Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778.

Bild:
<< vorherige Seite

5. Capitel.
Fällen etwas, entweder in natura, oder an
Geld.

§. 106.

Gesandte vom ersten Rang pflegten sonst
erst in der Stille anzukommen, sich durch Co-
pien ihres Creditivs zu legitimiren, auch wohl
eine geraume Zeit also an dem Hof, wohin sie
bestimmet waren, sich aufzuhalten, und privat-
Audienzien bey dem Souverain zu haben:

§. 107.

Alsdann aber hielten sie einen offentlichen
Einzug, wobey auch der Hof, an den sie accre-
ditiret waren, und andere fremde Gesandte vom
ersten Rang, concurrirten.

Darauf erfolgte endlich eine öffentliche Au-
dienz.

§. 108.

Nunmehro aber seynd die solenne Einzüge etc.
zwischen denen Gesandten derer christlichen
Machten abgekommen, und nur noch zwischen
Gesandten der Pforte oder gewisser Höfe an die
Pforte üblich.



Gesandtschaffts-Antritt.
§. 109.

Jezo kommen meist alle Gesandte in der Stille
an, und halten sich still, so lang als es ihnen
gefällig ist; wobey sie doch Privat-Visiten an-
nehmen und geben, auch negotiiren können.

§. 110.

5. Capitel.
Faͤllen etwas, entweder in natura, oder an
Geld.

§. 106.

Geſandte vom erſten Rang pflegten ſonſt
erſt in der Stille anzukommen, ſich durch Co-
pien ihres Creditivs zu legitimiren, auch wohl
eine geraume Zeit alſo an dem Hof, wohin ſie
beſtimmet waren, ſich aufzuhalten, und privat-
Audienzien bey dem Souverain zu haben:

§. 107.

Alsdann aber hielten ſie einen offentlichen
Einzug, wobey auch der Hof, an den ſie accre-
ditiret waren, und andere fremde Geſandte vom
erſten Rang, concurrirten.

Darauf erfolgte endlich eine oͤffentliche Au-
dienz.

§. 108.

Nunmehro aber ſeynd die ſolenne Einzuͤge ꝛc.
zwiſchen denen Geſandten derer chriſtlichen
Machten abgekommen, und nur noch zwiſchen
Geſandten der Pforte oder gewiſſer Hoͤfe an die
Pforte uͤblich.



Geſandtſchaffts-Antritt.
§. 109.

Jezo kommen meiſt alle Geſandte in der Stille
an, und halten ſich ſtill, ſo lang als es ihnen
gefaͤllig iſt; wobey ſie doch Privat-Viſiten an-
nehmen und geben, auch negotiiren koͤnnen.

§. 110.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0104" n="92"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">5. Capitel.</hi></fw><lb/>
Fa&#x0364;llen etwas, entweder <hi rendition="#aq">in natura,</hi> oder an<lb/>
Geld.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 106.</head><lb/>
            <p>Ge&#x017F;andte vom er&#x017F;ten Rang pflegten &#x017F;on&#x017F;t<lb/>
er&#x017F;t in der Stille anzukommen, &#x017F;ich durch Co-<lb/>
pien ihres Creditivs zu legitimiren, auch wohl<lb/>
eine geraume Zeit al&#x017F;o an dem Hof, wohin &#x017F;ie<lb/>
be&#x017F;timmet waren, &#x017F;ich aufzuhalten, und privat-<lb/>
Audienzien bey dem Souverain zu haben:</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 107.</head><lb/>
            <p>Alsdann aber hielten &#x017F;ie einen offentlichen<lb/>
Einzug, wobey auch der Hof, an den &#x017F;ie accre-<lb/>
ditiret waren, und andere fremde Ge&#x017F;andte vom<lb/>
er&#x017F;ten Rang, concurrirten.</p><lb/>
            <p>Darauf erfolgte endlich eine o&#x0364;ffentliche Au-<lb/>
dienz.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 108.</head><lb/>
            <p>Nunmehro aber &#x017F;eynd die &#x017F;olenne Einzu&#x0364;ge &#xA75B;c.<lb/>
zwi&#x017F;chen denen Ge&#x017F;andten derer chri&#x017F;tlichen<lb/>
Machten abgekommen, und nur noch zwi&#x017F;chen<lb/>
Ge&#x017F;andten der Pforte oder gewi&#x017F;&#x017F;er Ho&#x0364;fe an die<lb/>
Pforte u&#x0364;blich.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#fr">Ge&#x017F;andt&#x017F;chaffts-Antritt.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 109.</head><lb/>
            <p>Jezo kommen mei&#x017F;t alle Ge&#x017F;andte in der Stille<lb/>
an, und halten &#x017F;ich &#x017F;till, &#x017F;o lang als es ihnen<lb/>
gefa&#x0364;llig i&#x017F;t; wobey &#x017F;ie doch Privat-Vi&#x017F;iten an-<lb/>
nehmen und geben, auch negotiiren ko&#x0364;nnen.</p>
          </div><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">§. 110.</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[92/0104] 5. Capitel. Faͤllen etwas, entweder in natura, oder an Geld. §. 106. Geſandte vom erſten Rang pflegten ſonſt erſt in der Stille anzukommen, ſich durch Co- pien ihres Creditivs zu legitimiren, auch wohl eine geraume Zeit alſo an dem Hof, wohin ſie beſtimmet waren, ſich aufzuhalten, und privat- Audienzien bey dem Souverain zu haben: §. 107. Alsdann aber hielten ſie einen offentlichen Einzug, wobey auch der Hof, an den ſie accre- ditiret waren, und andere fremde Geſandte vom erſten Rang, concurrirten. Darauf erfolgte endlich eine oͤffentliche Au- dienz. §. 108. Nunmehro aber ſeynd die ſolenne Einzuͤge ꝛc. zwiſchen denen Geſandten derer chriſtlichen Machten abgekommen, und nur noch zwiſchen Geſandten der Pforte oder gewiſſer Hoͤfe an die Pforte uͤblich. Geſandtſchaffts-Antritt. §. 109. Jezo kommen meiſt alle Geſandte in der Stille an, und halten ſich ſtill, ſo lang als es ihnen gefaͤllig iſt; wobey ſie doch Privat-Viſiten an- nehmen und geben, auch negotiiren koͤnnen. §. 110.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/104
Zitationshilfe: Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778, S. 92. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/104>, abgerufen am 15.10.2019.