Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Vergilius Maro, Publius: Eigentlicher Abriß Eines verständigen/ tapfferen und frommen Fürsten/ Von dem fürtrefflichsten Poeten Virgilius. Cölln (Spree), 1668.

Bild:
<< vorherige Seite
Das Achte Buch.
Das Achte Buch.
ALs Turnus zu Laurent die fahn heraus gestecket/
Und durch den trompten schall die tapffern roß er-
wecket/
Und überall das volck trieb an zum krieg und streit/
Kömpt stracks in Latien der ruff/ das weit und breit
Der leute muth wird reg/ verwirret und bethöret/
Sie lauffen hin und her/ das gantze land verschweret
Sich zu dem kriegeszug: Die junge pursche tobt
Mit ungezähmten sinn/ und nichts als waffen lobt.
Messap und Ufens sind die außerlesnen fuhrer/
Wie auch Mezentius Tyrrhnischer regierer/
Ein mann/ der keine scheu für Gott im himmel trug;
Man bringet überall auff völcker zu dem zug.
Es wird auch Venulus nach Arpos zu dem helde/
Dem grossen Diomed geschickt/ daß er ihm melde
Den gantzen handel an/ und ihn ümb hülffe bät/
Berichtend/ daß ihr reich nun beystand nöthig hätt/
Darein die Troer schon gewapnet wären kommen/
Und hätten zum besitz die Haven eingenommen:
Eneas währe starck zu schiffe kommen an
Und wolte führen ein und bringen auf die bahn
Die Götter seines lands/ die/ wie man hatt erfahren/
Zu Troje unterbracht vom Griechenlande waren:
Es dörffte dieser gast ohn grund zur ungebühr/
Als wolt ihn das geschick zum König/ geben für.
Und
Das Achte Buch.
Das Achte Buch.
ALs Turnus zu Laurent die fahn heraus geſtecket/
Und durch den trompten ſchall die tapffern roß er-
wecket/
Und uͤberall das volck trieb an zum krieg und ſtreit/
Koͤmpt ſtracks in Latien der ruff/ das weit und breit
Der leute muth wird reg/ verwirret und bethoͤret/
Sie lauffen hin und her/ das gantze land verſchweret
Sich zu dem kriegeszug: Die junge purſche tobt
Mit ungezaͤhmten ſinn/ und nichts als waffen lobt.
Meſſap und Ufens ſind die außerleſnen fuhrer/
Wie auch Mezentius Tyrrhniſcher regierer/
Ein mann/ der keine ſcheu fuͤr Gott im himmel trug;
Man bringet uͤberall auff voͤlcker zu dem zug.
Es wird auch Venulus nach Arpos zu dem helde/
Dem groſſen Diomed geſchickt/ daß er ihm melde
Den gantzen handel an/ und ihn uͤmb huͤlffe baͤt/
Berichtend/ daß ihr reich nun beyſtand noͤthig haͤtt/
Darein die Troer ſchon gewapnet waͤren kommen/
Und haͤtten zum beſitz die Haven eingenommen:
Eneas waͤhre ſtarck zu ſchiffe kommen an
Und wolte fuͤhren ein und bringen auf die bahn
Die Goͤtter ſeines lands/ die/ wie man hatt erfahren/
Zu Troje unterbracht vom Griechenlande waren:
Es doͤrffte dieſer gaſt ohn grund zur ungebuͤhr/
Als wolt ihn das geſchick zum Koͤnig/ geben fuͤr.
Und
<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0388" n="366"/>
      <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#fr">Das Achte Buch.</hi> </fw><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Das Achte Buch.</hi> </head><lb/>
        <lg type="poem">
          <l><hi rendition="#in">A</hi>Ls Turnus zu Laurent die fahn heraus ge&#x017F;tecket/</l><lb/>
          <l>Und durch den trompten &#x017F;chall die tapffern roß er-</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">wecket/</hi> </l><lb/>
          <l>Und u&#x0364;berall das volck trieb an zum krieg und &#x017F;treit/</l><lb/>
          <l>Ko&#x0364;mpt &#x017F;tracks in Latien der ruff/ das weit und breit</l><lb/>
          <l>Der leute muth wird reg/ verwirret und betho&#x0364;ret/</l><lb/>
          <l>Sie lauffen hin und her/ das gantze land ver&#x017F;chweret</l><lb/>
          <l>Sich zu dem kriegeszug: Die junge pur&#x017F;che tobt</l><lb/>
          <l>Mit ungeza&#x0364;hmten &#x017F;inn/ und nichts als waffen lobt.</l><lb/>
          <l>Me&#x017F;&#x017F;ap und Ufens &#x017F;ind die außerle&#x017F;nen fuhrer/</l><lb/>
          <l>Wie auch Mezentius Tyrrhni&#x017F;cher regierer/</l><lb/>
          <l>Ein mann/ der keine &#x017F;cheu fu&#x0364;r Gott im himmel trug;</l><lb/>
          <l>Man bringet u&#x0364;berall auff vo&#x0364;lcker zu dem zug.</l><lb/>
          <l>Es wird auch Venulus nach Arpos zu dem helde/</l><lb/>
          <l>Dem gro&#x017F;&#x017F;en <hi rendition="#fr">D</hi>iomed ge&#x017F;chickt/ daß er ihm melde</l><lb/>
          <l>Den gantzen handel an/ und ihn u&#x0364;mb hu&#x0364;lffe ba&#x0364;t/</l><lb/>
          <l>Berichtend/ daß ihr reich nun bey&#x017F;tand no&#x0364;thig ha&#x0364;tt/</l><lb/>
          <l><hi rendition="#fr">D</hi>arein die Troer &#x017F;chon gewapnet wa&#x0364;ren kommen/</l><lb/>
          <l>Und ha&#x0364;tten zum be&#x017F;itz die Haven eingenommen:</l><lb/>
          <l><hi rendition="#fr">E</hi>neas wa&#x0364;hre &#x017F;tarck zu &#x017F;chiffe kommen an</l><lb/>
          <l>Und wolte fu&#x0364;hren ein und bringen auf die bahn</l><lb/>
          <l>Die Go&#x0364;tter &#x017F;eines lands/ die/ wie man hatt erfahren/</l><lb/>
          <l>Zu Troje unterbracht vom Griechenlande waren:</l><lb/>
          <l>Es do&#x0364;rffte die&#x017F;er ga&#x017F;t ohn grund zur ungebu&#x0364;hr/</l><lb/>
          <l>Als wolt ihn das ge&#x017F;chick zum Ko&#x0364;nig/ geben fu&#x0364;r.</l><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">Und</fw><lb/>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[366/0388] Das Achte Buch. Das Achte Buch. ALs Turnus zu Laurent die fahn heraus geſtecket/ Und durch den trompten ſchall die tapffern roß er- wecket/ Und uͤberall das volck trieb an zum krieg und ſtreit/ Koͤmpt ſtracks in Latien der ruff/ das weit und breit Der leute muth wird reg/ verwirret und bethoͤret/ Sie lauffen hin und her/ das gantze land verſchweret Sich zu dem kriegeszug: Die junge purſche tobt Mit ungezaͤhmten ſinn/ und nichts als waffen lobt. Meſſap und Ufens ſind die außerleſnen fuhrer/ Wie auch Mezentius Tyrrhniſcher regierer/ Ein mann/ der keine ſcheu fuͤr Gott im himmel trug; Man bringet uͤberall auff voͤlcker zu dem zug. Es wird auch Venulus nach Arpos zu dem helde/ Dem groſſen Diomed geſchickt/ daß er ihm melde Den gantzen handel an/ und ihn uͤmb huͤlffe baͤt/ Berichtend/ daß ihr reich nun beyſtand noͤthig haͤtt/ Darein die Troer ſchon gewapnet waͤren kommen/ Und haͤtten zum beſitz die Haven eingenommen: Eneas waͤhre ſtarck zu ſchiffe kommen an Und wolte fuͤhren ein und bringen auf die bahn Die Goͤtter ſeines lands/ die/ wie man hatt erfahren/ Zu Troje unterbracht vom Griechenlande waren: Es doͤrffte dieſer gaſt ohn grund zur ungebuͤhr/ Als wolt ihn das geſchick zum Koͤnig/ geben fuͤr. Und

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/maro_abriss_1668
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/maro_abriss_1668/388
Zitationshilfe: Vergilius Maro, Publius: Eigentlicher Abriß Eines verständigen/ tapfferen und frommen Fürsten/ Von dem fürtrefflichsten Poeten Virgilius. Cölln (Spree), 1668, S. 366. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/maro_abriss_1668/388>, abgerufen am 19.10.2019.