Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Liscow, Christian Ludwig]: Samlung Satyrischer und Ernsthafter Schriften. Frankfurt u. a., 1739.

Bild:
<< vorherige Seite

(o)
quomodo loqui debeat, quomodo procedere, quo-
modo in publico se gcrere, quomodo in privato,
erit ipso, quem monebit insanior. Billis nigra
curanda est, & ipsa furoris causa removenda.
Jch
verbleibe etc. etc.

No. XXIII.

Daß es ein höchstgefährliches Ding sey, sich ei-
ner Sache anzumassen, welcher man nicht gewach-
sen ist, zeigt unter andern das Exempel des Herrn
Professor Philippi, auf welchen, wegen seiner zu
leichte befundenen Fähigkeit alle Wetter zusammen
zu schlagen scheinen. Denn kaum hatte derselbe Zeit
gehabt in der Vortreflichkeit und Nothwen-
digkeit der elenden Scribenten,
(einer Schrift,
welche, wegen ihrer sinnreichen Erfindung und leb-
haften Ausführung, denen mit so allgemeinem Bey-
falle aufgenommenen Schriften des berühmten Dr.
Swifts
im geringsten nichts bevor giebt) über seine
armseelige Gelehrsamkeit und erfolgte Fatalitäten
seine vielleicht zur Besserung (wo noch eine zu hofen
ist) nicht undienliche Betrachtungen anzustellen; so
kommet schon wieder eine andre Schrift hervor, wel-
che mit dem guten Herrn Professor nicht allzusäuber-
lich verfähret. Sein gröster Trost in seinem Unglü-
cke mag wohl sreylich das Socios habuisse malorum
seyn; und wer weiß, ob nicht hin und wieder selbst
noch Professores (zum wenigsten einer gantz in der
Nähe) anzutrefen, welche mit dem Herrn Phi-
lippi
um den Rang der Unvernunft und Prahle-
rey, absonderlich in ausgegebnen Marckschreyeri-
schen Zettuln, streiten könnten, wenn selbige nur,

bey

(o)
quomodo loqui debeat, quomodo procedere, quo-
modo in publico ſe gcrere, quomodo in privato,
erit ipſo, quem monebit inſanior. Billis nigra
curanda eſt, & ipſa furoris cauſa removenda.
Jch
verbleibe ꝛc. ꝛc.

No. XXIII.

Daß es ein hoͤchſtgefaͤhrliches Ding ſey, ſich ei-
ner Sache anzumaſſen, welcher man nicht gewach-
ſen iſt, zeigt unter andern das Exempel des Herrn
Profeſſor Philippi, auf welchen, wegen ſeiner zu
leichte befundenen Faͤhigkeit alle Wetter zuſammen
zu ſchlagen ſcheinen. Denn kaum hatte derſelbe Zeit
gehabt in der Vortreflichkeit und Nothwen-
digkeit der elenden Scribenten,
(einer Schrift,
welche, wegen ihrer ſinnreichen Erfindung und leb-
haften Ausfuͤhrung, denen mit ſo allgemeinem Bey-
falle aufgenommenen Schriften des beruͤhmten Dr.
Swifts
im geringſten nichts bevor giebt) uͤber ſeine
armſeelige Gelehrſamkeit und erfolgte Fatalitaͤten
ſeine vielleicht zur Beſſerung (wo noch eine zu hofen
iſt) nicht undienliche Betrachtungen anzuſtellen; ſo
kommet ſchon wieder eine andre Schrift hervor, wel-
che mit dem guten Herrn Profeſſor nicht allzuſaͤuber-
lich verfaͤhret. Sein groͤſter Troſt in ſeinem Ungluͤ-
cke mag wohl ſreylich das Socios habuiſſe malorum
ſeyn; und wer weiß, ob nicht hin und wieder ſelbſt
noch Profeſſores (zum wenigſten einer gantz in der
Naͤhe) anzutrefen, welche mit dem Herrn Phi-
lippi
um den Rang der Unvernunft und Prahle-
rey, abſonderlich in ausgegebnen Marckſchreyeri-
ſchen Zettuln, ſtreiten koͤnnten, wenn ſelbige nur,

bey
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0956" n="864"/><fw place="top" type="header">(<hi rendition="#aq">o</hi>)</fw><lb/><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">quomodo loqui debeat,</hi> quomodo procedere, quo-<lb/>
modo in publico &#x017F;e gcrere, quomodo in privato,<lb/>
erit ip&#x017F;o, quem monebit in&#x017F;anior. Billis nigra<lb/>
curanda e&#x017F;t, &amp; ip&#x017F;a furoris cau&#x017F;a removenda.</hi> Jch<lb/>
verbleibe &#xA75B;c. &#xA75B;c.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#aq">No. XXIII.</hi> </head><lb/>
          <p>Daß es ein ho&#x0364;ch&#x017F;tgefa&#x0364;hrliches Ding &#x017F;ey, &#x017F;ich ei-<lb/>
ner Sache anzuma&#x017F;&#x017F;en, welcher man nicht gewach-<lb/>
&#x017F;en i&#x017F;t, zeigt unter andern das Exempel des Herrn<lb/>
Profe&#x017F;&#x017F;or <hi rendition="#fr">Philippi,</hi> auf welchen, wegen &#x017F;einer zu<lb/>
leichte befundenen Fa&#x0364;higkeit alle Wetter zu&#x017F;ammen<lb/>
zu &#x017F;chlagen &#x017F;cheinen. Denn kaum hatte der&#x017F;elbe Zeit<lb/>
gehabt in <hi rendition="#fr">der Vortreflichkeit und Nothwen-<lb/>
digkeit der elenden Scribenten,</hi> (einer Schrift,<lb/>
welche, wegen ihrer &#x017F;innreichen Erfindung und leb-<lb/>
haften Ausfu&#x0364;hrung, denen mit &#x017F;o allgemeinem Bey-<lb/>
falle aufgenommenen Schriften des beru&#x0364;hmten <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Dr.<lb/>
Swifts</hi></hi> im gering&#x017F;ten nichts bevor giebt) u&#x0364;ber &#x017F;eine<lb/>
arm&#x017F;eelige Gelehr&#x017F;amkeit und erfolgte Fatalita&#x0364;ten<lb/>
&#x017F;eine vielleicht zur Be&#x017F;&#x017F;erung (wo noch eine zu hofen<lb/>
i&#x017F;t) nicht undienliche Betrachtungen anzu&#x017F;tellen; &#x017F;o<lb/>
kommet &#x017F;chon wieder eine andre Schrift hervor, wel-<lb/>
che mit dem guten Herrn Profe&#x017F;&#x017F;or nicht allzu&#x017F;a&#x0364;uber-<lb/>
lich verfa&#x0364;hret. Sein gro&#x0364;&#x017F;ter Tro&#x017F;t in &#x017F;einem Unglu&#x0364;-<lb/>
cke mag wohl &#x017F;reylich das <hi rendition="#aq">Socios habui&#x017F;&#x017F;e malorum</hi><lb/>
&#x017F;eyn; und wer weiß, ob nicht hin und wieder &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
noch <hi rendition="#aq">Profe&#x017F;&#x017F;ores</hi> (zum wenig&#x017F;ten einer gantz in der<lb/>
Na&#x0364;he) anzutrefen, welche mit dem Herrn <hi rendition="#fr">Phi-<lb/>
lippi</hi> um den Rang der Unvernunft und Prahle-<lb/>
rey, ab&#x017F;onderlich in ausgegebnen Marck&#x017F;chreyeri-<lb/>
&#x017F;chen Zettuln, &#x017F;treiten ko&#x0364;nnten, wenn &#x017F;elbige nur,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">bey</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[864/0956] (o) quomodo loqui debeat, quomodo procedere, quo- modo in publico ſe gcrere, quomodo in privato, erit ipſo, quem monebit inſanior. Billis nigra curanda eſt, & ipſa furoris cauſa removenda. Jch verbleibe ꝛc. ꝛc. No. XXIII. Daß es ein hoͤchſtgefaͤhrliches Ding ſey, ſich ei- ner Sache anzumaſſen, welcher man nicht gewach- ſen iſt, zeigt unter andern das Exempel des Herrn Profeſſor Philippi, auf welchen, wegen ſeiner zu leichte befundenen Faͤhigkeit alle Wetter zuſammen zu ſchlagen ſcheinen. Denn kaum hatte derſelbe Zeit gehabt in der Vortreflichkeit und Nothwen- digkeit der elenden Scribenten, (einer Schrift, welche, wegen ihrer ſinnreichen Erfindung und leb- haften Ausfuͤhrung, denen mit ſo allgemeinem Bey- falle aufgenommenen Schriften des beruͤhmten Dr. Swifts im geringſten nichts bevor giebt) uͤber ſeine armſeelige Gelehrſamkeit und erfolgte Fatalitaͤten ſeine vielleicht zur Beſſerung (wo noch eine zu hofen iſt) nicht undienliche Betrachtungen anzuſtellen; ſo kommet ſchon wieder eine andre Schrift hervor, wel- che mit dem guten Herrn Profeſſor nicht allzuſaͤuber- lich verfaͤhret. Sein groͤſter Troſt in ſeinem Ungluͤ- cke mag wohl ſreylich das Socios habuiſſe malorum ſeyn; und wer weiß, ob nicht hin und wieder ſelbſt noch Profeſſores (zum wenigſten einer gantz in der Naͤhe) anzutrefen, welche mit dem Herrn Phi- lippi um den Rang der Unvernunft und Prahle- rey, abſonderlich in ausgegebnen Marckſchreyeri- ſchen Zettuln, ſtreiten koͤnnten, wenn ſelbige nur, bey

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Die Verlagsangabe wurde ermittelt (vgl. http://op… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/liscow_samlung_1739
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/liscow_samlung_1739/956
Zitationshilfe: [Liscow, Christian Ludwig]: Samlung Satyrischer und Ernsthafter Schriften. Frankfurt u. a., 1739, S. 864. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/liscow_samlung_1739/956>, abgerufen am 22.04.2019.