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Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778.

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6. Capitel.


Verlezung des Gebiets.
§. 35.

Die Verlezung des Gebiets ist, wann ein
Souverain in eines dritten Souverains Landen
oder Meeren in Fridenszeiten etwas unternimmt,
so des ersteren Gerechtsamen nachtheilig ist.

*) Ausw. St. Recht, S. 167.
§. 36.

Dises kan auf gar vilerley Weise geschehen:
Vornemlich gehören dahin folgende Stücke.

§. 37.

Gewaffneter Einfall in ein Land; eigen-
mächtiger gewaffneter Durchzug; eigenmächti-
ge Besezung der Vestungen; eigenmächtige
Einquartierung, u. s. w.

§. 38.

Eigenmächtige Verfolgung der Uebelthäter
in ein fremdes Gebiet; oder auch eigenmächtige
Abhohlung derselben, oder der Landesuntertha-
nen, oder anderer dritter Personen, daraus; zu-
malen mit grosser Gewalt.

§. 39.

Heimliche Werbungen; zumalen wo dabey
Gewalt gebraucht wird.

§. 40.

Allemal ist die Verlezung des Gebiets eine
Beleidigung; welche aber, nach Beschaffenheit
der Umstände, bald grösser bald geringer ist.

§. 41.
6. Capitel.


Verlezung des Gebiets.
§. 35.

Die Verlezung des Gebiets iſt, wann ein
Souverain in eines dritten Souverains Landen
oder Meeren in Fridenszeiten etwas unternimmt,
ſo des erſteren Gerechtſamen nachtheilig iſt.

*) Ausw. St. Recht, S. 167.
§. 36.

Diſes kan auf gar vilerley Weiſe geſchehen:
Vornemlich gehoͤren dahin folgende Stuͤcke.

§. 37.

Gewaffneter Einfall in ein Land; eigen-
maͤchtiger gewaffneter Durchzug; eigenmaͤchti-
ge Beſezung der Veſtungen; eigenmaͤchtige
Einquartierung, u. ſ. w.

§. 38.

Eigenmaͤchtige Verfolgung der Uebelthaͤter
in ein fremdes Gebiet; oder auch eigenmaͤchtige
Abhohlung derſelben, oder der Landesuntertha-
nen, oder anderer dritter Perſonen, daraus; zu-
malen mit groſſer Gewalt.

§. 39.

Heimliche Werbungen; zumalen wo dabey
Gewalt gebraucht wird.

§. 40.

Allemal iſt die Verlezung des Gebiets eine
Beleidigung; welche aber, nach Beſchaffenheit
der Umſtaͤnde, bald groͤſſer bald geringer iſt.

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[136/0148] 6. Capitel. Verlezung des Gebiets. §. 35. Die Verlezung des Gebiets iſt, wann ein Souverain in eines dritten Souverains Landen oder Meeren in Fridenszeiten etwas unternimmt, ſo des erſteren Gerechtſamen nachtheilig iſt. *⁾ Ausw. St. Recht, S. 167. §. 36. Diſes kan auf gar vilerley Weiſe geſchehen: Vornemlich gehoͤren dahin folgende Stuͤcke. §. 37. Gewaffneter Einfall in ein Land; eigen- maͤchtiger gewaffneter Durchzug; eigenmaͤchti- ge Beſezung der Veſtungen; eigenmaͤchtige Einquartierung, u. ſ. w. §. 38. Eigenmaͤchtige Verfolgung der Uebelthaͤter in ein fremdes Gebiet; oder auch eigenmaͤchtige Abhohlung derſelben, oder der Landesuntertha- nen, oder anderer dritter Perſonen, daraus; zu- malen mit groſſer Gewalt. §. 39. Heimliche Werbungen; zumalen wo dabey Gewalt gebraucht wird. §. 40. Allemal iſt die Verlezung des Gebiets eine Beleidigung; welche aber, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, bald groͤſſer bald geringer iſt. §. 41.

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Zitationshilfe: Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778, S. 136. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/148>, abgerufen am 16.10.2019.