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Leupold, Jacob: Theatrum Machinarvm Generale. Schau-Platz Des Grundes Mechanischer Wissenschafften. Leipzig, 1724.

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Cap. XX. von Wasser-Rädern. Tab. LXVI.
Ende mit Stecken oder Stäben, wider die Gewalt des Wassers, verwahret werden, diese Art
zeiget die VII. Figur. Tab. VI. item Tab. LXI. LXIII. Fig. I. Diese Räder haben
kein gewisses Maas wegen ihrer Höhe und Weite, und werden solche nach Gutdüncken derer
Meister und Befinden der Wasser-Gefälle und Arbeit gemachet.

Insgemein machet man ein Staber-Rad 12 Fus und ein Panster-Rad 16 Fus
hoch. Im Staber-Zeuge ist die Weite 12 bis 13, in Panster-Zeuge 16 bis 19 Zoll.

Der Wasser-Stand vor das Staber-Zeug ist mehrentheils zwey Quadrat-Fus,
bey dem Panster-Zeug 5 Fus.

Im Staber-Rad ist die Schauffel-Höhe etwas geringer als die Tieffe des Was-
sers, und die Breite ist auch etwas geringer als das Gerinne.

§. 563.

Das Straub-Rad wird gebraucht wenn man nicht Wasser genug hat zu ei-
nem Staber-Rade, und auch nicht Gefälle zu einem überschlächtigen
. Dannen-
hero auch offte das Gefälle etwa 3 Fus nur ist, und der Wasser-Stand nur 11/2 Fus.

§. 564.

Die Panster-Räder sind zweyerley:

Stock-Panster und Zieh-Panster.

Zieh-Panster ist, so bey anlauffenden Wasser in die Höhe kan gezogen werden; ein
Stock-Panster aber kan nicht gehoben werden, sondern lauffet auf einen festen Lager.

§. 565.
Die Panster-Räder bey anlauffenden Wasser in die
Höhe zu heben

hat man unterschiedliche Arten; die gemeine Art ist bekannt, und in allen Mühlen zu sehen,
doch folget hier Tabula LVII. Fig. I. II. um derer willen so an Orthen wohnen wo der-
gleichen nicht zu sehen ist, eines in Grund-Riß und Aufzug.

A das Panster-Rad. B die Welle. C das Stirn-Rad, a b die Zapffen, c d
zwey Röhren oder Gatter, darinnen die Welle mit ihren Zapffen lieget, e und f zwey
Ketten, so an diesen Rahmen fest, und oben über eine Welle g h gewunden ist. Wenn
diese Welle durchs Haspel-Rad m vermittelst des Getriebes l und Stirn-Rades i um-
getrieben wird, so kan das gantze Rad A mit seiner Welle auf- und nieder gelassen werden.

§. 566.

Hier solte folgen: von unterschiedlichen Arten der Grund-Wercker, besonderer
Art von Erhebung der Panster-Räder, und dergleichen Dingen
. Alleine, weil nö-
thigere Sachen dem Platz eingenommen, muß es auf einen andern Theil verspahret werden,
da man es desto deutlicher ausführen wird, was hier ermangelt.



Das
Pars Generalis. H h h

Cap. XX. von Waſſer-Raͤdern. Tab. LXVI.
Ende mit Stecken oder Staͤben, wider die Gewalt des Waſſers, verwahret werden, dieſe Art
zeiget die VII. Figur. Tab. VI. item Tab. LXI. LXIII. Fig. I. Dieſe Raͤder haben
kein gewiſſes Maas wegen ihrer Hoͤhe und Weite, und werden ſolche nach Gutduͤncken derer
Meiſter und Befinden der Waſſer-Gefaͤlle und Arbeit gemachet.

Insgemein machet man ein Staber-Rad 12 Fus und ein Panſter-Rad 16 Fus
hoch. Im Staber-Zeuge iſt die Weite 12 bis 13, in Panſter-Zeuge 16 bis 19 Zoll.

Der Waſſer-Stand vor das Staber-Zeug iſt mehrentheils zwey Quadrat-Fus,
bey dem Panſter-Zeug 5 Fus.

Im Staber-Rad iſt die Schauffel-Hoͤhe etwas geringer als die Tieffe des Waſ-
ſers, und die Breite iſt auch etwas geringer als das Gerinne.

§. 563.

Das Straub-Rad wird gebraucht wenn man nicht Waſſer genug hat zu ei-
nem Staber-Rade, und auch nicht Gefaͤlle zu einem uͤberſchlaͤchtigen
. Dannen-
hero auch offte das Gefaͤlle etwa 3 Fus nur iſt, und der Waſſer-Stand nur 1½ Fus.

§. 564.

Die Panſter-Raͤder ſind zweyerley:

Stock-Panſter und Zieh-Panſter.

Zieh-Panſter iſt, ſo bey anlauffenden Waſſer in die Hoͤhe kan gezogen werden; ein
Stock-Panſter aber kan nicht gehoben werden, ſondern lauffet auf einen feſten Lager.

§. 565.
Die Panſter-Raͤder bey anlauffenden Waſſer in die
Hoͤhe zu heben

hat man unterſchiedliche Arten; die gemeine Art iſt bekannt, und in allen Muͤhlen zu ſehen,
doch folget hier Tabula LVII. Fig. I. II. um derer willen ſo an Orthen wohnen wo der-
gleichen nicht zu ſehen iſt, eines in Grund-Riß und Aufzug.

A das Panſter-Rad. B die Welle. C das Stirn-Rad, a b die Zapffen, c d
zwey Roͤhren oder Gatter, darinnen die Welle mit ihren Zapffen lieget, e und f zwey
Ketten, ſo an dieſen Rahmen feſt, und oben uͤber eine Welle g h gewunden iſt. Wenn
dieſe Welle durchs Haſpel-Rad m vermittelſt des Getriebes l und Stirn-Rades i um-
getrieben wird, ſo kan das gantze Rad A mit ſeiner Welle auf- und nieder gelaſſen werden.

§. 566.

Hier ſolte folgen: von unterſchiedlichen Arten der Grund-Wercker, beſonderer
Art von Erhebung der Panſter-Raͤder, und dergleichen Dingen
. Alleine, weil noͤ-
thigere Sachen dem Platz eingenommen, muß es auf einen andern Theil verſpahret werden,
da man es deſto deutlicher ausfuͤhren wird, was hier ermangelt.



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[213/0233] Cap. XX. von Waſſer-Raͤdern. Tab. LXVI. Ende mit Stecken oder Staͤben, wider die Gewalt des Waſſers, verwahret werden, dieſe Art zeiget die VII. Figur. Tab. VI. item Tab. LXI. LXIII. Fig. I. Dieſe Raͤder haben kein gewiſſes Maas wegen ihrer Hoͤhe und Weite, und werden ſolche nach Gutduͤncken derer Meiſter und Befinden der Waſſer-Gefaͤlle und Arbeit gemachet. Insgemein machet man ein Staber-Rad 12 Fus und ein Panſter-Rad 16 Fus hoch. Im Staber-Zeuge iſt die Weite 12 bis 13, in Panſter-Zeuge 16 bis 19 Zoll. Der Waſſer-Stand vor das Staber-Zeug iſt mehrentheils zwey Quadrat-Fus, bey dem Panſter-Zeug 5 Fus. Im Staber-Rad iſt die Schauffel-Hoͤhe etwas geringer als die Tieffe des Waſ- ſers, und die Breite iſt auch etwas geringer als das Gerinne. §. 563. Das Straub-Rad wird gebraucht wenn man nicht Waſſer genug hat zu ei- nem Staber-Rade, und auch nicht Gefaͤlle zu einem uͤberſchlaͤchtigen. Dannen- hero auch offte das Gefaͤlle etwa 3 Fus nur iſt, und der Waſſer-Stand nur 1½ Fus. §. 564. Die Panſter-Raͤder ſind zweyerley: Stock-Panſter und Zieh-Panſter. Zieh-Panſter iſt, ſo bey anlauffenden Waſſer in die Hoͤhe kan gezogen werden; ein Stock-Panſter aber kan nicht gehoben werden, ſondern lauffet auf einen feſten Lager. §. 565. Die Panſter-Raͤder bey anlauffenden Waſſer in die Hoͤhe zu heben hat man unterſchiedliche Arten; die gemeine Art iſt bekannt, und in allen Muͤhlen zu ſehen, doch folget hier Tabula LVII. Fig. I. II. um derer willen ſo an Orthen wohnen wo der- gleichen nicht zu ſehen iſt, eines in Grund-Riß und Aufzug. A das Panſter-Rad. B die Welle. C das Stirn-Rad, a b die Zapffen, c d zwey Roͤhren oder Gatter, darinnen die Welle mit ihren Zapffen lieget, e und f zwey Ketten, ſo an dieſen Rahmen feſt, und oben uͤber eine Welle g h gewunden iſt. Wenn dieſe Welle durchs Haſpel-Rad m vermittelſt des Getriebes l und Stirn-Rades i um- getrieben wird, ſo kan das gantze Rad A mit ſeiner Welle auf- und nieder gelaſſen werden. §. 566. Hier ſolte folgen: von unterſchiedlichen Arten der Grund-Wercker, beſonderer Art von Erhebung der Panſter-Raͤder, und dergleichen Dingen. Alleine, weil noͤ- thigere Sachen dem Platz eingenommen, muß es auf einen andern Theil verſpahret werden, da man es deſto deutlicher ausfuͤhren wird, was hier ermangelt. Das Pars Generalis. H h h

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Zitationshilfe: Leupold, Jacob: Theatrum Machinarvm Generale. Schau-Platz Des Grundes Mechanischer Wissenschafften. Leipzig, 1724, S. 213. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/leupold_theatrum_1724/233>, abgerufen am 24.07.2019.