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Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717.

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von Contracten.
Herrn Göttlicher protection empfehle/ und ver-
bleibe

Monsieur
v.t.h.s.
N.N.
Antwort.
Monsieur.

JCh bin verpflichtet/ daß man mir/ wie ich aus
dessen geehrten vom 5. dito vernehme/ mit Aufsu-
chung eines tüchtigen Lehr-Jungen gratificiren wol-
len. Jch nehme die dabey bemerckte conditiones
an/ ausser daß er 8. und nicht 7. Jahre für Junge sich
verschreiben soll/ sintemahl meinem Herrn nicht un-
wissend/ daß berühmte Contoirs, wie in Franckreich/
Engeland/ Holland/ Jtalien und Ober-Teutschland/
schon häuffiger als hiesiger Landen eingeführet/ auf
4. bis 5. Jahr vornehmer Leute Kinder gnug bekom-
men können/ welche die meisten Jungens-Dienste auf
dem Contoir (ich rede nicht vom Stalle/ von der Kü-
chen/ wie etliche ungeschliffene Kauffleute mit ihren
Jungen im Gebrauch haben) thun müssen/ und jahr-
lich noch wol 50. ja bis 100. Rthlr. zugeben. Zwar
ist wahr/ daß theils sich scheuen// solche viel zu com-
mandi
ren/ theils selbige mit an den Tisch nehmen/
welches beydes in gewisser maasse geschehen kan/ daß
man nemlich zwischen ihnen und Jungens/ die nichts
zu geben einen kleinen Unterscheid halte/ sie auch für
ihr Geld mit an den Tisch setze; Jedoch/ daß sie bey Zei-
ten/ wann sie sich satt gegessen/ aufstehen/ ihren Tel-
ler und Stuhl wegtragen/ gebührende reverence
machen/ und wann der Herr vornehme Fremde bey sich

hat/

von Contracten.
Herrn Goͤttlicher protection empfehle/ und ver-
bleibe

Monſieur
v.t.h.s.
N.N.
Antwort.
Monſieur.

JCh bin verpflichtet/ daß man mir/ wie ich aus
deſſen geehrten vom 5. dito vernehme/ mit Aufſu-
chung eines tuͤchtigen Lehr-Jungen gratificiren wol-
len. Jch nehme die dabey bemerckte conditiones
an/ auſſer daß er 8. und nicht 7. Jahre fuͤr Junge ſich
verſchreiben ſoll/ ſintemahl meinem Herrn nicht un-
wiſſend/ daß beruͤhmte Contoirs, wie in Franckreich/
Engeland/ Holland/ Jtalien und Ober-Teutſchland/
ſchon haͤuffiger als hieſiger Landen eingefuͤhret/ auf
4. bis 5. Jahr vornehmer Leute Kinder gnug bekom-
men koͤnnen/ welche die meiſten Jungens-Dienſte auf
dem Contoir (ich rede nicht vom Stalle/ von der Kuͤ-
chen/ wie etliche ungeſchliffene Kauffleute mit ihren
Jungen im Gebrauch haben) thun muͤſſen/ und jahr-
lich noch wol 50. ja bis 100. Rthlr. zugeben. Zwar
iſt wahr/ daß theils ſich ſcheuen// ſolche viel zu com-
mandi
ren/ theils ſelbige mit an den Tiſch nehmen/
welches beydes in gewiſſer maaſſe geſchehen kan/ daß
man nemlich zwiſchen ihnen und Jungens/ die nichts
zu geben einen kleinen Unterſcheid halte/ ſie auch fuͤr
ihr Geld mit an den Tiſch ſetze; Jedoch/ daß ſie bey Zei-
ten/ wann ſie ſich ſatt gegeſſen/ aufſtehen/ ihren Tel-
ler und Stuhl wegtragen/ gebuͤhrende reverence
machen/ und wann der Herr vornehme Fremde bey ſich

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[447/0467] von Contracten. Herrn Goͤttlicher protection empfehle/ und ver- bleibe Monſieur v.t.h.s. N.N. Antwort. Monſieur. JCh bin verpflichtet/ daß man mir/ wie ich aus deſſen geehrten vom 5. dito vernehme/ mit Aufſu- chung eines tuͤchtigen Lehr-Jungen gratificiren wol- len. Jch nehme die dabey bemerckte conditiones an/ auſſer daß er 8. und nicht 7. Jahre fuͤr Junge ſich verſchreiben ſoll/ ſintemahl meinem Herrn nicht un- wiſſend/ daß beruͤhmte Contoirs, wie in Franckreich/ Engeland/ Holland/ Jtalien und Ober-Teutſchland/ ſchon haͤuffiger als hieſiger Landen eingefuͤhret/ auf 4. bis 5. Jahr vornehmer Leute Kinder gnug bekom- men koͤnnen/ welche die meiſten Jungens-Dienſte auf dem Contoir (ich rede nicht vom Stalle/ von der Kuͤ- chen/ wie etliche ungeſchliffene Kauffleute mit ihren Jungen im Gebrauch haben) thun muͤſſen/ und jahr- lich noch wol 50. ja bis 100. Rthlr. zugeben. Zwar iſt wahr/ daß theils ſich ſcheuen// ſolche viel zu com- mandiren/ theils ſelbige mit an den Tiſch nehmen/ welches beydes in gewiſſer maaſſe geſchehen kan/ daß man nemlich zwiſchen ihnen und Jungens/ die nichts zu geben einen kleinen Unterſcheid halte/ ſie auch fuͤr ihr Geld mit an den Tiſch ſetze; Jedoch/ daß ſie bey Zei- ten/ wann ſie ſich ſatt gegeſſen/ aufſtehen/ ihren Tel- ler und Stuhl wegtragen/ gebuͤhrende reverence machen/ und wann der Herr vornehme Fremde bey ſich hat/

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Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717, S. 447. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/467>, abgerufen am 22.10.2019.