Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717.

Bild:
<< vorherige Seite
Allerhand Formuln von
XXXVIII. Folgen 2. Tabellen, aus wel-
chen zu ersehen/ wie hoch die Juden ihre un-

ter die Christen ausgeliehene Gelder/ wann sie Wu-
cher auf Wucher/ oder Juden-Zins auf Zins rechnen/
in wenig Jahren unglaublicher Weise vermehren/ die
Noht-leidende Christen hingegen erbärmlicher
Weise auspressen können.

Es ist aber zu wissen/ daß die Wucher-Juden/
welche den Wochen-Wucher gebrauchen/ gemeinig-
lich die Woche vom Thaler 2. r wann sie sich anders
nicht noch ein mehrers bedingen/ nehmen; Diese 2. r
Wochen-Zins tragen jährlich schlecht weg/ und ohne
Berechnung des Wuchers auf Wucher/ von 100.
Rthlr. 30. Rthlr. 34. [irrelevantes Material - 1 Zeichen fehlt] 2. Pf Westphälischer Müntze/
womit aber ihr unersättlicher Geld-Geld noch nicht
gestillet ist/ sondern damit sie ihr Geld noch höher aus-
bringen mögen/ so rechnen sie offt monatlich das Inte-
resse
ab/ schlagen solches zum Capital, auf welches dann
das folgende Monat gleichfals Interesse gerechnet
wird/ wodurch sie in kurtzer Zeit pr. usuras usurarum
die Summam bey nahe in infinitum extendiren/ und
also die armen Christen aufs ärgste aussaugen; wie sie
sich dann dabey dieses Funds gebrauchen/ daß sie das
Geld nicht lange einen solchen lassen/ der nicht die In-
teresse
monatlich/ offt wol gar voraus abträget/ da sie
dann/ weil das Capital nur auf gewisse Wochen gelie-
hen wird/ selbiges/ samt den erhobenen Wucher also-
bald wieder anzubringen wissen. Was aber solcher-
gestalt 20. Reichs-Gulden/ den Gulden zu 15. b oder
Batzen/ den Batzen zu 9. r gerechnet/ gegen 2. r wö-
chentlich vor den Gulden Zins in 20. Jahren Wucher
auf Wucher gerechnet/ austragen/ wird nachgesetzte
Tabell mit Verwundern ausweisen.

Jm
Allerhand Formuln von
XXXVIII. Folgen 2. Tabellen, aus wel-
chen zu erſehen/ wie hoch die Juden ihre un-

ter die Chriſten ausgeliehene Gelder/ wann ſie Wu-
cher auf Wucher/ oder Juden-Zins auf Zins rechnen/
in wenig Jahren unglaublicher Weiſe vermehren/ die
Noht-leidende Chriſten hingegen erbaͤrmlicher
Weiſe auspreſſen koͤnnen.

Es iſt aber zu wiſſen/ daß die Wucher-Juden/
welche den Wochen-Wucher gebrauchen/ gemeinig-
lich die Woche vom Thaler 2. ϱ wann ſie ſich anders
nicht noch ein mehrers bedingen/ nehmen; Dieſe 2. ϱ
Wochen-Zins tragen jaͤhrlich ſchlecht weg/ und ohne
Berechnung des Wuchers auf Wucher/ von 100.
Rthlr. 30. Rthlr. 34. [irrelevantes Material – 1 Zeichen fehlt] 2. ₰ Weſtphaͤliſcher Muͤntze/
womit aber ihr unerſaͤttlicher Geld-Geld noch nicht
geſtillet iſt/ ſondern damit ſie ihr Geld noch hoͤher aus-
bringen moͤgen/ ſo rechnen ſie offt monatlich das Inte-
reſſe
ab/ ſchlagen ſolches zum Capital, auf welches dañ
das folgende Monat gleichfals Intereſſe gerechnet
wird/ wodurch ſie in kurtzer Zeit pr. uſuras uſurarum
die Summam bey nahe in infinitum extendiren/ und
alſo die armen Chriſten aufs aͤrgſte ausſaugen; wie ſie
ſich dann dabey dieſes Funds gebrauchen/ daß ſie das
Geld nicht lange einen ſolchen laſſen/ der nicht die In-
tereſſe
monatlich/ offt wol gar voraus abtraͤget/ da ſie
dann/ weil das Capital nur auf gewiſſe Wochen gelie-
hen wird/ ſelbiges/ ſamt den erhobenen Wucher alſo-
bald wieder anzubringen wiſſen. Was aber ſolcher-
geſtalt 20. Reichs-Gulden/ den Gulden zu 15. β oder
Batzen/ den Batzen zu 9. ϱ gerechnet/ gegen 2. ϱ woͤ-
chentlich vor den Gulden Zins in 20. Jahren Wucher
auf Wucher gerechnet/ austragen/ wird nachgeſetzte
Tabell mit Verwundern ausweiſen.

Jm
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0530" n="510"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Allerhand <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Formuln</hi></hi> von</hi> </fw><lb/>
            <div n="3">
              <head><hi rendition="#aq">XXXVIII.</hi><hi rendition="#fr">Folgen</hi> 2. <hi rendition="#aq">Tabellen,</hi> <hi rendition="#fr">aus wel-<lb/>
chen zu er&#x017F;ehen/ wie hoch die Juden ihre un-</hi><lb/>
ter die Chri&#x017F;ten ausgeliehene Gelder/ wann &#x017F;ie Wu-<lb/>
cher auf Wucher/ oder Juden-Zins auf Zins rechnen/<lb/>
in wenig Jahren unglaublicher Wei&#x017F;e vermehren/ die<lb/>
Noht-leidende Chri&#x017F;ten hingegen erba&#x0364;rmlicher<lb/>
Wei&#x017F;e auspre&#x017F;&#x017F;en ko&#x0364;nnen.</head><lb/>
              <p>Es i&#x017F;t aber zu wi&#x017F;&#x017F;en/ daß die Wucher-Juden/<lb/>
welche den Wochen-Wucher gebrauchen/ gemeinig-<lb/>
lich die Woche vom Thaler 2. &#x03F1; wann &#x017F;ie &#x017F;ich anders<lb/>
nicht noch ein mehrers bedingen/ nehmen; Die&#x017F;e 2. &#x03F1;<lb/>
Wochen-Zins tragen ja&#x0364;hrlich &#x017F;chlecht weg/ und ohne<lb/>
Berechnung des Wuchers auf Wucher/ von 100.<lb/>
Rthlr. 30. Rthlr. 34. <gap reason="insignificant" unit="chars" quantity="1"/> 2. &#x20B0; We&#x017F;tpha&#x0364;li&#x017F;cher Mu&#x0364;ntze/<lb/>
womit aber ihr uner&#x017F;a&#x0364;ttlicher Geld-Geld noch nicht<lb/>
ge&#x017F;tillet i&#x017F;t/ &#x017F;ondern damit &#x017F;ie ihr Geld noch ho&#x0364;her aus-<lb/>
bringen mo&#x0364;gen/ &#x017F;o rechnen &#x017F;ie offt monatlich das <hi rendition="#aq">Inte-<lb/>
re&#x017F;&#x017F;e</hi> ab/ &#x017F;chlagen &#x017F;olches zum <hi rendition="#aq">Capital,</hi> auf welches dan&#x0303;<lb/>
das folgende Monat gleichfals <hi rendition="#aq">Intere&#x017F;&#x017F;e</hi> gerechnet<lb/>
wird/ wodurch &#x017F;ie in kurtzer Zeit <hi rendition="#aq">pr. u&#x017F;uras u&#x017F;urarum</hi><lb/>
die <hi rendition="#aq">Summam</hi> bey nahe in <hi rendition="#aq">infinitum extendi</hi>ren/ und<lb/>
al&#x017F;o die armen Chri&#x017F;ten aufs a&#x0364;rg&#x017F;te aus&#x017F;augen; wie &#x017F;ie<lb/>
&#x017F;ich dann dabey die&#x017F;es Funds gebrauchen/ daß &#x017F;ie das<lb/>
Geld nicht lange einen &#x017F;olchen la&#x017F;&#x017F;en/ der nicht die <hi rendition="#aq">In-<lb/>
tere&#x017F;&#x017F;e</hi> monatlich/ offt wol gar voraus abtra&#x0364;get/ da &#x017F;ie<lb/>
dann/ weil das <hi rendition="#aq">Capital</hi> nur auf gewi&#x017F;&#x017F;e Wochen gelie-<lb/>
hen wird/ &#x017F;elbiges/ &#x017F;amt den erhobenen Wucher al&#x017F;o-<lb/>
bald wieder anzubringen wi&#x017F;&#x017F;en. Was aber &#x017F;olcher-<lb/>
ge&#x017F;talt 20. Reichs-Gulden/ den Gulden zu 15. &#x03B2; oder<lb/>
Batzen/ den Batzen zu 9. &#x03F1; gerechnet/ gegen 2. &#x03F1; wo&#x0364;-<lb/>
chentlich vor den Gulden Zins in 20. Jahren Wucher<lb/>
auf Wucher gerechnet/ austragen/ wird nachge&#x017F;etzte<lb/><hi rendition="#aq">Tabell</hi> mit Verwundern auswei&#x017F;en.</p><lb/>
              <fw place="bottom" type="catch">Jm</fw><lb/>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[510/0530] Allerhand Formuln von XXXVIII. Folgen 2. Tabellen, aus wel- chen zu erſehen/ wie hoch die Juden ihre un- ter die Chriſten ausgeliehene Gelder/ wann ſie Wu- cher auf Wucher/ oder Juden-Zins auf Zins rechnen/ in wenig Jahren unglaublicher Weiſe vermehren/ die Noht-leidende Chriſten hingegen erbaͤrmlicher Weiſe auspreſſen koͤnnen. Es iſt aber zu wiſſen/ daß die Wucher-Juden/ welche den Wochen-Wucher gebrauchen/ gemeinig- lich die Woche vom Thaler 2. ϱ wann ſie ſich anders nicht noch ein mehrers bedingen/ nehmen; Dieſe 2. ϱ Wochen-Zins tragen jaͤhrlich ſchlecht weg/ und ohne Berechnung des Wuchers auf Wucher/ von 100. Rthlr. 30. Rthlr. 34. _ 2. ₰ Weſtphaͤliſcher Muͤntze/ womit aber ihr unerſaͤttlicher Geld-Geld noch nicht geſtillet iſt/ ſondern damit ſie ihr Geld noch hoͤher aus- bringen moͤgen/ ſo rechnen ſie offt monatlich das Inte- reſſe ab/ ſchlagen ſolches zum Capital, auf welches dañ das folgende Monat gleichfals Intereſſe gerechnet wird/ wodurch ſie in kurtzer Zeit pr. uſuras uſurarum die Summam bey nahe in infinitum extendiren/ und alſo die armen Chriſten aufs aͤrgſte ausſaugen; wie ſie ſich dann dabey dieſes Funds gebrauchen/ daß ſie das Geld nicht lange einen ſolchen laſſen/ der nicht die In- tereſſe monatlich/ offt wol gar voraus abtraͤget/ da ſie dann/ weil das Capital nur auf gewiſſe Wochen gelie- hen wird/ ſelbiges/ ſamt den erhobenen Wucher alſo- bald wieder anzubringen wiſſen. Was aber ſolcher- geſtalt 20. Reichs-Gulden/ den Gulden zu 15. β oder Batzen/ den Batzen zu 9. ϱ gerechnet/ gegen 2. ϱ woͤ- chentlich vor den Gulden Zins in 20. Jahren Wucher auf Wucher gerechnet/ austragen/ wird nachgeſetzte Tabell mit Verwundern ausweiſen. Jm

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Grundlage der vorliegenden digitalen Ausgabe bild… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/530
Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717, S. 510. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/530>, abgerufen am 16.10.2019.