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Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717.

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Loßkündigung- und Bericht-Schreiben.
von diesem gottlosen Leben ab/ und zu treulicher Ad-
ministration
meiner Güter zu ermahnen/ mit der
angehängten Verwarnung/ daß im Fall mir nicht
schleunige Rechnung und Reliqua besagter Güter
wegen von euch praestiret werde/ ich solche Mesures
zu ergreiffen entschlossen sey/ die vielleicht euch nicht
gefallen/ allen solchen untreuen Dienern aber ein
Schrecken und Denckmahl seyn möchten/ ehrlich
mit ihrer Herren Güter umzugehen/ welches ich zur
Nachricht melden/ und darauf schleunige Antwort
erwarten wolle. N. N.

XV. Bitt-Schreiben an einen Freund/
daß er auf einen solchen ruchlosen Diener
ein wachendes Auge haben wolle.
Mein Herr!

DEnselben wird nicht unwissend seyn/ daß ich
meinen Diener mit einer Schiff-Ladung
Waaren pr. Costi versandt/ und solche an dem Herrn/
als meinen alten und vertrauten Correspondenten/
zu addressiren/ die Freyheit genommen/ dabey bit-
tend/ daß/ so besagter mein Diener einigen Raht oder
That möchte benöhtiget seyn/ selbigen damit an die
Hand zu gehen. Wann aber seither der Zeit mir Zei-
tung eingelauffen/ daß dieser mein Diener sich nicht
seiner Instruction gemäß aufführen/ sondern mit
Hindansetzung meiner Handels-Geschäfften/ auf ein
liederliches Leben sich begebe/ also/ daß ich der ihm an-
vertrauten Güter wegen Gefahr lauffen dürffte. Als
gelanget an dem Herrn mein freundliches Ersuchen
und Bitten/ zu Vorbauung meines Schadens/ auf
diesen liederlichen Gesellen ein wachendes Auge zu ha-

ben/
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Loßkuͤndigung- und Bericht-Schreiben.
von dieſem gottloſen Leben ab/ und zu treulicher Ad-
miniſtration
meiner Guͤter zu ermahnen/ mit der
angehaͤngten Verwarnung/ daß im Fall mir nicht
ſchleunige Rechnung und Reliqua beſagter Guͤter
wegen von euch præſtiret werde/ ich ſolche Meſures
zu ergreiffen entſchloſſen ſey/ die vielleicht euch nicht
gefallen/ allen ſolchen untreuen Dienern aber ein
Schrecken und Denckmahl ſeyn moͤchten/ ehrlich
mit ihrer Herren Guͤter umzugehen/ welches ich zur
Nachricht melden/ und darauf ſchleunige Antwort
erwarten wolle. N. N.

XV. Bitt-Schreiben an einen Freund/
daß er auf einen ſolchen ruchloſen Diener
ein wachendes Auge haben wolle.
Mein Herr!

DEnſelben wird nicht unwiſſend ſeyn/ daß ich
meinen Diener mit einer Schiff-Ladung
Waaren pr. Coſti verſandt/ und ſolche an dem Herrn/
als meinen alten und vertrauten Correſpondenten/
zu addreſſiren/ die Freyheit genommen/ dabey bit-
tend/ daß/ ſo beſagter mein Diener einigen Raht oder
That moͤchte benoͤhtiget ſeyn/ ſelbigen damit an die
Hand zu gehen. Wann aber ſeither der Zeit mir Zei-
tung eingelauffen/ daß dieſer mein Diener ſich nicht
ſeiner Inſtruction gemaͤß auffuͤhren/ ſondern mit
Hindanſetzung meiner Handels-Geſchaͤfften/ auf ein
liederliches Leben ſich begebe/ alſo/ daß ich der ihm an-
vertrauten Guͤter wegen Gefahr lauffen duͤrffte. Als
gelanget an dem Herrn mein freundliches Erſuchen
und Bitten/ zu Vorbauung meines Schadens/ auf
dieſen liederlichen Geſellen ein wachendes Auge zu ha-

ben/
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[775/0791] Loßkuͤndigung- und Bericht-Schreiben. von dieſem gottloſen Leben ab/ und zu treulicher Ad- miniſtration meiner Guͤter zu ermahnen/ mit der angehaͤngten Verwarnung/ daß im Fall mir nicht ſchleunige Rechnung und Reliqua beſagter Guͤter wegen von euch præſtiret werde/ ich ſolche Meſures zu ergreiffen entſchloſſen ſey/ die vielleicht euch nicht gefallen/ allen ſolchen untreuen Dienern aber ein Schrecken und Denckmahl ſeyn moͤchten/ ehrlich mit ihrer Herren Guͤter umzugehen/ welches ich zur Nachricht melden/ und darauf ſchleunige Antwort erwarten wolle. N. N. XV. Bitt-Schreiben an einen Freund/ daß er auf einen ſolchen ruchloſen Diener ein wachendes Auge haben wolle. Mein Herr! DEnſelben wird nicht unwiſſend ſeyn/ daß ich meinen Diener mit einer Schiff-Ladung Waaren pr. Coſti verſandt/ und ſolche an dem Herrn/ als meinen alten und vertrauten Correſpondenten/ zu addreſſiren/ die Freyheit genommen/ dabey bit- tend/ daß/ ſo beſagter mein Diener einigen Raht oder That moͤchte benoͤhtiget ſeyn/ ſelbigen damit an die Hand zu gehen. Wann aber ſeither der Zeit mir Zei- tung eingelauffen/ daß dieſer mein Diener ſich nicht ſeiner Inſtruction gemaͤß auffuͤhren/ ſondern mit Hindanſetzung meiner Handels-Geſchaͤfften/ auf ein liederliches Leben ſich begebe/ alſo/ daß ich der ihm an- vertrauten Guͤter wegen Gefahr lauffen duͤrffte. Als gelanget an dem Herrn mein freundliches Erſuchen und Bitten/ zu Vorbauung meines Schadens/ auf dieſen liederlichen Geſellen ein wachendes Auge zu ha- ben/ C c c 4

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Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717, S. 775. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/791>, abgerufen am 21.11.2019.