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Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885.

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dukt physisch beschränkt, andrerseits aber auch im Ankauf von Arbeits-
kraft seinem ganzen Umfang nach verausgabt werden muss.



Elftes Kapitel.
Theorien über fixes und cirkulirendes Kapital.
Ricardo.

Ricardo führt den Unterschied zwischen fixem und cirkulirendem
Kapital nur auf, um die Ausnahmen der Werthregel darzustellen, nämlich
solche Fälle, wo die Rate des Arbeitslohns auf die Preise wirkt. Darauf
kommen wir erst in Buch III zu sprechen.

Die ursprüngliche Unklarheit zeigt sich aber von vornherein in der
gleichgültigen Nebeneinanderstellung: "Dieser Unterschied im Grad der
Dauerhaftigkeit des fixen Kapitals, und dieser Wechsel in den Verhält-
nissen, worin beide Kapitalarten kombinirt sein können."25)

Fragen wir nun, welches die beiden Kapitalarten sind, so hören wir:
"Ebenfalls die Verhältnisse, worin das Kapital, das die Arbeit unterhalten
soll, und das Kapital, das in Werkzeugen, Maschinerie und Gebäuden aus-
gelegt ist, verschieden kombinirt sein können."26) Also fixes Kapital
= Arbeitsmitteln, und cirkulirendes Kapital = Kapital, das in Arbeit
ausgelegt ist. Kapital, das die Arbeit unterhalten soll, ist schon ein ab-
geschmackter, aus A. Smith herübergenommener Ausdruck. Das cirku-
lirende Kapital wird hier einerseits zusammengeworfen mit dem variablen
Kapital, d. h. mit dem in Arbeit ausgelegten Theil des produktiven Ka-

25) "This difference in the degree of durability of fixed capital, and
this variety in the proportions in which the two sorts of capital may be com-
bined." -- Principles, p. 25.
26) The proportions, too, in which the capital that is to support labour,
and the capital that is invested in tools, machinery, and buildings, may be
variously combined. -- l. c.
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dukt physisch beschränkt, andrerseits aber auch im Ankauf von Arbeits-
kraft seinem ganzen Umfang nach verausgabt werden muss.



Elftes Kapitel.
Theorien über fixes und cirkulirendes Kapital.
Ricardo.

Ricardo führt den Unterschied zwischen fixem und cirkulirendem
Kapital nur auf, um die Ausnahmen der Werthregel darzustellen, nämlich
solche Fälle, wo die Rate des Arbeitslohns auf die Preise wirkt. Darauf
kommen wir erst in Buch III zu sprechen.

Die ursprüngliche Unklarheit zeigt sich aber von vornherein in der
gleichgültigen Nebeneinanderstellung: „Dieser Unterschied im Grad der
Dauerhaftigkeit des fixen Kapitals, und dieser Wechsel in den Verhält-
nissen, worin beide Kapitalarten kombinirt sein können.“25)

Fragen wir nun, welches die beiden Kapitalarten sind, so hören wir:
„Ebenfalls die Verhältnisse, worin das Kapital, das die Arbeit unterhalten
soll, und das Kapital, das in Werkzeugen, Maschinerie und Gebäuden aus-
gelegt ist, verschieden kombinirt sein können.“26) Also fixes Kapital
= Arbeitsmitteln, und cirkulirendes Kapital = Kapital, das in Arbeit
ausgelegt ist. Kapital, das die Arbeit unterhalten soll, ist schon ein ab-
geschmackter, aus A. Smith herübergenommener Ausdruck. Das cirku-
lirende Kapital wird hier einerseits zusammengeworfen mit dem variablen
Kapital, d. h. mit dem in Arbeit ausgelegten Theil des produktiven Ka-

25) „This difference in the degree of durability of fixed capital, and
this variety in the proportions in which the two sorts of capital may be com-
bined.“ — Principles, p. 25.
26) The proportions, too, in which the capital that is to support labour,
and the capital that is invested in tools, machinery, and buildings, may be
variously combined. — l. c.
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[195/0229] dukt physisch beschränkt, andrerseits aber auch im Ankauf von Arbeits- kraft seinem ganzen Umfang nach verausgabt werden muss. Elftes Kapitel. Theorien über fixes und cirkulirendes Kapital. Ricardo. Ricardo führt den Unterschied zwischen fixem und cirkulirendem Kapital nur auf, um die Ausnahmen der Werthregel darzustellen, nämlich solche Fälle, wo die Rate des Arbeitslohns auf die Preise wirkt. Darauf kommen wir erst in Buch III zu sprechen. Die ursprüngliche Unklarheit zeigt sich aber von vornherein in der gleichgültigen Nebeneinanderstellung: „Dieser Unterschied im Grad der Dauerhaftigkeit des fixen Kapitals, und dieser Wechsel in den Verhält- nissen, worin beide Kapitalarten kombinirt sein können.“ 25) Fragen wir nun, welches die beiden Kapitalarten sind, so hören wir: „Ebenfalls die Verhältnisse, worin das Kapital, das die Arbeit unterhalten soll, und das Kapital, das in Werkzeugen, Maschinerie und Gebäuden aus- gelegt ist, verschieden kombinirt sein können.“ 26) Also fixes Kapital = Arbeitsmitteln, und cirkulirendes Kapital = Kapital, das in Arbeit ausgelegt ist. Kapital, das die Arbeit unterhalten soll, ist schon ein ab- geschmackter, aus A. Smith herübergenommener Ausdruck. Das cirku- lirende Kapital wird hier einerseits zusammengeworfen mit dem variablen Kapital, d. h. mit dem in Arbeit ausgelegten Theil des produktiven Ka- 25) „This difference in the degree of durability of fixed capital, and this variety in the proportions in which the two sorts of capital may be com- bined.“ — Principles, p. 25. 26) The proportions, too, in which the capital that is to support labour, and the capital that is invested in tools, machinery, and buildings, may be variously combined. — l. c. 13*

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Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885, S. 195. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital02_1885/229>, abgerufen am 26.04.2019.