Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ludovici, Carl Günther: Eröffnete Akademie der Kaufleute, oder vollständiges Kaufmanns-Lexicon. Bd. 5. Leipzig, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite

im vorzüglichen Verstande.
geraubet werden sollte, der Secunda- oder Tertia-Wechsel
denen Passagiers oder Handelsleuten, um sich nicht zu verwei-
len, oder sonst in ihren Angelegenheiten gehindert zu werden,
eben die Dienste thun möchte. Was nun die Einrichtung die-
ser mehrfachen Wechsel
anbelanget: so müssen dieselben ins-
gesamt von einer einzelnen und gleichlautenden Summe (weil
sonst der Remittent so boshaftig seyn, und aus einer zwo ver-
schiedene Wechselhandlungen machen könnte), auch sowol im
dato, als dem Jnhalte nach, und in der Aufschrift ganz gleich
lautend seyn; ferner muß in einem jeglichen derselben allezeit
bemerket werden, welcher in der Ordnung der Prima- Secun-
da- Tertia-Wechsel sey. Uebrigens ist in Ansehung der Wir-
kung zwischen dem einfachen und allen mehrfachen kein merkli-
cher Unterschied, sondern sie haben sämtlich einerley bereites und
schleuniges Wechselrecht und Wechsellauf. Da hingegen so
bald einer oder der andere von den mehrfachen Wechseln zu
rechtgekommen und bezahlet worden; die übrigen dadurch von
selbst erloschen und gleichsam getödtet sind. Siehe auch den
420 §.

§. 366.

Ferner werden die traßirten Wechsel eingetheilet, 2) in2) in Absicht
auf die Mes-
sen, in Meß-
u. Nichtmeß-
wschsel.

Absicht auf die Messen, in Regulier- oder Meßwechsel, und
in Jrregulier- oder Nichtmeßwechsel. Diese Eintheilung ist
doppelt zu betrachten: a) in Ansehung der Ausstellungszeit,
oder der Zeit, da die Wechsel ausgegeben worden; und b) in
Ansehung der Zahlungszeit, oder der Zeit, da sie zahlbar
sind. Jn der ersten Betrachtung sind Regulier- oderwas sie sind
in Ansehung
der Ausstel-
lungszeit?

Meßwechsel diejenigen, welche in einer Messe ausgeftellet
sind; Jrregulier- oder Nichtmeßwechsel aber diejeni-
gen, welche außerhalb der Messe gefertiget sind. Der
von diesem Unterschiede der Wechsel fließende Nutzen äußert sich
hauptsächlich in Ansehung des Wechselcourses, immaßen auf
den Messen durch öffentliche Autorität ein Cours festgesetzet
wird; folglich wenn in der Messe ein Wechsel ausgestellet wird,
man sich ordentlicher Weise nach dem öffentlichen Course zu
richten hat: da hingegen, wenn ein Wechsel außer der Messe ge-
machet wird, der Cours nicht einerley, sondern bald hoch bald
geringe ist. Jn der zweyten Betrachtung sind Regulier- oderwas sie sind
in Ansehung
der Zah-
lungszeit?

Meßwechsel diejenigen, so auf eine Messe zahlbar; Jrregulier-
oder Nichtmeßwechsel hingegen diejenigen, welche außer der Messe
gefällig sind. Dieser Unterschied der Wechsel ist mit einem
großen Nutzen verknüpfet. Denn ein anders ist bey denen auf
einer Messe zahlbaren Wechseln, wegen der Absendung, Prä-
sentation, Acceptation, und Bezahlung; ein anders aber bey
denen außer den Messen vorfallenden Wechseln verordnet.
Ubrigens wechselt man (a) nicht allein an auswärtigen Ortena) wo Meß-
wechsel aus-
gestellet wer-
den?
b) wenn?

auf die Messen: sondern auch an den Orten, wo die Messen
oder Märkte gehalten werden (b) entweder zwischen den Meß-
zeiten auf die nächstkommende Messe, oder auch in den Messen
selber auf die nachfolgende Messe; selten aber in einer zweyten

oder
K. S. (M)

im vorzuͤglichen Verſtande.
geraubet werden ſollte, der Secunda- oder Tertia-Wechſel
denen Paſſagiers oder Handelsleuten, um ſich nicht zu verwei-
len, oder ſonſt in ihren Angelegenheiten gehindert zu werden,
eben die Dienſte thun moͤchte. Was nun die Einrichtung die-
ſer mehrfachen Wechſel
anbelanget: ſo muͤſſen dieſelben ins-
geſamt von einer einzelnen und gleichlautenden Summe (weil
ſonſt der Remittent ſo boshaftig ſeyn, und aus einer zwo ver-
ſchiedene Wechſelhandlungen machen koͤnnte), auch ſowol im
dato, als dem Jnhalte nach, und in der Aufſchrift ganz gleich
lautend ſeyn; ferner muß in einem jeglichen derſelben allezeit
bemerket werden, welcher in der Ordnung der Prima- Secun-
da- Tertia-Wechſel ſey. Uebrigens iſt in Anſehung der Wir-
kung zwiſchen dem einfachen und allen mehrfachen kein merkli-
cher Unterſchied, ſondern ſie haben ſaͤmtlich einerley bereites und
ſchleuniges Wechſelrecht und Wechſellauf. Da hingegen ſo
bald einer oder der andere von den mehrfachen Wechſeln zu
rechtgekommen und bezahlet worden; die uͤbrigen dadurch von
ſelbſt erloſchen und gleichſam getoͤdtet ſind. Siehe auch den
420 §.

§. 366.

Ferner werden die traßirten Wechſel eingetheilet, 2) in2) in Abſicht
auf die Meſ-
ſen, in Meß-
u. Nichtmeß-
wschſel.

Abſicht auf die Meſſen, in Regulier- oder Meßwechſel, und
in Jrregulier- oder Nichtmeßwechſel. Dieſe Eintheilung iſt
doppelt zu betrachten: a) in Anſehung der Ausſtellungszeit,
oder der Zeit, da die Wechſel ausgegeben worden; und b) in
Anſehung der Zahlungszeit, oder der Zeit, da ſie zahlbar
ſind. Jn der erſten Betrachtung ſind Regulier- oderwas ſie ſind
in Anſehung
der Ausſtel-
lungszeit?

Meßwechſel diejenigen, welche in einer Meſſe ausgeftellet
ſind; Jrregulier- oder Nichtmeßwechſel aber diejeni-
gen, welche außerhalb der Meſſe gefertiget ſind. Der
von dieſem Unterſchiede der Wechſel fließende Nutzen aͤußert ſich
hauptſaͤchlich in Anſehung des Wechſelcourſes, immaßen auf
den Meſſen durch oͤffentliche Autoritaͤt ein Cours feſtgeſetzet
wird; folglich wenn in der Meſſe ein Wechſel ausgeſtellet wird,
man ſich ordentlicher Weiſe nach dem oͤffentlichen Courſe zu
richten hat: da hingegen, wenn ein Wechſel außer der Meſſe ge-
machet wird, der Cours nicht einerley, ſondern bald hoch bald
geringe iſt. Jn der zweyten Betrachtung ſind Regulier- oderwas ſie ſind
in Anſehung
der Zah-
lungszeit?

Meßwechſel diejenigen, ſo auf eine Meſſe zahlbar; Jrregulier-
oder Nichtmeßwechſel hingegen diejenigen, welche außer der Meſſe
gefaͤllig ſind. Dieſer Unterſchied der Wechſel iſt mit einem
großen Nutzen verknuͤpfet. Denn ein anders iſt bey denen auf
einer Meſſe zahlbaren Wechſeln, wegen der Abſendung, Praͤ-
ſentation, Acceptation, und Bezahlung; ein anders aber bey
denen außer den Meſſen vorfallenden Wechſeln verordnet.
Ubrigens wechſelt man (a) nicht allein an auswaͤrtigen Ortena) wo Meß-
wechſel aus-
geſtellet wer-
den?
b) wenn?

auf die Meſſen: ſondern auch an den Orten, wo die Meſſen
oder Maͤrkte gehalten werden (b) entweder zwiſchen den Meß-
zeiten auf die naͤchſtkommende Meſſe, oder auch in den Meſſen
ſelber auf die nachfolgende Meſſe; ſelten aber in einer zweyten

oder
K. S. (M)
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <floatingText>
          <body>
            <div n="1">
              <div n="2">
                <div n="3">
                  <div n="4">
                    <p><pb facs="#f0781" n="177"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">im vorzu&#x0364;glichen Ver&#x017F;tande.</hi></fw><lb/>
geraubet werden &#x017F;ollte, der Secunda- oder Tertia-Wech&#x017F;el<lb/>
denen Pa&#x017F;&#x017F;agiers oder Handelsleuten, um &#x017F;ich nicht zu verwei-<lb/>
len, oder &#x017F;on&#x017F;t in ihren Angelegenheiten gehindert zu werden,<lb/>
eben die Dien&#x017F;te thun mo&#x0364;chte. Was nun die <hi rendition="#fr">Einrichtung die-<lb/>
&#x017F;er mehrfachen Wech&#x017F;el</hi> anbelanget: &#x017F;o mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en die&#x017F;elben ins-<lb/>
ge&#x017F;amt von einer einzelnen und gleichlautenden Summe (weil<lb/>
&#x017F;on&#x017F;t der Remittent &#x017F;o boshaftig &#x017F;eyn, und aus einer zwo ver-<lb/>
&#x017F;chiedene Wech&#x017F;elhandlungen machen ko&#x0364;nnte), auch &#x017F;owol im<lb/>
dato, als dem Jnhalte nach, und in der Auf&#x017F;chrift ganz gleich<lb/>
lautend &#x017F;eyn; ferner muß in einem jeglichen der&#x017F;elben allezeit<lb/>
bemerket werden, welcher in der Ordnung der Prima- Secun-<lb/>
da- Tertia-Wech&#x017F;el &#x017F;ey. Uebrigens i&#x017F;t in An&#x017F;ehung der Wir-<lb/>
kung zwi&#x017F;chen dem einfachen und allen mehrfachen kein merkli-<lb/>
cher Unter&#x017F;chied, &#x017F;ondern &#x017F;ie haben &#x017F;a&#x0364;mtlich einerley bereites und<lb/>
&#x017F;chleuniges Wech&#x017F;elrecht und Wech&#x017F;ellauf. Da hingegen &#x017F;o<lb/>
bald einer oder der andere von den mehrfachen Wech&#x017F;eln zu<lb/>
rechtgekommen und bezahlet worden; die u&#x0364;brigen dadurch von<lb/>
&#x017F;elb&#x017F;t erlo&#x017F;chen und gleich&#x017F;am geto&#x0364;dtet &#x017F;ind. Siehe auch den<lb/>
420 §.</p>
                  </div><lb/>
                  <div n="4">
                    <head>§. 366.</head><lb/>
                    <p>Ferner werden die traßirten Wech&#x017F;el eingetheilet, 2) in<note place="right">2) in Ab&#x017F;icht<lb/>
auf die Me&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en, in Meß-<lb/>
u. Nichtmeß-<lb/>
wsch&#x017F;el.</note><lb/>
Ab&#x017F;icht auf die <hi rendition="#fr">Me&#x017F;&#x017F;en,</hi> in <hi rendition="#fr">Regulier-</hi> oder <hi rendition="#fr">Meßwech&#x017F;el,</hi> und<lb/>
in <hi rendition="#fr">Jrregulier-</hi> oder <hi rendition="#fr">Nichtmeßwech&#x017F;el.</hi> Die&#x017F;e Eintheilung i&#x017F;t<lb/>
doppelt zu betrachten: <hi rendition="#aq">a</hi>) in An&#x017F;ehung der <hi rendition="#fr">Aus&#x017F;tellungszeit,</hi><lb/>
oder der Zeit, da die Wech&#x017F;el ausgegeben worden; und <hi rendition="#aq">b</hi>) in<lb/>
An&#x017F;ehung der <hi rendition="#fr">Zahlungszeit,</hi> oder der Zeit, da &#x017F;ie zahlbar<lb/>
&#x017F;ind. Jn der <hi rendition="#fr">er&#x017F;ten</hi> Betrachtung &#x017F;ind <hi rendition="#fr">Regulier-</hi> oder<note place="right">was &#x017F;ie &#x017F;ind<lb/>
in An&#x017F;ehung<lb/>
der Aus&#x017F;tel-<lb/>
lungszeit?</note><lb/><hi rendition="#fr">Meßwech&#x017F;el</hi> diejenigen, welche in einer Me&#x017F;&#x017F;e ausgeftellet<lb/>
&#x017F;ind; <hi rendition="#fr">Jrregulier-</hi> oder <hi rendition="#fr">Nichtmeßwech&#x017F;el</hi> aber diejeni-<lb/>
gen, welche außerhalb der Me&#x017F;&#x017F;e gefertiget &#x017F;ind. Der<lb/>
von die&#x017F;em Unter&#x017F;chiede der Wech&#x017F;el fließende Nutzen a&#x0364;ußert &#x017F;ich<lb/>
haupt&#x017F;a&#x0364;chlich in An&#x017F;ehung des <hi rendition="#fr">Wech&#x017F;elcour&#x017F;es,</hi> immaßen auf<lb/>
den Me&#x017F;&#x017F;en durch o&#x0364;ffentliche Autorita&#x0364;t ein Cours fe&#x017F;tge&#x017F;etzet<lb/>
wird; folglich wenn in der Me&#x017F;&#x017F;e ein Wech&#x017F;el ausge&#x017F;tellet wird,<lb/>
man &#x017F;ich ordentlicher Wei&#x017F;e nach dem o&#x0364;ffentlichen Cour&#x017F;e zu<lb/>
richten hat: da hingegen, wenn ein Wech&#x017F;el außer der Me&#x017F;&#x017F;e ge-<lb/>
machet wird, der Cours nicht einerley, &#x017F;ondern bald hoch bald<lb/>
geringe i&#x017F;t. Jn der <hi rendition="#fr">zweyten</hi> Betrachtung &#x017F;ind <hi rendition="#fr">Regulier-</hi> oder<note place="right">was &#x017F;ie &#x017F;ind<lb/>
in An&#x017F;ehung<lb/>
der Zah-<lb/>
lungszeit?</note><lb/><hi rendition="#fr">Meßwech&#x017F;el</hi> diejenigen, &#x017F;o auf eine Me&#x017F;&#x017F;e zahlbar; <hi rendition="#fr">Jrregulier-</hi><lb/>
oder <hi rendition="#fr">Nichtmeßwech&#x017F;el</hi> hingegen diejenigen, welche außer der Me&#x017F;&#x017F;e<lb/>
gefa&#x0364;llig &#x017F;ind. Die&#x017F;er Unter&#x017F;chied der Wech&#x017F;el i&#x017F;t mit einem<lb/>
großen Nutzen verknu&#x0364;pfet. Denn ein anders i&#x017F;t bey denen auf<lb/>
einer Me&#x017F;&#x017F;e zahlbaren Wech&#x017F;eln, wegen der Ab&#x017F;endung, Pra&#x0364;-<lb/>
&#x017F;entation, Acceptation, und Bezahlung; ein anders aber bey<lb/>
denen außer den Me&#x017F;&#x017F;en vorfallenden Wech&#x017F;eln verordnet.<lb/>
Ubrigens wech&#x017F;elt man (a) nicht allein an auswa&#x0364;rtigen Orten<note place="right"><hi rendition="#aq">a</hi>) wo Meß-<lb/>
wech&#x017F;el aus-<lb/>
ge&#x017F;tellet wer-<lb/>
den?<lb/><hi rendition="#aq">b</hi>) wenn?</note><lb/>
auf die Me&#x017F;&#x017F;en: &#x017F;ondern auch an den Orten, wo die Me&#x017F;&#x017F;en<lb/>
oder Ma&#x0364;rkte gehalten werden (b) entweder zwi&#x017F;chen den Meß-<lb/>
zeiten auf die na&#x0364;ch&#x017F;tkommende Me&#x017F;&#x017F;e, oder auch in den Me&#x017F;&#x017F;en<lb/>
&#x017F;elber auf die nachfolgende Me&#x017F;&#x017F;e; &#x017F;elten aber in einer zweyten<lb/>
<fw place="bottom" type="sig"><hi rendition="#fr">K. S.</hi> (M)</fw><fw place="bottom" type="catch">oder</fw><lb/></p>
                  </div>
                </div>
              </div>
            </div>
          </body>
        </floatingText>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[177/0781] im vorzuͤglichen Verſtande. geraubet werden ſollte, der Secunda- oder Tertia-Wechſel denen Paſſagiers oder Handelsleuten, um ſich nicht zu verwei- len, oder ſonſt in ihren Angelegenheiten gehindert zu werden, eben die Dienſte thun moͤchte. Was nun die Einrichtung die- ſer mehrfachen Wechſel anbelanget: ſo muͤſſen dieſelben ins- geſamt von einer einzelnen und gleichlautenden Summe (weil ſonſt der Remittent ſo boshaftig ſeyn, und aus einer zwo ver- ſchiedene Wechſelhandlungen machen koͤnnte), auch ſowol im dato, als dem Jnhalte nach, und in der Aufſchrift ganz gleich lautend ſeyn; ferner muß in einem jeglichen derſelben allezeit bemerket werden, welcher in der Ordnung der Prima- Secun- da- Tertia-Wechſel ſey. Uebrigens iſt in Anſehung der Wir- kung zwiſchen dem einfachen und allen mehrfachen kein merkli- cher Unterſchied, ſondern ſie haben ſaͤmtlich einerley bereites und ſchleuniges Wechſelrecht und Wechſellauf. Da hingegen ſo bald einer oder der andere von den mehrfachen Wechſeln zu rechtgekommen und bezahlet worden; die uͤbrigen dadurch von ſelbſt erloſchen und gleichſam getoͤdtet ſind. Siehe auch den 420 §. §. 366. Ferner werden die traßirten Wechſel eingetheilet, 2) in Abſicht auf die Meſſen, in Regulier- oder Meßwechſel, und in Jrregulier- oder Nichtmeßwechſel. Dieſe Eintheilung iſt doppelt zu betrachten: a) in Anſehung der Ausſtellungszeit, oder der Zeit, da die Wechſel ausgegeben worden; und b) in Anſehung der Zahlungszeit, oder der Zeit, da ſie zahlbar ſind. Jn der erſten Betrachtung ſind Regulier- oder Meßwechſel diejenigen, welche in einer Meſſe ausgeftellet ſind; Jrregulier- oder Nichtmeßwechſel aber diejeni- gen, welche außerhalb der Meſſe gefertiget ſind. Der von dieſem Unterſchiede der Wechſel fließende Nutzen aͤußert ſich hauptſaͤchlich in Anſehung des Wechſelcourſes, immaßen auf den Meſſen durch oͤffentliche Autoritaͤt ein Cours feſtgeſetzet wird; folglich wenn in der Meſſe ein Wechſel ausgeſtellet wird, man ſich ordentlicher Weiſe nach dem oͤffentlichen Courſe zu richten hat: da hingegen, wenn ein Wechſel außer der Meſſe ge- machet wird, der Cours nicht einerley, ſondern bald hoch bald geringe iſt. Jn der zweyten Betrachtung ſind Regulier- oder Meßwechſel diejenigen, ſo auf eine Meſſe zahlbar; Jrregulier- oder Nichtmeßwechſel hingegen diejenigen, welche außer der Meſſe gefaͤllig ſind. Dieſer Unterſchied der Wechſel iſt mit einem großen Nutzen verknuͤpfet. Denn ein anders iſt bey denen auf einer Meſſe zahlbaren Wechſeln, wegen der Abſendung, Praͤ- ſentation, Acceptation, und Bezahlung; ein anders aber bey denen außer den Meſſen vorfallenden Wechſeln verordnet. Ubrigens wechſelt man (a) nicht allein an auswaͤrtigen Orten auf die Meſſen: ſondern auch an den Orten, wo die Meſſen oder Maͤrkte gehalten werden (b) entweder zwiſchen den Meß- zeiten auf die naͤchſtkommende Meſſe, oder auch in den Meſſen ſelber auf die nachfolgende Meſſe; ſelten aber in einer zweyten oder 2) in Abſicht auf die Meſ- ſen, in Meß- u. Nichtmeß- wschſel. was ſie ſind in Anſehung der Ausſtel- lungszeit? was ſie ſind in Anſehung der Zah- lungszeit? a) wo Meß- wechſel aus- geſtellet wer- den? b) wenn? K. S. (M)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/ludovici_grundriss_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/ludovici_grundriss_1756/781
Zitationshilfe: Ludovici, Carl Günther: Eröffnete Akademie der Kaufleute, oder vollständiges Kaufmanns-Lexicon. Bd. 5. Leipzig, 1756, S. 177. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ludovici_grundriss_1756/781>, abgerufen am 21.10.2019.