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Marperger, Paul Jacob: Beschreibung der Banqven. Halle (Saale) u. a., 1717.

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Das XIX. Capitel
und Summen der Zahlungen entstehen/ vorgebauet werden könte. Ja
die Genueser Banco hat gar ein Statutum, daß/ was von einem auff
schwachen Füssen stehenden Debitore einem seiner Creditorum (der et-
wan/ wann es zum Concurs kommt/ andern Creditoribus seines nicht
so gültigen Rechts halber sonst möchte nachgesetzet werden) im Banco
bezahlet worden/ dannoch gültig bliebe/ und von denen ihme sonst vor-
gehenden Creditoribus nicht könne wiederruffen werden/ allermeist weil
hier auch das gemeine Axioma gilt/ das Recht sey vor den Wachen-
den und nicht vor den Schlaffenden.

Als ein sonderbahres Recht der Banquen wird auch angesehen die
Jurisdiction, welche einige derselben erstlich über ihre eigene und von der
Banco dependirende salarirte Bediente/ und dann auch über gewisse
ihres Orts in Commercien-Sachen in Streit oder Disput verfallene
Partheyen und Personen haben/ davon allbereit in dem 16. Capitel (da
wir von der Banco von Judicatur gehandelt) Meldung geschehen. Zum
fernern Beweiß desjenigen/ was daselbst gesaget worden/ haben wir
noch vor uns die neulichst errichtete Wiener Banco-Ordnung/ in deren
11. Articul folgendes zu lesen: Auff dem Fall/ da in Bancal-Sachen/
es betreffe/ wen es wolle/ oder was es immer seyn kan/ eine Differentz
und Streit entstehen/ und die Sache ad Contradictorium kommen thä-
te/ sollen die Bancalisten wegen solcher Bancal-Streitigkeiten von allen
Hoff-Mitteln und andern deren subordinirten Stellen eximiret/ und
gedachte Bancal-Streitigkeiten bey der ersten Bancal-Justiz-Instanz
suo loco
erörtert/ von dannen zum Bancal-Governo ad Revisorium
recurr
iret/ und nach der Bancal-Ordnung summarissime verfahren
werden.

Item Art. I. Die Bancalität soll mit ihren untergebenen Bancal-
Collegi
en respectu ihrer Bancal-Operation und Activität von aller
Subordination anderer Dicasterien und Instantien eximiret seyn/ und
allein unter dem Bancal-Governo stehen.

Folget von dem Recht der Banchieri, Banquiers,
oder Wechsel-Herren/ wie selbiges ebenfalls in den Kay-
serlichen Rechten und anderer Länder Statutis
gegründet ist.
L. XII.

Das XIX. Capitel
und Summen der Zahlungen entſtehen/ vorgebauet werden koͤnte. Ja
die Genueſer Banco hat gar ein Statutum, daß/ was von einem auff
ſchwachen Fuͤſſen ſtehenden Debitore einem ſeiner Creditorum (der et-
wan/ wann es zum Concurs kommt/ andern Creditoribus ſeines nicht
ſo guͤltigen Rechts halber ſonſt moͤchte nachgeſetzet werden) im Banco
bezahlet worden/ dannoch guͤltig bliebe/ und von denen ihme ſonſt vor-
gehenden Creditoribus nicht koͤnne wiederruffen werden/ allermeiſt weil
hier auch das gemeine Axioma gilt/ das Recht ſey vor den Wachen-
den und nicht vor den Schlaffenden.

Als ein ſonderbahres Recht der Banquen wird auch angeſehen die
Jurisdiction, welche einige derſelben erſtlich uͤber ihre eigene und von der
Banco dependirende ſalarirte Bediente/ und dann auch uͤber gewiſſe
ihres Orts in Commercien-Sachen in Streit oder Diſput verfallene
Partheyen und Perſonen haben/ davon allbereit in dem 16. Capitel (da
wir von der Banco von Judicatur gehandelt) Meldung geſchehen. Zum
fernern Beweiß desjenigen/ was daſelbſt geſaget worden/ haben wir
noch vor uns die neulichſt errichtete Wiener Banco-Ordnung/ in deren
11. Articul folgendes zu leſen: Auff dem Fall/ da in Bancal-Sachen/
es betreffe/ wen es wolle/ oder was es immer ſeyn kan/ eine Differentz
und Streit entſtehen/ und die Sache ad Contradictorium kommen thaͤ-
te/ ſollen die Bancaliſten wegen ſolcher Bancal-Streitigkeiten von allen
Hoff-Mitteln und andern deren ſubordinirten Stellen eximiret/ und
gedachte Bancal-Streitigkeiten bey der erſten Bancal-Juſtiz-Inſtanz
ſuo loco
eroͤrtert/ von dannen zum Bancal-Governo ad Reviſorium
recurr
iret/ und nach der Bancal-Ordnung ſummariſſime verfahren
werden.

Item Art. I. Die Bancalitaͤt ſoll mit ihren untergebenen Bancal-
Collegi
en reſpectu ihrer Bancal-Operation und Activitaͤt von aller
Subordination anderer Dicaſterien und Inſtantien eximiret ſeyn/ und
allein unter dem Bancal-Governo ſtehen.

Folget von dem Recht der Banchieri, Banquiers,
oder Wechſel-Herren/ wie ſelbiges ebenfalls in den Kay-
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[360/0380] Das XIX. Capitel und Summen der Zahlungen entſtehen/ vorgebauet werden koͤnte. Ja die Genueſer Banco hat gar ein Statutum, daß/ was von einem auff ſchwachen Fuͤſſen ſtehenden Debitore einem ſeiner Creditorum (der et- wan/ wann es zum Concurs kommt/ andern Creditoribus ſeines nicht ſo guͤltigen Rechts halber ſonſt moͤchte nachgeſetzet werden) im Banco bezahlet worden/ dannoch guͤltig bliebe/ und von denen ihme ſonſt vor- gehenden Creditoribus nicht koͤnne wiederruffen werden/ allermeiſt weil hier auch das gemeine Axioma gilt/ das Recht ſey vor den Wachen- den und nicht vor den Schlaffenden. Als ein ſonderbahres Recht der Banquen wird auch angeſehen die Jurisdiction, welche einige derſelben erſtlich uͤber ihre eigene und von der Banco dependirende ſalarirte Bediente/ und dann auch uͤber gewiſſe ihres Orts in Commercien-Sachen in Streit oder Diſput verfallene Partheyen und Perſonen haben/ davon allbereit in dem 16. Capitel (da wir von der Banco von Judicatur gehandelt) Meldung geſchehen. Zum fernern Beweiß desjenigen/ was daſelbſt geſaget worden/ haben wir noch vor uns die neulichſt errichtete Wiener Banco-Ordnung/ in deren 11. Articul folgendes zu leſen: Auff dem Fall/ da in Bancal-Sachen/ es betreffe/ wen es wolle/ oder was es immer ſeyn kan/ eine Differentz und Streit entſtehen/ und die Sache ad Contradictorium kommen thaͤ- te/ ſollen die Bancaliſten wegen ſolcher Bancal-Streitigkeiten von allen Hoff-Mitteln und andern deren ſubordinirten Stellen eximiret/ und gedachte Bancal-Streitigkeiten bey der erſten Bancal-Juſtiz-Inſtanz ſuo loco eroͤrtert/ von dannen zum Bancal-Governo ad Reviſorium recurriret/ und nach der Bancal-Ordnung ſummariſſime verfahren werden. Item Art. I. Die Bancalitaͤt ſoll mit ihren untergebenen Bancal- Collegien reſpectu ihrer Bancal-Operation und Activitaͤt von aller Subordination anderer Dicaſterien und Inſtantien eximiret ſeyn/ und allein unter dem Bancal-Governo ſtehen. Folget von dem Recht der Banchieri, Banquiers, oder Wechſel-Herren/ wie ſelbiges ebenfalls in den Kay- ſerlichen Rechten und anderer Laͤnder Statutis gegruͤndet iſt. L. XII.

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Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Beschreibung der Banqven. Halle (Saale) u. a., 1717, S. 360. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_banqven_1717/380>, abgerufen am 18.09.2020.