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Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717.

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Bitt-Klag-Trost-Verweiß-Handels-
ben/ von seinem Leben und Wandel eine kurtze Nach-
frage einzuziehen/ und mir mitzutheilen/ auch so man
etwas mir praejudicirliches vermercket/ meine Güter/
Gelder und Briefschafften so lange aus seinen Hän-
den aus/ und bis auf meine fernere Disposition zu sich
zu nehmen/ und so er sie nicht gutwillig wolle abfolgen
lassen/ denselben Gerichtlich darzu zwingen/ und so gar
eine Evasion oder Flucht von diesem untreuen Haus-
balter zu vermuhten/ denselben so lange mit civilen
Arrest
auf meinen Schaden und Unkosten zu belegen/
bis ich selber überkomme/ und diesen Boshafftigen/ der
Gebühr nach/ vor solches sein Laster-Leben ansehe und
bestraffe. Wie mir nun durch Vollziehung meiner
Bitte eine sonderbahre Freundschafft geschicht/ als
werde ich es auch bey/ GOtt gebe glücklichen/ Bege-
benheiten/ gebührend zu verschulden wissen/ der ich ver-
bleibe/ etc.

XVI. Beschwerung eines Vaters/
dessen Kind in Kauffmanns-Diensten

übel gehalten wird.
Monsieur.

JCh habe ihm zwar mein Kind zu seinen Diensten
in das Contoir und in dessen Handels Geschäff-
ten/ nicht aber zum Stall-Knecht und Küchen-Jun-
gen verdungen/ wie ich leider hören muß/ daß er zu
solchen vilen Geschäfften mehr/ als zur Handlung an-
geführet wird. Wann ich nun den Herrn mein Kind
auf eine zimliche lange Zeit verschrieben/ selbiges auch
in Kleidern und Leinen unterhalten muß/ und es nicht
zu verantworten stehet/ daß die unwiederbringliche
Jugend so übel angewendet werde/ als verdencke

mich

Bitt-Klag-Troſt-Verweiß-Handels-
ben/ von ſeinem Leben und Wandel eine kurtze Nach-
frage einzuziehen/ und mir mitzutheilen/ auch ſo man
etwas mir præjudicirliches vermercket/ meine Guͤter/
Gelder und Briefſchafften ſo lange aus ſeinen Haͤn-
den aus/ und bis auf meine fernere Diſpoſition zu ſich
zu nehmen/ und ſo er ſie nicht gutwillig wolle abfolgen
laſſen/ denſelben Gerichtlich darzu zwingen/ und ſo gar
eine Evaſion oder Flucht von dieſem untreuen Haus-
balter zu vermuhten/ denſelben ſo lange mit civilen
Arreſt
auf meinen Schaden und Unkoſten zu belegen/
bis ich ſelber uͤberkomme/ und dieſen Boshafftigen/ der
Gebuͤhr nach/ vor ſolches ſein Laſter-Leben anſehe und
beſtraffe. Wie mir nun durch Vollziehung meiner
Bitte eine ſonderbahre Freundſchafft geſchicht/ als
werde ich es auch bey/ GOtt gebe gluͤcklichen/ Bege-
benheiten/ gebuͤhrend zu verſchulden wiſſen/ der ich ver-
bleibe/ ꝛc.

XVI. Beſchwerung eines Vaters/
deſſen Kind in Kauffmanns-Dienſten

uͤbel gehalten wird.
Monſieur.

JCh habe ihm zwar mein Kind zu ſeinen Dienſten
in das Contoir und in deſſen Handels Geſchaͤff-
ten/ nicht aber zum Stall-Knecht und Kuͤchen-Jun-
gen verdungen/ wie ich leider hoͤren muß/ daß er zu
ſolchen vilen Geſchaͤfften mehr/ als zur Handlung an-
gefuͤhret wird. Wann ich nun den Herrn mein Kind
auf eine zimliche lange Zeit verſchrieben/ ſelbiges auch
in Kleidern und Leinen unterhalten muß/ und es nicht
zu verantworten ſtehet/ daß die unwiederbringliche
Jugend ſo uͤbel angewendet werde/ als verdencke

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[776/0792] Bitt-Klag-Troſt-Verweiß-Handels- ben/ von ſeinem Leben und Wandel eine kurtze Nach- frage einzuziehen/ und mir mitzutheilen/ auch ſo man etwas mir præjudicirliches vermercket/ meine Guͤter/ Gelder und Briefſchafften ſo lange aus ſeinen Haͤn- den aus/ und bis auf meine fernere Diſpoſition zu ſich zu nehmen/ und ſo er ſie nicht gutwillig wolle abfolgen laſſen/ denſelben Gerichtlich darzu zwingen/ und ſo gar eine Evaſion oder Flucht von dieſem untreuen Haus- balter zu vermuhten/ denſelben ſo lange mit civilen Arreſt auf meinen Schaden und Unkoſten zu belegen/ bis ich ſelber uͤberkomme/ und dieſen Boshafftigen/ der Gebuͤhr nach/ vor ſolches ſein Laſter-Leben anſehe und beſtraffe. Wie mir nun durch Vollziehung meiner Bitte eine ſonderbahre Freundſchafft geſchicht/ als werde ich es auch bey/ GOtt gebe gluͤcklichen/ Bege- benheiten/ gebuͤhrend zu verſchulden wiſſen/ der ich ver- bleibe/ ꝛc. XVI. Beſchwerung eines Vaters/ deſſen Kind in Kauffmanns-Dienſten uͤbel gehalten wird. Monſieur. JCh habe ihm zwar mein Kind zu ſeinen Dienſten in das Contoir und in deſſen Handels Geſchaͤff- ten/ nicht aber zum Stall-Knecht und Kuͤchen-Jun- gen verdungen/ wie ich leider hoͤren muß/ daß er zu ſolchen vilen Geſchaͤfften mehr/ als zur Handlung an- gefuͤhret wird. Wann ich nun den Herrn mein Kind auf eine zimliche lange Zeit verſchrieben/ ſelbiges auch in Kleidern und Leinen unterhalten muß/ und es nicht zu verantworten ſtehet/ daß die unwiederbringliche Jugend ſo uͤbel angewendet werde/ als verdencke mich

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Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717, S. 776. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/792>, abgerufen am 15.11.2019.