Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778.

Bild:
<< vorherige Seite

Von der Souverain. Person. u. Famil.
Würde beylegen, welche er wolle; nur könne
er keinen Dritten nöthigen, selbige wider Wil-
len zu erkennen.

§. 45.

Dahero unterbauen die grosse Herrn, wel-
che etwas dergleichen im Sinn haben, es ent-
weder vorher, und versicheren sich aller oder
mehrerer grosser Höfe Beyfalls; oder sie lassen
es darauf ankommen, daß und wann die übrige
sich hierzu bequemen werden; welches offt ge-
raume Zeit anstehen kan, biß man sich in Fri-
densschlüssen, oder anderen Verträgen, deß-
wegen vergleicht; biß dahin bald dise bald jene
Auskunfftsmittel getroffen werden.

*) Beyspile von Preussen und Rußland.
§. 46.

Leichter gehet es her, wann ein grosser Herr
eine Würde annimmt, die an und für sich selb-
sten nicht neu ist, sondern nur auf ein anderes
Haus oder Herrn kommt:

Es seye dann, daß derselbe, aus anderen
besonderen Gründen, einen Widerspruch erfah-
ren müsse.

*) Beyspile von Sicilien und Sardinien.


Päbstliche Prädicate.
§. 47.

Die Päbste haben von Alters her ein- oder
anderen gecrönten Häuptern von ihrer Religion
Prädicute beygelegt, z. E. Franckreich: Chri-
stianissimus;
Spanien: Catholicus &c.

§. 48.

Von der Souverain. Perſon. u. Famil.
Wuͤrde beylegen, welche er wolle; nur koͤnne
er keinen Dritten noͤthigen, ſelbige wider Wil-
len zu erkennen.

§. 45.

Dahero unterbauen die groſſe Herrn, wel-
che etwas dergleichen im Sinn haben, es ent-
weder vorher, und verſicheren ſich aller oder
mehrerer groſſer Hoͤfe Beyfalls; oder ſie laſſen
es darauf ankommen, daß und wann die uͤbrige
ſich hierzu bequemen werden; welches offt ge-
raume Zeit anſtehen kan, biß man ſich in Fri-
densſchluͤſſen, oder anderen Vertraͤgen, deß-
wegen vergleicht; biß dahin bald diſe bald jene
Auskunfftsmittel getroffen werden.

*) Beyſpile von Preuſſen und Rußland.
§. 46.

Leichter gehet es her, wann ein groſſer Herr
eine Wuͤrde annimmt, die an und fuͤr ſich ſelb-
ſten nicht neu iſt, ſondern nur auf ein anderes
Haus oder Herrn kommt:

Es ſeye dann, daß derſelbe, aus anderen
beſonderen Gruͤnden, einen Widerſpruch erfah-
ren muͤſſe.

*) Beyſpile von Sicilien und Sardinien.


Paͤbſtliche Praͤdicate.
§. 47.

Die Paͤbſte haben von Alters her ein- oder
anderen gecroͤnten Haͤuptern von ihrer Religion
Praͤdicute beygelegt, z. E. Franckreich: Chri-
ſtianiſſimus;
Spanien: Catholicus &c.

§. 48.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0055" n="43"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Von der Souverain. Per&#x017F;on. u. Famil.</hi></fw><lb/>
Wu&#x0364;rde beylegen, welche er wolle; nur ko&#x0364;nne<lb/>
er keinen Dritten no&#x0364;thigen, &#x017F;elbige wider Wil-<lb/>
len zu erkennen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 45.</head><lb/>
            <p>Dahero unterbauen die gro&#x017F;&#x017F;e Herrn, wel-<lb/>
che etwas dergleichen im Sinn haben, es ent-<lb/>
weder vorher, und ver&#x017F;icheren &#x017F;ich aller oder<lb/>
mehrerer gro&#x017F;&#x017F;er Ho&#x0364;fe Beyfalls; oder &#x017F;ie la&#x017F;&#x017F;en<lb/>
es darauf ankommen, daß und wann die u&#x0364;brige<lb/>
&#x017F;ich hierzu bequemen werden; welches offt ge-<lb/>
raume Zeit an&#x017F;tehen kan, biß man &#x017F;ich in Fri-<lb/>
dens&#x017F;chlu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en, oder anderen Vertra&#x0364;gen, deß-<lb/>
wegen vergleicht; biß dahin bald di&#x017F;e bald jene<lb/>
Auskunfftsmittel getroffen werden.</p><lb/>
            <note place="end" n="*)">Bey&#x017F;pile von Preu&#x017F;&#x017F;en und Rußland.</note>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 46.</head><lb/>
            <p>Leichter gehet es her, wann ein gro&#x017F;&#x017F;er Herr<lb/>
eine Wu&#x0364;rde annimmt, die an und fu&#x0364;r &#x017F;ich &#x017F;elb-<lb/>
&#x017F;ten nicht neu i&#x017F;t, &#x017F;ondern nur auf ein anderes<lb/>
Haus oder Herrn kommt:</p><lb/>
            <p>Es &#x017F;eye dann, daß der&#x017F;elbe, aus anderen<lb/>
be&#x017F;onderen Gru&#x0364;nden, einen Wider&#x017F;pruch erfah-<lb/>
ren mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e.</p><lb/>
            <note place="end" n="*)">Bey&#x017F;pile von Sicilien und Sardinien.</note>
          </div>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head><hi rendition="#fr">Pa&#x0364;b&#x017F;tliche Pra&#x0364;dicate</hi>.</head><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 47.</head><lb/>
            <p>Die Pa&#x0364;b&#x017F;te haben von Alters her ein- oder<lb/>
anderen gecro&#x0364;nten Ha&#x0364;uptern von ihrer Religion<lb/>
Pra&#x0364;dicute beygelegt, z. E. Franckreich: <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Chri-<lb/>
&#x017F;tiani&#x017F;&#x017F;imus;</hi></hi> Spanien: <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Catholicus &amp;c.</hi></hi></p>
          </div><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">§. 48.</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[43/0055] Von der Souverain. Perſon. u. Famil. Wuͤrde beylegen, welche er wolle; nur koͤnne er keinen Dritten noͤthigen, ſelbige wider Wil- len zu erkennen. §. 45. Dahero unterbauen die groſſe Herrn, wel- che etwas dergleichen im Sinn haben, es ent- weder vorher, und verſicheren ſich aller oder mehrerer groſſer Hoͤfe Beyfalls; oder ſie laſſen es darauf ankommen, daß und wann die uͤbrige ſich hierzu bequemen werden; welches offt ge- raume Zeit anſtehen kan, biß man ſich in Fri- densſchluͤſſen, oder anderen Vertraͤgen, deß- wegen vergleicht; biß dahin bald diſe bald jene Auskunfftsmittel getroffen werden. *⁾ Beyſpile von Preuſſen und Rußland. §. 46. Leichter gehet es her, wann ein groſſer Herr eine Wuͤrde annimmt, die an und fuͤr ſich ſelb- ſten nicht neu iſt, ſondern nur auf ein anderes Haus oder Herrn kommt: Es ſeye dann, daß derſelbe, aus anderen beſonderen Gruͤnden, einen Widerſpruch erfah- ren muͤſſe. *⁾ Beyſpile von Sicilien und Sardinien. Paͤbſtliche Praͤdicate. §. 47. Die Paͤbſte haben von Alters her ein- oder anderen gecroͤnten Haͤuptern von ihrer Religion Praͤdicute beygelegt, z. E. Franckreich: Chri- ſtianiſſimus; Spanien: Catholicus &c. §. 48.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/55
Zitationshilfe: Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778, S. 43. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/55>, abgerufen am 21.10.2019.