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Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778.

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5. Capitel.
§. 182.

Gemeiniglich lässet man auch fremden an
dem Ort befindlichen Personen von gleicher Re-
ligion zu, sich dises Gottesdienstes ebenfalls zu
bedienen.

§. 183.

Wegen der Landesunterthanen hingegen,
die der herrschenden Religion nicht zugethan
seynd, wird es verschidentlich gehalten; und
man ist an einerley Hof bald strenger bald ge-
linder darinn.

§. 184.

Wann ein Gesandter in seiner berechtigten
Religions-Uebung gestöhret wird, kan sein Hof
Genugthuung fordern.

*) Cölln.
§. 185.

Der Gesandte muß aber auch nicht mehr
thun, oder gestatten, als ihme gebühret.

*) Hamburg.
§. 186.

Evangelische Gesandte und ihr Gefolg kön-
nen an Catholischen Orten nicht genöthiget wer-
den, vor dem Venerabili niderzuknien:

Widrigen Falles ist es eine Beleidigung.

*) Wien; Heidelberg.

Doch thun sie wohl, wann sie, so vil es
seyn kan, ausweichen.

So auch bey Proceßionen, u. d.

Mi-
5. Capitel.
§. 182.

Gemeiniglich laͤſſet man auch fremden an
dem Ort befindlichen Perſonen von gleicher Re-
ligion zu, ſich diſes Gottesdienſtes ebenfalls zu
bedienen.

§. 183.

Wegen der Landesunterthanen hingegen,
die der herrſchenden Religion nicht zugethan
ſeynd, wird es verſchidentlich gehalten; und
man iſt an einerley Hof bald ſtrenger bald ge-
linder darinn.

§. 184.

Wann ein Geſandter in ſeiner berechtigten
Religions-Uebung geſtoͤhret wird, kan ſein Hof
Genugthuung fordern.

*) Coͤlln.
§. 185.

Der Geſandte muß aber auch nicht mehr
thun, oder geſtatten, als ihme gebuͤhret.

*) Hamburg.
§. 186.

Evangeliſche Geſandte und ihr Gefolg koͤn-
nen an Catholiſchen Orten nicht genoͤthiget wer-
den, vor dem Venerabili niderzuknien:

Widrigen Falles iſt es eine Beleidigung.

*) Wien; Heidelberg.

Doch thun ſie wohl, wann ſie, ſo vil es
ſeyn kan, ausweichen.

So auch bey Proceßionen, u. d.

Mi-
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[106/0118] 5. Capitel. §. 182. Gemeiniglich laͤſſet man auch fremden an dem Ort befindlichen Perſonen von gleicher Re- ligion zu, ſich diſes Gottesdienſtes ebenfalls zu bedienen. §. 183. Wegen der Landesunterthanen hingegen, die der herrſchenden Religion nicht zugethan ſeynd, wird es verſchidentlich gehalten; und man iſt an einerley Hof bald ſtrenger bald ge- linder darinn. §. 184. Wann ein Geſandter in ſeiner berechtigten Religions-Uebung geſtoͤhret wird, kan ſein Hof Genugthuung fordern. *⁾ Coͤlln. §. 185. Der Geſandte muß aber auch nicht mehr thun, oder geſtatten, als ihme gebuͤhret. *⁾ Hamburg. §. 186. Evangeliſche Geſandte und ihr Gefolg koͤn- nen an Catholiſchen Orten nicht genoͤthiget wer- den, vor dem Venerabili niderzuknien: Widrigen Falles iſt es eine Beleidigung. *⁾ Wien; Heidelberg. Doch thun ſie wohl, wann ſie, ſo vil es ſeyn kan, ausweichen. So auch bey Proceßionen, u. d. Mi-

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Zitationshilfe: Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778, S. 106. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/118>, abgerufen am 19.10.2019.