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Müller, Karl Otfried: Die Dorier. Vier Bücher. Bd. 2. Breslau, 1824.

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Toup in Suid. T. 2. p. 544. Die letzte Qu. des
Alph. endlich, bei Pegä in der Megalopolitis, hat G.
1 St. 28 min. östlich von Sinano aufgefunden.

17.

In Westarkadien, von Psophis nach He-
räa am Ladon hinab, haben Paus. und G. grade die-
selbe Tour gemacht, und so lassen sich fast alle Punkte
des erstern bei dem letztern nachweisen; das Verglei-
chen der Entfernungen -- die Hauptarbeit der Karte
-- muß ich auch hier auslassen; Jedem steht frei,
Paus. in der Hand unsre Arbeit durchzugehn. Thel-
pousa
ist jetzt Katziula mit Ruinen; das Paläoca-
stro und die Tempeltrümmer von Vanina dagegen Ka-
lous oder Alous. Das Castro mit Ruinen bei Pa-
läo-Rachi kann nicht Teuthis sein, wie G. will, da
dieser Ort bei Theisoa im spätern Gebiet von Mega-
lopolis lag. Das feste Eraia ist sicher Agiani (s.
über die Stadt außer Paus. Theophr. Pflzgsch. 10, 1,
8. der mit Athen. 1, 20. Aelian V. H. 13, 6. zu
vgl. Diod. 15, 40. Dion Chrysost. Or. 1. p. 60 R.);
der Gränzfluß Teuthoa gegen Thelpusa heißt jetzt Lan-
gadia, daran liegt das pedion des Paus. Von Heräa
eine Brücke über den Alpheios, Polyb. 4, 77, 5. 78,
2. die nach dem steilgelegnen (ebd. 78, 3.) Aliphera
führte, vielleicht Nerovitza bei G.

18.

Eben so coincidiren in der Beschreibung der
Gegend am Alpheios hinauf neue Reisende mit
Paus., und die meisten Punkte sind mit ziemlicher Si-
cherheit angesetzt. Melaineai ist wahrsch. Hellenico-
Castro 1 St. ostwärts von Anaziri; und die Ruinen
eines Römischen Bads bei Kakoreos gehören zu dem-
selben Orte, welcher Reisestation war, wie man aus der
tab. Peuting. sieht. Bouphagion erkennbar in Ruinen
an der Qu. eines Flüßchens. Die Trümmer an dem
Zusammenfluß eines Flusses, des Lusios, mit dem Al-
pheios sind wahrscheinlich Raiteai. Raphthi auf den
Hügeln links scheint Maratha. Karitena bewahrt den
Namen von Gortys (s. Hesych s. v. Kortunioi), aber
hat nur wenige Spuren des Alterthums; es ist wahr-
scheinlich Brenthe. Fl. Brentheates Paus. 5, 7, 1.

Toup in Suid. T. 2. p. 544. Die letzte Qu. des
Alph. endlich, bei Pegaͤ in der Megalopolitis, hat G.
1 St. 28 min. oͤſtlich von Sinano aufgefunden.

17.

In Weſtarkadien, von Pſophis nach He-
raͤa am Ladon hinab, haben Pauſ. und G. grade die-
ſelbe Tour gemacht, und ſo laſſen ſich faſt alle Punkte
des erſtern bei dem letztern nachweiſen; das Verglei-
chen der Entfernungen — die Hauptarbeit der Karte
— muß ich auch hier auslaſſen; Jedem ſteht frei,
Pauſ. in der Hand unſre Arbeit durchzugehn. Θέλ-
πουσα
iſt jetzt Katziula mit Ruinen; das Palaͤoca-
ſtro und die Tempeltruͤmmer von Vanina dagegen Κα-
λοῦς oder Ἁλοῦς. Das Caſtro mit Ruinen bei Pa-
laͤo-Rachi kann nicht Teuthis ſein, wie G. will, da
dieſer Ort bei Theiſoa im ſpaͤtern Gebiet von Mega-
lopolis lag. Das feſte Ἡραία iſt ſicher Agiani (ſ.
uͤber die Stadt außer Pauſ. Theophr. Pflzgſch. 10, 1,
8. der mit Athen. 1, 20. Aelian V. H. 13, 6. zu
vgl. Diod. 15, 40. Dion Chryſoſt. Or. 1. p. 60 R.);
der Graͤnzfluß Teuthoa gegen Thelpuſa heißt jetzt Lan-
gadia, daran liegt das πεδίον des Pauſ. Von Heraͤa
eine Bruͤcke uͤber den Alpheios, Polyb. 4, 77, 5. 78,
2. die nach dem ſteilgelegnen (ebd. 78, 3.) Ἀλιφήρα
fuͤhrte, vielleicht Nerovitza bei G.

18.

Eben ſo coincidiren in der Beſchreibung der
Gegend am Alpheios hinauf neue Reiſende mit
Pauſ., und die meiſten Punkte ſind mit ziemlicher Si-
cherheit angeſetzt. Μελαινεαὶ iſt wahrſch. Hellenico-
Caſtro 1 St. oſtwaͤrts von Anaziri; und die Ruinen
eines Roͤmiſchen Bads bei Kakoreos gehoͤren zu dem-
ſelben Orte, welcher Reiſeſtation war, wie man aus der
tab. Peuting. ſieht. Βουφάγιον erkennbar in Ruinen
an der Qu. eines Fluͤßchens. Die Truͤmmer an dem
Zuſammenfluß eines Fluſſes, des Luſios, mit dem Al-
pheios ſind wahrſcheinlich Ῥαιτέαι. Raphthi auf den
Huͤgeln links ſcheint Μάραθα. Karitena bewahrt den
Namen von Gortys (ſ. Heſych s. v. Κορτύνιοι), aber
hat nur wenige Spuren des Alterthums; es iſt wahr-
ſcheinlich Βρένθη. Fl. Brentheates Pauſ. 5, 7, 1.

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[444/0450] Toup in Suid. T. 2. p. 544. Die letzte Qu. des Alph. endlich, bei Pegaͤ in der Megalopolitis, hat G. 1 St. 28 min. oͤſtlich von Sinano aufgefunden. 17. In Weſtarkadien, von Pſophis nach He- raͤa am Ladon hinab, haben Pauſ. und G. grade die- ſelbe Tour gemacht, und ſo laſſen ſich faſt alle Punkte des erſtern bei dem letztern nachweiſen; das Verglei- chen der Entfernungen — die Hauptarbeit der Karte — muß ich auch hier auslaſſen; Jedem ſteht frei, Pauſ. in der Hand unſre Arbeit durchzugehn. Θέλ- πουσα iſt jetzt Katziula mit Ruinen; das Palaͤoca- ſtro und die Tempeltruͤmmer von Vanina dagegen Κα- λοῦς oder Ἁλοῦς. Das Caſtro mit Ruinen bei Pa- laͤo-Rachi kann nicht Teuthis ſein, wie G. will, da dieſer Ort bei Theiſoa im ſpaͤtern Gebiet von Mega- lopolis lag. Das feſte Ἡραία iſt ſicher Agiani (ſ. uͤber die Stadt außer Pauſ. Theophr. Pflzgſch. 10, 1, 8. der mit Athen. 1, 20. Aelian V. H. 13, 6. zu vgl. Diod. 15, 40. Dion Chryſoſt. Or. 1. p. 60 R.); der Graͤnzfluß Teuthoa gegen Thelpuſa heißt jetzt Lan- gadia, daran liegt das πεδίον des Pauſ. Von Heraͤa eine Bruͤcke uͤber den Alpheios, Polyb. 4, 77, 5. 78, 2. die nach dem ſteilgelegnen (ebd. 78, 3.) Ἀλιφήρα fuͤhrte, vielleicht Nerovitza bei G. 18. Eben ſo coincidiren in der Beſchreibung der Gegend am Alpheios hinauf neue Reiſende mit Pauſ., und die meiſten Punkte ſind mit ziemlicher Si- cherheit angeſetzt. Μελαινεαὶ iſt wahrſch. Hellenico- Caſtro 1 St. oſtwaͤrts von Anaziri; und die Ruinen eines Roͤmiſchen Bads bei Kakoreos gehoͤren zu dem- ſelben Orte, welcher Reiſeſtation war, wie man aus der tab. Peuting. ſieht. Βουφάγιον erkennbar in Ruinen an der Qu. eines Fluͤßchens. Die Truͤmmer an dem Zuſammenfluß eines Fluſſes, des Luſios, mit dem Al- pheios ſind wahrſcheinlich Ῥαιτέαι. Raphthi auf den Huͤgeln links ſcheint Μάραθα. Karitena bewahrt den Namen von Gortys (ſ. Heſych s. v. Κορτύνιοι), aber hat nur wenige Spuren des Alterthums; es iſt wahr- ſcheinlich Βρένθη. Fl. Brentheates Pauſ. 5, 7, 1.

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Zitationshilfe: Müller, Karl Otfried: Die Dorier. Vier Bücher. Bd. 2. Breslau, 1824, S. 444. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/mueller_hellenische03_1824/450>, abgerufen am 19.02.2019.