Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Libelt, Karol: Wykłady Humboldta na uniwersytecie Berlińskim: notaty prelekcyj tych po uczniu Jego Karolu Libelcie. [s. l.], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.]

Bild:
<< vorherige Seite

in den baltischen Ländern zerstreut.
Sie sind zu unterscheiden von den zer-
trümmerten Granitmassen. Leopold Buch
hat besonders darüber ausführlich ge-
handelt. Die Jurablöcke erstrecken sich
bis nach Lausanne. Sie sind nicht mit den
Eisschollen gekommen, sonst müßten sie
sich in der Richtung derselben gelagert
haben, was nicht der Fall ist. Sie sind
wahrscheinlich hingeschleudert worden
durch einen heftigen Stoß, den eine
große zurückgestaudete Wasser-
masse hervorbrachte. Im Jahr 1818 wie in
(Süd) Wallis ein See ausgebrochen ist
ein solcher Block von 18 Fuss Durchmesser,
12 Stunden weit bis auf den Markt von
Martini hingeschleudert worden. Die
Geschiebe in den baltischen Ländern
sind skandinavischen Ursprungs, ein
schwedischer und nordischer Granit, ganz
von dem Tropengranite verschieden.
Diese nordischen Granitarten zerstreuen

in den baltiſchen Ländern zerſtreut.
Sie ſind zu unterſcheiden von den zer-
trüm̃erten Granitmaſſen. Leopold Buch
hat beſonders darüber ausführlich ge-
handelt. Die Jurablöcke erſtrecken ſich
bis nach Lauſanne. Sie ſind nicht mit den
Eisſchollen gekom̃en, ſonſt müßten ſie
ſich in der Richtung derſelben gelagert
haben, was nicht der Fall iſt. Sie ſind
wahrſcheinlich hingeſchleudert worden
durch einen heftigen Stoß, den eine
große zurückgestaudete Waſſer-
maſſe hervorbrachte. Im Jahr 1818 wie in
(Süd) Wallis ein See ausgebrochen iſt
ein ſolcher Block von 18 Fuss Durchmeſſer,
12 Stunden weit bis auf den Markt von
Martini hingeſchleudert worden. Die
Geſchiebe in den baltiſchen Ländern
ſind skandinaviſchen Urſprungs, ein
ſchwediſcher und nordiſcher Granit, ganz
von dem Tropengranite verſchieden.
Dieſe nordiſchen Granitarten zerſtreuen

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="session" n="37">
        <div n="1">
          <div n="2">
            <p><pb facs="#f0099" n="234"/>
in den balti&#x017F;chen Ländern zer&#x017F;treut.<lb/>
Sie &#x017F;ind zu unter&#x017F;cheiden von den zer-<lb/>
trüm&#x0303;erten Granitma&#x017F;&#x017F;en. <hi rendition="#aq"><persName resp="#SB" ref="http://d-nb.info/gnd/116817569">Leopold Buch</persName></hi><lb/>
hat be&#x017F;onders darüber ausführlich ge-<lb/>
handelt. Die <hi rendition="#aq">Jura</hi>blöcke er&#x017F;trecken &#x017F;ich<lb/>
bis nach Lau&#x017F;anne. Sie &#x017F;ind nicht mit den<lb/>
Eis&#x017F;chollen gekom&#x0303;en, &#x017F;on&#x017F;t müßten &#x017F;ie<lb/>
&#x017F;ich in der Richtung der&#x017F;elben gelagert<lb/>
haben, was nicht der Fall i&#x017F;t. Sie &#x017F;ind<lb/>
wahr&#x017F;cheinlich hinge&#x017F;chleudert worden<lb/>
durch einen heftigen Stoß, den eine<lb/>
große zurückgestaudete Wa&#x017F;&#x017F;er-<lb/>
ma&#x017F;&#x017F;e hervorbrachte. Im <choice><abbr>J.</abbr><expan resp="#SB">Jahr</expan></choice> 1818 wie in<lb/>
(Süd) <hi rendition="#aq">Wallis</hi> ein See ausgebrochen i&#x017F;t<lb/>
ein &#x017F;olcher Block von 18 <hi rendition="#aq">Fuss</hi> Durchme&#x017F;&#x017F;er,<lb/>
12 Stunden weit bis auf den Markt von<lb/><hi rendition="#aq">Martini</hi> hinge&#x017F;chleudert worden. Die<lb/>
Ge&#x017F;chiebe in den <hi rendition="#aq">balti</hi>&#x017F;chen Ländern<lb/>
&#x017F;ind <hi rendition="#aq">skandinavi</hi>&#x017F;chen Ur&#x017F;prungs, ein<lb/>
&#x017F;chwedi&#x017F;cher und <hi rendition="#aq">nord</hi>i&#x017F;cher <hi rendition="#aq">Granit</hi>, ganz<lb/>
von dem <hi rendition="#aq">Tropengranite</hi> ver&#x017F;chieden.<lb/>
Die&#x017F;e <hi rendition="#aq"><choice><abbr>nord:</abbr><expan resp="#SB">nordi&#x017F;chen</expan></choice> Granit</hi>arten zer&#x017F;treuen<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[234/0099] in den baltiſchen Ländern zerſtreut. Sie ſind zu unterſcheiden von den zer- trüm̃erten Granitmaſſen. Leopold Buch hat beſonders darüber ausführlich ge- handelt. Die Jurablöcke erſtrecken ſich bis nach Lauſanne. Sie ſind nicht mit den Eisſchollen gekom̃en, ſonſt müßten ſie ſich in der Richtung derſelben gelagert haben, was nicht der Fall iſt. Sie ſind wahrſcheinlich hingeſchleudert worden durch einen heftigen Stoß, den eine große zurückgestaudete Waſſer- maſſe hervorbrachte. Im J. 1818 wie in (Süd) Wallis ein See ausgebrochen iſt ein ſolcher Block von 18 Fuss Durchmeſſer, 12 Stunden weit bis auf den Markt von Martini hingeſchleudert worden. Die Geſchiebe in den baltiſchen Ländern ſind skandinaviſchen Urſprungs, ein ſchwediſcher und nordiſcher Granit, ganz von dem Tropengranite verſchieden. Dieſe nord: Granitarten zerſtreuen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Christian Thomas: Herausgeber
Sandra Balck, Benjamin Fiechter, Christian Thomas: Bearbeiter
Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der BBAW: Finanzierung der Bilddigitalisierung

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Edition: Bei dem vorliegenden Manuskript handelt es sich um ein Fragment. Es setzt in der 23. Vorlesung (23.01.1828) ein und endet mit der letzten Vorlesung am 26.04.1828.

Mehrere Blätter sind falsch gebunden: Zwei Blätter sind an einer ganz falschen Stelle, zwei weitere vertauscht und außerdem kopfstehend (Reihenfolge der Seiten im Manuskript: 141–156, 137–140, 157–414, 418, 417, 416, 415, 419–434). Die Reihenfolge der Biddigitalisate und der Transkription wurde korrigiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828/99
Zitationshilfe: Libelt, Karol: Wykłady Humboldta na uniwersytecie Berlińskim: notaty prelekcyj tych po uczniu Jego Karolu Libelcie. [s. l.], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 234. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828/99>, abgerufen am 25.03.2019.