Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Männling, Johann Christoph: Der Europæische Helicon, Oder Musen-Berg. Alten Stettin, 1704.

Bild:
<< vorherige Seite
Beschämmt die Nachtigall: mein Mund wird dir auf-
warten/
Wenn du Gehöre giebst. Nur dencke nicht: schweig
still.
Komm liebliches Echo und nimm/
Von mir an/ was ich
Von Liedern zu opffern vor dich/
Aus Freundschafft bestimm.
Du schweigst biß alles schweigt/ biß ungefähr umb
acht.
Die Unruh wird zur Ruh/ der muntre Tag zur Nacht.
Narcissus fehlt dir zwar. Sag aber doch: kanstu/
Ohn ihn nicht glücklich seyn? Begieb dich nur in Ruh!
Statt seiner lieb ich dich. So wirst du ja im Lieben/
Auch umb die Wette stets mit Sentien dich üben.

Wahl-Spruch/
Bedencke das Ende.

allwo die letzten Worte also müssen gelesen werden:
Ich wil im Garten auffwarten/ schweig still und nimm/
was ich vor dich bestimm: umb 8. zur Nacht kanstu
in Ruh/ im Lieben dich üben. Arminius P. 2. p. 1542

Die Siebenzehnde Art.
Von den
Cabeln vornemlich
der
Cabala simplici.

Reg. 1.

EIne Cabel oder Programma ist eine neue Zier-
lichkeit/ da man nach der Arithmetica das A.
B. C. setzt/ und nach demselbigen einem Nahmen/

Sen-
Beſchaͤm̃t die Nachtigall: mein Mund wird dir auf-
warten/
Wenn du Gehoͤre giebſt. Nur dencke nicht: ſchweig
ſtill.
Komm liebliches Echo und nimm/
Von mir an/ was ich
Von Liedern zu opffern vor dich/
Aus Freundſchafft beſtimm.
Du ſchweigſt biß alles ſchweigt/ biß ungefaͤhr umb
acht.
Die Unruh wird zur Ruh/ der muntre Tag zur Nacht.
Narcisſus fehlt dir zwar. Sag aber doch: kanſtu/
Ohn ihn nicht gluͤcklich ſeyn? Begieb dich nur in Ruh!
Statt ſeiner lieb ich dich. So wirſt du ja im Lieben/
Auch umb die Wette ſtets mit Sentien dich uͤben.

Wahl-Spruch/
Bedencke das Ende.

allwo die letzten Worte alſo muͤſſen geleſen werden:
Ich wil im Garten auffwarten/ ſchweig ſtill und nim̃/
was ich vor dich beſtimm: umb 8. zur Nacht kanſtu
in Ruh/ im Lieben dich uͤben. Arminius P. 2. p. 1542

Die Siebenzehnde Art.
Von den
Cabeln vornemlich
der
Cabala ſimplici.

Reg. 1.

EIne Cabel oder Programma iſt eine neue Zier-
lichkeit/ da man nach der Arithmetica das A.
B. C. ſetzt/ und nach demſelbigen einem Nahmen/

Sen-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="3">
          <lg type="poem">
            <pb facs="#f0156" n="140"/>
            <l>Be&#x017F;cha&#x0364;m&#x0303;t die Nachtigall: mein Mund wird dir auf-</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">warten/</hi> </l><lb/>
            <l>Wenn du Geho&#x0364;re gieb&#x017F;t. Nur dencke nicht: &#x017F;chweig</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">&#x017F;till.</hi> </l><lb/>
            <l>Komm liebliches Echo und nimm/</l><lb/>
            <l>Von mir an/ was ich</l><lb/>
            <l>Von Liedern zu opffern vor dich/</l><lb/>
            <l>Aus Freund&#x017F;chafft be&#x017F;timm.</l><lb/>
            <l>Du &#x017F;chweig&#x017F;t biß alles &#x017F;chweigt/ biß ungefa&#x0364;hr umb</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">acht.</hi> </l><lb/>
            <l>Die Unruh wird zur Ruh/ der muntre Tag zur Nacht.</l><lb/>
            <l><hi rendition="#aq">Narcis&#x017F;us</hi> fehlt dir zwar. Sag aber doch: kan&#x017F;tu/</l><lb/>
            <l>Ohn ihn nicht glu&#x0364;cklich &#x017F;eyn? Begieb dich nur in Ruh!</l><lb/>
            <l>Statt &#x017F;einer lieb ich dich. So wir&#x017F;t du ja im Lieben/</l><lb/>
            <l>Auch <choice><sic>nmb</sic><corr>umb</corr></choice> die Wette &#x017F;tets mit <hi rendition="#aq">Sentien</hi> dich u&#x0364;ben.</l>
          </lg><lb/>
          <p><hi rendition="#c">Wahl-Spruch/<lb/><hi rendition="#b">Bedencke das Ende.</hi></hi><lb/>
allwo die letzten Worte al&#x017F;o mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en gele&#x017F;en werden:<lb/>
Ich wil im Garten auffwarten/ &#x017F;chweig &#x017F;till und nim&#x0303;/<lb/>
was ich vor dich be&#x017F;timm: umb 8. zur Nacht kan&#x017F;tu<lb/>
in Ruh/ im Lieben dich u&#x0364;ben. <hi rendition="#aq">Arminius P. 2. p.</hi> 1542</p>
        </div><lb/>
        <div n="3">
          <head> <hi rendition="#b">Die Siebenzehnde Art.<lb/>
Von den</hi> <hi rendition="#aq">Cabeln</hi> <hi rendition="#b">vornemlich<lb/>
der</hi> <hi rendition="#aq">Cabala &#x017F;implici.</hi> </head><lb/>
          <p> <hi rendition="#c"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">R</hi>eg.</hi> 1.</hi> </p><lb/>
          <p><hi rendition="#in">E</hi>Ine <hi rendition="#aq">Cabel</hi> oder <hi rendition="#aq">Programma</hi> i&#x017F;t eine neue Zier-<lb/>
lichkeit/ da man nach der <hi rendition="#aq">Arithmetica</hi> das A.<lb/>
B. C. &#x017F;etzt/ und nach dem&#x017F;elbigen einem Nahmen/<lb/>
<fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#aq">Sen-</hi></fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[140/0156] Beſchaͤm̃t die Nachtigall: mein Mund wird dir auf- warten/ Wenn du Gehoͤre giebſt. Nur dencke nicht: ſchweig ſtill. Komm liebliches Echo und nimm/ Von mir an/ was ich Von Liedern zu opffern vor dich/ Aus Freundſchafft beſtimm. Du ſchweigſt biß alles ſchweigt/ biß ungefaͤhr umb acht. Die Unruh wird zur Ruh/ der muntre Tag zur Nacht. Narcisſus fehlt dir zwar. Sag aber doch: kanſtu/ Ohn ihn nicht gluͤcklich ſeyn? Begieb dich nur in Ruh! Statt ſeiner lieb ich dich. So wirſt du ja im Lieben/ Auch umb die Wette ſtets mit Sentien dich uͤben. Wahl-Spruch/ Bedencke das Ende. allwo die letzten Worte alſo muͤſſen geleſen werden: Ich wil im Garten auffwarten/ ſchweig ſtill und nim̃/ was ich vor dich beſtimm: umb 8. zur Nacht kanſtu in Ruh/ im Lieben dich uͤben. Arminius P. 2. p. 1542 Die Siebenzehnde Art. Von den Cabeln vornemlich der Cabala ſimplici. Reg. 1. EIne Cabel oder Programma iſt eine neue Zier- lichkeit/ da man nach der Arithmetica das A. B. C. ſetzt/ und nach demſelbigen einem Nahmen/ Sen-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Bei der Ausgabe von 1704 handelt es sich, um die … [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/maennling_helicon_1704
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/maennling_helicon_1704/156
Zitationshilfe: Männling, Johann Christoph: Der Europæische Helicon, Oder Musen-Berg. Alten Stettin, 1704. , S. 140. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/maennling_helicon_1704/156>, abgerufen am 23.04.2019.