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Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717.

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Von Obligationen
do von mir vortragen/ was massen dero Müntz-Mei-
ster zu N. N. in unterschiedlichen Posten bis auf 2000.
Rthlr. Species von mir bekommen/ welche (weil ich
bis anhero die Valutam nicht wieder davor erhalten
können/ ungeacht er sich solche in vier Wochen/ mit ge-
bührender Lagio, herbey zuschaffen/ laut seines eigen-
händigen Wechsel-Briefs/ anheischig gemacht) mit
Rent/ Unkosten und Agio, bis auf 2600. Rthlr. laut
beygehender Rechnung/ aufgelauffen. Ob nun wol
gemeldter Müntz-Meister excipiendo vorbringen
möchte/ daß er solches Geld nicht privato nomine
aufgenommen/ oder in seinen Nutzen verwandt/ son-
dern solches zu dem Fürstl. Müntz-Wesen gekommen/
so kan mir solches doch keinesweges praejudiciren/ sin-
temal er bey der Aufnahm des Gelds in seinem eigenen
Nahmen mit mir contrahiret/ des Fürstl. Müntz-
Wesens keine Meldung gethan/ auch den Wechsel-
Brief auf sich allein gestellt. Wann mir nun eine so
nahmhaffte Summa länger zu entbehren/ unmöglich
fallen will/ als gelanget an Ew. Hochfürstl. Durchl.
mein unterthänigstes Bitten/ gedachten Müntz-Mei-
ster dahin anzuhalten/ daß er ohne fernere Dilation
mir gerecht werden müsse/ etc.

Wolte man durch Notarien und Zeugen ein Fürstli-
ches Vorschreiben bey einen andern Hoff insinui-
ren lassen/ könte Schedula Reqvisitionis folgen-
der Gestalt eingerichtet werden:
X.
Wohl-gelahrter Herr Notarie.

DJeweil ich an Se. Fürstl. Durchl. von N. N.
beyverwahrtes Rescriptum zu infinuiren nöh-

tig

Von Obligationen
do von mir vortragen/ was maſſen dero Muͤntz-Mei-
ſter zu N. N. in unterſchiedlichen Poſten bis auf 2000.
Rthlr. Species von mir bekommen/ welche (weil ich
bis anhero die Valutam nicht wieder davor erhalten
koͤnnen/ ungeacht er ſich ſolche in vier Wochen/ mit ge-
buͤhrender Lagio, herbey zuſchaffen/ laut ſeines eigen-
haͤndigen Wechſel-Briefs/ anheiſchig gemacht) mit
Rent/ Unkoſten und Agio, bis auf 2600. Rthlr. laut
beygehender Rechnung/ aufgelauffen. Ob nun wol
gemeldter Muͤntz-Meiſter excipiendo vorbringen
moͤchte/ daß er ſolches Geld nicht privato nomine
aufgenommen/ oder in ſeinen Nutzen verwandt/ ſon-
dern ſolches zu dem Fuͤrſtl. Muͤntz-Weſen gekommen/
ſo kan mir ſolches doch keinesweges præjudiciren/ ſin-
temal er bey der Aufnahm des Gelds in ſeinem eigenen
Nahmen mit mir contrahiret/ des Fuͤrſtl. Muͤntz-
Weſens keine Meldung gethan/ auch den Wechſel-
Brief auf ſich allein geſtellt. Wann mir nun eine ſo
nahmhaffte Summa laͤnger zu entbehren/ unmoͤglich
fallen will/ als gelanget an Ew. Hochfuͤrſtl. Durchl.
mein unterthaͤnigſtes Bitten/ gedachten Muͤntz-Mei-
ſter dahin anzuhalten/ daß er ohne fernere Dilation
mir gerecht werden muͤſſe/ ꝛc.

Wolte man durch Notarien und Zeugen ein Fuͤrſtli-
ches Vorſchreiben bey einen andern Hoff inſinui-
ren laſſen/ koͤnte Schedula Reqviſitionis folgen-
der Geſtalt eingerichtet werden:
X.
Wohl-gelahrter Herr Notarie.

DJeweil ich an Se. Fuͤrſtl. Durchl. von N. N.
beyverwahrtes Reſcriptum zu infinuiren noͤh-

tig
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[948/0964] Von Obligationen do von mir vortragen/ was maſſen dero Muͤntz-Mei- ſter zu N. N. in unterſchiedlichen Poſten bis auf 2000. Rthlr. Species von mir bekommen/ welche (weil ich bis anhero die Valutam nicht wieder davor erhalten koͤnnen/ ungeacht er ſich ſolche in vier Wochen/ mit ge- buͤhrender Lagio, herbey zuſchaffen/ laut ſeines eigen- haͤndigen Wechſel-Briefs/ anheiſchig gemacht) mit Rent/ Unkoſten und Agio, bis auf 2600. Rthlr. laut beygehender Rechnung/ aufgelauffen. Ob nun wol gemeldter Muͤntz-Meiſter excipiendo vorbringen moͤchte/ daß er ſolches Geld nicht privato nomine aufgenommen/ oder in ſeinen Nutzen verwandt/ ſon- dern ſolches zu dem Fuͤrſtl. Muͤntz-Weſen gekommen/ ſo kan mir ſolches doch keinesweges præjudiciren/ ſin- temal er bey der Aufnahm des Gelds in ſeinem eigenen Nahmen mit mir contrahiret/ des Fuͤrſtl. Muͤntz- Weſens keine Meldung gethan/ auch den Wechſel- Brief auf ſich allein geſtellt. Wann mir nun eine ſo nahmhaffte Summa laͤnger zu entbehren/ unmoͤglich fallen will/ als gelanget an Ew. Hochfuͤrſtl. Durchl. mein unterthaͤnigſtes Bitten/ gedachten Muͤntz-Mei- ſter dahin anzuhalten/ daß er ohne fernere Dilation mir gerecht werden muͤſſe/ ꝛc. Wolte man durch Notarien und Zeugen ein Fuͤrſtli- ches Vorſchreiben bey einen andern Hoff inſinui- ren laſſen/ koͤnte Schedula Reqviſitionis folgen- der Geſtalt eingerichtet werden: X. Wohl-gelahrter Herr Notarie. DJeweil ich an Se. Fuͤrſtl. Durchl. von N. N. beyverwahrtes Reſcriptum zu infinuiren noͤh- tig

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Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717, S. 948. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/964>, abgerufen am 21.11.2019.