo alles wohl observiret wird, es allen andern Machinen wo nicht zuvor,
doch gleich thun kan. Und ist nur das gröste Impediment, daß solche Machine noch nicht
in grossen aufgerichtet, die grosse Consumtion des Holtzes, welches ohnedem überall man-
gelt. Deswegen ich auch solche Invention bereits nun etliche Jahre ruhen lassen.

§. 402.

Zum Beschluß dieser Materie muß noch eines anführen, welches vielleicht viele hier su-
chen dürfften, nehmlich die zum wenigsten bishero aus denen Zeitungen bekannte Ungarische
Feuer-Machine, so man zu Königsberg in Ungarn angeleget, und auch dieses Jahr eine gute
und glückliche Probe damit abgeleget hat. Nun könte ich wohl einen deutlichen Riß und an-
dere Nachrichten davon ertheilen, weil solches in Händen habe, alleine, weil ich dieses noch zur
Zeit zu thun vor unbillig halte, so will nur einige Umstände anführen, und das übrige bis zur
andern Zeit verspahren. Die Machine operiret auch durch das Feuer, und zwar daß sie
nach der LIV. Tafel und Machine auch das Wasser und Lufft expandiret und ausbrei-
tet, und durch zugelassenes kaltes Wasser wieder condensiret, und dadurch einen grossen Ve-
ctem
auf und ab beweget, dieser aber das Schacht-Gestänge auf und ab treibet. Und zwar
ist die Machine eingerichtet, daß es ohne menschliche Hülffe alle Epistomia öffnet und zu-
schliesset, auch aller Orthen das nöthige Wasser zugiesset. Und differiret die Machine in
vielen von denen bisher bekannten, hat aber dennoch sehr viele Entia und Neben-Wercke,
wovon aber das meiste noch kan abgeschaffet werden, ich auch davon ein Concept und Probe
gemacht, welches sehr simpel ist, und dennoch viel mehrers praestiret.

§. 403.

Ich will hierbey anführen, was theils durch die öffentlichen Zeitungen hiervon bekannt
worden, theils was der Herr Inventor selbst an einen guten Freund hiervon geschrieben.
Aus denen Zeitungen wurde vor zwey Jahren, wo mir recht, berichtet: Es seyn in dem
Schacht 3 Pumpen, jede Röhre 7 Zoll weit, und heben die Kolben einen Hub von
4 Fuß 4 Zoll, jede Pumpe hält in sich 52 Kannen, und alle 3 zusammen 2 Eymer
28 Kannen Wassers, jeden Eymer zu 64 Kannen gerechnet, also daß jeder Zug 2

Ey-
Pars Generalis. S s

Cap. XIX. von der Krafft des Feuers. Tab. L.
man die Art ſehen kan, wie es tractiret wird, und von des Amontons unterſchieden iſt. Die
Figur ſtehet in Profil Tab. L. Figura XI. da a ein Umſchweiff von Meßing oder Kupffer
in die 8 bis 9 Zoll tieff und 12 Zoll breit iſt, daß dieſer Umſchweiff und Kaſten juſt in 12 Theile
oder beſondere Kaͤſten abgetheilet, und ieder wohl verwahret, daß keine Lufft, ohne durch eine
beſondere Roͤhre, die ieder Kaſten hat, heraus, und in einen andern daran befeſtigten Kaſten
weichen kan, wie bey A die Roͤhre b c iſt, und mit dem Theil c in dem andern Kaſten ſte-
het; dieſer Kaͤſten ſind gleichfalls 12, und auch verwahret, daß weder Waſſer noch Lufft wei-
chen kan, ohne durch die Roͤhre die von dar durchs Centrum des Rades in einem andern ge-
genuͤber ſtehenden Kaſten gehet, und iſt hier die Roͤhre aus dem Kaſten c d e, die aͤuſſerli-
chen Kaͤſten A f g h i l &c. haben nur bloſe Lufft in ſich, von den inwendigen zwoͤlffen
aber ſind derer ſechs mit Waſſer gefuͤllet. Die zwey Umſchweiffe oder 24 Kaͤſten nebſt de-
nen 12 Roͤhren ſind wohl und genau miteinander verbunden, und in ein Gehaͤuſe und Welle
gefaſſet, wie ein ordinair Waſſer-Rad. An ſtatt des Waſſers aber iſt bey C ein Ofen al-
ſo angerichtet, daß das Feuer die drey Kaͤſten von K bis n mit ſeiner Flamme beſtreichet,
und dadurch die Lufft in denen gemeldten Kaͤſten erwaͤrmet, verduͤnnet und ausbreitet, daß ſol-
che durch die kleinen krummen Roͤhren in die Waſſer-Kaͤſten tritt, und das Waſſer in die ge-
genuͤber ſtehenden Kaͤſten treibet; als das Waſſer aus o gehet durch die Roͤhre p q im Ka-
ſten m, aus c durch d e im Kaſten r, und ſo fort an. Und auf ſolche Art wird das
Rad bey dem Feuer allezeit leichter, und gegen uͤber ſchwehrer; alſo, wenn das Rad gnugſa-
me Groͤſſe hat, und das Feuer vollkommene Staͤrcke, ſehr groſſe Gewalt damit kan effectui-
ret werden, ja wo alles wohl obſerviret wird, es allen andern Machinen wo nicht zuvor,
doch gleich thun kan. Und iſt nur das groͤſte Impediment, daß ſolche Machine noch nicht
in groſſen aufgerichtet, die groſſe Conſumtion des Holtzes, welches ohnedem uͤberall man-
gelt. Deswegen ich auch ſolche Invention bereits nun etliche Jahre ruhen laſſen.

§. 402.

Zum Beſchluß dieſer Materie muß noch eines anfuͤhren, welches vielleicht viele hier ſu-
chen duͤrfften, nehmlich die zum wenigſten bishero aus denen Zeitungen bekannte Ungariſche
Feuer-Machine, ſo man zu Koͤnigsberg in Ungarn angeleget, und auch dieſes Jahr eine gute
und gluͤckliche Probe damit abgeleget hat. Nun koͤnte ich wohl einen deutlichen Riß und an-
dere Nachrichten davon ertheilen, weil ſolches in Haͤnden habe, alleine, weil ich dieſes noch zur
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andern Zeit verſpahren. Die Machine operiret auch durch das Feuer, und zwar daß ſie
nach der LIV. Tafel und Machine auch das Waſſer und Lufft expandiret und ausbrei-
tet, und durch zugelaſſenes kaltes Waſſer wieder condenſiret, und dadurch einen groſſen Ve-
ctem
auf und ab beweget, dieſer aber das Schacht-Geſtaͤnge auf und ab treibet. Und zwar
iſt die Machine eingerichtet, daß es ohne menſchliche Huͤlffe alle Epiſtomia oͤffnet und zu-
ſchlieſſet, auch aller Orthen das noͤthige Waſſer zugieſſet. Und differiret die Machine in
vielen von denen bisher bekannten, hat aber dennoch ſehr viele Entia und Neben-Wercke,
wovon aber das meiſte noch kan abgeſchaffet werden, ich auch davon ein Concept und Probe
gemacht, welches ſehr ſimpel iſt, und dennoch viel mehrers præſtiret.

§. 403.

Ich will hierbey anfuͤhren, was theils durch die oͤffentlichen Zeitungen hiervon bekannt
worden, theils was der Herr Inventor ſelbſt an einen guten Freund hiervon geſchrieben.
Aus denen Zeitungen wurde vor zwey Jahren, wo mir recht, berichtet: Es ſeyn in dem
Schacht 3 Pumpen, jede Roͤhre 7 Zoll weit, und heben die Kolben einen Hub von
4 Fuß 4 Zoll, jede Pumpe haͤlt in ſich 52 Kannen, und alle 3 zuſammen 2 Eymer
28 Kannen Waſſers, jeden Eymer zu 64 Kannen gerechnet, alſo daß jeder Zug 2

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Pars Generalis. S s
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[161/0181] Cap. XIX. von der Krafft des Feuers. Tab. L. man die Art ſehen kan, wie es tractiret wird, und von des Amontons unterſchieden iſt. Die Figur ſtehet in Profil Tab. L. Figura XI. da a ein Umſchweiff von Meßing oder Kupffer in die 8 bis 9 Zoll tieff und 12 Zoll breit iſt, daß dieſer Umſchweiff und Kaſten juſt in 12 Theile oder beſondere Kaͤſten abgetheilet, und ieder wohl verwahret, daß keine Lufft, ohne durch eine beſondere Roͤhre, die ieder Kaſten hat, heraus, und in einen andern daran befeſtigten Kaſten weichen kan, wie bey A die Roͤhre b c iſt, und mit dem Theil c in dem andern Kaſten ſte- het; dieſer Kaͤſten ſind gleichfalls 12, und auch verwahret, daß weder Waſſer noch Lufft wei- chen kan, ohne durch die Roͤhre die von dar durchs Centrum des Rades in einem andern ge- genuͤber ſtehenden Kaſten gehet, und iſt hier die Roͤhre aus dem Kaſten c d e, die aͤuſſerli- chen Kaͤſten A f g h i l &c. haben nur bloſe Lufft in ſich, von den inwendigen zwoͤlffen aber ſind derer ſechs mit Waſſer gefuͤllet. Die zwey Umſchweiffe oder 24 Kaͤſten nebſt de- nen 12 Roͤhren ſind wohl und genau miteinander verbunden, und in ein Gehaͤuſe und Welle gefaſſet, wie ein ordinair Waſſer-Rad. An ſtatt des Waſſers aber iſt bey C ein Ofen al- ſo angerichtet, daß das Feuer die drey Kaͤſten von K bis n mit ſeiner Flamme beſtreichet, und dadurch die Lufft in denen gemeldten Kaͤſten erwaͤrmet, verduͤnnet und ausbreitet, daß ſol- che durch die kleinen krummen Roͤhren in die Waſſer-Kaͤſten tritt, und das Waſſer in die ge- genuͤber ſtehenden Kaͤſten treibet; als das Waſſer aus o gehet durch die Roͤhre p q im Ka- ſten m, aus c durch d e im Kaſten r, und ſo fort an. Und auf ſolche Art wird das Rad bey dem Feuer allezeit leichter, und gegen uͤber ſchwehrer; alſo, wenn das Rad gnugſa- me Groͤſſe hat, und das Feuer vollkommene Staͤrcke, ſehr groſſe Gewalt damit kan effectui- ret werden, ja wo alles wohl obſerviret wird, es allen andern Machinen wo nicht zuvor, doch gleich thun kan. Und iſt nur das groͤſte Impediment, daß ſolche Machine noch nicht in groſſen aufgerichtet, die groſſe Conſumtion des Holtzes, welches ohnedem uͤberall man- gelt. Deswegen ich auch ſolche Invention bereits nun etliche Jahre ruhen laſſen. §. 402. Zum Beſchluß dieſer Materie muß noch eines anfuͤhren, welches vielleicht viele hier ſu- chen duͤrfften, nehmlich die zum wenigſten bishero aus denen Zeitungen bekannte Ungariſche Feuer-Machine, ſo man zu Koͤnigsberg in Ungarn angeleget, und auch dieſes Jahr eine gute und gluͤckliche Probe damit abgeleget hat. Nun koͤnte ich wohl einen deutlichen Riß und an- dere Nachrichten davon ertheilen, weil ſolches in Haͤnden habe, alleine, weil ich dieſes noch zur Zeit zu thun vor unbillig halte, ſo will nur einige Umſtaͤnde anfuͤhren, und das uͤbrige bis zur andern Zeit verſpahren. Die Machine operiret auch durch das Feuer, und zwar daß ſie nach der LIV. Tafel und Machine auch das Waſſer und Lufft expandiret und ausbrei- tet, und durch zugelaſſenes kaltes Waſſer wieder condenſiret, und dadurch einen groſſen Ve- ctem auf und ab beweget, dieſer aber das Schacht-Geſtaͤnge auf und ab treibet. Und zwar iſt die Machine eingerichtet, daß es ohne menſchliche Huͤlffe alle Epiſtomia oͤffnet und zu- ſchlieſſet, auch aller Orthen das noͤthige Waſſer zugieſſet. Und differiret die Machine in vielen von denen bisher bekannten, hat aber dennoch ſehr viele Entia und Neben-Wercke, wovon aber das meiſte noch kan abgeſchaffet werden, ich auch davon ein Concept und Probe gemacht, welches ſehr ſimpel iſt, und dennoch viel mehrers præſtiret. §. 403. Ich will hierbey anfuͤhren, was theils durch die oͤffentlichen Zeitungen hiervon bekannt worden, theils was der Herr Inventor ſelbſt an einen guten Freund hiervon geſchrieben. Aus denen Zeitungen wurde vor zwey Jahren, wo mir recht, berichtet: Es ſeyn in dem Schacht 3 Pumpen, jede Roͤhre 7 Zoll weit, und heben die Kolben einen Hub von 4 Fuß 4 Zoll, jede Pumpe haͤlt in ſich 52 Kannen, und alle 3 zuſammen 2 Eymer 28 Kannen Waſſers, jeden Eymer zu 64 Kannen gerechnet, alſo daß jeder Zug 2 Ey- Pars Generalis. S s

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Zitationshilfe: Leupold, Jacob: Theatrum Machinarvm Generale. Schau-Platz Des Grundes Mechanischer Wissenschafften. Leipzig, 1724, S. 161. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/leupold_theatrum_1724/181>, abgerufen am 16.07.2019.