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Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion. Kapitel I bis XXVIII. Hamburg, 1894.

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d. h. wie die procentig aufs Gesammtkapital berechneten Mehr-
werthsmassen.10)


Viertes Kapitel.
Wirkung des Umschlags auf die Profitrate.

[Die Wirkung des Umschlags auf die Produktion von Mehrwerth,
also auch von Profit, ist im zweiten Buch erörtert worden. Sie
lässt sich kurz dahin zusammenfassen, dass in Folge der für den
Umschlag erforderlichen Zeitdauer nicht das ganze Kapital gleich-
zeitig in der Produktion verwendet werden kann; dass also ein
Theil des Kapitals fortwährend brach liegt, sei es in der Form
von Geldkapital, von vorräthigen Rohstoffen, von fertigem, aber
noch unverkauftem Waarenkapital, oder von noch nicht fälligen
Schuldforderungen; dass das in der aktiven Produktion, also bei
der Erzeugung und Aneignung von Mehrwerth thätige Kapital
fortwährend um diesen Theil verkürzt, und der erzeugte und an-
geeignete Mehrwerth fortwährend im selben Verhältniss verringert
wird. Je kürzer die Umschlagszeit, desto kleiner wird dieser brach-
liegende Theil des Kapitals, verglichen mit dem Ganzen; desto
grösser wird also auch, bei sonst gleichbleibenden Umständen, der
angeeignete Mehrwerth.

Es ist bereits im zweiten Buch im einzelnen entwickelt, wie die
Verkürzung der Umschlagszeit, oder eines ihrer beiden Abschnitte,
der Produktionszeit und der Cirkulationszeit, die Masse des produ-
cirten Mehrwerths steigert. Da aber die Profitrate nur das Ver-
hältniss der producirten Masse von Mehrwerth zu dem in ihrer
Produktion engagirten Gesammtkapital ausdrückt, so ist es augen-
scheinlich, dass jede solche Verkürzung die Profitrate steigert.
Was vorher im zweiten Abschnitt des zweiten Buchs mit Bezug
auf den Mehrwerth entwickelt, gilt ebensosehr für den Profit und
die Profitrate, und bedarf keiner Wiederholung hier. Nur ein
paar Hauptmomente wollen wir hervorheben.


10) In dem Ms. finden sich noch sehr ausführliche Berechnungen über die
Differenz zwischen Mehrwerthsrate und Profitrate (m' -- p'), die allerhand
interessante Eigenthümlichkeiten besitzt und deren Bewegung die Fälle an-
zeigt, wo die beiden Raten sich von einander entfernen oder sich einander
nähern. Diese Bewegungen lassen sich auch in Kurven darstellen. Ich
verzichte auf Wiedergabe dieses Materials, da es für die nächsten Zwecke
dieses Buchs weniger wichtig ist und es hier genügt, diejenigen Leser, die
diesen Punkt weiter verfolgen wollen, einfach darauf aufmerksam zu machen.
F. E.
d. h. wie die procentig aufs Gesammtkapital berechneten Mehr-
werthsmassen.10)


Viertes Kapitel.
Wirkung des Umschlags auf die Profitrate.

[Die Wirkung des Umschlags auf die Produktion von Mehrwerth,
also auch von Profit, ist im zweiten Buch erörtert worden. Sie
lässt sich kurz dahin zusammenfassen, dass in Folge der für den
Umschlag erforderlichen Zeitdauer nicht das ganze Kapital gleich-
zeitig in der Produktion verwendet werden kann; dass also ein
Theil des Kapitals fortwährend brach liegt, sei es in der Form
von Geldkapital, von vorräthigen Rohstoffen, von fertigem, aber
noch unverkauftem Waarenkapital, oder von noch nicht fälligen
Schuldforderungen; dass das in der aktiven Produktion, also bei
der Erzeugung und Aneignung von Mehrwerth thätige Kapital
fortwährend um diesen Theil verkürzt, und der erzeugte und an-
geeignete Mehrwerth fortwährend im selben Verhältniss verringert
wird. Je kürzer die Umschlagszeit, desto kleiner wird dieser brach-
liegende Theil des Kapitals, verglichen mit dem Ganzen; desto
grösser wird also auch, bei sonst gleichbleibenden Umständen, der
angeeignete Mehrwerth.

Es ist bereits im zweiten Buch im einzelnen entwickelt, wie die
Verkürzung der Umschlagszeit, oder eines ihrer beiden Abschnitte,
der Produktionszeit und der Cirkulationszeit, die Masse des produ-
cirten Mehrwerths steigert. Da aber die Profitrate nur das Ver-
hältniss der producirten Masse von Mehrwerth zu dem in ihrer
Produktion engagirten Gesammtkapital ausdrückt, so ist es augen-
scheinlich, dass jede solche Verkürzung die Profitrate steigert.
Was vorher im zweiten Abschnitt des zweiten Buchs mit Bezug
auf den Mehrwerth entwickelt, gilt ebensosehr für den Profit und
die Profitrate, und bedarf keiner Wiederholung hier. Nur ein
paar Hauptmomente wollen wir hervorheben.


10) In dem Ms. finden sich noch sehr ausführliche Berechnungen über die
Differenz zwischen Mehrwerthsrate und Profitrate (m' — p'), die allerhand
interessante Eigenthümlichkeiten besitzt und deren Bewegung die Fälle an-
zeigt, wo die beiden Raten sich von einander entfernen oder sich einander
nähern. Diese Bewegungen lassen sich auch in Kurven darstellen. Ich
verzichte auf Wiedergabe dieses Materials, da es für die nächsten Zwecke
dieses Buchs weniger wichtig ist und es hier genügt, diejenigen Leser, die
diesen Punkt weiter verfolgen wollen, einfach darauf aufmerksam zu machen.
F. E.
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[44/0078] d. h. wie die procentig aufs Gesammtkapital berechneten Mehr- werthsmassen. 10) Viertes Kapitel. Wirkung des Umschlags auf die Profitrate. [Die Wirkung des Umschlags auf die Produktion von Mehrwerth, also auch von Profit, ist im zweiten Buch erörtert worden. Sie lässt sich kurz dahin zusammenfassen, dass in Folge der für den Umschlag erforderlichen Zeitdauer nicht das ganze Kapital gleich- zeitig in der Produktion verwendet werden kann; dass also ein Theil des Kapitals fortwährend brach liegt, sei es in der Form von Geldkapital, von vorräthigen Rohstoffen, von fertigem, aber noch unverkauftem Waarenkapital, oder von noch nicht fälligen Schuldforderungen; dass das in der aktiven Produktion, also bei der Erzeugung und Aneignung von Mehrwerth thätige Kapital fortwährend um diesen Theil verkürzt, und der erzeugte und an- geeignete Mehrwerth fortwährend im selben Verhältniss verringert wird. Je kürzer die Umschlagszeit, desto kleiner wird dieser brach- liegende Theil des Kapitals, verglichen mit dem Ganzen; desto grösser wird also auch, bei sonst gleichbleibenden Umständen, der angeeignete Mehrwerth. Es ist bereits im zweiten Buch im einzelnen entwickelt, wie die Verkürzung der Umschlagszeit, oder eines ihrer beiden Abschnitte, der Produktionszeit und der Cirkulationszeit, die Masse des produ- cirten Mehrwerths steigert. Da aber die Profitrate nur das Ver- hältniss der producirten Masse von Mehrwerth zu dem in ihrer Produktion engagirten Gesammtkapital ausdrückt, so ist es augen- scheinlich, dass jede solche Verkürzung die Profitrate steigert. Was vorher im zweiten Abschnitt des zweiten Buchs mit Bezug auf den Mehrwerth entwickelt, gilt ebensosehr für den Profit und die Profitrate, und bedarf keiner Wiederholung hier. Nur ein paar Hauptmomente wollen wir hervorheben. 10) In dem Ms. finden sich noch sehr ausführliche Berechnungen über die Differenz zwischen Mehrwerthsrate und Profitrate (m' — p'), die allerhand interessante Eigenthümlichkeiten besitzt und deren Bewegung die Fälle an- zeigt, wo die beiden Raten sich von einander entfernen oder sich einander nähern. Diese Bewegungen lassen sich auch in Kurven darstellen. Ich verzichte auf Wiedergabe dieses Materials, da es für die nächsten Zwecke dieses Buchs weniger wichtig ist und es hier genügt, diejenigen Leser, die diesen Punkt weiter verfolgen wollen, einfach darauf aufmerksam zu machen. F. E.

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Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion. Kapitel I bis XXVIII. Hamburg, 1894, S. 44. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0301_1894/78>, abgerufen am 22.04.2019.