Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess d. Kapitalist. Produktion. Kapitel XXIX-LII. Hamburg, 1894.

Bild:
<< vorherige Seite

Qualität gemacht worden, so wäre die Masse des Rentals gewachsen
und, wie früher gezeigt, auch die Durchschnittsrente der bebauten
Gesammtfläche, aber nicht die Höhe der Rente per Acre. Bei
gleichbleibendem Resultat, soweit Masse und Werth der Gesammt-
produktion und des Surplusprodukts in Betracht kommen, ent-
wickelt die Koncentration des Kapitals auf engerer Bodenfläche
die Höhe der Rente per Acre, wo unter denselben Umständen
seine Zerstreuung über eine grössre Fläche, bei sonst gleichblei-
benden Umständen, nicht diese Wirkung hervorbringt. Je mehr
sich aber die kapitalistische Produktionsweise entwickelt, desto
mehr auch die Koncentration von Kapital auf derselben Boden-
fläche, desto höher steigt also die Rente, per Acre berechnet. In
zwei Ländern daher, wo die Produktionspreise identisch, die Diffe-
renzen der Bodenarten identisch, und dieselbe Masse Kapital an-
gelegt wäre, aber in dem einen mehr in der Form successiver An-
lagen auf beschränkter Bodenfläche, in der andren mehr in der
Form koordinirter Anlagen auf breiterer Fläche, wäre die Rente
per Acre, und damit der Bodenpreis, höher in dem ersten und
niedriger im zweiten Land, obgleich die Masse der Rente in beiden
Ländern dieselbe wäre. Der Unterschied in der Höhe der Rente
wäre hier also weder aus Unterschied in der natürlichen Frucht-
barkeit der Bodenarten, nach der Menge der angewandten Arbeit,
sondern ausschliesslich aus der verschiednen Art der Kapitalanlagen
zu erklären.

Wenn wir hier von Surplusprodukt sprechen, so ist darunter
immer zu verstehn der aliquote Theil des Produkts, worin sich
der Surplusprofit darstellt. Sonst verstehn wir unter Mehrprodukt
oder Surplusprodukt den Produktentheil, worin sich der Gesammt-
mehrwerth, oder auch in einzelnen Fällen denjenigen, worin sich
der Durchschnittsprofit darstellt. Die specifische Bedeutung, die
das Wort beim Rente tragenden Kapital erhält, gibt, wie früher
gezeigt, zu Missverständnissen Anlass.



Zweiundvierzigstes Kapitel.
Die Differentialrente II. -- Zweiter Fall: Fallender
Produktionspreis.

Der Produktionspreis kann fallen, wenn die zusätzlichen Anlagen
von Kapital stattfinden mit gleichbleibender, fallender oder stei-
gender Rate der Produktivität.


Qualität gemacht worden, so wäre die Masse des Rentals gewachsen
und, wie früher gezeigt, auch die Durchschnittsrente der bebauten
Gesammtfläche, aber nicht die Höhe der Rente per Acre. Bei
gleichbleibendem Resultat, soweit Masse und Werth der Gesammt-
produktion und des Surplusprodukts in Betracht kommen, ent-
wickelt die Koncentration des Kapitals auf engerer Bodenfläche
die Höhe der Rente per Acre, wo unter denselben Umständen
seine Zerstreuung über eine grössre Fläche, bei sonst gleichblei-
benden Umständen, nicht diese Wirkung hervorbringt. Je mehr
sich aber die kapitalistische Produktionsweise entwickelt, desto
mehr auch die Koncentration von Kapital auf derselben Boden-
fläche, desto höher steigt also die Rente, per Acre berechnet. In
zwei Ländern daher, wo die Produktionspreise identisch, die Diffe-
renzen der Bodenarten identisch, und dieselbe Masse Kapital an-
gelegt wäre, aber in dem einen mehr in der Form successiver An-
lagen auf beschränkter Bodenfläche, in der andren mehr in der
Form koordinirter Anlagen auf breiterer Fläche, wäre die Rente
per Acre, und damit der Bodenpreis, höher in dem ersten und
niedriger im zweiten Land, obgleich die Masse der Rente in beiden
Ländern dieselbe wäre. Der Unterschied in der Höhe der Rente
wäre hier also weder aus Unterschied in der natürlichen Frucht-
barkeit der Bodenarten, nach der Menge der angewandten Arbeit,
sondern ausschliesslich aus der verschiednen Art der Kapitalanlagen
zu erklären.

Wenn wir hier von Surplusprodukt sprechen, so ist darunter
immer zu verstehn der aliquote Theil des Produkts, worin sich
der Surplusprofit darstellt. Sonst verstehn wir unter Mehrprodukt
oder Surplusprodukt den Produktentheil, worin sich der Gesammt-
mehrwerth, oder auch in einzelnen Fällen denjenigen, worin sich
der Durchschnittsprofit darstellt. Die specifische Bedeutung, die
das Wort beim Rente tragenden Kapital erhält, gibt, wie früher
gezeigt, zu Missverständnissen Anlass.



Zweiundvierzigstes Kapitel.
Die Differentialrente II. — Zweiter Fall: Fallender
Produktionspreis.

Der Produktionspreis kann fallen, wenn die zusätzlichen Anlagen
von Kapital stattfinden mit gleichbleibender, fallender oder stei-
gender Rate der Produktivität.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0240" n="231"/>
Qualität gemacht worden, so wäre die Masse des Rentals gewachsen<lb/>
und, wie früher gezeigt, auch die Durchschnittsrente der bebauten<lb/>
Gesammtfläche, aber nicht die Höhe der Rente per Acre. Bei<lb/>
gleichbleibendem Resultat, soweit Masse und Werth der Gesammt-<lb/>
produktion und des Surplusprodukts in Betracht kommen, ent-<lb/>
wickelt die Koncentration des Kapitals auf engerer Bodenfläche<lb/>
die Höhe der Rente per Acre, wo unter denselben Umständen<lb/>
seine Zerstreuung über eine grössre Fläche, bei sonst gleichblei-<lb/>
benden Umständen, nicht diese Wirkung hervorbringt. Je mehr<lb/>
sich aber die kapitalistische Produktionsweise entwickelt, desto<lb/>
mehr auch die Koncentration von Kapital auf derselben Boden-<lb/>
fläche, desto höher steigt also die Rente, per Acre berechnet. In<lb/>
zwei Ländern daher, wo die Produktionspreise identisch, die Diffe-<lb/>
renzen der Bodenarten identisch, und dieselbe Masse Kapital an-<lb/>
gelegt wäre, aber in dem einen mehr in der Form successiver An-<lb/>
lagen auf beschränkter Bodenfläche, in der andren mehr in der<lb/>
Form koordinirter Anlagen auf breiterer Fläche, wäre die Rente<lb/>
per Acre, und damit der Bodenpreis, höher in dem ersten und<lb/>
niedriger im zweiten Land, obgleich die Masse der Rente in beiden<lb/>
Ländern dieselbe wäre. Der Unterschied in der Höhe der Rente<lb/>
wäre hier also weder aus Unterschied in der natürlichen Frucht-<lb/>
barkeit der Bodenarten, nach der Menge der angewandten Arbeit,<lb/>
sondern ausschliesslich aus der verschiednen Art der Kapitalanlagen<lb/>
zu erklären.</p><lb/>
            <p>Wenn wir hier von Surplusprodukt sprechen, so ist darunter<lb/>
immer zu verstehn der aliquote Theil des Produkts, worin sich<lb/>
der Surplusprofit darstellt. Sonst verstehn wir unter Mehrprodukt<lb/>
oder Surplusprodukt den Produktentheil, worin sich der Gesammt-<lb/>
mehrwerth, oder auch in einzelnen Fällen denjenigen, worin sich<lb/>
der Durchschnittsprofit darstellt. Die specifische Bedeutung, die<lb/>
das Wort beim Rente tragenden Kapital erhält, gibt, wie früher<lb/>
gezeigt, zu Missverständnissen Anlass.</p>
          </div><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <div n="3">
            <head><hi rendition="#g">Zweiundvierzigstes Kapitel</hi>.<lb/><hi rendition="#b">Die Differentialrente II. &#x2014; Zweiter Fall: Fallender<lb/>
Produktionspreis.</hi></head><lb/>
            <p>Der Produktionspreis kann fallen, wenn die zusätzlichen Anlagen<lb/>
von Kapital stattfinden mit gleichbleibender, fallender oder stei-<lb/>
gender Rate der Produktivität.</p><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[231/0240] Qualität gemacht worden, so wäre die Masse des Rentals gewachsen und, wie früher gezeigt, auch die Durchschnittsrente der bebauten Gesammtfläche, aber nicht die Höhe der Rente per Acre. Bei gleichbleibendem Resultat, soweit Masse und Werth der Gesammt- produktion und des Surplusprodukts in Betracht kommen, ent- wickelt die Koncentration des Kapitals auf engerer Bodenfläche die Höhe der Rente per Acre, wo unter denselben Umständen seine Zerstreuung über eine grössre Fläche, bei sonst gleichblei- benden Umständen, nicht diese Wirkung hervorbringt. Je mehr sich aber die kapitalistische Produktionsweise entwickelt, desto mehr auch die Koncentration von Kapital auf derselben Boden- fläche, desto höher steigt also die Rente, per Acre berechnet. In zwei Ländern daher, wo die Produktionspreise identisch, die Diffe- renzen der Bodenarten identisch, und dieselbe Masse Kapital an- gelegt wäre, aber in dem einen mehr in der Form successiver An- lagen auf beschränkter Bodenfläche, in der andren mehr in der Form koordinirter Anlagen auf breiterer Fläche, wäre die Rente per Acre, und damit der Bodenpreis, höher in dem ersten und niedriger im zweiten Land, obgleich die Masse der Rente in beiden Ländern dieselbe wäre. Der Unterschied in der Höhe der Rente wäre hier also weder aus Unterschied in der natürlichen Frucht- barkeit der Bodenarten, nach der Menge der angewandten Arbeit, sondern ausschliesslich aus der verschiednen Art der Kapitalanlagen zu erklären. Wenn wir hier von Surplusprodukt sprechen, so ist darunter immer zu verstehn der aliquote Theil des Produkts, worin sich der Surplusprofit darstellt. Sonst verstehn wir unter Mehrprodukt oder Surplusprodukt den Produktentheil, worin sich der Gesammt- mehrwerth, oder auch in einzelnen Fällen denjenigen, worin sich der Durchschnittsprofit darstellt. Die specifische Bedeutung, die das Wort beim Rente tragenden Kapital erhält, gibt, wie früher gezeigt, zu Missverständnissen Anlass. Zweiundvierzigstes Kapitel. Die Differentialrente II. — Zweiter Fall: Fallender Produktionspreis. Der Produktionspreis kann fallen, wenn die zusätzlichen Anlagen von Kapital stattfinden mit gleichbleibender, fallender oder stei- gender Rate der Produktivität.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894/240
Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess d. Kapitalist. Produktion. Kapitel XXIX-LII. Hamburg, 1894, S. 231. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894/240>, abgerufen am 25.04.2019.