Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Libelt, Karol: Wykłady Humboldta na uniwersytecie Berlińskim: notaty prelekcyj tych po uczniu Jego Karolu Libelcie. [s. l.], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.]

Bild:
<< vorherige Seite
[34. Vorlesung, 01.03.1828]

Alle diese Erscheinungen stehen in gewissem
Zusammenhange. Man spürt beim Ausbruche
heißer Quellen eine kleine Erschütterung
die einem Erdbeben gleich ist. Bei den Gasquellen
komt Feuer zum Vorschein eben so bei den
Schlammvulcanen. Ueberall sieht man daß die
innern Kräfte schaffen, und zwar in dem sie
die Verbindung auflösen, und sie bewegen
die Auflösung. Bei dem Vulcane Travestine
unweit Rom sieht man überall Wasserforma-
tionen
, Lettenmassen, welche mehrere Qua-
dratmeilen die Oberfläche bedecken.

Bei den eigentlichen Vulcanen werden wir 1)
ihre Entstehung betrachten, wie sie theils aus
dem Wasser, theils aus dem Trockenen sich
erheben. 2.) Ihre Reife oder den Zustand
ihrer vollendeten Wirksamkeit. 3) Die Solpheter
oder die Vulcane in ihrem Alter.

Entstehung der Vulcane.
Schon die Alten bemerkten richtig, daß die
Erscheinung der Vulcane nicht eine locale sondern
eine solche sei, die in der Ferne der Erscheinung
ihren Grund hat. So sagt ein alter Dichter
von der Aetna, in ipso monte von alimentum
sed viam habere. Leopold Buch
hat zu erst
die Idee geäußert, daß bei der Entstehung der
Insel, der Boden des Meeres durch elastische
Dämpfe erhoben wird. Es entsteht[...]

[34. Vorlesung, 01.03.1828]

Alle dieſe Erſcheinungen ſtehen in gewiſſem
Zuſam̃enhange. Man ſpürt beim Ausbruche
heißer Quellen eine kleine Erſchütterung
die einem Erdbeben gleich iſt. Bei den Gasquellen
komt Feuer zum Vorſchein eben ſo bei den
Schlammvulcanen. Ueberall ſieht man daß die
iñern Kräfte ſchaffen, und zwar in dem ſie
die Verbindung auflösen, und ſie bewegen
die Auflösung. Bei dem Vulcane Travestine
unweit Rom ſieht man überall Waſſerforma-
tionen
, Lettenmaſſen, welche mehrere Qua-
dratmeilen die Oberfläche bedecken.

Bei den eigentlichen Vulcanen werden wir 1)
ihre Entſtehung betrachten, wie ſie theils aus
dem Waſſer, theils aus dem Trockenen ſich
erheben. 2.) Ihre Reife oder den Zuſtand
ihrer vollendeten Wirksamkeit. 3) Die Solpheter
oder die Vulcane in ihrem Alter.

Entſtehung der Vulcane.
Schon die Alten bemerkten richtig, daß die
Erſcheinung der Vulcane nicht eine locale ſondern
eine ſolche ſei, die in der Ferne der Erſcheinung
ihren Grund hat. So ſagt ein alter Dichter
von der Aetna, in ipso monte von alimentum
sed viam habere. Leopold Buch
hat zu erſt
die Idee geäußert, daß bei der Entſtehung der
Inſel, der Boden des Meeres durch elastiſche
Dämpfe erhoben wird. Es entſteht[…]

<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0075" n="210"/>
      <div type="session" n="34">
        <head>
          <supplied resp="#BF">34. Vorlesung, 01.03.1828</supplied>
        </head><lb/>
        <div n="1">
          <div n="2">
            <p>Alle die&#x017F;e Er&#x017F;cheinungen &#x017F;tehen in gewi&#x017F;&#x017F;em<lb/>
Zu&#x017F;am&#x0303;enhange. Man &#x017F;pürt beim Ausbruche<lb/>
heißer Quellen eine <choice><abbr>klne</abbr><expan resp="#SB">kleine</expan></choice> Er&#x017F;chütterung<lb/>
die einem Erdbeben gleich i&#x017F;t. Bei den Gasquellen<lb/>
komt Feuer zum Vor&#x017F;chein eben &#x017F;o bei den<lb/>
Schlamm<hi rendition="#aq">vulcanen</hi>. Ueberall &#x017F;ieht man <choice><abbr></abbr><expan resp="#SB">daß</expan></choice> die<lb/>
in&#x0303;ern Kräfte &#x017F;chaffen, und zwar in <choice><abbr>dm</abbr><expan resp="#SB">dem</expan></choice> &#x017F;ie<lb/>
die Verbindung auflösen, und &#x017F;ie bewegen<lb/>
die Auflösung. Bei dem <hi rendition="#aq">Vulcane Travestine</hi><lb/>
unweit Rom &#x017F;ieht man überall Wa&#x017F;&#x017F;er<hi rendition="#aq">forma-<lb/>
tionen</hi>, Lettenma&#x017F;&#x017F;en, welche mehrere Qua-<lb/>
dratmeilen die Oberfläche bedecken.</p><lb/>
            <p>Bei den eigentlichen <hi rendition="#aq">Vulcanen</hi> werden wir 1)<lb/>
ihre <choice><sic>En&#x017F;tehung</sic><corr resp="#SB">Ent&#x017F;tehung</corr></choice> betrachten, wie &#x017F;ie theils aus<lb/>
dem Wa&#x017F;&#x017F;er, theils aus dem Trockenen &#x017F;ich<lb/>
erheben. 2.) Ihre Reife oder den Zu&#x017F;tand<lb/>
ihrer vollendeten <choice><sic>wirksamkeit</sic><corr resp="#textloop">Wirksamkeit</corr></choice>. 3) Die <hi rendition="#aq">Solpheter</hi><lb/>
oder die <hi rendition="#aq">Vulcane</hi> in ihrem Alter.</p><lb/>
            <p><note place="left"><choice><abbr>Ent&#x017F;tehug</abbr><expan resp="#SB">Ent&#x017F;tehung</expan></choice> der <hi rendition="#aq">Vulcane</hi>.<lb/></note>Schon die Alten bemerkten richtig, <choice><abbr></abbr><expan resp="#SB">daß</expan></choice> die<lb/><choice><abbr>Er&#x017F;chug</abbr><expan resp="#SB">Er&#x017F;cheinung</expan></choice> der <hi rendition="#aq">Vulcane</hi> nicht eine <hi rendition="#aq">locale</hi> <choice><abbr>&#x017F;ndrn</abbr><expan resp="#SB">&#x017F;ondern</expan></choice><lb/>
eine &#x017F;olche &#x017F;ei, die in der Ferne <choice><abbr>dr</abbr><expan resp="#SB">der</expan></choice> <choice><abbr>Er&#x017F;chug</abbr><expan resp="#SB">Er&#x017F;cheinung</expan></choice><lb/>
ihren Grund hat. So &#x017F;agt ein alter Dichter<lb/>
von der <hi rendition="#aq">Aetna</hi>, in <hi rendition="#aq">ipso monte</hi> von <hi rendition="#aq">alimentum<lb/>
sed viam habere. <persName resp="#SB" ref="http://d-nb.info/gnd/116817569">Leopold Buch</persName></hi> hat zu er&#x017F;t<lb/>
die Idee geäußert, <choice><abbr></abbr><expan resp="#SB">daß</expan></choice> bei der <choice><abbr>Ent&#x017F;tehug</abbr><expan resp="#SB">Ent&#x017F;tehung</expan></choice> <choice><abbr>dr</abbr><expan resp="#SB">der</expan></choice><lb/>
In&#x017F;el, der Boden des Meeres durch elasti&#x017F;che<lb/>
Dämpfe erhoben wird. Es ent&#x017F;teht<choice><sic>.</sic><corr resp="#textloop"/></choice><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[210/0075] 34. Vorlesung, 01.03.1828 Alle dieſe Erſcheinungen ſtehen in gewiſſem Zuſam̃enhange. Man ſpürt beim Ausbruche heißer Quellen eine klne Erſchütterung die einem Erdbeben gleich iſt. Bei den Gasquellen komt Feuer zum Vorſchein eben ſo bei den Schlammvulcanen. Ueberall ſieht man dß die iñern Kräfte ſchaffen, und zwar in dm ſie die Verbindung auflösen, und ſie bewegen die Auflösung. Bei dem Vulcane Travestine unweit Rom ſieht man überall Waſſerforma- tionen, Lettenmaſſen, welche mehrere Qua- dratmeilen die Oberfläche bedecken. Bei den eigentlichen Vulcanen werden wir 1) ihre Entſtehung betrachten, wie ſie theils aus dem Waſſer, theils aus dem Trockenen ſich erheben. 2.) Ihre Reife oder den Zuſtand ihrer vollendeten Wirksamkeit. 3) Die Solpheter oder die Vulcane in ihrem Alter. Schon die Alten bemerkten richtig, dß die Erſchug der Vulcane nicht eine locale ſndrn eine ſolche ſei, die in der Ferne dr Erſchug ihren Grund hat. So ſagt ein alter Dichter von der Aetna, in ipso monte von alimentum sed viam habere. Leopold Buch hat zu erſt die Idee geäußert, dß bei der Entſtehug dr Inſel, der Boden des Meeres durch elastiſche Dämpfe erhoben wird. Es entſteht Entſtehug der Vulcane.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Christian Thomas: Herausgeber
Sandra Balck, Benjamin Fiechter, Christian Thomas: Bearbeiter
Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der BBAW: Finanzierung der Bilddigitalisierung

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Edition: Bei dem vorliegenden Manuskript handelt es sich um ein Fragment. Es setzt in der 23. Vorlesung (23.01.1828) ein und endet mit der letzten Vorlesung am 26.04.1828.

Mehrere Blätter sind falsch gebunden: Zwei Blätter sind an einer ganz falschen Stelle, zwei weitere vertauscht und außerdem kopfstehend (Reihenfolge der Seiten im Manuskript: 141–156, 137–140, 157–414, 418, 417, 416, 415, 419–434). Die Reihenfolge der Biddigitalisate und der Transkription wurde korrigiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828/75
Zitationshilfe: Libelt, Karol: Wykłady Humboldta na uniwersytecie Berlińskim: notaty prelekcyj tych po uczniu Jego Karolu Libelcie. [s. l.], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 210. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828/75>, abgerufen am 24.03.2019.