Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885.

Bild:
<< vorherige Seite

Arbeiterklasse bildet eine Bewegung innerhalb des Produktenwerths selbst,
worin das Gesammtkapital resultirt hat; und diese Bewegung ist nicht
nur Werthersatz, sondern Stoffersatz, und ist daher ebensosehr bedingt
durch das gegenseitige Verhältniss der Werthbestandtheile des gesellschaft-
lichen Produkts, wie durch ihren Gebrauchswerth, ihre stoffliche Gestalt.

Die43) einfache Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter er-
scheint insoweit als eine Abstraktion, als einerseits auf kapitalistischer
Basis Abwesenheit aller Akkumulation oder Reproduktion auf erweiterter
Stufenleiter eine befremdliche Annahme ist, andrerseits die Verhältnisse
worin producirt wird, nicht absolut gleichbleiben (und dies ist vorausge-
setzt) in verschiednen Jahren. Die Voraussetzung ist, dass ein gesell-
schaftliches Kapital von gegebnem Werth, wie im vorigen Jahr so in
diesem, dieselbe Masse Waarenwerthe wieder liefert, und dasselbe Quantum
Bedürfnisse befriedigt, obgleich die Formen der Waaren sich im Repro-
duktionsprocess ändern mögen. Indess, soweit Akkumulation stattfindet,
bildet die einfache Reproduktion stets einen Theil derselben, kann also
für sich betrachtet werden, und ist ein realer Faktor der Akkumulation.
Der Werth des jährlichen Produkts kann abnehmen, obgleich die Masse
der Gebrauchswerthe gleichbleibt; der Werth kann derselbe bleiben, ob-
gleich die Masse der Gebrauchswerthe abnimmt; Werthmasse und Masse
der reproducirten Gebrauchswerthe können gleichzeitig abnehmen. Alles
dies kömmt darauf hinaus, dass die Reproduktion entweder unter günstigern
Umständen als vorher stattfindet, oder unter erschwerenden, welche letztre
in eine unvollkommne Reproduktion -- mangelhafte -- resultiren können.
Alles dies kann nur die quantitative Seite der verschiednen Elemente der
Reproduktion berühren, nicht aber die Rolle, die sie als reproducirendes
Kapital oder als reproducirte Revenue in dem Gesammtprocess spielen.



II. Die zwei Abtheilungen der gesellschaftlichen
Produktion.
44)

Das Gesammtprodukt, also auch die Gesammtproduktion, der Gesell-
schaft zerfällt in zwei große Abtheilungen:


43) Aus Manuskript VIII.
44) Im Wesentlichen aus Manuskript II. Das Schema aus Manuskript VIII.

Arbeiterklasse bildet eine Bewegung innerhalb des Produktenwerths selbst,
worin das Gesammtkapital resultirt hat; und diese Bewegung ist nicht
nur Werthersatz, sondern Stoffersatz, und ist daher ebensosehr bedingt
durch das gegenseitige Verhältniss der Werthbestandtheile des gesellschaft-
lichen Produkts, wie durch ihren Gebrauchswerth, ihre stoffliche Gestalt.

Die43) einfache Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter er-
scheint insoweit als eine Abstraktion, als einerseits auf kapitalistischer
Basis Abwesenheit aller Akkumulation oder Reproduktion auf erweiterter
Stufenleiter eine befremdliche Annahme ist, andrerseits die Verhältnisse
worin producirt wird, nicht absolut gleichbleiben (und dies ist vorausge-
setzt) in verschiednen Jahren. Die Voraussetzung ist, dass ein gesell-
schaftliches Kapital von gegebnem Werth, wie im vorigen Jahr so in
diesem, dieselbe Masse Waarenwerthe wieder liefert, und dasselbe Quantum
Bedürfnisse befriedigt, obgleich die Formen der Waaren sich im Repro-
duktionsprocess ändern mögen. Indess, soweit Akkumulation stattfindet,
bildet die einfache Reproduktion stets einen Theil derselben, kann also
für sich betrachtet werden, und ist ein realer Faktor der Akkumulation.
Der Werth des jährlichen Produkts kann abnehmen, obgleich die Masse
der Gebrauchswerthe gleichbleibt; der Werth kann derselbe bleiben, ob-
gleich die Masse der Gebrauchswerthe abnimmt; Werthmasse und Masse
der reproducirten Gebrauchswerthe können gleichzeitig abnehmen. Alles
dies kömmt darauf hinaus, dass die Reproduktion entweder unter günstigern
Umständen als vorher stattfindet, oder unter erschwerenden, welche letztre
in eine unvollkommne Reproduktion — mangelhafte — resultiren können.
Alles dies kann nur die quantitative Seite der verschiednen Elemente der
Reproduktion berühren, nicht aber die Rolle, die sie als reproducirendes
Kapital oder als reproducirte Revenue in dem Gesammtprocess spielen.



II. Die zwei Abtheilungen der gesellschaftlichen
Produktion.
44)

Das Gesammtprodukt, also auch die Gesammtproduktion, der Gesell-
schaft zerfällt in zwei große Abtheilungen:


43) Aus Manuskript VIII.
44) Im Wesentlichen aus Manuskript II. Das Schema aus Manuskript VIII.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0423" n="389"/>
Arbeiterklasse bildet eine Bewegung innerhalb des Produktenwerths selbst,<lb/>
worin das Gesammtkapital resultirt hat; und diese Bewegung ist nicht<lb/>
nur Werthersatz, sondern Stoffersatz, und ist daher ebensosehr bedingt<lb/>
durch das gegenseitige Verhältniss der Werthbestandtheile des gesellschaft-<lb/>
lichen Produkts, wie durch ihren Gebrauchswerth, ihre stoffliche Gestalt.</p><lb/>
              <p>Die<note place="foot" n="43)">Aus Manuskript VIII.</note> einfache Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter er-<lb/>
scheint insoweit als eine Abstraktion, als einerseits auf kapitalistischer<lb/>
Basis Abwesenheit aller Akkumulation oder Reproduktion auf erweiterter<lb/>
Stufenleiter eine befremdliche Annahme ist, andrerseits die Verhältnisse<lb/>
worin producirt wird, nicht absolut gleichbleiben (und dies ist vorausge-<lb/>
setzt) in verschiednen Jahren. Die Voraussetzung ist, dass ein gesell-<lb/>
schaftliches Kapital von gegebnem Werth, wie im vorigen Jahr so in<lb/>
diesem, dieselbe Masse Waarenwerthe wieder liefert, und dasselbe Quantum<lb/>
Bedürfnisse befriedigt, obgleich die Formen der Waaren sich im Repro-<lb/>
duktionsprocess ändern mögen. Indess, soweit Akkumulation stattfindet,<lb/>
bildet die einfache Reproduktion stets einen Theil derselben, kann also<lb/>
für sich betrachtet werden, und ist ein realer Faktor der Akkumulation.<lb/>
Der Werth des jährlichen Produkts kann abnehmen, obgleich die Masse<lb/>
der Gebrauchswerthe gleichbleibt; der Werth kann derselbe bleiben, ob-<lb/>
gleich die Masse der Gebrauchswerthe abnimmt; Werthmasse und Masse<lb/>
der reproducirten Gebrauchswerthe können gleichzeitig abnehmen. Alles<lb/>
dies kömmt darauf hinaus, dass die Reproduktion entweder unter günstigern<lb/>
Umständen als vorher stattfindet, oder unter erschwerenden, welche letztre<lb/>
in eine unvollkommne Reproduktion &#x2014; mangelhafte &#x2014; resultiren können.<lb/>
Alles dies kann nur die quantitative Seite der verschiednen Elemente der<lb/>
Reproduktion berühren, nicht aber die Rolle, die sie als reproducirendes<lb/>
Kapital oder als reproducirte Revenue in dem Gesammtprocess spielen.</p>
            </div><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b">II. Die zwei Abtheilungen der gesellschaftlichen<lb/>
Produktion.</hi> <note place="foot" n="44)">Im Wesentlichen aus Manuskript II. Das Schema aus Manuskript VIII.</note>
              </head><lb/>
              <p>Das Gesammtprodukt, also auch die Gesammtproduktion, der Gesell-<lb/>
schaft zerfällt in zwei große Abtheilungen:</p><lb/>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[389/0423] Arbeiterklasse bildet eine Bewegung innerhalb des Produktenwerths selbst, worin das Gesammtkapital resultirt hat; und diese Bewegung ist nicht nur Werthersatz, sondern Stoffersatz, und ist daher ebensosehr bedingt durch das gegenseitige Verhältniss der Werthbestandtheile des gesellschaft- lichen Produkts, wie durch ihren Gebrauchswerth, ihre stoffliche Gestalt. Die 43) einfache Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter er- scheint insoweit als eine Abstraktion, als einerseits auf kapitalistischer Basis Abwesenheit aller Akkumulation oder Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter eine befremdliche Annahme ist, andrerseits die Verhältnisse worin producirt wird, nicht absolut gleichbleiben (und dies ist vorausge- setzt) in verschiednen Jahren. Die Voraussetzung ist, dass ein gesell- schaftliches Kapital von gegebnem Werth, wie im vorigen Jahr so in diesem, dieselbe Masse Waarenwerthe wieder liefert, und dasselbe Quantum Bedürfnisse befriedigt, obgleich die Formen der Waaren sich im Repro- duktionsprocess ändern mögen. Indess, soweit Akkumulation stattfindet, bildet die einfache Reproduktion stets einen Theil derselben, kann also für sich betrachtet werden, und ist ein realer Faktor der Akkumulation. Der Werth des jährlichen Produkts kann abnehmen, obgleich die Masse der Gebrauchswerthe gleichbleibt; der Werth kann derselbe bleiben, ob- gleich die Masse der Gebrauchswerthe abnimmt; Werthmasse und Masse der reproducirten Gebrauchswerthe können gleichzeitig abnehmen. Alles dies kömmt darauf hinaus, dass die Reproduktion entweder unter günstigern Umständen als vorher stattfindet, oder unter erschwerenden, welche letztre in eine unvollkommne Reproduktion — mangelhafte — resultiren können. Alles dies kann nur die quantitative Seite der verschiednen Elemente der Reproduktion berühren, nicht aber die Rolle, die sie als reproducirendes Kapital oder als reproducirte Revenue in dem Gesammtprocess spielen. II. Die zwei Abtheilungen der gesellschaftlichen Produktion. 44) Das Gesammtprodukt, also auch die Gesammtproduktion, der Gesell- schaft zerfällt in zwei große Abtheilungen: 43) Aus Manuskript VIII. 44) Im Wesentlichen aus Manuskript II. Das Schema aus Manuskript VIII.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital02_1885
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital02_1885/423
Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885, S. 389. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital02_1885/423>, abgerufen am 21.04.2019.