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Marperger, Paul Jacob: Getreuer und Geschickter Handels-Diener. Nürnberg u. a., 1715.

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Von allerhand Kauffmanns-Contracten.
Ein anders.

DEmnach in gegenwärtiger Oster-Meß bey
Herrn Titio, Materialisten/ von Hamburg
gebürtig/ sich Cajus als ein Handels-Diener/ um
bey gemeldtem Herrn Titio in Dienste zu tretten/ an-
gegeben/ auch hierauf nach Vorzeigung seines ehr-
lichen Abschieds/ (oder Testimonii von seinem vo-
rigen Principal) besagter Herr Titius sich resolvi-
ret/ denselben auf gewisse und hiernechst beschriebe-
ne Conditiones als seinen Handels-Diener auf- und
anzunehmen: als ist dißfalls zwischen ihnen beyden
folgender Contract aufgerichtet und geschlossen wor-
den. Nehmlich es tritt gedachter Cajus Herrn Titii
Dienste hiermit würcklich an/ und verbindet sich in sel-
bigen 3. Jahren nacheinander/ als von Ostern 1711.
biß Ostern 1714. darinn zu verbleiben. Dahingegen
verspricht ihm Herr Titius, bey gesunden und kran-
cken Tagen/ freyen Tisch/ Kammer und Bette/ nebst
50. Reichsthl. zu einem jährlichen Salario zu geben.
Gleichwie nun Cajus mit allem möglichsten Fleiß und
Treue/ so wohl im Gewölb/ Schreib-Stuben/ als
auch da er in Handels-Geschäfften verreisen müste/
Herrn Titii Bestes jederzeit zu beobachten/ und
sonderlich die Bücher und Rechnung richtig zu füh-
ren und zu verwahren angelobet: also will er sich
Krafft dieses bey Verpfändung seines Vermögens
verpflichten/ daferne (auf dem unverhofften Fall)
Herrn Titio durch seine Nachlässigkeit oder Untreu
einiger Schaden entstehen sollte/ selbigen wie er von
Herrn Titio bescheuniget werden würde/ förderlichst
wieder gut zu thun/ und soll Herr Titius zugleich

Macht
Von allerhand Kauffmanns-Contracten.
Ein anders.

DEmnach in gegenwaͤrtiger Oſter-Meß bey
Herꝛn Titio, Materialiſten/ von Hamburg
gebuͤrtig/ ſich Cajus als ein Handels-Diener/ um
bey gemeldtem Herꝛn Titio in Dienſte zu tretten/ an-
gegeben/ auch hierauf nach Vorzeigung ſeines ehr-
lichen Abſchieds/ (oder Teſtimonii von ſeinem vo-
rigen Principal) beſagter Herꝛ Titius ſich reſolvi-
ret/ denſelben auf gewiſſe und hiernechſt beſchriebe-
ne Conditiones als ſeinen Handels-Diener auf- und
anzunehmen: als iſt dißfalls zwiſchen ihnen beyden
folgender Contract aufgerichtet und geſchloſſen wor-
den. Nehmlich es tritt gedachter Cajus Herꝛn Titii
Dienſte hiermit wuͤrcklich an/ und verbindet ſich in ſel-
bigen 3. Jahren nacheinander/ als von Oſtern 1711.
biß Oſtern 1714. darinn zu verbleiben. Dahingegen
verſpricht ihm Herꝛ Titius, bey geſunden und kran-
cken Tagen/ freyen Tiſch/ Kammer und Bette/ nebſt
50. Reichsthl. zu einem jaͤhrlichen Salario zu geben.
Gleichwie nun Cajus mit allem moͤglichſten Fleiß und
Treue/ ſo wohl im Gewoͤlb/ Schreib-Stuben/ als
auch da er in Handels-Geſchaͤfften verreiſen muͤſte/
Herꝛn Titii Beſtes jederzeit zu beobachten/ und
ſonderlich die Buͤcher und Rechnung richtig zu fuͤh-
ren und zu verwahren angelobet: alſo will er ſich
Krafft dieſes bey Verpfaͤndung ſeines Vermoͤgens
verpflichten/ daferne (auf dem unverhofften Fall)
Herꝛn Titio durch ſeine Nachlaͤſſigkeit oder Untreu
einiger Schaden entſtehen ſollte/ ſelbigen wie er von
Herꝛn Titio beſcheuniget werden wuͤrde/ foͤrderlichſt
wieder gut zu thun/ und ſoll Herꝛ Titius zugleich

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[31/0055] Von allerhand Kauffmanns-Contracten. Ein anders. DEmnach in gegenwaͤrtiger Oſter-Meß bey Herꝛn Titio, Materialiſten/ von Hamburg gebuͤrtig/ ſich Cajus als ein Handels-Diener/ um bey gemeldtem Herꝛn Titio in Dienſte zu tretten/ an- gegeben/ auch hierauf nach Vorzeigung ſeines ehr- lichen Abſchieds/ (oder Teſtimonii von ſeinem vo- rigen Principal) beſagter Herꝛ Titius ſich reſolvi- ret/ denſelben auf gewiſſe und hiernechſt beſchriebe- ne Conditiones als ſeinen Handels-Diener auf- und anzunehmen: als iſt dißfalls zwiſchen ihnen beyden folgender Contract aufgerichtet und geſchloſſen wor- den. Nehmlich es tritt gedachter Cajus Herꝛn Titii Dienſte hiermit wuͤrcklich an/ und verbindet ſich in ſel- bigen 3. Jahren nacheinander/ als von Oſtern 1711. biß Oſtern 1714. darinn zu verbleiben. Dahingegen verſpricht ihm Herꝛ Titius, bey geſunden und kran- cken Tagen/ freyen Tiſch/ Kammer und Bette/ nebſt 50. Reichsthl. zu einem jaͤhrlichen Salario zu geben. Gleichwie nun Cajus mit allem moͤglichſten Fleiß und Treue/ ſo wohl im Gewoͤlb/ Schreib-Stuben/ als auch da er in Handels-Geſchaͤfften verreiſen muͤſte/ Herꝛn Titii Beſtes jederzeit zu beobachten/ und ſonderlich die Buͤcher und Rechnung richtig zu fuͤh- ren und zu verwahren angelobet: alſo will er ſich Krafft dieſes bey Verpfaͤndung ſeines Vermoͤgens verpflichten/ daferne (auf dem unverhofften Fall) Herꝛn Titio durch ſeine Nachlaͤſſigkeit oder Untreu einiger Schaden entſtehen ſollte/ ſelbigen wie er von Herꝛn Titio beſcheuniget werden wuͤrde/ foͤrderlichſt wieder gut zu thun/ und ſoll Herꝛ Titius zugleich Macht

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Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Getreuer und Geschickter Handels-Diener. Nürnberg u. a., 1715, S. 31. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_handelsdiener_1715/55>, abgerufen am 23.08.2019.