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Ludwig, Carl: Lehrbuch der Physiologie des Menschen. Bd. 2. Heidelberg und Leipzig, 1856.

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Genügende Nahrung.
für 47,5 K. CO2 = 888,4 Gr. und HO = 1158,0 Gr.; für 1 Kilo CO2
= 18,70 Gr. und HO = 24,37 Gr.

Um diese Tabelle entwerfen zu können, hat Barral geradezu bestimmt die Menge
und Zusammensetzung seiner Nahrung (Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Brod, Zuckerwerk,
Butter, Senf; Wasser, Fleischbrühe, Milch, Kaffee, Wein), seines Harnes und Kothes.
Da bei der eingehaltenen Lebensweise das mittlere tägliche Gewicht des Gesammt-
körpers sich unverändert erhielt, so ist annäherungsweise die Annahme erlaubt, dass
die täglich ein- und ausgehenden Atome wie an Zahl so auch an Art einander gleich
waren, so dass sich die Zusammensetzung des Organismus unverändert erhielt. Unter
dieser Voraussetzung kann man aus den direkt erhaltenen Bestimmungen mittelst ein-
facher Subtraktion der sensibeln Ausleerungen von den Speisen ableiten, welche
Menge der mit der Nahrung eingeführten H, C, N, O ihren Weg durch Haut und
Lunge nehmen musste. Wir wollen den erhaltenen Unterschied den Verdunstungs-
rest nennen. Da nun ferner erlaubt ist, anzunehmen, dass der C, H und O aus der
Haut und Lunge nur als Wasser und Kohlensäure austreten, so lässt sich auch be-
rechnen, wie viel O noch zu dem Verdunstungsrest geführt werden muss, um seinen
H und C zu oxydiren. Dieser Sauerstoff muss aber in freiem Zustande zum grössten
Theile durch die Lungen aufgenommen sein. Obwohl man unmöglich verkennen kann,
wie viel Gewagtes diese Annahmen enthalten, so ist doch einzusehen, dass sich das
Resultat nicht allzuweit entfernen kann von der Wahrheit, vorausgesetzt, dass Speise
und Ausleerungen genau analysirt und die Beobachtungen über mehre Tage fortge-
setzt werden.

Katze.

Die folgenden Versuche sind von Bidder und Schmidt angestellt.

I. Mittleres Gewicht des Thieres 3,228 K. Beobachtungszeit 9 Tage.

[Tabelle]

Der C und H des Verdunstungsrestes oxydirt giebt für 3,228 K. CO2
= 65,60 Gr. und HO = 49,59 Gr.; für 1 K. aber CO2 = 20,322 Gr.
und HO = 15,368 Gr.

Genügende Nahrung.
für 47,5 K. CO2 = 888,4 Gr. und HO = 1158,0 Gr.; für 1 Kilo CO2
= 18,70 Gr. und HO = 24,37 Gr.

Um diese Tabelle entwerfen zu können, hat Barral geradezu bestimmt die Menge
und Zusammensetzung seiner Nahrung (Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Brod, Zuckerwerk,
Butter, Senf; Wasser, Fleischbrühe, Milch, Kaffee, Wein), seines Harnes und Kothes.
Da bei der eingehaltenen Lebensweise das mittlere tägliche Gewicht des Gesammt-
körpers sich unverändert erhielt, so ist annäherungsweise die Annahme erlaubt, dass
die täglich ein- und ausgehenden Atome wie an Zahl so auch an Art einander gleich
waren, so dass sich die Zusammensetzung des Organismus unverändert erhielt. Unter
dieser Voraussetzung kann man aus den direkt erhaltenen Bestimmungen mittelst ein-
facher Subtraktion der sensibeln Ausleerungen von den Speisen ableiten, welche
Menge der mit der Nahrung eingeführten H, C, N, O ihren Weg durch Haut und
Lunge nehmen musste. Wir wollen den erhaltenen Unterschied den Verdunstungs-
rest nennen. Da nun ferner erlaubt ist, anzunehmen, dass der C, H und O aus der
Haut und Lunge nur als Wasser und Kohlensäure austreten, so lässt sich auch be-
rechnen, wie viel O noch zu dem Verdunstungsrest geführt werden muss, um seinen
H und C zu oxydiren. Dieser Sauerstoff muss aber in freiem Zustande zum grössten
Theile durch die Lungen aufgenommen sein. Obwohl man unmöglich verkennen kann,
wie viel Gewagtes diese Annahmen enthalten, so ist doch einzusehen, dass sich das
Resultat nicht allzuweit entfernen kann von der Wahrheit, vorausgesetzt, dass Speise
und Ausleerungen genau analysirt und die Beobachtungen über mehre Tage fortge-
setzt werden.

Katze.

Die folgenden Versuche sind von Bidder und Schmidt angestellt.

I. Mittleres Gewicht des Thieres 3,228 K. Beobachtungszeit 9 Tage.

[Tabelle]

Der C und H des Verdunstungsrestes oxydirt giebt für 3,228 K. CO2
= 65,60 Gr. und HO = 49,59 Gr.; für 1 K. aber CO2 = 20,322 Gr.
und HO = 15,368 Gr.

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[443/0459] Genügende Nahrung. für 47,5 K. CO2 = 888,4 Gr. und HO = 1158,0 Gr.; für 1 Kilo CO2 = 18,70 Gr. und HO = 24,37 Gr. Um diese Tabelle entwerfen zu können, hat Barral geradezu bestimmt die Menge und Zusammensetzung seiner Nahrung (Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Brod, Zuckerwerk, Butter, Senf; Wasser, Fleischbrühe, Milch, Kaffee, Wein), seines Harnes und Kothes. Da bei der eingehaltenen Lebensweise das mittlere tägliche Gewicht des Gesammt- körpers sich unverändert erhielt, so ist annäherungsweise die Annahme erlaubt, dass die täglich ein- und ausgehenden Atome wie an Zahl so auch an Art einander gleich waren, so dass sich die Zusammensetzung des Organismus unverändert erhielt. Unter dieser Voraussetzung kann man aus den direkt erhaltenen Bestimmungen mittelst ein- facher Subtraktion der sensibeln Ausleerungen von den Speisen ableiten, welche Menge der mit der Nahrung eingeführten H, C, N, O ihren Weg durch Haut und Lunge nehmen musste. Wir wollen den erhaltenen Unterschied den Verdunstungs- rest nennen. Da nun ferner erlaubt ist, anzunehmen, dass der C, H und O aus der Haut und Lunge nur als Wasser und Kohlensäure austreten, so lässt sich auch be- rechnen, wie viel O noch zu dem Verdunstungsrest geführt werden muss, um seinen H und C zu oxydiren. Dieser Sauerstoff muss aber in freiem Zustande zum grössten Theile durch die Lungen aufgenommen sein. Obwohl man unmöglich verkennen kann, wie viel Gewagtes diese Annahmen enthalten, so ist doch einzusehen, dass sich das Resultat nicht allzuweit entfernen kann von der Wahrheit, vorausgesetzt, dass Speise und Ausleerungen genau analysirt und die Beobachtungen über mehre Tage fortge- setzt werden. Katze. Die folgenden Versuche sind von Bidder und Schmidt angestellt. I. Mittleres Gewicht des Thieres 3,228 K. Beobachtungszeit 9 Tage. Der C und H des Verdunstungsrestes oxydirt giebt für 3,228 K. CO2 = 65,60 Gr. und HO = 49,59 Gr.; für 1 K. aber CO2 = 20,322 Gr. und HO = 15,368 Gr.

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Zitationshilfe: Ludwig, Carl: Lehrbuch der Physiologie des Menschen. Bd. 2. Heidelberg und Leipzig, 1856, S. 443. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ludwig_physiologie02_1856/459>, abgerufen am 19.04.2019.