Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Marx, Karl: Das Kapital. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Hamburg, 1867.

Bild:
<< vorherige Seite

wo sich dann ein aliquoter Theil des Waarenbreis mit einem aliquoten
Theil des Metallbergs austausche64).

c) Die Münze. Das Werthzeichen.

Aus der Funktion des Geldes als Circulationsmittel entspringt seine

64) Dass jede einzelne Waarenart durch ihren Preis ein Element der
Preissumme aller circulirenden Waaren bildet, ist selbstverständ-
lich. Wie aber unter einander incommensurable Gebrauchswerthe sich
en masse mit der in einem Land befindlichen Gold- oder Silbermasse austauschen
sollen, ist völlig unbegreiflich. Verschwindelt man die Waarenwelt in eine ein-
zige Gesammtwaare
, wovon jede Waare nur einen aliquoten Theil bildet,
so kommt das schöne Rechenexempel heraus: Gesammtwaare = x Ctr. Gold,
Waare A = aliquoter Theil der Gesammtwaare = demselben aliquoten Theil von
x Ctr. Gold. Diess ehrlich heraus bei Montesquieu: "Si l'on compare la masse
de l'or et de l'argent qui est dans le monde, avec la somme des marchandises qui
y sont, il est certain que chaque denree ou marchandise, en particulier, pourra
etre comparee a une certaine portion de l'autre. Supposons qu'il n'y ait
qu'une seule denree ou marchandise dans le monde
, ou qu'il
n'y ait qu'une seule qui s'achete, et qu'elle se divise comme l'argent;
cette partie de cette marchandise repondra a une partie de la masse de l'argent;
la moitie du total de l'une a la moitie du total de l'autre etc. . . . l'etablissement
du prix des choses depend toujours fondamentalement de la raison du total des
choses au total des signes." (Montesquieu, l. c. t. III, p. 12, 13.) Ueber
die Weiterentwicklung dieser Theorie durch Ricardo, seinen Schüler James Mill,
Lord Overstone u. s. w. vgl. "Zur Kritik u. s. w." p. 140--146 u. p. 150
seqq. Herr J. St. Mill versteht es, mit der ihm geläufigen eklektischen Logik,
der Ansicht seines Vaters J. Mill und zugleich der entgegengesetzten zu sein.
Vergleicht man den Text seines Compendiums: "Princ. of Pol. Econ."
mit der Vorrede (erste Ausgabe), worin er sich selbst als Adam Smith der Gegen-
wart ankündet, so weiss man nicht, was mehr bewundern, die Naivetät des Mannes
oder die des Publikums, das ihn auf Treu und Glauben in den Kauf nahm als
Adam Smith, zu dem er sich etwa verhält wie General Williams Kars von Kars
zum Herzog von Wellington. Die weder umfangreichen noch gehaltreichen Ori-
ginalforschungen des Herrn J. St. Mill im Gebiet der Pol. Oek. findet man alle in
Reih' und Glied aufmarschirt in seinem 1844 erschienenen Schriftchen: "Some
Unsettled Questions of Political Economy
". Locke spricht direkt
den Zusammenhang zwischen der Werthlosigkeit von Gold und Silber und
der Bestimmung ihres Werths durch Quantität aus. "Mankind
having consented to put an imaginary value upon gold and silver ... the
intrinsick value, regarded in these metals, is nothing but the quantity."
"Some Considerations etc. 1691". Works ed 1777, vol. II, p. 15.

wo sich dann ein aliquoter Theil des Waarenbreis mit einem aliquoten
Theil des Metallbergs austausche64).

c) Die Münze. Das Werthzeichen.

Aus der Funktion des Geldes als Circulationsmittel entspringt seine

64) Dass jede einzelne Waarenart durch ihren Preis ein Element der
Preissumme aller circulirenden Waaren bildet, ist selbstverständ-
lich. Wie aber unter einander incommensurable Gebrauchswerthe sich
en masse mit der in einem Land befindlichen Gold- oder Silbermasse austauschen
sollen, ist völlig unbegreiflich. Verschwindelt man die Waarenwelt in eine ein-
zige Gesammtwaare
, wovon jede Waare nur einen aliquoten Theil bildet,
so kommt das schöne Rechenexempel heraus: Gesammtwaare = x Ctr. Gold,
Waare A = aliquoter Theil der Gesammtwaare = demselben aliquoten Theil von
x Ctr. Gold. Diess ehrlich heraus bei Montesquieu: „Si l’on compare la masse
de l’or et de l’argent qui est dans le monde, avec la somme des marchandises qui
y sont, il est certain que chaque denrée ou marchandise, en particulier, pourra
être comparée à une certaine portion de l’autre. Supposons qu’il n’y ait
qu’une seule denrée ou marchandise dans le monde
, ou qu’il
n’y ait qu’une seule qui s’achète, et qu’elle se divise comme l’argent;
cette partie de cette marchandise répondra à une partie de la masse de l’argent;
la moitié du total de l’une à la moitié du total de l’autre etc. . . . l’établissement
du prix des choses dépend toujours fondamentalement de la raison du total des
choses au total des signes.“ (Montesquieu, l. c. t. III, p. 12, 13.) Ueber
die Weiterentwicklung dieser Theorie durch Ricardo, seinen Schüler James Mill,
Lord Overstone u. s. w. vgl. „Zur Kritik u. s. w.“ p. 140—146 u. p. 150
seqq. Herr J. St. Mill versteht es, mit der ihm geläufigen eklektischen Logik,
der Ansicht seines Vaters J. Mill und zugleich der entgegengesetzten zu sein.
Vergleicht man den Text seines Compendiums: „Princ. of Pol. Econ.“
mit der Vorrede (erste Ausgabe), worin er sich selbst als Adam Smith der Gegen-
wart ankündet, so weiss man nicht, was mehr bewundern, die Naivetät des Mannes
oder die des Publikums, das ihn auf Treu und Glauben in den Kauf nahm als
Adam Smith, zu dem er sich etwa verhält wie General Williams Kars von Kars
zum Herzog von Wellington. Die weder umfangreichen noch gehaltreichen Ori-
ginalforschungen des Herrn J. St. Mill im Gebiet der Pol. Oek. findet man alle in
Reih’ und Glied aufmarschirt in seinem 1844 erschienenen Schriftchen: „Some
Unsettled Questions of Political Economy
“. Locke spricht direkt
den Zusammenhang zwischen der Werthlosigkeit von Gold und Silber und
der Bestimmung ihres Werths durch Quantität aus. „Mankind
having consented to put an imaginary value upon gold and silver … the
intrinsick value, regarded in these metals, is nothing but the quantity.“
Some Considerations etc. 1691“. Works ed 1777, vol. II, p. 15.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <p><pb facs="#f0104" n="85"/>
wo sich dann ein aliquoter Theil des Waarenbreis mit einem aliquoten<lb/>
Theil des Metallbergs austausche<note place="foot" n="64)">Dass jede einzelne Waarenart <hi rendition="#g">durch ihren Preis</hi> ein Element der<lb/><hi rendition="#g">Preissumme aller circulirenden Waaren</hi> bildet, ist selbstverständ-<lb/>
lich. Wie aber unter einander incommensurable <hi rendition="#g">Gebrauchswerthe</hi> sich<lb/>
en masse mit der in einem Land befindlichen Gold- oder Silbermasse austauschen<lb/>
sollen, ist völlig unbegreiflich. Verschwindelt man die Waarenwelt in <hi rendition="#g">eine ein-<lb/>
zige Gesammtwaare</hi>, wovon jede Waare nur einen aliquoten Theil bildet,<lb/>
so kommt das schöne Rechenexempel heraus: Gesammtwaare = x Ctr. Gold,<lb/>
Waare A = aliquoter Theil der Gesammtwaare = demselben aliquoten Theil von<lb/>
x Ctr. Gold. Diess ehrlich heraus bei <hi rendition="#g">Montesquieu</hi>: &#x201E;Si l&#x2019;on compare la masse<lb/>
de l&#x2019;or et de l&#x2019;argent qui est dans le monde, avec la somme des marchandises qui<lb/>
y sont, il est certain que chaque denrée ou marchandise, en particulier, pourra<lb/>
être comparée à une certaine portion de l&#x2019;autre. <hi rendition="#g">Supposons qu&#x2019;il n&#x2019;y ait<lb/>
qu&#x2019;une seule denrée ou marchandise dans le monde</hi>, ou qu&#x2019;il<lb/>
n&#x2019;y ait qu&#x2019;une seule qui s&#x2019;achète, <hi rendition="#g">et qu&#x2019;elle se divise comme l&#x2019;argent</hi>;<lb/>
cette partie de cette marchandise répondra à une partie de la masse de l&#x2019;argent;<lb/>
la moitié du total de l&#x2019;une à la moitié du total de l&#x2019;autre etc. . . . l&#x2019;établissement<lb/>
du prix des choses dépend toujours fondamentalement de la raison du total des<lb/>
choses au total des signes.&#x201C; (<hi rendition="#g">Montesquieu</hi>, l. c. t. III, p. 12, 13.) Ueber<lb/>
die Weiterentwicklung dieser Theorie durch Ricardo, seinen Schüler James Mill,<lb/>
Lord Overstone u. s. w. vgl. &#x201E;<hi rendition="#g">Zur Kritik</hi> u. s. w.&#x201C; p. 140&#x2014;146 u. p. 150<lb/>
seqq. Herr J. <hi rendition="#g">St. Mill</hi> versteht es, mit der ihm geläufigen eklektischen Logik,<lb/>
der Ansicht seines Vaters J. Mill und zugleich der entgegengesetzten zu sein.<lb/>
Vergleicht man den Text seines Compendiums: &#x201E;<hi rendition="#g">Princ. of Pol. Econ</hi>.&#x201C;<lb/>
mit der Vorrede (erste Ausgabe), worin er sich selbst als Adam Smith der Gegen-<lb/>
wart ankündet, so weiss man nicht, was mehr bewundern, die Naivetät des Mannes<lb/>
oder die des Publikums, das ihn auf Treu und Glauben in den Kauf nahm als<lb/>
Adam Smith, zu dem er sich etwa verhält wie General Williams Kars von Kars<lb/>
zum Herzog von Wellington. Die weder umfangreichen noch gehaltreichen Ori-<lb/>
ginalforschungen des Herrn J. St. Mill im Gebiet der Pol. Oek. findet man alle in<lb/>
Reih&#x2019; und Glied aufmarschirt in seinem 1844 erschienenen Schriftchen: &#x201E;<hi rendition="#g">Some<lb/>
Unsettled Questions of Political Economy</hi>&#x201C;. <hi rendition="#g">Locke</hi> spricht direkt<lb/>
den Zusammenhang zwischen der <hi rendition="#g">Werthlosigkeit</hi> von Gold und Silber und<lb/>
der <hi rendition="#g">Bestimmung ihres Werths</hi> durch <hi rendition="#g">Quantität</hi> aus. &#x201E;Mankind<lb/>
having consented to put an <hi rendition="#g">imaginary value</hi> upon gold and silver &#x2026; the<lb/>
intrinsick value, regarded in these metals, is nothing but the <hi rendition="#g">quantity</hi>.&#x201C;<lb/>
&#x201E;<hi rendition="#g">Some Considerations</hi> etc. 1691&#x201C;. Works ed 1777, vol. II, p. 15.</note>.</p>
              </div><lb/>
              <div n="5">
                <head>c) <hi rendition="#g">Die Münze. Das Werthzeichen</hi>.</head><lb/>
                <p>Aus der Funktion des Geldes als Circulationsmittel entspringt seine<lb/></p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[85/0104] wo sich dann ein aliquoter Theil des Waarenbreis mit einem aliquoten Theil des Metallbergs austausche 64). c) Die Münze. Das Werthzeichen. Aus der Funktion des Geldes als Circulationsmittel entspringt seine 64) Dass jede einzelne Waarenart durch ihren Preis ein Element der Preissumme aller circulirenden Waaren bildet, ist selbstverständ- lich. Wie aber unter einander incommensurable Gebrauchswerthe sich en masse mit der in einem Land befindlichen Gold- oder Silbermasse austauschen sollen, ist völlig unbegreiflich. Verschwindelt man die Waarenwelt in eine ein- zige Gesammtwaare, wovon jede Waare nur einen aliquoten Theil bildet, so kommt das schöne Rechenexempel heraus: Gesammtwaare = x Ctr. Gold, Waare A = aliquoter Theil der Gesammtwaare = demselben aliquoten Theil von x Ctr. Gold. Diess ehrlich heraus bei Montesquieu: „Si l’on compare la masse de l’or et de l’argent qui est dans le monde, avec la somme des marchandises qui y sont, il est certain que chaque denrée ou marchandise, en particulier, pourra être comparée à une certaine portion de l’autre. Supposons qu’il n’y ait qu’une seule denrée ou marchandise dans le monde, ou qu’il n’y ait qu’une seule qui s’achète, et qu’elle se divise comme l’argent; cette partie de cette marchandise répondra à une partie de la masse de l’argent; la moitié du total de l’une à la moitié du total de l’autre etc. . . . l’établissement du prix des choses dépend toujours fondamentalement de la raison du total des choses au total des signes.“ (Montesquieu, l. c. t. III, p. 12, 13.) Ueber die Weiterentwicklung dieser Theorie durch Ricardo, seinen Schüler James Mill, Lord Overstone u. s. w. vgl. „Zur Kritik u. s. w.“ p. 140—146 u. p. 150 seqq. Herr J. St. Mill versteht es, mit der ihm geläufigen eklektischen Logik, der Ansicht seines Vaters J. Mill und zugleich der entgegengesetzten zu sein. Vergleicht man den Text seines Compendiums: „Princ. of Pol. Econ.“ mit der Vorrede (erste Ausgabe), worin er sich selbst als Adam Smith der Gegen- wart ankündet, so weiss man nicht, was mehr bewundern, die Naivetät des Mannes oder die des Publikums, das ihn auf Treu und Glauben in den Kauf nahm als Adam Smith, zu dem er sich etwa verhält wie General Williams Kars von Kars zum Herzog von Wellington. Die weder umfangreichen noch gehaltreichen Ori- ginalforschungen des Herrn J. St. Mill im Gebiet der Pol. Oek. findet man alle in Reih’ und Glied aufmarschirt in seinem 1844 erschienenen Schriftchen: „Some Unsettled Questions of Political Economy“. Locke spricht direkt den Zusammenhang zwischen der Werthlosigkeit von Gold und Silber und der Bestimmung ihres Werths durch Quantität aus. „Mankind having consented to put an imaginary value upon gold and silver … the intrinsick value, regarded in these metals, is nothing but the quantity.“ „Some Considerations etc. 1691“. Works ed 1777, vol. II, p. 15.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital01_1867
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital01_1867/104
Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Hamburg, 1867. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital01_1867/104>, S. 85, abgerufen am 23.01.2018.