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Das Newe Testament Deutzsch. [Septembertestament.] Übersetzt von Martin Luther. Wittenberg, 1522.

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Die Erst Epistel

Es hat aber nicht yderman das wissen/ denn etliche machen yhn
noch eyn gewissen vber dem gotzen/ vnd essens fur gotzen opffer/ da-
mit wirt yhr gewissen/ weyl es so schwach ist/ befleckt. Aber die spey-
se fordert vns fur Got nicht/ Essen wyr/ so werden wyr drumb nich
besser seyn/ Essen wyr nicht/ so werden wyr drumb nichts weniger seyn.

Sehet aber zu/ das dise ewr freyheyt/ nicht gerate zu eynen anstos
der schwachen. Denn so dich (der du das erkentnis hast) yemand
sehe zu tisch sitzen ym gotzen hauß/ wirt nicht seyn gewissen/ die weyl
es schwach ist/ verursacht das gotzen opffer zu essen? vnd wirt also
vber deynem erkentnis der schwache bruder vmbkomen/ vmb wilches
willen Christus gestorben ist. Wenn yhr aber alßo sundiget an den
brudern/ vnd schlaget yhr schwachs gewissen/ so sundigt yhr an Chri-
ston. Darumb/ ßo die speyse meynen bruder ergert/ wolt ich nicht
fleysch essen ewiglich/ auff das ich meynen bruder nicht ergere.

Das Neunde Capitel.

BYnn ich nicht eyn Apostel? byn ich nicht frey? hab ich nicht
vnsern hern Jhesum Christ gesehen? Seyt nicht yhr meyn
werck ynn dem hern? byn ich andern nicht eyn Apostel/ ßo
byn ich doch ewr Apostel/ Denn das sigel meynes Apostel
ampts/ seyt yhr/ ynn dem hern. Wenn man mich fragt/ so antwort
ich also/ Haben wyr nicht macht zu essen vnd zu trincken? haben wyr
nicht auch macht eyne schwester zum weybe mit vmbher zufuren/ wie
die andern Aposteln vnd die bruder des hern/ vnd Kephas? odder
haben alleyn ich vnd Barnabas nicht macht das zuthun? Wilcher
reyßet yhe mals auff seynen eygen sold/ Wilcher pflantzt eyn weyn
berg/ vnd isset nicht von seyner frucht? Odder wilcher weydet eyne
herdt/ vnd isset nicht von der milch der herden.

Rede ich aber solchs auff menschen weyse? saget nicht solchs das
gesetz auch? Denn ym gesetz Mosi steht geschrieben/ Du solt dem och- Deut. 25.
sen nicht das maul verstopfen/ der da dreschet. (Sorget)
Got sorget fur alle
ding/ aber er sorget
nicht/ das fur die
ochsen geschrieben
werde[/] denn sie kon-
den nicht lesen.
Sorget Gott fur die
ochsen? odder saget ers nicht aller ding vmb vnser willen? Denn es
ist iah vmb vnser willen geschrieben. Denn der do pfluget/ sol auff
hoffnung pflugen/ vnd der da dreschet/ sol auff hoffnung dreschen/
das er yhenes hoffnung teylhafftig werde. So wyr euch das geystli-
che haben geseet/ ists eyn groß ding/ ob wyr ewr fleyschlichs erndten?
So aber andere diser macht an euch teylhafftig sind/ warumb nicht
viel mehr wyr?

Aber wyr haben solcher macht nicht brauchet/(nicht braucht)
Sihe der Apostel
verschonet ßo fast
der schwacheyt an
den andern/ das er
auch alles des sich
enthelt da er macht
als eyn Apostel/ da
zu auch der andern
Apostel exempel zu
hatt.
sondern wyr vertra-
gen allerley/ das wyr nicht dem Euangelio von Christo eyn hynder-
nis machen. Wisset yhr nicht/ das die da schaffen ym tempel/ die
neeren sich des tempels/ vnd die des altars pflegen/ geniessen des al-
tars? Also hat der herr befolhen/ das die das Euangelion verkun-
digen/ sollen auch vom Euangelio sich neeren. Jch aber habe der key-
nes braucht.

Jch schreybe
Die Erſt Epiſtel

Es hat aber nicht yderman das wiſſen/ denn etliche machen yhn
noch eyn gewiſſen vber dem gotzen/ vnd eſſens fur gotzen opffer/ da-
mit wirt yhr gewiſſen/ weyl es ſo ſchwach iſt/ befleckt. Aber die ſpey-
ſe foꝛdert vns fur Got nicht/ Eſſen wyr/ ſo werdẽ wyr drumb nich
beſſer ſeyn/ Eſſen wyr nicht/ ſo werden wyr dꝛumb nichts weniger ſeyn.

Sehet aber zu/ das diſe ewr freyheyt/ nicht gerate zu eynẽ anſtos
der ſchwachen. Denn ſo dich (der du das erkentnis haſt) yemand
ſehe zu tiſch ſitzen ym gotzen hauſz/ wirt nicht ſeyn gewiſſen/ die weyl
es ſchwach iſt/ verurſacht das gotzen opffer zu eſſen? vnd wirt alſo
vber deynem erkentnis der ſchwache bꝛuder vmbkomẽ/ vmb wilches
willen Chꝛiſtus geſtoꝛben iſt. Wenn yhr aber alſzo ſundiget an den
bꝛudern/ vñ ſchlaget yhr ſchwachs gewiſſen/ ſo ſundigt yhr an Chꝛi-
ſton. Darumb/ ſzo die ſpeyſe meynen bꝛuder ergert/ wolt ich nicht
fleyſch eſſen ewiglich/ auff das ich meynen bꝛuder nicht ergere.

Das Neunde Capitel.

BYnn ich nicht eyn Apoſtel? byn ich nicht frey? hab ich nicht
vnſern hern Jheſum Chꝛiſt geſehen? Seyt nicht yhr meyn
werck ynn dem hern? byn ich andern nicht eyn Apoſtel/ ſzo
byn ich doch ewr Apoſtel/ Denn das ſigel meynes Apoſtel
ampts/ ſeyt yhr/ ynn dem hern. Wenn man mich fragt/ ſo antwoꝛt
ich alſo/ Haben wyr nicht macht zu eſſen vnd zu trincken? habẽ wyr
nicht auch macht eyne ſchweſter zum weybe mit vmbher zufurẽ/ wie
die andern Apoſteln vnd die bꝛuder des hern/ vnd Kephas? odder
haben alleyn ich vnd Barnabas nicht macht das zuthun? Wilcher
reyſzet yhe mals auff ſeynen eygen ſold/ Wilcher pflantzt eyn weyn
berg/ vnd iſſet nicht von ſeyner frucht? Odder wilcher weydet eyne
herdt/ vnd iſſet nicht von der milch der herden.

Rede ich aber ſolchs auff menſchen weyſe? ſaget nicht ſolchs das
geſetz auch? Deñ ym geſetz Moſi ſteht geſchꝛiebẽ/ Du ſolt dem och- Deut. 25.
ſen nicht das maul verſtopfen/ der da dꝛeſchet. (Soꝛget)
Got ſoꝛget fur alle
ding/ aber er ſoꝛget
nicht/ das fur die
ochſen geſchꝛieben
werde[/] denn ſie kon-
den nicht leſen.
Soꝛget Gott fur die
ochſen? odder ſaget ers nicht aller ding vmb vnſer willen? Denn es
iſt iah vmb vnſer willen geſchꝛieben. Denn der do pfluget/ ſol auff
hoffnung pflugen/ vnd der da dꝛeſchet/ ſol auff hoffnung dꝛeſchen/
das er yhenes hoffnung teylhafftig werde. So wyr euch das geyſtli-
che haben geſeet/ iſts eyn groſz ding/ ob wyr ewr fleyſchlichs erndtẽ?
So aber andere diſer macht an euch teylhafftig ſind/ warumb nicht
viel mehr wyr?

Aber wyr haben ſolcher macht nicht bꝛauchet/(nicht bꝛaucht)
Sihe der Apoſtel
verſchonet ſzo faſt
der ſchwacheyt an
den andern/ das er
auch alles des ſich
enthelt da er macht
als eyn Apoſtel/ da
zu auch der andern
Apoſtel exempel zu
hatt.
ſondern wyr vertra-
gen allerley/ das wyr nicht dem Euangelio von Chꝛiſto eyn hynder-
nis machen. Wiſſet yhr nicht/ das die da ſchaffen ym tempel/ die
neeren ſich des tempels/ vnd die des altars pflegen/ genieſſen des al-
tars? Alſo hat der herr befolhen/ das die das Euangelion verkun-
digen/ ſollen auch vom Euangelio ſich neeren. Jch aber habe der key-
nes bꝛaucht.

Jch ſchꝛeybe
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[[264]/0270] Die Erſt Epiſtel Es hat aber nicht yderman das wiſſen/ denn etliche machen yhn noch eyn gewiſſen vber dem gotzen/ vnd eſſens fur gotzen opffer/ da- mit wirt yhr gewiſſen/ weyl es ſo ſchwach iſt/ befleckt. Aber die ſpey ſe foꝛdert vns fur Got nicht/ Eſſen wyr/ ſo werdẽ wyr drumb nich beſſer ſeyn/ Eſſen wyr nicht/ ſo werden wyr dꝛumb nichts weniger ſeyn. Sehet aber zu/ das diſe ewr freyheyt/ nicht gerate zu eynẽ anſtos der ſchwachen. Denn ſo dich (der du das erkentnis haſt) yemand ſehe zu tiſch ſitzen ym gotzen hauſz/ wirt nicht ſeyn gewiſſen/ die weyl es ſchwach iſt/ verurſacht das gotzen opffer zu eſſen? vnd wirt alſo vber deynem erkentnis der ſchwache bꝛuder vmbkomẽ/ vmb wilches willen Chꝛiſtus geſtoꝛben iſt. Wenn yhr aber alſzo ſundiget an den bꝛudern/ vñ ſchlaget yhr ſchwachs gewiſſen/ ſo ſundigt yhr an Chꝛi ſton. Darumb/ ſzo die ſpeyſe meynen bꝛuder ergert/ wolt ich nicht fleyſch eſſen ewiglich/ auff das ich meynen bꝛuder nicht ergere. Das Neunde Capitel. BYnn ich nicht eyn Apoſtel? byn ich nicht frey? hab ich nicht vnſern hern Jheſum Chꝛiſt geſehen? Seyt nicht yhr meyn werck ynn dem hern? byn ich andern nicht eyn Apoſtel/ ſzo byn ich doch ewr Apoſtel/ Denn das ſigel meynes Apoſtel ampts/ ſeyt yhr/ ynn dem hern. Wenn man mich fragt/ ſo antwoꝛt ich alſo/ Haben wyr nicht macht zu eſſen vnd zu trincken? habẽ wyr nicht auch macht eyne ſchweſter zum weybe mit vmbher zufurẽ/ wie die andern Apoſteln vnd die bꝛuder des hern/ vnd Kephas? odder haben alleyn ich vnd Barnabas nicht macht das zuthun? Wilcher reyſzet yhe mals auff ſeynen eygen ſold/ Wilcher pflantzt eyn weyn berg/ vnd iſſet nicht von ſeyner frucht? Odder wilcher weydet eyne herdt/ vnd iſſet nicht von der milch der herden. Rede ich aber ſolchs auff menſchen weyſe? ſaget nicht ſolchs das geſetz auch? Deñ ym geſetz Moſi ſteht geſchꝛiebẽ/ Du ſolt dem och- ſen nicht das maul verſtopfen/ der da dꝛeſchet. Soꝛget Gott fur die ochſen? odder ſaget ers nicht aller ding vmb vnſer willen? Denn es iſt iah vmb vnſer willen geſchꝛieben. Denn der do pfluget/ ſol auff hoffnung pflugen/ vnd der da dꝛeſchet/ ſol auff hoffnung dꝛeſchen/ das er yhenes hoffnung teylhafftig werde. So wyr euch das geyſtli- che haben geſeet/ iſts eyn groſz ding/ ob wyr ewr fleyſchlichs erndtẽ? So aber andere diſer macht an euch teylhafftig ſind/ warumb nicht viel mehr wyr? Deut. 25. (Soꝛget) Got ſoꝛget fur alle ding/ aber er ſoꝛget nicht/ das fur die ochſen geſchꝛieben werde/ denn ſie kon den nicht leſen. Aber wyr haben ſolcher macht nicht bꝛauchet/ ſondern wyr vertra gen allerley/ das wyr nicht dem Euangelio von Chꝛiſto eyn hynder nis machen. Wiſſet yhr nicht/ das die da ſchaffen ym tempel/ die neeren ſich des tempels/ vnd die des altars pflegen/ genieſſen des al- tars? Alſo hat der herr befolhen/ das die das Euangelion verkun- digen/ ſollen auch vom Euangelio ſich neeren. Jch aber habe der key nes bꝛaucht. (nicht bꝛaucht) Sihe der Apoſtel verſchonet ſzo faſt der ſchwacheyt an den andern/ das er auch alles des ſich enthelt da er macht als eyn Apoſtel/ da zu auch der andern Apoſtel exempel zu hatt. Jch ſchꝛeybe

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Axel Herold: Konvertierung der Wikisource-Quelldateien in das DTA-Basisformat. (2017-03-09T12:26:56Z)
Magdalena Schulze, Benjamin Fiechter, Juliane Nau, Susanne Wind, Kay-Michael Würzner, Christian Thomas, Susanne Haaf, Frank Wiegand: Bearbeitung der digitalen Edition. (2017-10-30T12:00:00Z)



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Zitationshilfe: Das Newe Testament Deutzsch. [Septembertestament.] Übersetzt von Martin Luther. Wittenberg, 1522, S. [264]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/luther_septembertestament_1522/270>, abgerufen am 20.09.2019.