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Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885.

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fuhr von edlen Metallen. Daher die vermehrte Zufuhr der edlen Metalle
seit dem 16. Jahrhundert ein wesentliches Moment in der Entwicklungs-
geschichte der kapitalistischen Produktion bildet. Soweit es sich aber
um die nöthige weitere Zufuhr von Geldmaterial auf der Basis der kapi-
talistischen Produktionsweise handelt, so wird auf der einen Seite Mehr-
werth in Produkt in die Cirkulation geworfen ohne das zu seiner Ver-
silbrung nöthige Geld, und auf der andren Seite Mehrwerth in Gold, ohne
vorherige Verwandlung von Produkt in Geld.

Die zuschüssigen Waaren, die sich in Geld zu verwandeln haben,
finden die nöthige Geldsumme vor, weil auf der andren Seite, nicht durch
den Austausch, sondern durch die Produktion selbst zuschüssiges Gold
(und Silber) in die Cirkulation geworfen wird, das sich in Waaren zu
verwandeln hat.

II. Akkumulation und erweiterte Reproduktion.

Soweit die Akkumulation in der Form von Reproduktion auf er-
weiterter Stufenleiter stattfindet, ist es klar, dass sie kein neues Problem
mit Bezug auf die Geldcirkulation bietet.

Was zunächst das zuschüssige Geldkapital betrifft, erheischt zur
Funktion des wachsenden produktiven Kapitals, so wird es geliefert durch
den Theil des realisirten Mehrwerths, der als Geldkapital, statt als Geld-
form der Revenue, von den Kapitalisten in Cirkulation geworfen wird.
Das Geld ist bereits in der Hand der Kapitalisten. Bloss seine Anwen-
dung ist verschieden.

Nun wird aber in Folge des zuschüssigen produktiven Kapitals, als
sein Produkt, eine zuschüssige Waarenmasse in Cirkulation geworfen.
Mit dieser zuschüssigen Waarenmasse wurde zugleich ein Theil des zu
ihrer Realisation nöthigen zuschüssigen Gelds in Cirkulation geworfen, so-
weit nämlich der Werth dieser Waarenmasse gleich ist dem Werth des
in ihrer Produktion verzehrten produktiven Kapitals. Diese zuschüssige
Geldmasse ist gerade als zuschüssiges Geldkapital vorgeschossen worden
und fließt daher zum Kapitalisten zurück durch den Umschlag seines
Kapitals. Hier tritt wieder dieselbe Frage auf wie oben. Wo kommt
das zuschüssige Geld her, um den jetzt in Waarenform vorhandnen zu-
schüssigen Mehrwerth zu realisiren?


fuhr von edlen Metallen. Daher die vermehrte Zufuhr der edlen Metalle
seit dem 16. Jahrhundert ein wesentliches Moment in der Entwicklungs-
geschichte der kapitalistischen Produktion bildet. Soweit es sich aber
um die nöthige weitere Zufuhr von Geldmaterial auf der Basis der kapi-
talistischen Produktionsweise handelt, so wird auf der einen Seite Mehr-
werth in Produkt in die Cirkulation geworfen ohne das zu seiner Ver-
silbrung nöthige Geld, und auf der andren Seite Mehrwerth in Gold, ohne
vorherige Verwandlung von Produkt in Geld.

Die zuschüssigen Waaren, die sich in Geld zu verwandeln haben,
finden die nöthige Geldsumme vor, weil auf der andren Seite, nicht durch
den Austausch, sondern durch die Produktion selbst zuschüssiges Gold
(und Silber) in die Cirkulation geworfen wird, das sich in Waaren zu
verwandeln hat.

II. Akkumulation und erweiterte Reproduktion.

Soweit die Akkumulation in der Form von Reproduktion auf er-
weiterter Stufenleiter stattfindet, ist es klar, dass sie kein neues Problem
mit Bezug auf die Geldcirkulation bietet.

Was zunächst das zuschüssige Geldkapital betrifft, erheischt zur
Funktion des wachsenden produktiven Kapitals, so wird es geliefert durch
den Theil des realisirten Mehrwerths, der als Geldkapital, statt als Geld-
form der Revenue, von den Kapitalisten in Cirkulation geworfen wird.
Das Geld ist bereits in der Hand der Kapitalisten. Bloss seine Anwen-
dung ist verschieden.

Nun wird aber in Folge des zuschüssigen produktiven Kapitals, als
sein Produkt, eine zuschüssige Waarenmasse in Cirkulation geworfen.
Mit dieser zuschüssigen Waarenmasse wurde zugleich ein Theil des zu
ihrer Realisation nöthigen zuschüssigen Gelds in Cirkulation geworfen, so-
weit nämlich der Werth dieser Waarenmasse gleich ist dem Werth des
in ihrer Produktion verzehrten produktiven Kapitals. Diese zuschüssige
Geldmasse ist gerade als zuschüssiges Geldkapital vorgeschossen worden
und fließt daher zum Kapitalisten zurück durch den Umschlag seines
Kapitals. Hier tritt wieder dieselbe Frage auf wie oben. Wo kommt
das zuschüssige Geld her, um den jetzt in Waarenform vorhandnen zu-
schüssigen Mehrwerth zu realisiren?


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[334/0368] fuhr von edlen Metallen. Daher die vermehrte Zufuhr der edlen Metalle seit dem 16. Jahrhundert ein wesentliches Moment in der Entwicklungs- geschichte der kapitalistischen Produktion bildet. Soweit es sich aber um die nöthige weitere Zufuhr von Geldmaterial auf der Basis der kapi- talistischen Produktionsweise handelt, so wird auf der einen Seite Mehr- werth in Produkt in die Cirkulation geworfen ohne das zu seiner Ver- silbrung nöthige Geld, und auf der andren Seite Mehrwerth in Gold, ohne vorherige Verwandlung von Produkt in Geld. Die zuschüssigen Waaren, die sich in Geld zu verwandeln haben, finden die nöthige Geldsumme vor, weil auf der andren Seite, nicht durch den Austausch, sondern durch die Produktion selbst zuschüssiges Gold (und Silber) in die Cirkulation geworfen wird, das sich in Waaren zu verwandeln hat. II. Akkumulation und erweiterte Reproduktion. Soweit die Akkumulation in der Form von Reproduktion auf er- weiterter Stufenleiter stattfindet, ist es klar, dass sie kein neues Problem mit Bezug auf die Geldcirkulation bietet. Was zunächst das zuschüssige Geldkapital betrifft, erheischt zur Funktion des wachsenden produktiven Kapitals, so wird es geliefert durch den Theil des realisirten Mehrwerths, der als Geldkapital, statt als Geld- form der Revenue, von den Kapitalisten in Cirkulation geworfen wird. Das Geld ist bereits in der Hand der Kapitalisten. Bloss seine Anwen- dung ist verschieden. Nun wird aber in Folge des zuschüssigen produktiven Kapitals, als sein Produkt, eine zuschüssige Waarenmasse in Cirkulation geworfen. Mit dieser zuschüssigen Waarenmasse wurde zugleich ein Theil des zu ihrer Realisation nöthigen zuschüssigen Gelds in Cirkulation geworfen, so- weit nämlich der Werth dieser Waarenmasse gleich ist dem Werth des in ihrer Produktion verzehrten produktiven Kapitals. Diese zuschüssige Geldmasse ist gerade als zuschüssiges Geldkapital vorgeschossen worden und fließt daher zum Kapitalisten zurück durch den Umschlag seines Kapitals. Hier tritt wieder dieselbe Frage auf wie oben. Wo kommt das zuschüssige Geld her, um den jetzt in Waarenform vorhandnen zu- schüssigen Mehrwerth zu realisiren?

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Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital02_1885/368>, S. 334, abgerufen am 11.12.2017.