Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778.

Bild:
<< vorherige Seite

9. Capitel.
derlich seit kurzem, immer mehrers herausneh-
men, und dem Pabst in manchem nur noch ein
Schatten seiner vorigen Gewalt übrig verbleibet.

§. 8.

So dann können Verträge hierinn mancher-
ley Ausnahmen verursachen: Welche Verträge
aber wiederum von gar verschidener Art seynd.

§. 9.

So haben, einige aus einerley Hause ab-
stammende, Souverainen gewisse Familien-
Tractaten mit einander geschlossen, daß sie in
denen darinn benahmsten Angelegenheiten ge-
meinschafftlich zu Werck gehen- und sich darinn
nach einander richten wollen.

*) Bourbon.
§. 10.

In anderen Reichen haben benachbarte
Staaten die Garantie der Grundgeseze, oder
doch einiger Stücke derselbigen, übernommen;
davon unten Cap. 16. ein mehreres vorkommen
wird.

*) Polen; Schweden; Teutschland.
§. 11.

In dergleichen Fällen nun hat ein dritter
Staat in so weit ein wahres und völliges Recht,
sich mit des anderen Staatsangelegenheiten in
gewissen Fällen zu schaffen zu machen:

Ausser deme aber kan und solle es entweder
gar nicht, oder doch nur auf eine Weise- ge-
schehen, die den anderen Staat eigentlich zu
nichts verbindet.

§. 12.

9. Capitel.
derlich ſeit kurzem, immer mehrers herausneh-
men, und dem Pabſt in manchem nur noch ein
Schatten ſeiner vorigen Gewalt uͤbrig verbleibet.

§. 8.

So dann koͤnnen Vertraͤge hierinn mancher-
ley Ausnahmen verurſachen: Welche Vertraͤge
aber wiederum von gar verſchidener Art ſeynd.

§. 9.

So haben, einige aus einerley Hauſe ab-
ſtammende, Souverainen gewiſſe Familien-
Tractaten mit einander geſchloſſen, daß ſie in
denen darinn benahmsten Angelegenheiten ge-
meinſchafftlich zu Werck gehen- und ſich darinn
nach einander richten wollen.

*) Bourbon.
§. 10.

In anderen Reichen haben benachbarte
Staaten die Garantie der Grundgeſeze, oder
doch einiger Stuͤcke derſelbigen, uͤbernommen;
davon unten Cap. 16. ein mehreres vorkommen
wird.

*) Polen; Schweden; Teutſchland.
§. 11.

In dergleichen Faͤllen nun hat ein dritter
Staat in ſo weit ein wahres und voͤlliges Recht,
ſich mit des anderen Staatsangelegenheiten in
gewiſſen Faͤllen zu ſchaffen zu machen:

Auſſer deme aber kan und ſolle es entweder
gar nicht, oder doch nur auf eine Weiſe- ge-
ſchehen, die den anderen Staat eigentlich zu
nichts verbindet.

§. 12.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0166" n="154"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">9. Capitel.</hi></fw><lb/>
derlich &#x017F;eit kurzem, immer mehrers herausneh-<lb/>
men, und dem Pab&#x017F;t in manchem nur noch ein<lb/>
Schatten &#x017F;einer vorigen Gewalt u&#x0364;brig verbleibet.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 8.</head><lb/>
            <p>So dann ko&#x0364;nnen Vertra&#x0364;ge hierinn mancher-<lb/>
ley Ausnahmen verur&#x017F;achen: Welche Vertra&#x0364;ge<lb/>
aber wiederum von gar ver&#x017F;chidener Art &#x017F;eynd.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 9.</head><lb/>
            <p>So haben, einige aus einerley Hau&#x017F;e ab-<lb/>
&#x017F;tammende, Souverainen gewi&#x017F;&#x017F;e Familien-<lb/>
Tractaten mit einander ge&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en, daß &#x017F;ie in<lb/>
denen darinn benahmsten Angelegenheiten ge-<lb/>
mein&#x017F;chafftlich zu Werck gehen- und &#x017F;ich darinn<lb/>
nach einander richten wollen.</p><lb/>
            <note place="end" n="*)">Bourbon.</note>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 10.</head><lb/>
            <p>In anderen Reichen haben benachbarte<lb/>
Staaten die Garantie der Grundge&#x017F;eze, oder<lb/>
doch einiger Stu&#x0364;cke der&#x017F;elbigen, u&#x0364;bernommen;<lb/>
davon unten <hi rendition="#fr">Cap.</hi> 16. ein mehreres vorkommen<lb/>
wird.</p><lb/>
            <note place="end" n="*)">Polen; Schweden; Teut&#x017F;chland.</note>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 11.</head><lb/>
            <p>In dergleichen Fa&#x0364;llen nun hat ein dritter<lb/>
Staat in &#x017F;o weit ein wahres und vo&#x0364;lliges Recht,<lb/>
&#x017F;ich mit des anderen Staatsangelegenheiten in<lb/>
gewi&#x017F;&#x017F;en Fa&#x0364;llen zu &#x017F;chaffen zu machen:</p><lb/>
            <p>Au&#x017F;&#x017F;er deme aber kan und &#x017F;olle es entweder<lb/>
gar nicht, oder doch nur auf eine Wei&#x017F;e- ge-<lb/>
&#x017F;chehen, die den anderen Staat eigentlich zu<lb/>
nichts verbindet.</p>
          </div><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">§. 12.</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[154/0166] 9. Capitel. derlich ſeit kurzem, immer mehrers herausneh- men, und dem Pabſt in manchem nur noch ein Schatten ſeiner vorigen Gewalt uͤbrig verbleibet. §. 8. So dann koͤnnen Vertraͤge hierinn mancher- ley Ausnahmen verurſachen: Welche Vertraͤge aber wiederum von gar verſchidener Art ſeynd. §. 9. So haben, einige aus einerley Hauſe ab- ſtammende, Souverainen gewiſſe Familien- Tractaten mit einander geſchloſſen, daß ſie in denen darinn benahmsten Angelegenheiten ge- meinſchafftlich zu Werck gehen- und ſich darinn nach einander richten wollen. *⁾ Bourbon. §. 10. In anderen Reichen haben benachbarte Staaten die Garantie der Grundgeſeze, oder doch einiger Stuͤcke derſelbigen, uͤbernommen; davon unten Cap. 16. ein mehreres vorkommen wird. *⁾ Polen; Schweden; Teutſchland. §. 11. In dergleichen Faͤllen nun hat ein dritter Staat in ſo weit ein wahres und voͤlliges Recht, ſich mit des anderen Staatsangelegenheiten in gewiſſen Faͤllen zu ſchaffen zu machen: Auſſer deme aber kan und ſolle es entweder gar nicht, oder doch nur auf eine Weiſe- ge- ſchehen, die den anderen Staat eigentlich zu nichts verbindet. §. 12.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/166
Zitationshilfe: Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778, S. 154. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/166>, abgerufen am 21.08.2018.