Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess d. Kapitalist. Produktion. Kapitel XXIX-LII. Hamburg, 1894.

Bild:
<< vorherige Seite

ciellen Kapitalisten aus als Akkumulation von Leihkapital. Und
dies gilt von allen Revenuen, soweit sie nach und nach verzehrt
werden, also von Grundrente, Arbeitslohn in seinen höhern Formen,
Einnahme der unproduktiven Klassen etc. Sie alle nehmen für
eine gewisse Zeit die Form der Geldrevenue an, und sind daher
verwandelbar in Depositen und damit in Leihkapital. Es gilt von
aller Revenue, ob zur Konsumtion oder zur Akkumulation bestimmt,
sobald sie in irgend welcher Geldform existirt, dass sie ein in
Geld verwandelter Werththeil des Waarenkapitals ist, und daher Aus-
druck und Resultat der wirklichen Akkumulation, aber nicht das
produktive Kapital selbst. Wenn ein Spinner sein Garn ausge-
tauscht hat gegen Baumwolle, den Theil aber, der Revenue bildet,
gegen Geld, so ist das wirkliche Dasein seines industriellen Kapitals
das Garn, das in die Hand des Webers oder auch etwa des Privat-
konsumenten übergegangen, und zwar ist das Garn das Dasein --
sei es für Reproduktion, sei es für Konsumtion -- sowohl des
Kapitalwerths wie des Mehrwerths, der in ihm steckt. Die Grösse
des in Geld verwandelten Mehrwerths hängt ab von der Grösse
des im Garn steckenden Mehrwerths. Sobald es aber in Geld
verwandelt, ist dies Geld nur das Werthdasein dieses Mehrwerths.
Und als solches wird es Moment des Leihkapitals. Dazu ist nichts
nöthig, als dass es sich in Depositum verwandelt, wenn nicht schon
durch seinen Eigner selbst ausgeliehn. Um in produktives Kapital
rückverwandelt zu werden, muss es dagegen schon eine bestimmte
Minimalgrenze erreicht haben.



Zweiunddreissigstes Kapitel.
Geldkapital und wirkliches Kapital. III.

(Schluss.)

Die Masse des so in Kapital rückzuverwandelnden Geldes ist
Resultat des massenhaften Reproduktionsprocesses, aber für sich
betrachtet, als leihbares Geldkapital, ist sie nicht selbst Masse von
reproduktivem Kapital.

Das Wichtigste von dem bisher Entwickelten ist, dass die Aus-
dehnung des Theils der Revenue, der zur Konsumtion bestimmt
ist (wobei vom Arbeiter abgesehn wird, weil seine Revenue = dem
variablen Kapital), zunächst als Akkumulation von Geldkapital sich
darstellt. Es geht also ein Moment in die Akkumulation des
Geldkapitals ein, das wesentlich verschieden ist von der wirklichen

ciellen Kapitalisten aus als Akkumulation von Leihkapital. Und
dies gilt von allen Revenuen, soweit sie nach und nach verzehrt
werden, also von Grundrente, Arbeitslohn in seinen höhern Formen,
Einnahme der unproduktiven Klassen etc. Sie alle nehmen für
eine gewisse Zeit die Form der Geldrevenue an, und sind daher
verwandelbar in Depositen und damit in Leihkapital. Es gilt von
aller Revenue, ob zur Konsumtion oder zur Akkumulation bestimmt,
sobald sie in irgend welcher Geldform existirt, dass sie ein in
Geld verwandelter Werththeil des Waarenkapitals ist, und daher Aus-
druck und Resultat der wirklichen Akkumulation, aber nicht das
produktive Kapital selbst. Wenn ein Spinner sein Garn ausge-
tauscht hat gegen Baumwolle, den Theil aber, der Revenue bildet,
gegen Geld, so ist das wirkliche Dasein seines industriellen Kapitals
das Garn, das in die Hand des Webers oder auch etwa des Privat-
konsumenten übergegangen, und zwar ist das Garn das Dasein —
sei es für Reproduktion, sei es für Konsumtion — sowohl des
Kapitalwerths wie des Mehrwerths, der in ihm steckt. Die Grösse
des in Geld verwandelten Mehrwerths hängt ab von der Grösse
des im Garn steckenden Mehrwerths. Sobald es aber in Geld
verwandelt, ist dies Geld nur das Werthdasein dieses Mehrwerths.
Und als solches wird es Moment des Leihkapitals. Dazu ist nichts
nöthig, als dass es sich in Depositum verwandelt, wenn nicht schon
durch seinen Eigner selbst ausgeliehn. Um in produktives Kapital
rückverwandelt zu werden, muss es dagegen schon eine bestimmte
Minimalgrenze erreicht haben.



Zweiunddreissigstes Kapitel.
Geldkapital und wirkliches Kapital. III.

(Schluss.)

Die Masse des so in Kapital rückzuverwandelnden Geldes ist
Resultat des massenhaften Reproduktionsprocesses, aber für sich
betrachtet, als leihbares Geldkapital, ist sie nicht selbst Masse von
reproduktivem Kapital.

Das Wichtigste von dem bisher Entwickelten ist, dass die Aus-
dehnung des Theils der Revenue, der zur Konsumtion bestimmt
ist (wobei vom Arbeiter abgesehn wird, weil seine Revenue = dem
variablen Kapital), zunächst als Akkumulation von Geldkapital sich
darstellt. Es geht also ein Moment in die Akkumulation des
Geldkapitals ein, das wesentlich verschieden ist von der wirklichen

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0051" n="42"/>
ciellen Kapitalisten aus als Akkumulation von Leihkapital. Und<lb/>
dies gilt von allen Revenuen, soweit sie nach und nach verzehrt<lb/>
werden, also von Grundrente, Arbeitslohn in seinen höhern Formen,<lb/>
Einnahme der unproduktiven Klassen etc. Sie alle nehmen für<lb/>
eine gewisse Zeit die Form der Geldrevenue an, und sind daher<lb/>
verwandelbar in Depositen und damit in Leihkapital. Es gilt von<lb/>
aller Revenue, ob zur Konsumtion oder zur Akkumulation bestimmt,<lb/>
sobald sie in irgend welcher Geldform existirt, dass sie ein in<lb/>
Geld verwandelter Werththeil des Waarenkapitals ist, und daher Aus-<lb/>
druck und Resultat der wirklichen Akkumulation, aber nicht das<lb/>
produktive Kapital selbst. Wenn ein Spinner sein Garn ausge-<lb/>
tauscht hat gegen Baumwolle, den Theil aber, der Revenue bildet,<lb/>
gegen Geld, so ist das wirkliche Dasein seines industriellen Kapitals<lb/>
das Garn, das in die Hand des Webers oder auch etwa des Privat-<lb/>
konsumenten übergegangen, und zwar ist das Garn das Dasein &#x2014;<lb/>
sei es für Reproduktion, sei es für Konsumtion &#x2014; sowohl des<lb/>
Kapitalwerths wie des Mehrwerths, der in ihm steckt. Die Grösse<lb/>
des in Geld verwandelten Mehrwerths hängt ab von der Grösse<lb/>
des im Garn steckenden Mehrwerths. Sobald es aber in Geld<lb/>
verwandelt, ist dies Geld nur das Werthdasein dieses Mehrwerths.<lb/>
Und als solches wird es Moment des Leihkapitals. Dazu ist nichts<lb/>
nöthig, als dass es sich in Depositum verwandelt, wenn nicht schon<lb/>
durch seinen Eigner selbst ausgeliehn. Um in produktives Kapital<lb/>
rückverwandelt zu werden, muss es dagegen schon eine bestimmte<lb/>
Minimalgrenze erreicht haben.</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <div n="3">
            <head><hi rendition="#g">Zweiunddreissigstes Kapitel</hi>.<lb/><hi rendition="#b">Geldkapital und wirkliches Kapital. III.</hi></head><lb/>
            <p> <hi rendition="#c">(Schluss.)</hi> </p><lb/>
            <p>Die Masse des so in Kapital rückzuverwandelnden Geldes ist<lb/>
Resultat des massenhaften Reproduktionsprocesses, aber für sich<lb/>
betrachtet, als leihbares Geldkapital, ist sie nicht selbst Masse von<lb/>
reproduktivem Kapital.</p><lb/>
            <p>Das Wichtigste von dem bisher Entwickelten ist, dass die Aus-<lb/>
dehnung des Theils der Revenue, der zur Konsumtion bestimmt<lb/>
ist (wobei vom Arbeiter abgesehn wird, weil seine Revenue = dem<lb/>
variablen Kapital), zunächst als Akkumulation von Geldkapital sich<lb/>
darstellt. Es geht also ein Moment in die Akkumulation des<lb/>
Geldkapitals ein, das wesentlich verschieden ist von der wirklichen<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[42/0051] ciellen Kapitalisten aus als Akkumulation von Leihkapital. Und dies gilt von allen Revenuen, soweit sie nach und nach verzehrt werden, also von Grundrente, Arbeitslohn in seinen höhern Formen, Einnahme der unproduktiven Klassen etc. Sie alle nehmen für eine gewisse Zeit die Form der Geldrevenue an, und sind daher verwandelbar in Depositen und damit in Leihkapital. Es gilt von aller Revenue, ob zur Konsumtion oder zur Akkumulation bestimmt, sobald sie in irgend welcher Geldform existirt, dass sie ein in Geld verwandelter Werththeil des Waarenkapitals ist, und daher Aus- druck und Resultat der wirklichen Akkumulation, aber nicht das produktive Kapital selbst. Wenn ein Spinner sein Garn ausge- tauscht hat gegen Baumwolle, den Theil aber, der Revenue bildet, gegen Geld, so ist das wirkliche Dasein seines industriellen Kapitals das Garn, das in die Hand des Webers oder auch etwa des Privat- konsumenten übergegangen, und zwar ist das Garn das Dasein — sei es für Reproduktion, sei es für Konsumtion — sowohl des Kapitalwerths wie des Mehrwerths, der in ihm steckt. Die Grösse des in Geld verwandelten Mehrwerths hängt ab von der Grösse des im Garn steckenden Mehrwerths. Sobald es aber in Geld verwandelt, ist dies Geld nur das Werthdasein dieses Mehrwerths. Und als solches wird es Moment des Leihkapitals. Dazu ist nichts nöthig, als dass es sich in Depositum verwandelt, wenn nicht schon durch seinen Eigner selbst ausgeliehn. Um in produktives Kapital rückverwandelt zu werden, muss es dagegen schon eine bestimmte Minimalgrenze erreicht haben. Zweiunddreissigstes Kapitel. Geldkapital und wirkliches Kapital. III. (Schluss.) Die Masse des so in Kapital rückzuverwandelnden Geldes ist Resultat des massenhaften Reproduktionsprocesses, aber für sich betrachtet, als leihbares Geldkapital, ist sie nicht selbst Masse von reproduktivem Kapital. Das Wichtigste von dem bisher Entwickelten ist, dass die Aus- dehnung des Theils der Revenue, der zur Konsumtion bestimmt ist (wobei vom Arbeiter abgesehn wird, weil seine Revenue = dem variablen Kapital), zunächst als Akkumulation von Geldkapital sich darstellt. Es geht also ein Moment in die Akkumulation des Geldkapitals ein, das wesentlich verschieden ist von der wirklichen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894/51
Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess d. Kapitalist. Produktion. Kapitel XXIX-LII. Hamburg, 1894, S. 42. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894/51>, abgerufen am 23.04.2019.