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Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885.

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ganz in der Lage wie bei Errichtung des Geschäfts: er hat es wieder
ganz und auf einmal in der Hand, während er es nur allmälig wieder
in produktives Kapital verwandeln kann.

Worauf es im Text ankommt, ist der Nachweis, dass einerseits ein
beträchtlicher Theil des industriellen Kapitals stets in Geldform vor-
handen sein, andrerseits ein noch beträchtlicherer zeitweilig Geldform an-
nehmen muss. Dieser Nachweis wird durch diese meine zusätzlichen
Bemerkungen höchstens verstärkt. -- F. E.]

V. Wirkung von Preiswechsel.

Wir haben eben unterstellt gleichbleibende Preise, gleichbleibende
Stufenleiter der Produktion auf der einen Seite, Kontraktion oder Expansion
der Cirkulationszeit auf der andern. Unterstellen wir jetzt dagegen gleich-
bleibende Größe der Umschlagsperiode, gleichbleibende Stufenleiter der
Produktion, aber auf der andern Seite Preiswechsel, d. h. Fall oder Steigen im
Preis von Rohmaterialien, Hülfsstoffen und Arbeit, oder der beiden ersten dieser
Elemente. Gesetzt, der Preis von Roh- und Hülfsstoffen, sowie der Arbeitslohn,
falle um die Hälfte. Es wären dann also in unserm Beispiel wöchentlich 50 £
statt 100 £, und für die neunwöchentliche Umschlagsperiode 450 £ statt
900 £ vorgeschossnes Kapital nöthig. 450 £ des vorgeschossnen Ka-
pitalwerths werden ausgeschieden zunächst als Geldkapital, aber der Pro-
duktionsprocess auf derselben Stufenleiter und mit derselben Umschlags-
periode und der frühern Theilung derselben werde fortgesetzt. Auch die
jährliche Produktmasse bleibt dieselbe, aber ihr Werth ist um die Hälfte
gefallen. Weder eine Beschleunigung im Umlauf, noch eine Aenderung
in der Masse des cirkulirenden Geldes hat diesen Wechsel hervorgebracht,
der auch von einem Wechsel in Angebot und Nachfrage von Geldkapital
begleitet ist. Umgekehrt. Der Fall im Werth, resp. Preis, der Elemente
des produktiven Kapitals um die Hälfte hätte zuerst die Wirkung, dass
ein um die Hälfte verminderter Kapitalwerth für das nach wie vor auf
gleicher Stufenleiter fortgeführte Geschäft X vorgeschossen, also auch nur
die Hälfte Geld von Seiten des Geschäfts X auf den Markt zu werfen
wäre, da das Geschäft X diesen Kapitalwerth zunächst in der Form von
Geld, d. h. als Geldkapital vorschiesst. Die in Cirkulation geworfne
Geldmasse hätte abgenommen, weil die Preise der Produktionselemente ge-
fallen. Dies wäre die erste Wirkung.


ganz in der Lage wie bei Errichtung des Geschäfts: er hat es wieder
ganz und auf einmal in der Hand, während er es nur allmälig wieder
in produktives Kapital verwandeln kann.

Worauf es im Text ankommt, ist der Nachweis, dass einerseits ein
beträchtlicher Theil des industriellen Kapitals stets in Geldform vor-
handen sein, andrerseits ein noch beträchtlicherer zeitweilig Geldform an-
nehmen muss. Dieser Nachweis wird durch diese meine zusätzlichen
Bemerkungen höchstens verstärkt. — F. E.]

V. Wirkung von Preiswechsel.

Wir haben eben unterstellt gleichbleibende Preise, gleichbleibende
Stufenleiter der Produktion auf der einen Seite, Kontraktion oder Expansion
der Cirkulationszeit auf der andern. Unterstellen wir jetzt dagegen gleich-
bleibende Größe der Umschlagsperiode, gleichbleibende Stufenleiter der
Produktion, aber auf der andern Seite Preiswechsel, d. h. Fall oder Steigen im
Preis von Rohmaterialien, Hülfsstoffen und Arbeit, oder der beiden ersten dieser
Elemente. Gesetzt, der Preis von Roh- und Hülfsstoffen, sowie der Arbeitslohn,
falle um die Hälfte. Es wären dann also in unserm Beispiel wöchentlich 50 £
statt 100 £, und für die neunwöchentliche Umschlagsperiode 450 £ statt
900 £ vorgeschossnes Kapital nöthig. 450 £ des vorgeschossnen Ka-
pitalwerths werden ausgeschieden zunächst als Geldkapital, aber der Pro-
duktionsprocess auf derselben Stufenleiter und mit derselben Umschlags-
periode und der frühern Theilung derselben werde fortgesetzt. Auch die
jährliche Produktmasse bleibt dieselbe, aber ihr Werth ist um die Hälfte
gefallen. Weder eine Beschleunigung im Umlauf, noch eine Aenderung
in der Masse des cirkulirenden Geldes hat diesen Wechsel hervorgebracht,
der auch von einem Wechsel in Angebot und Nachfrage von Geldkapital
begleitet ist. Umgekehrt. Der Fall im Werth, resp. Preis, der Elemente
des produktiven Kapitals um die Hälfte hätte zuerst die Wirkung, dass
ein um die Hälfte verminderter Kapitalwerth für das nach wie vor auf
gleicher Stufenleiter fortgeführte Geschäft X vorgeschossen, also auch nur
die Hälfte Geld von Seiten des Geschäfts X auf den Markt zu werfen
wäre, da das Geschäft X diesen Kapitalwerth zunächst in der Form von
Geld, d. h. als Geldkapital vorschiesst. Die in Cirkulation geworfne
Geldmasse hätte abgenommen, weil die Preise der Produktionselemente ge-
fallen. Dies wäre die erste Wirkung.


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[270/0304] ganz in der Lage wie bei Errichtung des Geschäfts: er hat es wieder ganz und auf einmal in der Hand, während er es nur allmälig wieder in produktives Kapital verwandeln kann. Worauf es im Text ankommt, ist der Nachweis, dass einerseits ein beträchtlicher Theil des industriellen Kapitals stets in Geldform vor- handen sein, andrerseits ein noch beträchtlicherer zeitweilig Geldform an- nehmen muss. Dieser Nachweis wird durch diese meine zusätzlichen Bemerkungen höchstens verstärkt. — F. E.] V. Wirkung von Preiswechsel. Wir haben eben unterstellt gleichbleibende Preise, gleichbleibende Stufenleiter der Produktion auf der einen Seite, Kontraktion oder Expansion der Cirkulationszeit auf der andern. Unterstellen wir jetzt dagegen gleich- bleibende Größe der Umschlagsperiode, gleichbleibende Stufenleiter der Produktion, aber auf der andern Seite Preiswechsel, d. h. Fall oder Steigen im Preis von Rohmaterialien, Hülfsstoffen und Arbeit, oder der beiden ersten dieser Elemente. Gesetzt, der Preis von Roh- und Hülfsstoffen, sowie der Arbeitslohn, falle um die Hälfte. Es wären dann also in unserm Beispiel wöchentlich 50 £ statt 100 £, und für die neunwöchentliche Umschlagsperiode 450 £ statt 900 £ vorgeschossnes Kapital nöthig. 450 £ des vorgeschossnen Ka- pitalwerths werden ausgeschieden zunächst als Geldkapital, aber der Pro- duktionsprocess auf derselben Stufenleiter und mit derselben Umschlags- periode und der frühern Theilung derselben werde fortgesetzt. Auch die jährliche Produktmasse bleibt dieselbe, aber ihr Werth ist um die Hälfte gefallen. Weder eine Beschleunigung im Umlauf, noch eine Aenderung in der Masse des cirkulirenden Geldes hat diesen Wechsel hervorgebracht, der auch von einem Wechsel in Angebot und Nachfrage von Geldkapital begleitet ist. Umgekehrt. Der Fall im Werth, resp. Preis, der Elemente des produktiven Kapitals um die Hälfte hätte zuerst die Wirkung, dass ein um die Hälfte verminderter Kapitalwerth für das nach wie vor auf gleicher Stufenleiter fortgeführte Geschäft X vorgeschossen, also auch nur die Hälfte Geld von Seiten des Geschäfts X auf den Markt zu werfen wäre, da das Geschäft X diesen Kapitalwerth zunächst in der Form von Geld, d. h. als Geldkapital vorschiesst. Die in Cirkulation geworfne Geldmasse hätte abgenommen, weil die Preise der Produktionselemente ge- fallen. Dies wäre die erste Wirkung.

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Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital02_1885/304>, S. 270, abgerufen am 11.12.2017.