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Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717.

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auch Suppliqven und Klag-Libellen.
glückten Leuten Mitleiden getragen: Welches ich dann
auch durch diese demühtige Zeilen auf das unterthänig-
ste über mich will erbeten/ und anbey gebeten haben/ daß
obbemeldten Bauren anbefohlen werde/ mir meine
wenige Haabseligkeit/ gegen Abtragung gebührenden
Berge-Lohns/ abfolgen zu lassen.

Solches nun von Ew. Fürstl. Durchl. hohen Gnade
zu erlangen verhoffende/ verbleibe ich in tieffster De-
muht/ etc.

XLIV. Supplic, um ein Privilegium zu
einer gewissen Manufactur zu erhalten.
Durchläuchtigster Hertzog!

WAnn von den Staats-Verständigen für eine
sonderbahre maxime will gehalten werden/
nützliche Manufacturen in einem Lande einzuführen/
durch welche die Unterthanen zum Fleiß und Arbeit an-
gehalten/ viel Müßiggänger und Bettler in Brod
gesetzet/ Nohtleidende ernehret/ die rohe in einem Lan-
de fallende Materialia consumiret/ des Lands-Her-
ren Zölle erhöhet/ die Fremden zum Einkauff ins Land
gelocket/ und tausend andere Beqvemlichkeiten mehr
dem Vater-Lande produciret werden mögen; Als
habe ich auch meines Orts/ als ein getreuer Unterthan/
das Meinige beyzutragen niemahls ermangeln wollen/
und zu dem Ende zu einer Lacken-(Tuch) Fabriqve
Anstalt gemachet; Als welche biß anhero in hiesiger
Stadt gemangelt/ so gar daß die rohe Wolle häuffig
ausgeführet worden/ die daraus hernachmahls fabri-
cir
te Lacken(Tuche)aber um so viel theurer haben müs-
sen wieder ins Land geschaffet werden; Welcher Profit

Ew.

auch Suppliqven und Klag-Libellen.
gluͤckten Leuten Mitleiden getragen: Welches ich dann
auch durch dieſe demuͤhtige Zeilen auf das unterthaͤnig-
ſte uͤber mich will erbeten/ und anbey gebeten haben/ daß
obbemeldten Bauren anbefohlen werde/ mir meine
wenige Haabſeligkeit/ gegen Abtragung gebuͤhrenden
Berge-Lohns/ abfolgen zu laſſen.

Solches nun von Ew. Fuͤrſtl. Durchl. hohen Gnade
zu erlangen verhoffende/ verbleibe ich in tieffſter De-
muht/ ꝛc.

XLIV. Supplic, um ein Privilegium zu
einer gewiſſen Manufactur zu erhalten.
Durchlaͤuchtigſter Hertzog!

WAnn von den Staats-Verſtaͤndigen fuͤr eine
ſonderbahre maxime will gehalten werden/
nuͤtzliche Manufacturen in einem Lande einzufuͤhren/
durch welche die Unterthanen zum Fleiß und Arbeit an-
gehalten/ viel Muͤßiggaͤnger und Bettler in Brod
geſetzet/ Nohtleidende ernehret/ die rohe in einem Lan-
de fallende Materialia conſumiret/ des Lands-Her-
ren Zoͤlle erhoͤhet/ die Fremden zum Einkauff ins Land
gelocket/ und tauſend andere Beqvemlichkeiten mehr
dem Vater-Lande produciret werden moͤgen; Als
habe ich auch meines Orts/ als ein getreuer Unterthan/
das Meinige beyzutragen niemahls eꝛmangeln wollen/
und zu dem Ende zu einer Lacken-(Tuch) Fabriqve
Anſtalt gemachet; Als welche biß anhero in hieſiger
Stadt gemangelt/ ſo gar daß die rohe Wolle haͤuffig
ausgefuͤhret worden/ die daraus hernachmahls fabri-
cir
te Lacken(Tuche)aber um ſo viel theurer haben muͤſ-
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Ew.
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[623/0643] auch Suppliqven und Klag-Libellen. gluͤckten Leuten Mitleiden getragen: Welches ich dann auch durch dieſe demuͤhtige Zeilen auf das unterthaͤnig- ſte uͤber mich will erbeten/ und anbey gebeten haben/ daß obbemeldten Bauren anbefohlen werde/ mir meine wenige Haabſeligkeit/ gegen Abtragung gebuͤhrenden Berge-Lohns/ abfolgen zu laſſen. Solches nun von Ew. Fuͤrſtl. Durchl. hohen Gnade zu erlangen verhoffende/ verbleibe ich in tieffſter De- muht/ ꝛc. XLIV. Supplic, um ein Privilegium zu einer gewiſſen Manufactur zu erhalten. Durchlaͤuchtigſter Hertzog! WAnn von den Staats-Verſtaͤndigen fuͤr eine ſonderbahre maxime will gehalten werden/ nuͤtzliche Manufacturen in einem Lande einzufuͤhren/ durch welche die Unterthanen zum Fleiß und Arbeit an- gehalten/ viel Muͤßiggaͤnger und Bettler in Brod geſetzet/ Nohtleidende ernehret/ die rohe in einem Lan- de fallende Materialia conſumiret/ des Lands-Her- ren Zoͤlle erhoͤhet/ die Fremden zum Einkauff ins Land gelocket/ und tauſend andere Beqvemlichkeiten mehr dem Vater-Lande produciret werden moͤgen; Als habe ich auch meines Orts/ als ein getreuer Unterthan/ das Meinige beyzutragen niemahls eꝛmangeln wollen/ und zu dem Ende zu einer Lacken-(Tuch) Fabriqve Anſtalt gemachet; Als welche biß anhero in hieſiger Stadt gemangelt/ ſo gar daß die rohe Wolle haͤuffig ausgefuͤhret worden/ die daraus hernachmahls fabri- cirte Lacken(Tuche)aber um ſo viel theurer haben muͤſ- ſen wieder ins Land geſchaffet werden; Welcher Profit Ew.

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Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717, S. 623. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/643>, abgerufen am 18.11.2019.