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Müller, Karl Otfried: Die Dorier. Vier Bücher. Bd. 2. Breslau, 1824.

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ich weiß nicht ob blos appellativisch. Das Gebirge
nördlich Koilossa (gehölt, wie alle B. dieser Gegend)
Str. 8, 381. ai para Koilossan embolai Xen. H.
4, 8, 7. ein Theil desselben Karneates, wo die Haupt-
quellen des Asopos. Die alte Araikhurea 30 St. von
Phl. am Gebirg gegen die Gränzen Sikyons, Schol.
Ap. 1, 116., etwa wo Gells Argolis Araniza hat.
Trikaranon im Gebiet von Phlius gegen Sikyon in
den Bergen, Xen. H. 7, 2, 11. vgl. Valcken. ad Ado-
niaz. p. 415 a.
Schneider zu Xen. 7, 2, 1. vielleicht
Hellenico-Castro, was nach G. 60 min. S. von den
Ruinen von Titane liegt. Auf die Wege von Phlius
nach Argos bezieht sich die Erzählung bei Thuk. 5, 58.,
die so zu fassen ist. Agis steht mit den Peloponne-
siern zu Phlius, die Argeier, um ihre Ebne zu ver-
theidigen, gehn auf der Hauptstraße Kontoporia nach
Nemea. Agis aber geht den mehr westlichen Weg,
und kommt bei Saminthos heraus, die Phliasier einen
Seitenpfad über den Berg, etwa bei Hellenon-Lithari,
die Böoter kommen zugleich die Hauptstraße von
Nemea herab, während Agis sich zurückwendend von
der Ebne aufwärts den Argeiern in den Rücken zu
fallen droht.

9.

Von Argos (Paläpolis bei Hesych) steht be-
sonders die Mauer der Larissa (Lasa, Steinburg, He-
sych), an deren SO. Ende das Theater, welches am
Markte lag (Liv. 32, 25.); die zweite Akropole (Liv. 34,
25.) scheint eine Felsenhöhe NO. von der Larissa ein-
genommen zu haben, vielleicht die Höhe Aspis (Plut.
Pyrrh. 32.), denn auch diese war okhura und duska-
khairetos; hier war ein Schild als Insigne der Stadt
aufgesteckt, von dem das Sprüchw. os ten en Argei
aspida kakhelon. Zenob. 6, 52. Plut. Prov. Alex. 44.
Suid. Fourmonts Journal beschreibt besonders weit-
läuftig unterirdische Gänge und Kammern in der La-
rissa. Die Hafenmauern von Argos (Plut. Alex. 15.)
konnten hier noch nicht angegeben werden. Die Lage
der pulai Nemeades (Hesych) ist durch den Namen
deutlich. Von den Fl. ist Charadros der südlichere,
nähere, an ihm war das Militärgericht der Argeier,

ich weiß nicht ob blos appellativiſch. Das Gebirge
noͤrdlich Κοιλῶσσα (gehoͤlt, wie alle B. dieſer Gegend)
Str. 8, 381. αἱ παρὰ Κοιλῶσσαν ἐμβολαὶ Xen. H.
4, 8, 7. ein Theil deſſelben Karneates, wo die Haupt-
quellen des Aſopos. Die alte Ἀϱαιϧυρέα 30 St. von
Phl. am Gebirg gegen die Graͤnzen Sikyons, Schol.
Ap. 1, 116., etwa wo Gells Argolis Araniza hat.
Τρικάρανον im Gebiet von Phlius gegen Sikyon in
den Bergen, Xen. H. 7, 2, 11. vgl. Valcken. ad Ado-
niaz. p. 415 a.
Schneider zu Xen. 7, 2, 1. vielleicht
Hellenico-Caſtro, was nach G. 60 min. S. von den
Ruinen von Titane liegt. Auf die Wege von Phlius
nach Argos bezieht ſich die Erzaͤhlung bei Thuk. 5, 58.,
die ſo zu faſſen iſt. Agis ſteht mit den Peloponne-
ſiern zu Phlius, die Argeier, um ihre Ebne zu ver-
theidigen, gehn auf der Hauptſtraße Kontoporia nach
Nemea. Agis aber geht den mehr weſtlichen Weg,
und kommt bei Saminthos heraus, die Phliaſier einen
Seitenpfad uͤber den Berg, etwa bei Hellenon-Lithari,
die Boͤoter kommen zugleich die Hauptſtraße von
Nemea herab, waͤhrend Agis ſich zuruͤckwendend von
der Ebne aufwaͤrts den Argeiern in den Ruͤcken zu
fallen droht.

9.

Von Ἄργος (Palaͤpolis bei Heſych) ſteht be-
ſonders die Mauer der Lariſſa (Λάσα, Steinburg, He-
ſych), an deren SO. Ende das Theater, welches am
Markte lag (Liv. 32, 25.); die zweite Akropole (Liv. 34,
25.) ſcheint eine Felſenhoͤhe NO. von der Lariſſa ein-
genommen zu haben, vielleicht die Hoͤhe Ἀσπὶς (Plut.
Pyrrh. 32.), denn auch dieſe war ὀχυρὰ und δυσκα-
ϧαίρετος; hier war ein Schild als Inſigne der Stadt
aufgeſteckt, von dem das Spruͤchw. ὡς τὴν ἐν Ἄργει
ἀσπίδα καϧελὼν. Zenob. 6, 52. Plut. Prov. Alex. 44.
Suid. Fourmonts Journal beſchreibt beſonders weit-
laͤuftig unterirdiſche Gaͤnge und Kammern in der La-
riſſa. Die Hafenmauern von Argos (Plut. Alex. 15.)
konnten hier noch nicht angegeben werden. Die Lage
der πύλαι Νεμεάδες (Heſych) iſt durch den Namen
deutlich. Von den Fl. iſt Charadros der ſuͤdlichere,
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[434/0440] ich weiß nicht ob blos appellativiſch. Das Gebirge noͤrdlich Κοιλῶσσα (gehoͤlt, wie alle B. dieſer Gegend) Str. 8, 381. αἱ παρὰ Κοιλῶσσαν ἐμβολαὶ Xen. H. 4, 8, 7. ein Theil deſſelben Karneates, wo die Haupt- quellen des Aſopos. Die alte Ἀϱαιϧυρέα 30 St. von Phl. am Gebirg gegen die Graͤnzen Sikyons, Schol. Ap. 1, 116., etwa wo Gells Argolis Araniza hat. Τρικάρανον im Gebiet von Phlius gegen Sikyon in den Bergen, Xen. H. 7, 2, 11. vgl. Valcken. ad Ado- niaz. p. 415 a. Schneider zu Xen. 7, 2, 1. vielleicht Hellenico-Caſtro, was nach G. 60 min. S. von den Ruinen von Titane liegt. Auf die Wege von Phlius nach Argos bezieht ſich die Erzaͤhlung bei Thuk. 5, 58., die ſo zu faſſen iſt. Agis ſteht mit den Peloponne- ſiern zu Phlius, die Argeier, um ihre Ebne zu ver- theidigen, gehn auf der Hauptſtraße Kontoporia nach Nemea. Agis aber geht den mehr weſtlichen Weg, und kommt bei Saminthos heraus, die Phliaſier einen Seitenpfad uͤber den Berg, etwa bei Hellenon-Lithari, die Boͤoter kommen zugleich die Hauptſtraße von Nemea herab, waͤhrend Agis ſich zuruͤckwendend von der Ebne aufwaͤrts den Argeiern in den Ruͤcken zu fallen droht. 9. Von Ἄργος (Palaͤpolis bei Heſych) ſteht be- ſonders die Mauer der Lariſſa (Λάσα, Steinburg, He- ſych), an deren SO. Ende das Theater, welches am Markte lag (Liv. 32, 25.); die zweite Akropole (Liv. 34, 25.) ſcheint eine Felſenhoͤhe NO. von der Lariſſa ein- genommen zu haben, vielleicht die Hoͤhe Ἀσπὶς (Plut. Pyrrh. 32.), denn auch dieſe war ὀχυρὰ und δυσκα- ϧαίρετος; hier war ein Schild als Inſigne der Stadt aufgeſteckt, von dem das Spruͤchw. ὡς τὴν ἐν Ἄργει ἀσπίδα καϧελὼν. Zenob. 6, 52. Plut. Prov. Alex. 44. Suid. Fourmonts Journal beſchreibt beſonders weit- laͤuftig unterirdiſche Gaͤnge und Kammern in der La- riſſa. Die Hafenmauern von Argos (Plut. Alex. 15.) konnten hier noch nicht angegeben werden. Die Lage der πύλαι Νεμεάδες (Heſych) iſt durch den Namen deutlich. Von den Fl. iſt Charadros der ſuͤdlichere, naͤhere, an ihm war das Militaͤrgericht der Argeier,

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Zitationshilfe: Müller, Karl Otfried: Die Dorier. Vier Bücher. Bd. 2. Breslau, 1824, S. 434. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/mueller_hellenische03_1824/440>, abgerufen am 19.02.2019.