Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Moritz, Karl Philipp: Götterlehre oder mythologische Dichtungen der Alten. Berlin, 1791.

Bild:
<< vorherige Seite

Troja sich die Götter sogar in das Treffen der
Menschen mit einließen, und von Sterblichen
verwundet wurden. --

Keine Benennung kömmt daher auch häufiger
in der Dichtersprache der Alten vor, als die des
Götterähnlichen oder des Göttergleichen, wo-
mit die Helden der Vorzeit gerühmt und der Adel
der Menschheit gepriesen wird.

Perseus, Kadmus, Herkules, Theseus,
Jason
sind die berühmtesten Heldennahmen. --
Die Geschichte des Perseus hüllt sich am meisten
in dunkle Fabeln ein, und tritt am weitesten in
das entfernte Alterthum der Heldenzeit zurück.

Um des Perseus irdische Abstammung zu ver-
folgen, steigen wir wieder bis zum alten Ina-
chus
hinauf, mit dessen Tochter Jo Jupiter in
Aegypten den Epaphus erzeugte. -- Die könig-
liche Tochter des Epaphus, Lybia, gebahr von
Neptuns Umarmung den Belus und Agenor. --
Belus erzeugte den Danaus und Aegyptus.

Danaus schifte nach Griechenland, um seine
Ansprüche auf das von seinem Ahnherrn Inachus
ihm angestammte Königreich Argos gegen den
Gelanor, der damals diese Gegend beherrschte,
zu behaupten.

Das Volk sollte den Ausspruch thun, und
während es noch unschlüssig war, fiel ein Wolf in

Troja ſich die Goͤtter ſogar in das Treffen der
Menſchen mit einließen, und von Sterblichen
verwundet wurden. —

Keine Benennung koͤmmt daher auch haͤufiger
in der Dichterſprache der Alten vor, als die des
Goͤtteraͤhnlichen oder des Goͤttergleichen, wo-
mit die Helden der Vorzeit geruͤhmt und der Adel
der Menſchheit geprieſen wird.

Perſeus, Kadmus, Herkules, Theſeus,
Jaſon
ſind die beruͤhmteſten Heldennahmen. —
Die Geſchichte des Perſeus huͤllt ſich am meiſten
in dunkle Fabeln ein, und tritt am weiteſten in
das entfernte Alterthum der Heldenzeit zuruͤck.

Um des Perſeus irdiſche Abſtammung zu ver-
folgen, ſteigen wir wieder bis zum alten Ina-
chus
hinauf, mit deſſen Tochter Jo Jupiter in
Aegypten den Epaphus erzeugte. — Die koͤnig-
liche Tochter des Epaphus, Lybia, gebahr von
Neptuns Umarmung den Belus und Agenor.
Belus erzeugte den Danaus und Aegyptus.

Danaus ſchifte nach Griechenland, um ſeine
Anſpruͤche auf das von ſeinem Ahnherrn Inachus
ihm angeſtammte Koͤnigreich Argos gegen den
Gelanor, der damals dieſe Gegend beherrſchte,
zu behaupten.

Das Volk ſollte den Ausſpruch thun, und
waͤhrend es noch unſchluͤſſig war, fiel ein Wolf in

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0250" n="202"/>
Troja &#x017F;ich die Go&#x0364;tter &#x017F;ogar in das Treffen der<lb/>
Men&#x017F;chen mit einließen, und von Sterblichen<lb/>
verwundet wurden. &#x2014;</p><lb/>
        <p>Keine Benennung ko&#x0364;mmt daher auch ha&#x0364;ufiger<lb/>
in der Dichter&#x017F;prache der Alten vor, als die des<lb/><hi rendition="#fr">Go&#x0364;ttera&#x0364;hnlichen</hi> oder des <hi rendition="#fr">Go&#x0364;ttergleichen,</hi> wo-<lb/>
mit die Helden der Vorzeit geru&#x0364;hmt und der <hi rendition="#fr">Adel</hi><lb/>
der Men&#x017F;chheit geprie&#x017F;en wird.</p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Per&#x017F;eus, Kadmus, Herkules, The&#x017F;eus,<lb/>
Ja&#x017F;on</hi> &#x017F;ind die beru&#x0364;hmte&#x017F;ten Heldennahmen. &#x2014;<lb/>
Die Ge&#x017F;chichte des Per&#x017F;eus hu&#x0364;llt &#x017F;ich am mei&#x017F;ten<lb/>
in dunkle Fabeln ein, und tritt am weite&#x017F;ten in<lb/>
das entfernte Alterthum der Heldenzeit zuru&#x0364;ck.</p><lb/>
        <p>Um des Per&#x017F;eus irdi&#x017F;che Ab&#x017F;tammung zu ver-<lb/>
folgen, &#x017F;teigen wir wieder bis zum <hi rendition="#fr">alten Ina-<lb/>
chus</hi> hinauf, mit de&#x017F;&#x017F;en Tochter <hi rendition="#fr">Jo</hi> Jupiter in<lb/>
Aegypten den <hi rendition="#fr">Epaphus</hi> erzeugte. &#x2014; Die ko&#x0364;nig-<lb/>
liche Tochter des Epaphus, <hi rendition="#fr">Lybia,</hi> gebahr von<lb/>
Neptuns Umarmung den <hi rendition="#fr">Belus</hi> und <hi rendition="#fr">Agenor.</hi> &#x2014;<lb/>
Belus erzeugte den <hi rendition="#fr">Danaus</hi> und <hi rendition="#fr">Aegyptus.</hi></p><lb/>
        <p><hi rendition="#fr">Danaus</hi> &#x017F;chifte nach Griechenland, um &#x017F;eine<lb/>
An&#x017F;pru&#x0364;che auf das von &#x017F;einem Ahnherrn Inachus<lb/>
ihm ange&#x017F;tammte Ko&#x0364;nigreich Argos gegen den<lb/><hi rendition="#fr">Gelanor,</hi> der damals die&#x017F;e Gegend beherr&#x017F;chte,<lb/>
zu behaupten.</p><lb/>
        <p>Das Volk &#x017F;ollte den Aus&#x017F;pruch thun, und<lb/>
wa&#x0364;hrend es noch un&#x017F;chlu&#x0364;&#x017F;&#x017F;ig war, fiel ein Wolf in<lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[202/0250] Troja ſich die Goͤtter ſogar in das Treffen der Menſchen mit einließen, und von Sterblichen verwundet wurden. — Keine Benennung koͤmmt daher auch haͤufiger in der Dichterſprache der Alten vor, als die des Goͤtteraͤhnlichen oder des Goͤttergleichen, wo- mit die Helden der Vorzeit geruͤhmt und der Adel der Menſchheit geprieſen wird. Perſeus, Kadmus, Herkules, Theſeus, Jaſon ſind die beruͤhmteſten Heldennahmen. — Die Geſchichte des Perſeus huͤllt ſich am meiſten in dunkle Fabeln ein, und tritt am weiteſten in das entfernte Alterthum der Heldenzeit zuruͤck. Um des Perſeus irdiſche Abſtammung zu ver- folgen, ſteigen wir wieder bis zum alten Ina- chus hinauf, mit deſſen Tochter Jo Jupiter in Aegypten den Epaphus erzeugte. — Die koͤnig- liche Tochter des Epaphus, Lybia, gebahr von Neptuns Umarmung den Belus und Agenor. — Belus erzeugte den Danaus und Aegyptus. Danaus ſchifte nach Griechenland, um ſeine Anſpruͤche auf das von ſeinem Ahnherrn Inachus ihm angeſtammte Koͤnigreich Argos gegen den Gelanor, der damals dieſe Gegend beherrſchte, zu behaupten. Das Volk ſollte den Ausſpruch thun, und waͤhrend es noch unſchluͤſſig war, fiel ein Wolf in

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/moritz_goetterlehre_1791
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/moritz_goetterlehre_1791/250
Zitationshilfe: Moritz, Karl Philipp: Götterlehre oder mythologische Dichtungen der Alten. Berlin, 1791, S. 202. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moritz_goetterlehre_1791/250>, abgerufen am 26.10.2020.