Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Liscow, Christian Ludwig]: Samlung Satyrischer und Ernsthafter Schriften. Frankfurt u. a., 1739.

Bild:
<< vorherige Seite

(o)
davor wir uns bedancken, angetragen, itzo so un-
freundlich gegen uns verfahren, uns vor der Nase
braviren, und ohne Noth muthwillig wider sich ha-
ben reitzen können? Wenn wir überdem erwegen,
daß der Hr. Prof. ein Lehrer der Rechte, und daß
ihm folglich nicht unbekannt sey, wie sehr der Ver-
fasser eines solchen Pasquills sich der Gefahr einer
empfindlichen Leibes-Strafe aussetze; So müssen
wir allen Verdacht, so scheinbar er auch seyn mag,
fahren lassen. Wir wünschen übrigens Se. neuge-
backene Freyherrliche Excellentz von Frohenmuth,
dem wahren Namen nach, kennen zu lernen; nicht
eben um Rache an ihm zu üben oder üben zu sehen,
sondern damit, wenn der rechte Thäter bekannt
wird, die Unschuld aus dem Verdacht kommen
möge. Es ist sehr wahrscheinlich, daß es mit der
Zeit geschehen, und der Freyherr von Frohenmuth
sich alsdann in einen Chevalier de la triste Figure
verwandelt sehen werde.

No. XVII.

Leipzig. Hier siehet man: Abgestrafter Vor-
witz eines unbesonnenen Critici, das ist: Nach-
drückliche Erinnerung an den Herrn Prof. Philip-
pi in Halle, doch einmahl vernünftiger und klüger
von gelehrten und ansehnlichen Personen zu urthei-
len. Wobey sonderlich seine letzte Schrift Ma-
them.
Versuch von der Unmöglichkeit einer ewi-
gen Welt in gebundener Rede erwogen wird von
einem ihm wohlbekannten Weissenfelser. Frey-
stadt, 1733. Der Verfasser dieser Schrift stehet
in dem Wahn, der Mathematische Versuch des

Hrn.
G g g 5

(o)
davor wir uns bedancken, angetragen, itzo ſo un-
freundlich gegen uns verfahren, uns vor der Naſe
braviren, und ohne Noth muthwillig wider ſich ha-
ben reitzen koͤnnen? Wenn wir uͤberdem erwegen,
daß der Hr. Prof. ein Lehrer der Rechte, und daß
ihm folglich nicht unbekannt ſey, wie ſehr der Ver-
faſſer eines ſolchen Pasquills ſich der Gefahr einer
empfindlichen Leibes-Strafe ausſetze; So muͤſſen
wir allen Verdacht, ſo ſcheinbar er auch ſeyn mag,
fahren laſſen. Wir wuͤnſchen uͤbrigens Se. neuge-
backene Freyherrliche Excellentz von Frohenmuth,
dem wahren Namen nach, kennen zu lernen; nicht
eben um Rache an ihm zu uͤben oder uͤben zu ſehen,
ſondern damit, wenn der rechte Thaͤter bekannt
wird, die Unſchuld aus dem Verdacht kommen
moͤge. Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß es mit der
Zeit geſchehen, und der Freyherr von Frohenmuth
ſich alsdann in einen Chevalier de la triſte Figure
verwandelt ſehen werde.

No. XVII.

Leipzig. Hier ſiehet man: Abgeſtrafter Vor-
witz eines unbeſonnenen Critici, das iſt: Nach-
druͤckliche Erinnerung an den Herrn Prof. Philip-
pi in Halle, doch einmahl vernuͤnftiger und kluͤger
von gelehrten und anſehnlichen Perſonen zu urthei-
len. Wobey ſonderlich ſeine letzte Schrift Ma-
them.
Verſuch von der Unmoͤglichkeit einer ewi-
gen Welt in gebundener Rede erwogen wird von
einem ihm wohlbekannten Weiſſenfelſer. Frey-
ſtadt, 1733. Der Verfaſſer dieſer Schrift ſtehet
in dem Wahn, der Mathematiſche Verſuch des

Hrn.
G g g 5
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0933" n="841"/><fw place="top" type="header">(<hi rendition="#aq">o</hi>)</fw><lb/>
davor wir uns bedancken, angetragen, itzo &#x017F;o un-<lb/>
freundlich gegen uns verfahren, uns vor der Na&#x017F;e<lb/>
braviren, und ohne Noth muthwillig wider &#x017F;ich ha-<lb/>
ben reitzen ko&#x0364;nnen? Wenn wir u&#x0364;berdem erwegen,<lb/>
daß der Hr. Prof. ein Lehrer der Rechte, und daß<lb/>
ihm folglich nicht unbekannt &#x017F;ey, wie &#x017F;ehr der Ver-<lb/>
fa&#x017F;&#x017F;er eines &#x017F;olchen Pasquills &#x017F;ich der Gefahr einer<lb/>
empfindlichen Leibes-Strafe aus&#x017F;etze; So mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en<lb/>
wir allen Verdacht, &#x017F;o &#x017F;cheinbar er auch &#x017F;eyn mag,<lb/>
fahren la&#x017F;&#x017F;en. Wir wu&#x0364;n&#x017F;chen u&#x0364;brigens Se. neuge-<lb/>
backene Freyherrliche Excellentz von Frohenmuth,<lb/>
dem wahren Namen nach, kennen zu lernen; nicht<lb/>
eben um Rache an ihm zu u&#x0364;ben oder u&#x0364;ben zu &#x017F;ehen,<lb/>
&#x017F;ondern damit, wenn der rechte Tha&#x0364;ter bekannt<lb/>
wird, die Un&#x017F;chuld aus dem Verdacht kommen<lb/>
mo&#x0364;ge. Es i&#x017F;t &#x017F;ehr wahr&#x017F;cheinlich, daß es mit der<lb/>
Zeit ge&#x017F;chehen, und der Freyherr von Frohenmuth<lb/>
&#x017F;ich alsdann in einen <hi rendition="#aq">Chevalier de la tri&#x017F;te Figure</hi><lb/>
verwandelt &#x017F;ehen werde.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#aq">No. XVII.</hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#fr">Leipzig.</hi> Hier &#x017F;iehet man: Abge&#x017F;trafter Vor-<lb/>
witz eines unbe&#x017F;onnenen Critici, das i&#x017F;t: Nach-<lb/>
dru&#x0364;ckliche Erinnerung an den Herrn Prof. Philip-<lb/>
pi in Halle, doch einmahl vernu&#x0364;nftiger und klu&#x0364;ger<lb/>
von gelehrten und an&#x017F;ehnlichen Per&#x017F;onen zu urthei-<lb/>
len. Wobey &#x017F;onderlich &#x017F;eine letzte Schrift <hi rendition="#aq">Ma-<lb/>
them.</hi> Ver&#x017F;uch von der Unmo&#x0364;glichkeit einer ewi-<lb/>
gen Welt in gebundener Rede erwogen wird von<lb/>
einem ihm wohlbekannten Wei&#x017F;&#x017F;enfel&#x017F;er. Frey-<lb/>
&#x017F;tadt, 1733. Der Verfa&#x017F;&#x017F;er die&#x017F;er Schrift &#x017F;tehet<lb/>
in dem Wahn, der Mathemati&#x017F;che Ver&#x017F;uch des<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">G g g 5</fw><fw place="bottom" type="catch">Hrn.</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[841/0933] (o) davor wir uns bedancken, angetragen, itzo ſo un- freundlich gegen uns verfahren, uns vor der Naſe braviren, und ohne Noth muthwillig wider ſich ha- ben reitzen koͤnnen? Wenn wir uͤberdem erwegen, daß der Hr. Prof. ein Lehrer der Rechte, und daß ihm folglich nicht unbekannt ſey, wie ſehr der Ver- faſſer eines ſolchen Pasquills ſich der Gefahr einer empfindlichen Leibes-Strafe ausſetze; So muͤſſen wir allen Verdacht, ſo ſcheinbar er auch ſeyn mag, fahren laſſen. Wir wuͤnſchen uͤbrigens Se. neuge- backene Freyherrliche Excellentz von Frohenmuth, dem wahren Namen nach, kennen zu lernen; nicht eben um Rache an ihm zu uͤben oder uͤben zu ſehen, ſondern damit, wenn der rechte Thaͤter bekannt wird, die Unſchuld aus dem Verdacht kommen moͤge. Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß es mit der Zeit geſchehen, und der Freyherr von Frohenmuth ſich alsdann in einen Chevalier de la triſte Figure verwandelt ſehen werde. No. XVII. Leipzig. Hier ſiehet man: Abgeſtrafter Vor- witz eines unbeſonnenen Critici, das iſt: Nach- druͤckliche Erinnerung an den Herrn Prof. Philip- pi in Halle, doch einmahl vernuͤnftiger und kluͤger von gelehrten und anſehnlichen Perſonen zu urthei- len. Wobey ſonderlich ſeine letzte Schrift Ma- them. Verſuch von der Unmoͤglichkeit einer ewi- gen Welt in gebundener Rede erwogen wird von einem ihm wohlbekannten Weiſſenfelſer. Frey- ſtadt, 1733. Der Verfaſſer dieſer Schrift ſtehet in dem Wahn, der Mathematiſche Verſuch des Hrn. G g g 5

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Die Verlagsangabe wurde ermittelt (vgl. http://op… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/liscow_samlung_1739
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/liscow_samlung_1739/933
Zitationshilfe: [Liscow, Christian Ludwig]: Samlung Satyrischer und Ernsthafter Schriften. Frankfurt u. a., 1739, S. 841. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/liscow_samlung_1739/933>, abgerufen am 26.04.2019.