Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Männling, Johann Christoph: Der Europæische Helicon, Oder Musen-Berg. Alten Stettin, 1704.

Bild:
<< vorherige Seite

Und unterandern auch der alte Kirchen-Lehrer/ Hie-
ronymus,
dawider ist: absit ut de ore Christiano
fonet Jupiter Omnipotens, audiatur me hercule &c.

Harsdörffer Poet. Trichter. Part. 2. p. 40. de dea-
stris gentilium alias vid. Schaevius & Naratalis Co-
mes in Mythologia.

CAP. IX.
Von der Elision oder Ausstossung
einiger Sylben und
Buchstaben.

1.

NIcht alle Sylben machen ein Wort/ und-nicht
alle Buchstaben eine Sylbe/ beyde aber wer-
den nicht immer behalten/ wie sie zusammen gesetzt
sind/ sondern allein die/ welche am dienstlichst und
zierlichsten sind.

2. Allemahl muß man hierbey auff den gemeinen
Gebrauch der Rede sehen/ und nicht der Kunst zu
wider/ die Worte gezwungen zusammen ziehen und
den Verß unangenehm machen.

Reg. 1. Ausgestossen wird zuweilen einer von
den 3. vocalibus, a, e, und i, wann sie einen Uber-
fluß im Reime machen.

Reg. 2. Das A wird im Verß/ wann es im
Anfange A soll stehen/ ausgestossen/ so ein R darauf
folgt/ vornemlich in den Particulis, die sich mit einem
B anfangen/ e. g. drumb/ drüber/ drunten/ droben/

dran/

Und unterandern auch der alte Kirchen-Lehrer/ Hie-
ronymus,
dawider iſt: abſit ut de ore Chriſtiano
fonet Jupiter Omnipotens, audiatur me hercule &c.

Harsdoͤrffer Poet. Trichter. Part. 2. p. 40. de dea-
ſtris gentilium alias vid. Schævius & Naratalis Co-
mes in Mythologia.

CAP. IX.
Von der Eliſion oder Ausſtoſſung
einiger Sylben und
Buchſtaben.

1.

NIcht alle Sylben machen ein Wort/ und-nicht
alle Buchſtaben eine Sylbe/ beyde aber wer-
den nicht immer behalten/ wie ſie zuſammen geſetzt
ſind/ ſondern allein die/ welche am dienſtlichſt und
zierlichſten ſind.

2. Allemahl muß man hierbey auff den gemeinen
Gebrauch der Rede ſehen/ und nicht der Kunſt zu
wider/ die Worte gezwungen zuſammen ziehen und
den Verß unangenehm machen.

Reg. 1. Ausgeſtoſſen wird zuweilen einer von
den 3. vocalibus, a, e, und i, wann ſie einen Uber-
fluß im Reime machen.

Reg. 2. Das A wird im Verß/ wann es im
Anfange A ſoll ſtehen/ ausgeſtoſſen/ ſo ein R darauf
folgt/ vornemlich in den Particulis, die ſich mit einem
B anfangen/ e. g. drumb/ druͤber/ drunten/ droben/

dran/
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0072" n="60"/>
Und unterandern auch der alte Kirchen-Lehrer/ <hi rendition="#aq">Hie-<lb/>
ronymus,</hi> dawider i&#x017F;t: <hi rendition="#aq">ab&#x017F;it ut de ore Chri&#x017F;tiano<lb/>
fonet Jupiter Omnipotens, audiatur me hercule &amp;c.</hi><lb/>
Harsdo&#x0364;rffer Poet. Trichter. <hi rendition="#aq">Part. 2. p. 40. de dea-<lb/>
&#x017F;tris gentilium alias vid. Schævius &amp; Naratalis Co-<lb/>
mes in Mythologia.</hi></p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#aq">CAP. IX.</hi><lb/> <hi rendition="#b">Von der <hi rendition="#aq">Eli&#x017F;ion</hi> oder Aus&#x017F;to&#x017F;&#x017F;ung<lb/>
einiger Sylben und<lb/>
Buch&#x017F;taben.</hi> </head><lb/>
          <p> <hi rendition="#c">1.</hi> </p><lb/>
          <p><hi rendition="#in">N</hi>Icht alle Sylben machen ein Wort/ und-nicht<lb/>
alle Buch&#x017F;taben eine Sylbe/ beyde aber wer-<lb/>
den nicht immer behalten/ wie &#x017F;ie zu&#x017F;ammen ge&#x017F;etzt<lb/>
&#x017F;ind/ &#x017F;ondern allein die/ welche am dien&#x017F;tlich&#x017F;t und<lb/>
zierlich&#x017F;ten &#x017F;ind.</p><lb/>
          <p>2. Allemahl muß man hierbey auff den gemeinen<lb/>
Gebrauch der Rede &#x017F;ehen/ und nicht der Kun&#x017F;t zu<lb/>
wider/ die Worte gezwungen zu&#x017F;ammen ziehen und<lb/>
den Verß unangenehm machen.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Reg.</hi> 1. Ausge&#x017F;to&#x017F;&#x017F;en wird zuweilen einer von<lb/>
den 3. <hi rendition="#aq">vocalibus, a, e,</hi> und <hi rendition="#aq">i,</hi> wann &#x017F;ie einen Uber-<lb/>
fluß im Reime machen.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Reg.</hi> 2. Das <hi rendition="#aq">A</hi> wird im Verß/ wann es im<lb/>
Anfange <hi rendition="#aq">A</hi> &#x017F;oll &#x017F;tehen/ ausge&#x017F;to&#x017F;&#x017F;en/ &#x017F;o ein <hi rendition="#aq">R</hi> darauf<lb/>
folgt/ vornemlich in den <hi rendition="#aq">Particulis,</hi> die &#x017F;ich mit einem<lb/><hi rendition="#aq">B</hi> anfangen/ <hi rendition="#aq">e. g.</hi> drumb/ dru&#x0364;ber/ drunten/ droben/<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">dran/</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[60/0072] Und unterandern auch der alte Kirchen-Lehrer/ Hie- ronymus, dawider iſt: abſit ut de ore Chriſtiano fonet Jupiter Omnipotens, audiatur me hercule &c. Harsdoͤrffer Poet. Trichter. Part. 2. p. 40. de dea- ſtris gentilium alias vid. Schævius & Naratalis Co- mes in Mythologia. CAP. IX. Von der Eliſion oder Ausſtoſſung einiger Sylben und Buchſtaben. 1. NIcht alle Sylben machen ein Wort/ und-nicht alle Buchſtaben eine Sylbe/ beyde aber wer- den nicht immer behalten/ wie ſie zuſammen geſetzt ſind/ ſondern allein die/ welche am dienſtlichſt und zierlichſten ſind. 2. Allemahl muß man hierbey auff den gemeinen Gebrauch der Rede ſehen/ und nicht der Kunſt zu wider/ die Worte gezwungen zuſammen ziehen und den Verß unangenehm machen. Reg. 1. Ausgeſtoſſen wird zuweilen einer von den 3. vocalibus, a, e, und i, wann ſie einen Uber- fluß im Reime machen. Reg. 2. Das A wird im Verß/ wann es im Anfange A ſoll ſtehen/ ausgeſtoſſen/ ſo ein R darauf folgt/ vornemlich in den Particulis, die ſich mit einem B anfangen/ e. g. drumb/ druͤber/ drunten/ droben/ dran/

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Bei der Ausgabe von 1704 handelt es sich, um die … [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/maennling_helicon_1704
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/maennling_helicon_1704/72
Zitationshilfe: Männling, Johann Christoph: Der Europæische Helicon, Oder Musen-Berg. Alten Stettin, 1704. , S. 60. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/maennling_helicon_1704/72>, abgerufen am 22.04.2019.